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Reisebericht: Email aus Südamerika Teil 2
Entlang der chilenischen Küste, von Puerto Montt nach Puerto Natales, per Bus nach Punta Arenas
...Wo waren wir stehengeblieben, die 2. Mail ist wohl im Nirwana verschwunden, so versuche ich die Fahrt mit der Navimag zu rekonstruieren. Am 27.10. lief die Fähre in Puerto Montt aus, gut besetzt mit Passagieren aus aller Welt und im Bauch Autos von klein bis riesig.In unserer 4er Kabine, die wir zu zweit zur Verfügung hatten, war es schön warm dank elektrischem Radiator, einfach, herbergsmäßig ausgestattet, mit Bullauge. In meiner Art, ich bin immer die Packerin,.wurden unsere Habseligkeiten verstaut und und das täglich Notwendige ausgebreitet. Wir nahmen die unteren Schlafstellen, wir konnten uns darauf sogar aufrecht setzen! Wir erkundeten an den zugänglichen Decks, was es zu erkunden gab. Warm und windfest bekleidet, die Ohren geschützt, so sahen wir auch die anderen Passagiere, Familien, Paare, Gruppen, die LKW Fahrer. ... Was wird der nächste Tag bringen... vorerst ging es Richtung Pazifik, aber durch viele Inseln noch geschützt vor hohem Wellengang, doch später im Golf der Leiden, so wird berichtet, könne es, ich wollte es mir nicht ausmalen, durchaus Stürme mit meterhohen Wellen geben. Bevor die beginnende Dunkelheit die Silhouetten der Küsten verwischte und das Wasser tiefschwarz erschien, aßen wir zu Abend. Das Essen war gut, ausreichend, nach kurzem Anstehen in verschiedenen Gruppen, aber doch kantinenhaft.
In unserer Koje verbrachten wir mit einer Flasche Rotwein noch gemütlich den restlichen Abend, das Schlingern des Schiffes nahm zu und ich schluckte vorsorglich -Vomex. A. lehnte ab. Die nächsten 24h überstanden wir gut, keine Riesenwellen die uns gepeinigt hätten, der Käpitän sprach von ruhiger See, excellent...Entspannt verbrachten wir die restliche Zeit an Bord, oft an Deck, um Natur zu sehen, Nationalparks die bis ans Wasser reichten, einer davon so groß wie Holland.
Das Schiff fuhr in einen der Fjorde,der Kapitän sagte, dass wir gut in der Zeit wären, und er könnte uns etwas zeigen. Gletschereis , schwimmend, türkisfarben, der Gletscher mußte gekalbt haben, schließlich auch der Gletscher selbst. Er begann irgendwo im Gebirge, schlängelte sich gewaltig bis an die Küste und produzierte dort kleine und große Eisschollen und manchmal sicherlich auch Minieisberge.Auf jeden Fall ein beeindruckendes Schauspiel, wir sahen auch alle anderen Passagiere Fotos machen..
An anderer Stelle konnten sich Passagiere ausbooten lassen um eine nur über Wasser zu erreichende Ansiedlung zu besuchen. Wir blieben an Bord.
Die Augen hatten sich satt gesehen und wir freuten uns, als wir am 1.11. Puerto Natales bei Sonnenschein erreichten. Eigentlich wollten wir an diesem Tag noch weiter nach Punta Arenas, doch die Busse waren fast ausgebucht und nach 20h wollte wir auch nicht abreisen. So überließen wir einem Ehepaar aus Deutschland die beiden letzten Plätze, die wir hätten bekommen können und suchten uns ein Hotel (der Name hatte irgendwas mit "Blauer Lagune" zu tun) wo mir die Tochter des Hauses ihren Laptop zur Verfügung stellte, (Internetanschluß für Gäste funktionierte nicht) damit ich in meiner Berichterstattung weitermachen konnte. Ich hatte keinen Zugriff auf meine Adressliste, so gab es auch erst einmal Verwicklungen, die dann telefonisch geklärt werden mußten, was aus Zeitverschiebungsgründen auch nicht immer einfach war. Puerto Natales war gemütlich, ohne Hektik, auf den Nebenstraßen lagen die Hunde, wie überall in Chile, in der Sonne und träumten.Die Stadt war schnell erkundet, viele Touristen, die in den naheliegenden Nationalpark wollten, waren zu sehen, natürlich gab es jede Menge Lokale für ein gutes Abendessen. Am 2.11. ging es mit dem Bus (3h) nach Punta Arenas, flaches Land, zu sehen gab es offensichtlich große Estancias mit Schafen, Schafen, Schafen und vielen Lämmern. Einige der Farmer züchteten wohl auch Nandus und Alpakas.Landschaftlich bot die Strecke wenig. .
