Eine Reise in die Heimat?! Norwegen ich war da:)

Reisebericht

Eine Reise in die Heimat?! Norwegen ich war da:)

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01.08.2011

Anreise: Tag 1 und 2

Cochs Pensjonat

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Meine Reise sollte wie es ja nun so üblich ist sehr ökologisch sein. Ich bin nur mit Bus und Bahn gereist, wobei man Land und Leute auf eine ganz andere Art und Weise kennenlernt. Ich startete in Berlin am ZOB. Ich hatte noch genügend Zeit und habe mich in der Vorhalle des Bahnhofs aufgehalten. Man kam doch schnell ins Gespräch. Eine ältere Frau saß neben mir und versuchte mir ihren Reiseverlauf zu schildern, was Aufgrund der Sprachschwierigkeiten kaum möglich war. Der russischen Sprache war ich leider nicht mächtig. Ich sollte ja nun den Bus nach Oslo nehmen. Er ging am Abend um 23:00 Uhr. Ich bekam auch einen wundebaren Platz. Der Bus war bis auf den letzten Platz belegt. Zwei Frauen mussten sogar draußen bleiben und bekamen keinen Platz mehr. Oh je. Ich schlief in kürzester Zeit und wurde zu einer eher menschenunfreundlichen Zeit geweckt. Der Busfahrer wies die Mitreisenden darauf hin, dass wir mit einer Fähre fahren würden und wir alle aus dem Bus steigen mussten. Und das um 4:30. Es schummerte schon leicht. Der nächste Tag sollte ein sonniger werden. Bald waren wir in Kopenhagen. Es hieß umsteigen. Für mich war klar, dass ich in einen Bus steige der von Kopenhagen nach Oslo fährt. Doch all das war einfach nur kompliziert. Ich musste in einen Bus, der nach Malmö fährt, von dort nach Göteborg und dann nach Oslo. Als ich das erfuhr wurde meine Laune gleich wesentlich besser. Ich habe also drei mal den Bus gewechselt um nach Oslo zu kommen. Komplizierter geht es wohl nicht. Endlich um 17:30 in Oslo irrte ich herum. Ich fragte hier und da nach einer Straßenbahn. Bald saß ich drin und es ging in eine Pension. Ich bekam erste Eindrücke von der Stadt, welche zwei Wochen vorher vom verheerenden Unglück im Regierungsviertel und auf Utøya erschüttert wurde. Ich fuhr vorbei an der einen Kirche und war von den Blumenmassen überweltigt. Endlich stand ich vor der kleinen schnuckeligen Pension "Cochs Pensjonat". Ich bekam ein Zimmer, welches von Sonne geflutet war. Einer kurzen Ruhepause folgte ein ausführlicher Spaziergang durch das Studentenviertel. Ich genehmigte mir noch etwas Feines zu Essen und dann fiel ich wie ein Stein ins Bett.



02.08.2011

Tag 3: Oslosightseeing

Der hat wohl nen Vogel

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Der Morgen begann mit Sonne und Temperaturen um die 25°C. Das freute mich schon mal, denn Stadt gucken bei Regen ist nie schön.
Es sollte gleich in der Nähe ein Restaurant geben mit einem Frühstücksbuffet. Leider war das nicht so leicht zu finden. Ein kundiger Norweger mit seinem hochmodernen Handy guckte nach dem Weg mit seinem GPS. Oh je Technik die begeistert. Ich bezahlte und gesellte mich dann zu einem Schweden. Ich saß draußen und folgte dem großen Treiben. Schnell kam man ins Gespräch. Die letzten Ereignisse boten genug Gesprächsstoff, denn Plakate, Blumen und Anspachen sind überall gegenwärtig. Endlich fertig, gings aufs Zimmer. Meine Sachen gepackt und dann ging es zu den Hauptattraktionen. Erst zum großen Bahnhof Oslo S, um das Gepäck zu verstauen und dann ins große Getümmel.
Gleich in der Nähe des Bahnhofs findet man die neue Oper, welche in Echt noch viel schöner ist als auf Bildern. Überall konnte man entlanggehen und die Aussicht wurde immer besser. Dann ging ich die große Einkaufsstraße entlang und kam an den Dom von Oslo. Vor ihm wurden Massen von Blumen niedergelegt um den Umgekommenen zu gedenken. Eine eindrucksvolle Stimmung herrschte dort. Die Menschen hatten Tränen in den Augen, die Mundewinkel hingen nach unten. Man kann es nicht beschreiben, man muss es erlebt haben.
Gleich noch einen Abstecher zum Hafen gemacht um die tollen Pötte und Fähren zu bestaunen. Kreuzfahrer aus allen Ländern tummelten sich in dieser Stadt. Und ich war Einer davon. Bald sollte auch mein Zug nach Trondheim gehen. Die erste Strecke wurde mit Bussen geregelt, weil gebaut wurde. Das heißt es wartete eine enorme Schlange von Bussen die die Gäste nach Lilleström beförderten. Von dort dann mit dem Zug gen Norden. Es war einfach toll. Die Bahn schlängelte sich durch eindrucksvolle Landschaften. Gerade das Dovrefjell faszinierte. Spät Abends in Trondheim angekommen, wartete schon der Anschlusszug nach Bodø (Nordlandsbanen).
Ich bekam einen Schlafsessel, die Beine konnte man hochlegen. Geschlafen habe ich sehr gut. Die Atmosphäre in diesem Zug scheint wie in den 50 - igern. Sehr rustikal und mit viel Liebe zum Detail.



