Reisebericht

Reisebericht: Schwarze Erde

 
 
 
 
 
Reisebericht: Schwarze Erde

So lernten wir Big Island, die größte der hawaianischen Inseln, in den letzten vier Tagen unseres Hawai'i-Aufenthaltes von einer Seite kennen. Nirgendwo sonst auf der Welt kann man den Vulkanismus ohne größere Gefahren so hautnah erleben. Es gibt auf der Insel eine Vielfalt der Landschaftsformen, Wüste, Regenwald, grün überwucherte Steilküste und Kraterlandschaft. Aber unser Urlaub ging zuende.

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* Ankunft auf Big Island

Nach einem halbstündigen Flug von Kahului auf Maui landeten wir bei bedecktem Himmel auf der größten aller hawaianischen Inseln in Kona. Schon der Landeanflug ließ uns stutzen. Als wir mit unserem Gepäck das offene Flughafengebäude des Keahole-Airports verließen, unseren Mietwagen in Empfang nahmen, bestätigte sich dieser erste Eindruck. Auf dem Weg nach Waikoloa fuhren wir 25 km durch eine wolkenverhangene, schwarze Einöde. Riesige erstarrte Lavaflows des Mauna Loa aus dem Jahre 1859 prägten die leicht hügelige Landschaft rechts und links der Straße. Die Schwärze wurde nur durch mit weißem Bimsstein von Touristen gelegten Mosaikschriften unterbrochen (Dave &Lynn 2011) oder (Danny was here!) oder (I love Gina!). Alle paar Kilometer wuchs ein einzelner Baum am Straßenrand, sonst waren nur gelbe trockene Grasbüschel zu sehen. Ohne Sonne sah alles noch trostloser aus. Ganz im Hintergrund am Meer zeigten sich die Hotellandschaften aus der Retorte.
Wegen der großen Entfernung zum Volcanoes NP waren wir gezwungen, eine Nacht in einem dieser riesigen Hotelpaläste (mit mehr als 500 Zimmern) zu verbringen. Ein Shuttle Service verkehrte zwischen den Hotels und den gehobenen gegenüber liegenden Einkaufszentren "Kings Shops".
Wir freuten uns am nächsten Morgen darauf, diesen Ort so schnell wie möglich zu verlassen, neugierig auf die Weiterfahrt.



 
 
 
 
 

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* Von der Westküste zum Volcanoes NP

Auf unserer Fahrt über die Kohala Mountains, Waimea, Honokaa nach Hilo klärte sich der Himmel ein wenig auf, aber Mauna Kea (4205 m) oder Mauna Loa (4169 m hoch) blieben in Wolken verhüllt. Teilweise fühlten wir uns mit den grasbewachsenen Bergen ringsum und den vielen Rindern auf den Weiden wie in der Steiermark (oder auch in Haiders Kärnten, wenn man dem Aufruf auf einem Pick-up vor uns "Defend Hawai'i" Glauben schenken kann)
Wir hatten Täler wie das Waipio-Valley bereits auf Kauai, Wasserfälle wie die Akaka Falls vielfach auf Maui gesehen. Wir wollten dem vukanischen Ursprung der hawaianischen Inseln nahe kommen. Deshalb steuerten wir ohne viele Zwischenstopps unser Quartier in Volcano am Rande des Volcanoes NP an.



 
 
 
 
 

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* Inn at Volcano

Nach einem Einchecken am frühen Nachmittag in unserem "Garden Room" blieb genügend Zeit erste Erkundungen im NP zu machen und Infos zur Planung unseres zweieinhalbtägigen Aufenthalts einzuholen.
Ich kann nur jedem Reisenden empfehlen, sich rechtzeitig eine Unterkunft in Volcano, 3 Meilen vom Nationalparkeingang zu reservieren. Das "Inn at Volcano" (siehe Tipp) entpuppte sich als eine absolut empfehlenswerte Bleibe.



