Reisebericht

Reisebericht: Vom Einstiegsgebiet des Nordens in Phetchabun Thailand entdecken und kennenlernen...

 
 
 
 
 
Reisebericht: Vom Einstiegsgebiet des Nordens in Phetchabun Thailand entdecken und kennenlernen...

Mit meiner thail. Gattin lebte ich zuerst über ein Jahr in Buriram (Isaan), innert welcher Zeitdauer wir zum einen viele Gebiete im Isaan selber erkundeten, also die Gebirgsgegend vor Nakhon Ratchasima (Korat) Richtung Bangkok, welche äusserst sehenswert ist. Resorts sind problemlos auffindbar. Zweimal fuhren wir nach Mukdahan und auch über die Grenze nach Laos, wobei nach Laos liessen wir uns fahren, weil es zu kompliziert wäre, für kurze Dauer mit dem eigenen Auto über die Grenze zu fahren. Der Mekong River erstreckt sich der ganzen Grenze zu Laos entlang und es gibt verträumte Orte und gute Esslokale. Im Gesamten gesehen mit ein paar Ausnahmen besteht der Isaan aus einer riesigen, praktisch ebenen Flächen, die nur zwischendurch unterbrochen wird von Vulkanaufschüttungen in Form von kleinen Bergen, welche in allen Reiseführern aufgeführt sind. Was den Isaan auszeichnet neben den endlosen Reisfeldern und Pflanzenplantagen sind seine Kanäle, Stauseen, Teiche und entsprechend verträumte Esslokale an oder auf Stelzen/Fässern im Wasser... Der Kanton Surin ist bekannt für seine Elefantendressuren und -züchtungen, in der Stadt selber findet jedes Jahr eine grosse einwöchige Demonstration dieser Tradition statt. Ausserhalb der Stadt gibt es einige Elefantencamps, welche besucht werden können und es auch immer wieder Vorführungen zu bewundern gibt.
Der Nachteil im Isaan besteht darin, dass die Böden sehr lehmhaltig sind, keinen Nährwert besitzen und das Wasser sich relativ schnell senkt nach der Regenzeit. Das erlaubt lediglich eine Reisernte pro Jahr, das Haupteinkommen für einen Grossteil der Bevölkerung neben Wasserbüffelhaltung, Zuckerrohr, Bambus und einigem Gemüse wie auch Früchten. Jedoch, landwirtschaftliche Erträge sind ausserhalb der Regenzeit nur möglich, wer genügend bewässern kann und das ist längst nicht überall möglich. So liegen die meisten Felder 3/4 des Jahres brach und die Bevölkerung schlägt sich mit allem möglichen durchs Leben, bis es wieder losgeht mit den Reisaussaaten und einigen Wochen späteren Erntungen. In den Städten ist es wie im ganzen Land unterdessen, die technischen Entwicklungen sind fortgeschritten. Seit 4-5 grosse Markeneinkaufscenter sich überall im Land verbreiteten, vornehmlich natürlich in grösseren Städten, hat sich das Leben des Thais ebenfalls verändert. Fernseher gibt es beinahe in jeder noch so einfachen Behausung, Natels gehören zum Alltag. Die Motorisierung hat stark zugenommen und damit die Mobilität. Der grösste Teil der Bevölkerung besitzt im Minimum ein Motorrad, deren Dichte im ganzen Land einmalig sein dürfte. Aber auch Personenwagen, vor allem Pickups, kommen immer mehr auf. Leasing ist zu einem Riesenmarkt geworden und führt oft auch zu grossen Problemen. Im Isaan versteckte Attraktionen selbständig zu finden, dürfte schwierig sein. Am besten fährt man von Stadt zu Stadt und lässt sich dann von Einheimischen an Orte führen, die ausländische Touristen normalerweise nicht zu sehen bekommen.
Spannend ist es auch, abseits der Hauptstrasse in kleinere oder grössere Ortschaften zu gelangen, wo noch viel Tradition und kulturelle Selbstverständlichkeit gepflegt wird.
Die asiatische Welt unterscheidet sich stark von unserer europäischen Denk- und Handlungsweise. Das liegt absolut nicht an der sehr unterschiedlichen Sprache und am Aussehen. Das Gesicht wahren, auf Buddha vertrauen, das im Moment leben, nicht mehr zu machen als unbedingt notwendig usw. stehen im krassen Widerspruch zu unseren Handlungsweisen. Ein Ja ist zwar auch ein Ja, aber dieses Ja kann seine Zeit dauern... Als Tourist, selten ein Problem, der zieht ja weiter und der Farang (westlicher Ausländer) wird so oder so mit gemischten Gefühlen betrachtet. Der wird als wohlhabend angesehen, also kann er auch bezahlen. Man bewundert ihn ein wenig, man erhofft sich allfällige Vorteile, man verzeiht ihm manche Missachtung geltender traditioneller Regeln, jedoch ist es ein Irrglaube, wenn der Farang denkt, er treffe hier auf unterentwickelte Dschungelmasse. Armut bedeutet in keinem Fall Dummheit - vielleicht manchmal fehlende Bildung - aber keinesfalls Blödheit. Thailand ist zur Zeit eine Ambivalenz von technologisch höchstentwickeltem Nowhows und Rückständigkeit fehlender Infrastruktur mangels finanzieller Mittel.

