Reisebericht

Reisebericht: Individualurlaub auf Madeira bei Arco da Calheta

 
 
 
 
 
Reisebericht: Individualurlaub auf Madeira bei Arco da Calheta

Reisebericht + Tipps die ich nicht schon in anderen Reiseberichten stehen.



 
 
 
 
 
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Entscheidungsfindung

Die Vorstellungen bestimmen unser Denken und Handeln.
Dieser Erkenntnis kann ich aus Erfahrung zustimmen.
Ein gutes Beispiel ist alljährlich der Monat November.
Er bietet keine schönen Herbstage mehr und auch schöne Wintertage kriegt er nicht hin.
Nebligtrübe und nasskalte Tage sind seine Spezialität.
Der Vorstellungsfilm "ab in den Frühling" läuft in meinem Hirn an.
Grüne Naturszenarien und am Abend ein T-shirt Dinner am Meer.
Soweit decken sich wohl die Vorstellungen vieler Novembernichtmöger.
Auch mit der Idee diesen überflüssigen Monat durch Flucht in angenehmere Gefilde
zu ignorieren stehe ich sicher nicht alleine da.
Sie teilen aber wahrscheinlich nur eingeschränkt meine darüber hinausgehende
Individualurlaubsvorstellung als da wären - maximal ein kleines Hotel ,
besser noch gar kein Hotel und wenig Touristen.
Ergebnis meiner IN Recherchen , Vorgabe natürlich meine Vorstellungen :
Madeira
Immer Frühling 20 bis 25 Grad und nix los im November.
Ja, und dann war auch noch die Googlesuche - Haus zur Miete - ein Erfolg.
Gefunden : Traumvilla , freistehend 30 m über dem Atlantik mit wunderschönem Garten
und Pool.
Kleines Problem : Das Haus ist für 8 Personen konzipiert , es hat 4 DZ jedes mit Bad
und Toi und der Preis natürlich dementsprechend.
Nachdem ich 2 befreundete Ehepaare genötigt hatte meine Vorstellungen von Madeira
und Haus zu teilen und mitzureisen wurde das Haus gebucht.
Vor dem Reisebericht mit Tipps schon mal das Ergebnis des Vergleiches
von Vorstellung und Wirklichkeit : 1 :1 Madeira hielt was es versprach und das Haus auch.
Vorgeplänkel Ende.
Die Insel ist überwätigend.
Madeira ist vulkanischen Ursprungs , erdgeschichtlich eine junge Insel.
Das Ende der vulkanischen Tätigkeiten lag vor ca. 6400 Jahren.
Soweit hatte ich mich vorab informiert.
Dass man die geologische Geschichte Madeiras so deutlich und beeindrucken vor Augen hat , sie leicht nachvollziehen kann , konnte ich mir nicht vorstellen.
An Madeiras Steilküstenprofil , oft senkrecht 300 bis 580 m aus dem Meer hervorgehoben , sieht man dass es wohl noch ein paar hunderttausend Jährchen
dauern wird bis die Insel "washed to the sea" ist , wie es im song Blowin in the Wind
so schön heißt.
Flüsse schießen auf direktem , steilem Weg von den bis 1850 m hohen Bergen im Zentrum der Insel durch tief eingeschnittene Täler zum Meer oder stürzen über die
Klippen ins Meer.
Um die Täler breiter zu gestalten und dann auch mäandern zu können werden sie auch
noch ein Weilchen benötigen.
Sie haben immerhin schon kleinere ebene Küstenabschnitte geschaffen.
Gute Beispiele dafür sind Ponta do Sol und Ribeira Brava.
Das Faszinierenste sind aber die durch Abbruch der Steilküste entstanden Ebenen ,
die sogenannten Fajás. Dazu später mehr.
Die fruchtbare Lavaerde, der ewige Frühling und ausreichend Regen vorallem in den
Bergen lassen die Flora ganjährig bestens gedeihen.
Hierzu sowie über die Lorbeerwälder Madeiras (Laurisilva) die Levadas zur Bewässerung und als Wanderwege geben viele Reiseberichte bestens Auskunft.
Erwähnen möchte ich aber noch dass die duftenden Eukalyptus Wälder Madeiras nicht endemisch sind.
