Reisebericht

Reisebericht: Der Smaragdlori von Ua Huka

 
 
 
 
 
Reisebericht: Der Smaragdlori von Ua Huka

Dieser blau schimmernde Papagei lebt nur noch auf einer Insel im Marquesas-Archipel. Er war der Anlass für unsere zweite Reise nach Fr. Polynesien, wo wir Tahiti, Rangiroa (Tuamotu), Nuku Hiva und Ua Huka (Marquesas) besuchten. Die meisten Bilder sind wieder von meinem Reisepartner Bernd- H. Gerischer gemacht. Die Marquesasinseln sind vulkanischem Ursprung, es kommen nur wenige Touristen.

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Anreise

 
 
 
 
 

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Wie beim letzten mal buchte ich die internationalen Flüge bei Air Franc per Internet. Die nationalen Flüge wollten wir auf Tahiti buchen, weil es 2006 so einfach und kurzfristig gelang. Bei der Onelinebuchung musste dieses Mal ein Immigrationsschein für die Einreise in den USA ausgefüllt und per E-Mail versand werden. Wir flogen wieder von Hamburg über Paris nach LA. Im Flugzeug verteilte man diese grünen Scheine und ich war mir sicher, diese nicht noch einmal ausfüllen zu müssen, ein fataler Fehler!! In der Schlange vor den grimmigen Kontrollbeamten hatten alle diesen Schein in der Hand, oh Gott, müssen wir doch, ja wir müssen. Raus aus der Schlange, einen Schein finden und ausfüllen dauerte schon eine halbe Std. Die Schlange wurde immer länger-- nur noch dreiviertel Std. Zeit-- Panik!!
Wir schlichen uns seitlich vorbei, deuteten bittend auf die Uhr als er zu uns rüber schaute. Grimmig winkte er uns ran-- Finger scannen-- Augen scannen--ein Teil auf dem Wisch nicht ausgefüllt--er wurde Böse und schmiss seinen Schreiber in die Ecke-- lies uns dann doch endlich durch. Nächste Kontrolle: "Have you Laggage; no wi have no Baggage, wi are transit" Der verstand mich nicht und winkte uns zurück. Am Kofferband war unser Gepäck nicht zu finden. Ein zweiter Versuch: "Have you Laggage: wi have NOT Baggage!!" --jetzt ließ er uns durch. Wir wurden aufgerufen!-- wo ist der Gate? Eine Dame von Air Franc half uns ihn zu finden. Nochmal Kontrollen-- Schuhe aus--Bordgepäck auspacken--Kamera aufmachen--der zweite Aufruf. Mit den Schuhen in der Hand und halboffenem Koffer schafften wir in letzter Minute den Gang ins selbe Flugzeug, wo wir vor zwei Std. ausgestiegen waren. Wir waren fix und fertig und dachten nur, was sollen diese Schikanen wenn man nur durchreist!
Um 22,30 landung auf Tahiti, wo Lola, unser Pensionswirtin, uns abholte.



 
 
 
 
 

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Tahiti

 
 
 
 
 

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Wir bekamen ein kleines Zimmer (eher ein Flur) direkt neben dem Hühnerstall, der Mond schien und die Hähne krähten die ganze Nacht, der Haushund bellte und zwanzig andere antworteten. Um 4 Uhr stand ich auf, es hatte keinen Sinn, so kann man nicht schlafen! Lola war in den drei Jahren um 10 Jahre gealtert, es gab nur heißes Wasser mit Teebeutel, vertrocknetes Weisbrot und Marmelade zum Frühstück
Sie brachte uns den Berg runter zum Airport, wo wir die Inlandsflüge Buchen wollten. Da wir mehrere Inseln besuchen wollten, bot es sich an, einen Lagunen-Airpass mit Extension (Erweiterung) für die Marquesasinseln zu nehmen, das spart Euros. Aber es war Ferienzeit (ich nicht wusste) und viele kurzfristige Flüge ausgebucht. Nun durften wir zwei Tage auf den Flug nach Rangiroa warten, nach fünf Tagen Aufenthalt zurück nach Tahiti fliegen, um am nächsten Tag Richtung Marquesas fliegen zu können. Auch dort auf der größten Insel 3 Tage Wartezeit auf den Flug nach Ua Huka, unserem Endziel. So wurden es nur 4 Inseln statt sechs Gedachte.



 
 
 
 
 

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Die zwei Tage auf Tahiti verbrachten wir mit einem Stadtrundgang durch die geschäftige und laute Hauptstadt Papeete, den Besuch eines Touristinfos und einem Trip zum Schlosshotel Belvedere auf einer Anhöhe hinter Papeete. Ein Taxi brachte uns die 4 Kilometer nach oben, wofür er fast 50 Euros verlangte. Dort oben hat man eine schöne Aussicht ins Hinterland mit grünen Gebirgszügen und tiefen Tälern, die nur zum Meer hin besiedelt sind. Man sieht den weis geschäumten Küstensaum, das türkisblau des vorgelagerten Riffs und die Häuser von Papeete bis nach Faaa. Am Horizont tauchen die steilen Berge von Morea ins tiefe Blau des Meeres. Der Weg nach unten führte uns durch üppige Vegetation mit exotischen Pflanzen, die unbekannte Früchte oder farbenprächtige Blüten trugen. Vögel sahen wir nur einige aus Australien, Afrika und Asien eingeführte Finkenarten.
Abends rief ich Jeremy, unsern Freund auf Rangiroa an, der sich auf unseren Besuch freute und zwei Betten in seinem Haus anbot.