Auch der Westen Thailand hat einiges zu bieten. Lopburi, die Affenstadt, dürfte wohl einmalig sein. Da bewohnen die lustigen Gesellen einige leeren Gebäude mitten im Zentrum der Stadt. Schwingen sich über isolierte Stromleitungen von einer Strassenseite zur anderen, haben einen alten Tempfel in Beschlag genommen usw. Sehenswert ja, aber aufpassen auf Taschen und bewegliche Habe - sie sind frech und kaum kontrollierbar. In Lopburi gibt es auch eine alte Königsanlage zu bewundern, welche laufend aufgefrischt und für Besucher zugänglich gemacht wird. Die alte Königsstadt Ayutthaya hat einiges zu bieten, auch ausserhalb gibt es viele Original-Holz-Thaihäuser zu besichtigen, deren Filigranz und Schönheit von handwerklicher Vollkommenheit zeugen.
Der Westen reicht ja bis an die Grenze von Myarmar (Burma), wobei mit Kanchanaburi die letzte grössere Stadt zu besichtigen ist. Die Brücke am Qwai dürfte vielen ein Begriff sein und enstprechend gibt es dort einige Sehenswürdigkeiten zu besichten. Ein riesiger Soldatenfriedhof westlicher Kriegsgefangener der Japaner, welche unter unmenschlichen Bedingungen eine riesige Eisenbahnstrecke nach Burma bauen musste und eben auch über den Fluss in Kanchanaburi. Der Westen besitzt das feuchttropischte Klima, ist öfters auch neblig und trüb - landschaftlich allerdings mit viel Wald und Pflanzenreichtum gesegnet.
Von Kanchanaburi Richtung Myarmar gibt es einige Sehenswürdigkeiten (gut beschildert) und viele Resorts. Auch ein Elefantencamp gibt es zu sehen, einen Wasserfall im kleineren Rahmen, frei lebende Äffchen, viel schöne Landschaft und Wald inkl. Naturschutzgebieten usw. Ebenfalls überall mehr oder weniger versteckte Resorts laden zu Übernachtungen und gemütlichem Sein ein.

Den Süden vorzustellen ist Wasser auf die Mühle getragen. Das Festland der Küste entlang ist teilweise in jedem Katalog, je westlicher und östlicher allerdings, desto weniger bekannt und vom Massentourismus besucht. Am extremsten dürfte es in Pattaya sein, wo richtige Kolonien entstanden sind und das urtümliche Thailand verlorengegangen ist. Das wirkt sich sowohl in preislicher Richtung wie in allen anderen denkbaren Richtungen aus... Der Strand ist überbevölkert, die Badewasserqualität des Meeres mieserabel, die Stadt völlig überbaut. Im Zentrum das ganze Ausmass überbordendes Nachtlebens, wo alles nur Denkbare geboten wird. Für Alleinstehende zwei Wochen durchaus erlebniswürdig - mit der Zeit wird es schal und abgedriftet... Ist jedoch Geschmackssache - für Familienurlaub in jedem Fall weniger zu empfehlen...
Phuket ist ebenso bekannt, leidet an den Folgen überbordenden Massentourismus. Wurde auch viel zu viel gebaut und auf den Tourismus ausgerichtet - das Meer verschmutzt immer mehr - auch wenn es immer noch schöne Tauchecken zu bewundern gibt.
Einige Inseln locken - wobei die Kapazitäten natürlich beschränkt sind. Bestes Beispiel die Insel Phi Phi - in der Hochsaison kaum ein Schlafplatz noch frei. In den Gässchen ein Massengedränge. Die Insel Koh Samui war früher eine Perle - heute müsste die Infrastruktur der enormen Bautätigkeit und Massenandrangs angepasst werden (Abwasser und Abfall) wie auch verstopfte Strassen usw.
Es gibt einige Inseln, die sind verkehrsfrei und entsprechend weniger besucht - hat mit Thailand selber jedoch ebenfalls nicht mehr viel zu tun - sind einfach schön und romantisch.