Weinendes Blumenmeer



03.08.2011

Tag 4: Lofotenerlebnis

Polarlys 2

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Nach einer wunderbaren Nacht mit viel Schlaf komme ich in Bodø fahrplanmäßig 09:13 an. Das Wetter ist grau in grau. Die Wolken hängen tief und leichter Nieselregen fällt vom Himmel. Ich schloss mein Gepäck in einem Schließfach ein und begab mich in die "Stadt". Bodö ist nicht wirklich die mächtigste Stadt. Es gibt nicht viel zu sehen. Ich habe einen Moment der Sonne genutzt und bin zur Kirche gelaufen, welche mir nicht so gut gefallen hat. Sie sieht sehr neu aus und eher kalt und nicht so anheimelig wie andere Kirchen in Norwegen. Auch hier wurden Blumen anlässlich des Unglücks in Oslo niedergelegt. Und weiterhin wurden Kondolenzbücher platziert in die schon sehr viele Touristen und vor allem Einheimische ihre Wünsche eingetragen haben. Gegen 13 Uhr lief die MS Polarlys ein. Ein tolles Schiff mit Charme. Es ist eines der neueren Schiffe. Ich ging an Bord, bezahlte meine "Reise" von Bodø nach Svolvær über Stamsund. Ich ging in die kleine Cafeteria und gönnte mir ein Mittag. Währenddessen hörte ich deutsche Stimmen überall. Ich wusste nicht, ob ich mich outen sollte oder nicht. Der größte Teil der Passagiere sind deutsche Renter aus allen Landesteilen. Da sich das Wetter noch besserte ging ich ans Sonnendeck und ließ die Landschaft an mir vorbeiziehen.
Mit Verspätung sind wir dann gegen 21:30 in Svolvær angekommen. Das ist der größte Ort auf den Lofoten und gilt als die heimliche Hauptstadt der Region. Nun wartete nur noch ein kleiner Marsch zu meiner altbekannten Pension "Lofoten Rorbuer" (mehr siehe Tipp). Endlich in meinem Zimmer mit Traumblick auf die tolle Bergwelt der Lofoten schlief ich wie ein Stein. Auch Reisen kann anstrengend sein.



