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Reisebericht: Iranische Impressionen
Von Apfelbier bis Zarathustra-
Eindrücke einer Reise durch den Iran
Teheran
"Reisen macht süchtig"- das bekamen und bekommen wir immer wieder zu hören, wenn mein Mann und ich über unsere Reisen und auch über unsere Reiseziele im Freundeskreis befragt werden. "Ihr habt doch eh schon alles gesehn" - ist ein weiterer Spruch, der fast nie fehlt.
Das stimmt natürlich keineswegs; ich weiß, dass uns die Ziele bestimmt in den nächsten Jahren nicht ausgehen werden.
Wir hatten Persepolis, Isfahan oder Shiraz schon lange auf "unserem Wunschzettel" stehen. Im April 2008 haben wir uns dann getraut und eine eigentlich zehntägige Reise durch den Iran gebucht : Teheran, Quom, Isfahan, Yazd, Persepolis, Shiraz, bis hinunter zum Persischen Golf nach Bandar Abbas und zur Insel Queshm.
Aus den 10 Tagen wurden dann unerwarteterweise 12 ! Ein Sandsturm verhinderte unseren Rückflug von Bandarabas nach Teheran- stattdessen mussten wir mit dem Bus wieder nach Teheran zurückfahren, wo wir dann glücklicherweise mit zweitägiger Verspätung die Maschine nach Frankfurt besteigen konnten.
Die Reise hatte im Übrigen gleich mit Verspätung angefangen. Das Einsteigen in den Airbus der Iran Air zog sich ziemlich in die Länge, die Maschine war bis auf den letzten Platz besetzt und die Luft im Flugzeug war etwas stickig. Das war einer deutschen Touristin wohl plötzlich alles zu viel. . Sie bekam eine Panickattacke und stieg kurzerhand wieder aus. Bis zum Abflug dauerte es dann noch über eine Stunde, da ja erst das Gepäck des Fluggastes wieder ausgeladen werden musste.
Statt zun Abendessen kamen wir erst spät in der Nacht in Teheran an.
Sehr spannend fand ich das Verhalten vieler iranischer Frauen .Bestimmt die Hälfte war nämlich ohne Kopftuch in die Maschine gestiegen.Erst beim Landeanflug wurden die Tücher hervorgeholt und flugs umgebunden. Auf dem Rückflug passierte dann alles genau umgekehrt. In dem Moment, in dem die Maschine die Startbahn verlassen hatte, flogen die meisten Kopftücher herunter und wurden nicht wieder gesehen.
Auch als Touristin ist man verpflichtet, in der Öffentlichkeit Arme , Beine und die Haare zu bedecken. Ein Mantel war-zumindest damals- nicht mehr nötig. Der Haaransatz konnte herausspitzen, man musste also nicht auf jede einzelne Haarsträhne achten.Lediglich in Quom wurde erwartet, dass alle Haare bedeckt waren.
Um in das Mausoleum der Fatimah zu gelangen, mussten die Frauen - das einzige Mal-einen Tschaodor tragen, den man am Eingang leihen konnte.
Das Tragen dieses Kleidungsstücks ist ziemlich schwierig: da es keinerlei Knöpfe oder sonst etwas zum Befestigen gibt, muss man ständig mit einer Hand den Umhang festhalten, damit er nicht hinuntergleitet. Das Fotgraphieren gestaltete sich dadurch etwas schwierig, da ich ja dafür nur noch eine Hand zur Verfügung hatte.
Iranische Frauen brauchen ihr Gesicht nicht zu verhüllen, wenn es auch manche trotzdem machen. Sehr interessant ist, dass im Iran die Quote der operativen Nasenkorrekturen ziemlich hoch ist. Eigentlich nicht so verwunderlich, da ja das Gesicht als einziger unverhüllter Körperteil möglichst makellos sein soll. Mir fiel ferner auf, dass die jungen Frauen überwiegend stark geschminkt waren, wohl auch aus dem Grund, um sich hervorzuheben.
Das ständige Kopftuchtragen fand ich auf Dauer nervig, besonders beim Essen störte es gewaltig. Früh musste ich mich immer extra daran erinnern, vor dem Verlassen des Hotelzimmers meine "Verkleidung" überzuziehen.
Apropos Essen und Trinken: Das Essen war im großen und ganzen schmackhaft, wenn auch Frühstück und Mittagsessen etwas eintönig waren: Oliven, Tomaten, Schafskäse, Gurken, Fladenbrot, Oliven, Tomaten, Schafskäse, Gurken, Fladenbrot,...
Mit den Getränken war das so eine Sache: dass im Iran absolutes Alkoholverbot herscht, war uns bekannt- man darf ja auch nichts dergleichenr einführen.Trotzdem gibt es Bier zu trinken, allerdings mit extra gezüchteten Hefen, die- im Gegensatz zum normalen alkoholfreien Bier-wirklich 0,000% Alkohol enthalten. Auch das wäre noch o.k. gewesen. Was wirklich kaum trinkbar war-zumindest nicht für uns-war alkoholloses Bier mit Apfel-oder Pfirsichgeschmack, eine weit verbreitete Spezialität.