Zentral-Thailand mit Bangkok als Herz des Ganzen - dem 24-Stunden-Betriebs-Moloch. Verstopfte Strassen, meist abgasgeschwängerte und stickige Luft, betriebsamkeit ohne Grenzen. Ohne Klimaanlage keine Chance, nachts zu schlafen. Der Smog und die Hitze weicht nachts nicht aus den Häuserreihen und Überbauungen und tagsüber ladet es erneut auf. Hier leben verschiedenste Welten und Kulturen neben- und miteinander. Das Klima ist erschlagend und sehr gewöhnungsbedürftig. Sicher einige Tage Besuch wert, denn die Stadt bietet alles Vorstellbare.
Jedoch - die Hauptzeit des Urlaubs sollte nicht in Bangkok verbracht werden, weil Thailand viel mehr zu bieten hat... Auch die Insel Kho Chang ist besuchenswert, allerdings täuscht die Ruhe unter der Woche etwas über die Idylle hinweg - am Wochendende strömen die Bangkoker dorthin und erobern einen Grossteil des Traumfleckens - zurück bleiben jeweils einige Überbleibsel...

Und nun zum Norden...
Bevor ich zu Chiang Mai und Chiang Rai vorstosse, komme ich zu Phetchabun. Unter "www.phetchabun.12.see.de" ist einiges zu lesen über Thailand und vor allem über die Natur-Urlaubs-Resort Oase. Phetchabun liegt optimal und im Zentrum von Thailand - also als Ausgangsbasis für die Erkundung des Landes in alle Richtungen optimal.
Das Berggebiet ist fantastisch und wird auch als Swiss Miniatur bezeichnet. Zusätzlich gibt es natürlich einiges mehr zu sehen, erkunden und erleben. Es ist die Gemüse-, Früchte-, Zierpflanzen-, Blumen-, Kräuter- und Holzkammer Thailands schlechthin.
Sehr viele Sport- und Aktivitätsmöglichkeiten sind von hier aus möglich - ebenso wie Erholung, Entspannung, Gesundheits- und Schönheitspflege.
Sowohl als auch, dürfte hier am ehesten zum Zuge kommen, denn alle Gebiete (Meergegend, Westen, tieferer Nord, Zentral wie Isaan liegen etwa gleich weit entfernt.
In die jeweiligen Herzen ca. 4-6 Autofahrstunden. Aber in und um Phetchabun gibt es viel zu erobern und zu entdecken - die Naturumgebung und das Klima ist für thailändische Verhältnisse sehr gut - und vor allem - vom Massentourismus noch verschont.
Dies trifft dann weniger auf Chiang Mai zu, welches unter dem dichten Verkehr und schlechter Luftqualität zu leiden hat. Das um einiges weiter entfernte Chiang Rai ist davon noch nicht so betroffen, weil je länger die Distanzen, desto weniger das Tourismusaufkommen. Der Norden mit seiner Vielfalt an Berggegenden, Naturschutzgebieten und Landschaftsschönheiten ist auf jeden Fall empfehlenswert. Phetchabun hat das Glück, von Thailändern (vor allem aus Bangkok) besucht zu werden, den Ausländern jedoch nicht so bekannt ist. Das hat das ganze Gebiet noch stark seiner natürlichen Entwicklung überlassen, was es heute zum Juwel für Individualtouristen machen lässt. An Dienstleistungen ist hier alles zu haben - aber eher auf familiärer Weise wie auf Massenabfertigung.
Das wärs fürs Erste - bin gespannt auf Reaktionen - grüsse alle, die den Artikel lesen oder gar mal in die Webadresse hineinschauen...
Pit

 
 
 
 
 

(3 Stimmen)

(Zum Bewerten bitte anmelden)


Machen Sie aufmerksam auf diesen Reisebericht!
Das könnte Sie ebenfalls interessieren
Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben.

Vom Einstiegsgebiet des Nordens in Phetchabun Thailand entdecken und kennenlernen... 5.00 3