Nun einige Tipps die ich nicht in den Reiseberichten fand.
Ausflug in den Norden Madeiras - Richtung Porto Moniz.
Ausgangspunkt Paul do Mar.
Von hier führt eine beindruckende Serpentinenstraße nach Fajá da Ovelha ,
durch mehrer Tunnel , dann ein fantastischer Blick in eines der tiefst eingeschnittene
Täler und danach durch Eukalyptus Wälder nach Achadas da Cruz.
Wir machten hier einen Abstecher zur Steilklippe und Teleferico von Calhau.
Alleine der Blick auf die ca. 400 m tiefer unmittelbar am Atlantik liegenden Fajá
Quebrada Nova ist den Stopp wert.
Mit der Teleferico , eine Seilbahn , kann man hinunterschweben.
Aktivisten steigen ab und/oder auf. 2 Std. dauert der Aufstieg.
Die Bewohner der Fajá sind deshalb topfit , bzw. waren es zumindest bis zum Seilbahnbau. Die Teleferico wurde eigentlich für sie und den leichteren Transport ihrer landwirschafliche Produkte gebaut - nicht für die Touris.
Neben der Teleferico Station steht eine als Snackbar ausgewiesene
Holzhütte Typ Kanada-Trappers Home . Sie passt eigentlich nicht zu Madeira
aber dennoch....sie hat was.
Und : Calhau ist kein Touristenmeetingpoint wie das Cabo Girao.
Danach ging es weiter nach Porto Moniz.... von hier kann man der Ostküste über
Sao Vicente nach Santana folgen....hierzu siehe andere Reiseberichte.
An dieser Stelle kann ich aber bestätigen dass Madeira mehrere Mesoklimata hat.
Wir kamen bei unseren Ausflügen in den Nord und Osten der Insel jeweils
vom blauen zum wolkenverhangenen Himmel mit Regenschauern und es war auch ein paar Grad kühler , und kehrten ins schöne Wetter zurück.
Bemerkenswert , da die Entfernung Ost- Südwestküste gerademal 18 km beträgt.
Fajá dos Padres.
Lage : Ca. 2 km Luftlinie vom Cabo Girao entfernt.
Auch diese Fajá ist durch einen Steiküstenabbruch entstanden.
Ein an den fast senkrechten Abbruch gebauter Aufzug führt hinunter.
(gebührenpflichtig) Ein kleines Kribbeln kommt bei der Abfahrt schon auf.
Ehemals von Padres bewirschaftet werden noch heute Südfrüchte wie Mangos
und Avocatos sowie Wein und natürlich Bananen wie auf der ganzen Insel angebaut.
Ein kleines Restaurant unter Palmen am Meer lädt in dieser Abgeschiedenheit
zum Verweilen ein. Achtung : Letzte Bergfahrt war im November 17.30 Uhr.
Schade , ein Sundownerdinner war nicht möglich.
So gab es als Vorabendessen mit Meeresfrüchten gefüllte Avocatos der Fajá.
Im Nachhinein erfuhren wir dass man mit Taxischiffen von Camara de Lobos
in dieses kleine Pardies hin - und zurückfahren kann.
Letzter Tipp zur Geologie und Fauna Madeiras.
Als meine Freunde die xte Levadawanderung beschlossen , ich hatte keine Möge mehr , machte ich einen Soloausflug der schmalen Küstenstr. von Madalena do Mar
nach Ponta do Sol folgend.
Nach einem der vielen Tunnels war abbremsen angesagt : Vor dem Auto stürzte
ein Wasserfall auf die Straße. Gratisautowäsche ? Keine gute Idee.
Es kann jederzeit Gestein runterprasseln.
Vor einem weiteren Tunnel dann eine alte Brücke die über ein kurz danach ins Meer
mündentes Flüsschen führt. Sie erinnerte an Römerbrücken.
Über die Brücke , durch ein "Fenster im Fels" führt ein Weg.
Er eröffnete einen grandiosen Blick entlang der Steilküste.
Links neben der Brücke führte ebenfalls ein mit Kakteen gesäumter Weg
mit ebnso schönem Blick Richtung Ponta do Sol.
In Ponta do Sol , am Ende der Uferstraße , gab es einen Cafe in exponierter
Lage für mich.
Ein klasse Foto des Cafes hat Siro eingestellt. Riesige Brandung -
bei mir war´s langweilig schön.


