 
 
 
 
 

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Rangiroa

 
 
 
 
 

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Beim Gepäck verstauen verletzte sich mein Freund Bernd am Wadenmuskel und hatte fortan stechende Schmerzen. Gegen Mittag hingte er nach der Landung zum Flughafengebäude wo wir mit herzlicher Umarmung von der Familie Teto begrüßt wurden. Es war Sonntag und erst der dritte Artzt half meinem Freund, er sollte nun 5 Tage das Bett hüten und einige Spritzen bekommen. Weil ihm das gar nicht passte, hat er sich erklären lassen sich selbst zu spritzen. Dieses Missgeschick hatte Folgen denn Hugo der Bootsbesitzer wollte uns nicht zur Blauen Lagune bringen, wo wir den Bestand der Saphirloris prüfen wollten. Das Häuschen der Tetos war fast fertig, eine Dusche war eingerichtet und das WC hatte jetzt eine Spülvorrichtung. Wir bekammen zwei hochgestellte Betten in einem separaten Raum, wo Tochter Vaimiri uns beim auspacken half. Sie mußte alles sehen was wir dabei hatten. Die Gastfreundlichkeit dieser unbeschwert lebenden Insulaner begeisterte uns erneut. Alles im Haus oder im Garten ist etwas behelfsmäsig aber sie sind zufrieden mit sich und dem was sie besitzen. Wir gehören nach zwei Tagen zur Familie und werden von vorne bis hinten umsorgt.



 
 
 
 
 

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Mit Jeremys altem Jeep erkundeten wir nun die langgezogene Hauptinsel Rangiroas um Land und Leute kennen zu lernen. Bis auf ein deutsches Pärchen aus Kiel sahen wir kaum Touristen, auch das Kia Ora Hotel hatte wenig Gäste. So hatte Ugo, der Sohn des Hotelbesitzers Zeit zum Fische fangen. Familie Teto und wir wurden zum erfolgreichen Fang eingeladen. Der gut ein meter lange Mahi Mahi, eine Art Schwertfisch, wurde in mehrere Teile geschnitten und Jeremy bekam die Hälfte ab. Die Innereien und Gräten nahm er für seine Katzen mit. Es reichte für die Zeit unserer Anwesenheit, wir aßen den leckeren Fisch roh oder gebraten mit einer hausgemachten Gewürztunke, morgens, mittags und machmal auch abends.
Von einem Vertreter der Umweltbehörde Tahitis, der uns besuchte, erfuhren wir, das die blaue Lagune in die "World Heritage List" aufgenommen werden soll und damit unter den Schutz der Unesco stehen würde. Das ist ja mal eine gute Nachricht.



 
 
 
 
 

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Blu Lagoon

 
 
 
 
 

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Am letzten Tag auf Rangiroa konnte Bernd wieder besser laufen, so ließ Ugo uns zusammen mit den Tetos und deren Bekannten zur Lagune bringen. Das sehr stürmische Wetter ließ das Boot auf meterhohe Wellen tanzen und die überschwappende Gischt schlug uns ins Gesicht auf einer fast zweistündigen Fahrt. Wir waren erleichtert als endlich die Inseln der Lagune sichtbar wurden. Das Boot wurde am Riff verankert und wir liefen mit der wertvollen Ausrüstung auf dem Kopf durch brusttiefes Wasser zu den Inseln. Meine Kamera hatte es unversehrt überstanden aber die salzhaltige Luft verschmierte dauernd die Linse, sodas an gute Aufnahmen nicht zu denken war. Wärend die Tetos bei der Hütte blieben, liefen Bernd und ich zu den Inseln auf denen die blauen Loris leben. Die großen Palmen wogen sich im Sturm und wir mussten verdammt aufpassen, nicht von Kokosnüssen getroffen zu werden. Es waren weniger Vögel zu sehen als vor drei Jahren, was aber mehrere Gründe haben kann. Sie suchen Schutz in ihren Nestern, die sich in abgebrochene Palmstämme oder in den Nischen zwischen den Palmwedeln befinden. Vieleicht bebrüten sie auch Eier denn wir sind einige Wochen früher hier als vor drei Jahren. Viele abgebrochene Palmkronen lassen den Verdacht aufkommen das ihre Nester zerstört wurden. Bernd gelangen doch noch einige schöne Fotos von den Loris, den Seevögeln und der bezaubernden Landschaft.



 
 
 
 
 

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Um die Mittagszeit rief man uns zurück, der Tisch war mit gegrilltem Fisch, Salaten und frischem Obst gedeckt. Es schmeckte mal wieder köstlich. Jeremy spielte auf seiner Gitarre und sang dazu heimische Lieder. Den Kinder machte es spass, die Junghaie und andere Fische mit Essensresten zu füttern. Drei Stunden nutzten wir noch um die Vogelwelt zu erkunden, bevor es in ebenso stürmischer See zurück nach Avatoru ging. Die Loris hatten wir ein letztes Mal gesehen aber unsern Traum hier nochmals ein paar Tage alleine zu verbringen, erfüllte sich diesmal nicht.



 
 
 
 
 

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Abends luden wir die Familie Teto zu einem Dinner ein, um uns für ihre Gastfreundschaft zu bedanken. Ihr unbeschwertes Leben, Ihre hilfsbereitschaft, alles teilen mit fremden Menschen und immer ein Lächeln auf den Lippen, wird uns immer im Gedächnis bleiben. Jeremy half uns noch bei der Reservierung von Pensionen auf den Marquesasinseln, weil auch dort fast nur französisch gesprochen wird. Genauso herzlich wie der Empfang war auch der Abschied, es flossen sogar tränen. Mit Air Tahiti Aero flogen wir über andere Atolle zurück nach Papeete.






 
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