MS Polarlys





Fensterblick



04.08.2011

Tag 5: Fahrradtour entlang der E 10

Vågankallen

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Nach einem wunderbaren, typisch Norwegischen Frühstück ging es auf eine Erkundungstour mit dem, von der Pension gemieteten, Fahrrad. Erst bin ich in die Innenstadt von Svolvær, um sich umzugucken. Die Kleinen Läden laden zum Schnökern und Verweilen ein. Auf der einen Seite sieht man das klassische Norwegen mit den typischen Gestellen zum Trocknen der Dorsche, die gerade jetzt zur Zeit wo ich diesen Bericht schreibe gefangen werden und auf der anderen Seite das mit Touristen überströmte. Ach ja das ist doch eine komische Wandlung. Nicht weit entfernt von Svolvær liegt Kabelvåg. Wenn man in diesen kleinen Fischerort kommt, kann man sich noch richtig gut vorstellen, wie das Leben in einem Fischerort aussieht. Die Leute sitzen bei schönem Wetter vor kleinen Kaffes, grüßen ganz freundlich und wir als Besucher sind erschrocken und wundern uns, dass es sowas noch gibt. Ich bin vor bis zur Mole gefahren. Man hat von dort einen einmaligen Blick auf den Ort und auf das weite Nordmeer. Wenn man dort am Abend ist kann man erst das nordgehende - und dann das südgehende Hurtigrutenschiff sehen. Wenn sich beide treffen gibt es ein herrliches Hupkonzert. In Kabelvåg gibt es eine kleine Gruppe von Museen. Die "Galeri Espolin", das "Lofotmuseet" und das "Lofotakvariet". Ich kann die beiden letzten schon und wollte nun mal in die "Galeri Espolin". Die Motive der Bilder, die dort ausgestellt werden, zeigen oftmals das schwere Leben der Seemänner. Gerade auf den Lofoten ist die Fischerei eines der Hauptwirtschaftszweige. Und die Fischer im frühen zwanzigsten Jahrhundert hatten noch nicht so gute Geräte und sind mit einfachen Ruderbooten bei Wind und Wetter aufs Meer raus. Da sieht es heute schon etwas aus. Technik ist nicht mehr weg zu denken. Navigationsgeräte, GPS und High Tech zur Schlachtung der Fische findet man auf vielen großen Fangschiffen.
Ich fragte einmal etwas nach, bezüglich eines Bildes und schon freute sich die Betreuerin des Museums und führte mich rum. Eine unbezahlte Führung hat man auch nicht jeden Tag. Langsam kehrte ich den Heimweg an. Es reichte für den heutigen Tag. Ich schrieb, zurück in der Pension, noch einige Postkarten um den Daheimgebliebenen von meinen Erlebnissen zu berichten. Meine Reise begleitete das Buch "Mitternachtsmord" von Henning Mankell. Es ist ein faszinierender Krimi.
Da ich in dieser Pension ein Jahr vorher gearbeitet habe, war es für mich möglich mit der Pensionsfamilie Mittag zu essen. Heute gab es ein sehr spezielles Mittag: Dorschzungen gebraten in sehr viel Butter und dazu gebratene Zwiebeln. Sehr speziell, aber essbar. Die norwegische Küche ist und bleibt immer wieder interessant. Der Abend verging beim Blick in die letzten Strahlen der Mitternachtssonne.



Kabelvåg bei bestem Wetter



05.08.2011

Tag 6: Eine lange Tour nach Henningsvær

Karibik in Norwegen

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Der Morgen begann mit schönstem Sonnenschein. Vorgenommen hatte ich mir für den heutigen Tag eine entspannte Radtour nach Henningsvær. Es ist schon eine anspruchsvolle Tour hin und zurück von Svolvær in den wirklich hübschen Fischerort Henningsvær. Eine Tour beträgt ca. 26 km. Nach einem defitigen Frühstück ging es mit dem gepackten Rucksack und der Kamera auf Tour. Man hat noch die kühle Luft gespührt und gefröstelt im Schatten der mächtigen Berge. Der Weg führt immer entlang der "Hauptstraße" der Lofoten. Manchmal fährt man auf einem gesonderten Radweg und manchmal fährt man zusammen mit den Autos und LKW´s auf der Straße. Auf der Tour fährt man auch durch einen Tunnel, man sollte auf jeden Fall ein gut bestücktes Fahrrad haben. Licht und Reflektoren sollten nicht fehlen, auch eine Warnweste ist zu empfehlen. Henningsvær ist eine Sackgasse, man fährt ab von der E 10 und immer entlang der Küste. Man könnte jeden Augenblick ein Bild machen. Das blaue Wasser erinnert an die Karibik. Ich werde eigentlich im Minutentakt von Wohnmobilen und vollbepackten Autos überholt. Mir wurde schon ganz anders. Aber ich wollte das Ziel erreichen. Es ist ein typischer Fischerort mit einer Fischfabrik. Als ich dort hin kam hatten die Arbeiter gerade Pause. Polnisch ist auch hier nicht mehr weg zu denken. Einheimische fühlen sich für diese Arbeit zu fein. Gräten aus dem Fleisch zu sammeln ist dann doch zu mühselig und viel bezahlen muss man auch nicht. Schon erschreckend die Entwicklung auf der Welt. Langsam ging ich durch den Ort und bestaunte die hübschen kleinen Läden, die sich vollkommen auf den Tourismus eingestellt haben. Einmal am Tag legt auch hier das Hurtigrutenschiff an. Die Passagiere werden, wenn ich mich nicht irre, per Beiboot an Land verschifft. Dort schwärmen die Touris aus und gehen in eine Galerie und dann ist die Zeit auch schon wieder rum. Ich bin dann wieder aufgebrochen. Die Temperatur stieg ziemlich an. Auf den Lofoten war Sommer. Ich machte noch einen Zwischenstopp in Kabelvåg und kaufte mir ein paar Rosinenboller und setzte mich in die Sonne und genoss die frische maritime Luft. Bald zurück in der Pension rauchte schon der Grill. Es gab Mittag. Ach ist Urlaub schön. Als besondere Überraschung meinte der Hausherr, dass er am Abend mit mir aufs offene Meer rausfahren würde und die bereit gelegten Krabbenkörbe einholen würde. Ich war begeistert. Frische Krabben gabs dann gleich am Abend. Ein voller Genuss.