Apropo T-shirt Dinner

Direkt am Meer oder hoch über dem Meer mit gigantischem Antlantikblick gefällig ?
Kulinarisch gut bis anspruchsvoll ?
Meine Tipps :
Der hübsche Yachthafen von Calheta. 5 Restaurants nebeneinander.
Jardim do Mar das Tar Mar - ein ausgezeichnetes Fischrestaurant.
Zuvor sollten man durch die nach portugisischer Mosaikart gepflasterten Gassen bummeln.Dabeikommt man zwangsläufig an Joe´s Bar vorbei.
Wir haben es nicht geschafft den puzigen Garten seiner Bar ohne Drink "zu umschiffen". Auch beim 2. Besuch von Jardim nicht.
Wenn´s sein muss - es gibt auch nichtalkoholisches , frisch gepresste Säfte
aus Madeiras Südfrüchten.
Im Tar Mar haben wir Madeiras Spezialität gegessen : Espada (Degenfisch)
mit gegrillten Bananen. Ein köstlicher Tiefseefisch , schmeckt ähnlich wie der Seeteufel , zartes und dennoch festes Fleisch.
Der Fisch ist übrigens nur unwesentlich hübscher als der Seeteufel.
Hoch über dem Meer :
Der Serpentinenstraße von Paul de Mar aus folgend liegt auf der linken Straßenseite
nach ein paar km auf ca. 300 m Höhe das Precipicio , d.h. übersetzt :
Am Rande des Abruches
Einfach ausgestattet , preiswert. Es bietet vom Tisch aus den gigantischen Atlantikblick
mit Sundowner. Man sollte sich aber vergewissern wann die Sonne untergeht.
Wir saßen kaum war´s auch schon geschehen. Glücklicherweise war es leicht bewölkt
und wir konnten noch das prächtige Sonne-Wolkenfarbspiel nach dem Untergang genießen.
Hier haben wir die 2. Madeiraspezialtät gegessen : Espedata
Gegrilltes Rindfleisch am Spieß serviert. Reichlich ! und gut.
Auch das Kaninchen nach Hausfrauenart kann ich sehr empfehlen.
Paul do Mar.
Hier gibt es einen kleinen Fischerhafen mit Restaurant indem wir nicht gegessen
haben. Aber wir sahen ein Idyll. Die Fischer sitzen nach getaner Arbeit wohl den
ganzen Tag auf Bänken unter einem großen Baum. Jedenfalls saßen sie am Spätnachmittag noch da. Unweit der Fischerboote stürzt dazu wiedereinmal ein
schöner Wasserfall ins Meer.
Selbst in Funchal mit seinen unzähligen Restaurants endeckten wir per Zufall
ein besonderes Restaurant.
An der Uferpromenade liegt die ehemalige Yacht der Beatles, jetzt ein Restaurant.
Das Interieur natürlich auf die Fab Four abgestimmt.
Auch wenn man mit den Beatles "nichts am Hut hat" , empfehlenswert.
Das Essen war ausgezeichnet und der Service sehr aufmerksam.












Letzer Tipp - Die Sandstrände Madeiras

Auch in andere Reisebrichten wird daraufhingewiesen dass Madeira kein Strandparadies ist . Das ist richtig und wichtig zu wissen , denn so wird eine Enttäuschung beim Vergleich Vorstellung und Realität vermieden.
Es gibt 2 Weißsandstrände , einen bei Canico und einen bei Calhau.
Beide sind jedoch künstlich mit Saharasand angelegt und werden immer wieder
nachgebessert. Der Strand von Calhau sollte wohl - aber er war es nicht.
Die Brandung hatte den weißen Sand größtenteils weggespült.
Es gibt aber kleine , schöne Schwarzsandbadebuchten. Siehe Reiseberichte.
Wir waren am Strand von Madalena do Mar. Er bietet abwechselnd feinen
schwarzen Sand und schwarze Kieselabschnitte.
Gut : Wir waren alleine.

Bilder zu den beschrieben Orten habe ich eingestellt.

Gangolf













 
 
 
 
 

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