Tipp Mein Tipp
 
 
 
 
 
Vulkan mit Bed & Breakfast

Persönliche Meinung von u18y9s26:
Wir wohnten 3 Nächte im Garden-Room, einer herrlichen kleinen, ebenerdigen Wohnung mit Schlafzimmer, großzügigem Bad, einer Bistro-Küche und einem traumhaften überdachten Sitzplatz von Baumfarnen,Tarot und vielen blühenden Pflanzen umgeben. Aufgrund unseres Hochzeitstages, wedding anniversary, erhielten wir den Garden Room Deluxe als Upgrade zum Standardzimmer. Wir mehr



* Volcanoes NP

Nirgendwo sonst gibt es die Möglichkeit, Vulkanismus ohne große Gefahr hautnah kennenzulernen. Da der Gasgehalt der hawaianischen Lava sehr gering ist, kommt es hier nie zu gefährlichen Explosionen, sondern nur zu leichten Eruptionen. Das macht den Vulkan kalkulierbar und bei entsprechender Vorsicht für Touristen sicher. Am 21. Mai 2010 "feierte" der Vulkan Kilauea den 10000- sten Tag kontinuierlicher Eruptionstätigkeit. Der Puu Oo begann am 3. Januar 1983 am Rande des Kilauea mit seiner Dauereruption. Seit 2008 kommt aus dem Halemaumau Krater eine Rauchwolke, die je nach Windrichtung die Sperrung von Straßen im NP notwendig macht. Vor einem Besuch des NP sollte man sich daher stets aktuell auf der Homepage informieren. Hier findet man die neuesten Warnungen: www.nps.gov/havo
Die Amerikaner nennen ihren Vulkan auch "drive-in volcano", weil man bis 2008 zeitlich vor den Dampfaustritten am Halemaumau bis in die Caldera des Kilauea hineinfahren konnte. Zur Zeit ist die Crater Rim Road allerdings nur bis zum Jagger Museum befahrbar.
Wir hatten uns viel Zeit genommen, um mit Muße diese fast unwirkliche und teilweise unwirtliche Landschaft auf uns wirken lassen zu können. So hatten wir die Möglichkeit auch abseits der heftigen Touristenströme in der Hauptsaison Entdeckungen zu machen.



 
 
 
 
 

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* Attraktionen im NP

Die Reiseführer untergliedern, welche Attraktionen in welcher Zeit (Halbtag, Dreiviertel-Tag, voller Tag, in 2 Tagen oder in 4-5 Tagen) zu schaffen sind. Diesem Diktat wollten wir uns keinesfalls unterstellen. Wir waren am Ende einer ereignisreichen und eindrucksreichen Reise und wollten uns am liebsten treiben lassen. Dass wir dabei auch von Touristenmassen vertrieben wurden und unerwartet stille, einsame und absolut besuchenswerte Orte fanden, empfanden wir als Geschenk.
Wenn man die Gelegenheit hat, vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang im Park zu verweilen, kann man das Glühen innerhalb der Dampfwolken sehen. Ein guter Aussichtsort auf den Halemaumau-Krater ist auf der Terrasse des Jagger-Museum, nicht weit vom Eingang des NP entfernt, so dass man auch mit der Rückfahrt in sein Quartier am Abend warten kann. Der Park ist durchgehend geöffnet. Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit Taschenlampe ausgerüstet den verschiedenen glühenden Orten zu nähern. Im NP sind fast rund um die Uhr Ranger damit beauftragt, die Erkundungsfreude der Touristen so zu steuern, dass die Gefahr kalkulierbar bleibt.



 
 
 
 
 

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* Unterwegs im NP am Tag

Die 2 1/2 bis 3 1/2 stündige Wanderung auf dem 5 km langen "Kilauea Iki Trail" ist sehr empfehlenswert, wenn man sich früh am Morgen auf den Weg macht. Zunächst geht es die Kraterwände hinab über den Kratergrund bis zum Aufstieg am gegenüberliegenden Kraterrand. Man sollte aber spätestens um 11:30 Uhr wieder zurück sein wegen der großen Hitze im Krater und sehr viel Wasser für die Tour bei sich haben.
Kleinere Spaziergänge führen vom Visitor Centre zu den Sulphur Banks mit vielen Fotomotiven und interessanten Informationstafeln zum Vukanismus. Wir waren überwältigt, welcher Pflanzenreichtum trotz der Schwefeldämpfe hier zu finden ist.
Auf dem "Devastation-Trail" kann man beobachten, wie die Natur sich langsam ihren Platz auf dem Lavagrund erobert.