Idylle bei bestem Wetter



06.08.2011

Tag 7: Kunst, Erinnerung und Krieg

Es ist wie verhext, es ist schon der dritte Tag auf den Lofoten und die Sonne scheint. Ich kann es gar nicht fassen so einen tollen Start in diese Reise zu haben. Gerade auf den Lofoten ist solch ein Wetter nicht umbedingt slbstverständlich. Ich machte mich klar und ging in die Stadt um mich ein wenig um zu gucken. Erst ging es in eine Galerie, die ein Partnerprojekt mit der Stadt Krakau gestartet hat. Einige Motive luden zum Grübeln ein. Ein Leinwand, die komplett blau war lässt sehr viel Spielraum für Gedanken. Was will mir der Künstler sagen? Eine typische Frage aus dem Kunstunterricht in der Schule. Ein anderes Bild gefiel mir da schon viel mehr. Ich gang sehr nah ran und war verwirrt. Je weiter ich weg ging wurde das Bild immer klarer. Es waren Wellen dargestellt. Ein zusammengesetztes Bild aus sehr vielen streifen ergab ein unglaublich schönes Bild. Wunderbar.
Erst Kunst und nun weiter zur alten Geschichte. Das "Krigsminnemuseet" (Kriegsmuseum) interessierte mich schon bei früheren Besuchen in der Stadt. Es ist einfach gigantisch, welch große Sammlung hier zusammengetragen wurde. Es ist kein großes Museum, gerade deshalb wirkt die Masse ziemlich erdrückend. Uniformen, Waffen und Funkgeräte sind nach Jahren sortiert. Es wird auch gleichzeitig der Kriegsvorgang in der Region berichtet. Einfach atemberaubend und ergreifend. Ich als junger Mensch, der Gott sei Dank diese Zeit nicht erlebt hat, kann sich das Ausmaß nicht vorstellen. Doch etwas benommen und bedrückt ging es wieder zurück zur Pension. Den Rest des Tages ließ ich beim Sonnenbaden ausklingen. Fast wie auf einer Karibikinsel.


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Kommentare

  • trollbaby

    Eine sehr schöne Reise hast Du da gemacht! Vielen Dank, dass Du Deine Erlebnisse mit uns teilst!
    LG Susi

  • agezur

    Norwegen - immer eine Reise wert. Und zum Einstimmen diesen sehr interessanten, schön bebilderten und umfassenden Bericht lesen!!!!
    Danke dafür!
    LG Christina

  • A1B2CC

    Hallo und vielen lieben Dank für die ersten guten Bewertungen und Kommentare des Berichtes und der Bilder. Ja Norwegen packt einen immer wieder und lässt dann nicht so schnell los. Das ist wirklich ein Fieber den man nicht so schnell los wird und den ich auch ganz ehrlich nicht los werden will.
    Der nächste Reisebericht kommt bestimmt.
    LG Christian:)

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