Da habe ich dann lieber Mineralwasser getrunken!!
In Teheran besichtigten wir u.a. den Basar, das Nationalmuseum, den Schmuck des Schahs und natürlich das noch nicht ganz fertiggestellte Mausoleum für Khoumeini. Hier gab es getrennte Eingänge für Männer und Frauen, sogar im Inneren blieben die Frauen auf der einen und die Männer auf der anderen Seite.
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Vielen Dank für den informativen Bericht und die eindrucksvollen Fotos. LG, Astrid
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Sehr interessanter Bericht mit vielen Hintergrund Infos sowie mit vielen passenden Bildern untermalt.
L.G.
Guido
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Vielen Dank für den schönen Bericht! Meine Eindrücke waren ähnlich - sehr positiv. Wir haben allerdings nur einmal ein Teehaus gesehen, in dem es einen separaten Raum nur für Männer gab - der andere Raum war "gemischt". Vielleicht hat sich in der Hinsicht etwas getan in den letzten Jahren - oder wir waren nicht in den "richtigen" Restaurants :-) Mein Reisebericht zum Iran ist hoffentlich auch bald fertig...:-)
LG
Carolin -
Liebe Ute!
Wieder einmal ein sehr interessanter Bericht von Dir, der meine Neugierde auf dieses Land nur noch größer macht! Toll finde ich auch, dass Du die Eindrücke, die Du in Bezug auf die iranischen Frauen gemacht hast, schilderst - und dass Du den gesamten Bericht wieder ausführlich bebildert hast. So kann man sich alles sehr gut und lebhaft vorstellen. Vielen Dank!
LG Susi -
Hallo Ute! Das war wieder ein ganz besonders interessanter Bericht von Dir, auch insofern, weil der Iran ja nun nicht unbedingt DAS Reiseland für jedermann ist. Danke, dass Du uns hier so einen, in jeder Hinsicht eindrucksvollen Bericht über Deine Reise bringst, durch den wir alle eine Menge über dieses Land erfahren können. Spannend und informativ zugleich.
LG Ursula -
Ein sehr interessanter und ausführlicher Bericht. Viele persönliche Eindrücke, aber auch viel Information!
Danke!
LG Christina -
Ein sehr interessanter Reisebericht! Heute die Empfehlung des Teams der GEO-Reisecommunity.
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Hallo Ute,
Sehr interessant und das noch über ein Land wo ich wahrscheinlich nie hin Reisen werde.
Auch die Bilder sind gut mit viel Information.
LG Anneken -
Liebe Ute
Du hast mich in ein mir fremdes Land entführt. Dein informativer Bericht, reich bebildert, zeigt mir, dass Du auf Deinen Reisen viel aufnimmst und uns sehr schön wiedergibst. Danke und liebe Grüsse: Ursula -
Vielen DAnk für die ausführlichen Informationen. Sehr schön geschrieben mit guten Bildern
Grüße Helmut -
Liebe Ute
Vielen Dank für Deinen interessanten Bericht und die schönen Bilder! Für mich noch ein ganz neues Land. Lg, Ursi -
Hallo liebe Ute, ich mag ja alles orientalische und so hab ich den Bericht natürlich verschlungen, eine spannende Reise durch ein interessantes und doch für mich leider (noch) so fremdes Land. Eine Bitte trotzdem...wenn Du wieder einen Orient-Bericht einstellst, gib mir bitte ein kurze Info, so dass dies nicht wieder fast 4 Wochen an mir vorbeigeht! ;-) LG, Kathrin
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Liebe Ute,
Du hast ja einiges auf dieser Reise auf Dich genommen, sogar das Tragen eines Tschadors. :-) Ein toller Bericht mit vielen Informationen und schönen Bildern.
LG Anne -
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Hallo. Ein ganz, ganz toller Reisebericht,insbesondere die persönlichen Eindrücke füllen ihn mit Leben. Seit Jahren steht der Iran auf unserer quasi To Do-Liste, sowohl der Erlebnisbericht eines Freundes(Historiker- ergo beruflich..) , als auch meines kleinen Bruders, der dort tatsächlich vor vier Jahren zum Skifahren war, machten uns neugierig. Das alte Persien-das bestätigt dein Bericht- muss kulturell, landschaftlich und auch von seinen Menschen her eine ganz, ganz tolle Destination sein. Als Mann hab ich da natürlich gut reden, für eine Frau ist es schon mit erheblichen Unannehmlichkeiten verbunden. Ich frage mich nur, ob es derzeit überhaupt noch möglich ist, den Iran in Anbetracht der drohenden latenten Kriegsgefahr zu bereisen? Wenn, sollte man es vermutlich schnellstens machen....(wir haben letztes Jahr schon einen nahezu fest geplanten Jemen/Sokotra aus ähnlichen Gründen auf Eis gelegt und es ist mir noch sehr lebhaft in Erinnerng, dass der Libanon kurz nach unserer Urlaubsrückkehr 2005 auf 2006 mal wieder bombardiert wurde....). Hm...dein Bericht hat mich auf jeden Fall wieder ganz kribbelig gemacht...;-) Gruß aus Köln.
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