 
 
 
 
 

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Übersicht USA

Region: Hawaii
Stadt: Hilo

Kommentare
  • mamatembo 03.11.2011 | 06:29 Uhr

    Danke für diesen interessanten Bericht aus einer Ecke der Welt, über die man sonst nicht so viel liest. Dazu noch ein "drive-in volcano" ... that's America! :-)))
    LG Beate

  • ursi67 04.11.2011 | 12:16 Uhr

    Vielen dank für einen interessanten Bericht und die schönen Bilder. habe was neues kenen gelernt! Lg, Ursi

  • u18y9s26 04.11.2011 | 17:31 Uhr

    Euch allen, die mich auf meiner 3-teiligen Hawaiireise von Kauai ("Maka'i Kauai hemolele i ka malie") über Maui (Highway to Heaven) nach Big Island (Schwarze Erde) begleitet haben, möchte ich einen ganz herzlichen Dank sagen, für euer Interesse und sogar das Engagement, mir zu helfen fremde Pflanzen zu bestimmen.
    Es war eine Freude, die Reise mit euch ein zweites Mal zu durchleben und sie mir selbst durchs Beschreiben nachhaltig in Erinnerung zu rufen. Ich lerne auch nach dem Urlaub durch das Verfassen der Berichte noch viel über mein bereistes Land dazu.
    LG Ursula

  • brandriba 05.11.2011 | 13:39 Uhr

    Dein Bericht(e) macht Lust auf einen Besuch dieser sehr speziellen Region. Danke für's Mitreisen dürfen
    LG DAni

  • Zaubernuss 09.11.2011 | 10:24 Uhr

    Danke für Deinen grossartigen Bericht und die schönen Bilder. ich bin gerne Deinen Spuren gefolgt und habe eine Menge dazugelernt. LG: Ursula

  • Blula 10.11.2011 | 18:55 Uhr

    Liebe Ursula! Ich war noch niemals auf Hawai und über Big Island, dieser größten hawaianischen Insel habe ich nun erst durch Deinen wunderschönen Bericht eine richtig gute Vorstellung erhalten. Lesenswert... kann ich nur sagen!! Auch die herrlichen Aufnahmen von Dir möchte ich nicht unerwähnt lassen.
    LG Ursula

  • u18y9s26 10.11.2011 | 19:31 Uhr

    Ich freue mich riesig, wenn ich euch ein Stück der von euch unentdeckten Welt schmackhaft gemacht habe. Herzlichen Dank für eure anerkennenden Kommentare und Bewertungen. Man kann noch so viel dort entdecken. Ich muss jetzt auf Arte schauen, was ich alles noch versäumt habe bei meinem Besuch.
    LG Ursula

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  • BuWe 17.11.2011 | 14:34 Uhr

    Es freut mich, dass sich Big Island trotz des unfreundlichen Empfangs doch noch von seiner schönen Seite zeigte. Obwohl (oder gerade weil) ich die Insel gut kenne, habe ich Deinen interessanten Bericht mit großem Interesse gelesen und konnte sogar noch eine uns bisher ganz unbekannte Stelle entdecken, den Kipukapuaulu Park. VG Anne Do. ( bekennender Fan der trockenen Lavawüstenseite der Insel)

  • INTERTOURIST 19.04.2012 | 07:36 Uhr

    Du hast sehr detalliert und anschaulich geschrieben.
    Das ist nicht nur ein Reisebericht, sondern auch ein guter Tipp.

    lg Jörg

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Schwarze Erde 4.93 14