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Reisebericht: Einkaufen in Tbilisi
Ist Georgien noch Europa?
Im Tante Emma Laden "Sursaati"
Wer in Georgien einkaufen geht, sollte sich Zeit nehmen. Inzwischen gibt es gut organisierte Supermarktketten wie Goodwill und Populi, mit bekannten Produkten von Nestle, Mr. Proper, Haribo u.a., deren Mitarbeiter schon einen Hauch europäischer Geschäftigkeit zeigen. Nicht so in den so genannten Sur-saati- zu-jeder-Zeit-geöffnet-Lädchen, wie sie an jedem Wohnblock, an jeder Ecke dicht an dicht zu finden sind mit ihrem maximal raumsparend gestapelten Angebot an Waschmittel, Reis, Ketchup, Chips und Instantkaffee.
Mindestens sechs Mal am Tag halten alle Verkäuferinnen, dampfende kleine Mokkatässchen in der Hand, oft auch die männlichen Kollegen aus dem angrenzenden Laden für Schrauben und Elektrozubehör. Nicht selten wird man dann dazu aufgefordert, erst am nächsten Tag zu bezahlen. Und ich kann mich noch immer nicht eines latent schlechten Gewissens erwehren, wenn ich mir Kekse abwiegen lasse, denn dazu muss sich die arme Verkäuferin quer durch ihren gesamten 12m²-Laden schieben.
Unterhaltsam ist es allemal. Am liebsten sind mir die Gespräche über ihre eigenen Produkte, von denen sie oft gar nicht wissen, wie man sie zubereitet: "Wie kochen Sie denn Hirse? Kann man das wirklich essen?" oder: "Wie machen Sie Filterkaffee, Sie haben dafür eine Maschine?!" Die meisten Verkäufer sind auch sehr hilfsbereit, z.B. bei der Auswahl der Kekse: "Die sind schon uralt, die würde ich nicht empfehlen, schauen Sie, die sind ganz hart, nächsten Dienstag kommen vielleicht frische!"
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