In Punta Arenas waren wir gut untergebracht, in einem villenähnlichem Hotel, welches uns von der Hoteltochter in Puerto Natales vermittelt wurde, (Verwandschaft).Punta Arenas zeigte sich uns als fast moderne Großstadt mit allem, was dazu gehört.
Nun stand die große Frage im Raum: Werden wir die Fähre nach Puerto Williams nehmen können? Die Reservierung hatten wir schon per Internet aus Deutschland vor Monaten vorgenommen, jedoch noch ohne ok. Wegen (Gefahrgut)Transporten können manchmal keine Passagiere mitgenommen werden. Nach langem unergiebigen Fußmarsch und anschließender Taxifahrt betraten wir das Office von Broom, und wurden freundlich empfangen, unsere Namen erschienen sofort auf dem Monitor und ich wußte, dass mein großer Wunsch in Erfüllung geht.. Nach Bezahlung in US-Dollar, cash, erhielten wir die Tickets für die Passage.
Den restlichen Tag verbrachten wir unter anderem in einem Schulbus, (Schüler hielten an allen möglichen und unmöglichen Stellen den Bus an und stiegen zu, ca. 10 bis 14jährige Jungs mit Krawatte und weißem Hemd, alle, und auch die Mädchen in Uniformen), dann narürlich wie fast jeden Tag auch Einkauf im Supermarkt.
Wir ließen uns durch die Straßen treiben, versuchten unser Glück, dass wir natürlich auch brauchten, besonders bei den Bankomaten: meine Karte war unbekannt, A. Karte"invalid". Endlich Banco Patagonia, ich liebe diese Bank, und sie liebt meine Karte. Post war noch zu erledigen, d.h. Ansichtskarten (wie uncool) schreiben, - meine Tochter C. hatte sich Guanakos gewünscht ? Es sollte erst einmal bei einer Karte bleiben mit dem Hinweis bisher weder ausgestopfte noch gestrickte Guanakos oder ähnliches gefunden zu haben. Mit dieser und ca. 15 anderen Postkarten standen wir vor dem Postam. Links vom Eingang, außen waren drei demolierte Schlitze für ?Briefe, Karten ? Wir gingen in das Gebäude, wo ein schöner roter Metallkasten mit Schlitz stand, und ganz neu. Wir warfen die Karten ein. Am nächsten Tag meinte A. als er in seinem Spanischwörterbuch blätterte, wir haben die Karten in den Abschiedskasten <recibo>eingeworfen, hoffentlich kommt die Post an. Die Post kam bei allen an...
Am 3.11. ließen wir uns noch Kaffee und Apfelstrudel in einem Kaffeehaus Wiener Prägung schmecken, bevor wir zum Hafen fuhren, in der Annahme uns dort noch aufhalten zu können, doch.... Der Hafen wird ganz toll umgebaut,, weit und breit kein Lokal. Als ein Regenguß kam stellten wir uns unter ein löchriges Wellblechdach eines aufgelassenen Kiosks. Das Gepäck hatten wir netterweise schon vorher auf das Schiff bringen können.Zwei stunden mussten wir auf ähnliche Art und Weise verbringen , immer wieder flüchten vor Regen, Füße vertreten, nach der Fähre schauen, ob schon Boarding. Die nächste Mail gibt es erst wieder aus Puerto Williams....
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