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Reisebericht: Milano und Cinque Terre
Eine schöne Herbstwoche in Mailand und den Cinque Terre
Milano in einem Tag
Warum gerade Mailand könnte sich manch einer fragen - der Flug war billig und sowohl aus Berlin als auch aus Düsseldorf erhältlich, Grundvoraussetzung für die gemeinsame Woche mit einer Freundin aus dem Rheinland. Unser Flug verließ Deutschland schon im Morgengrauen was zwar lästig war zwecks frühen Aufstehens aber praktisch, da wir so schon am frühen Morgen in Mailand ankamen und den ganzen Tag zur Besichtigung hatten.
Der Blick auf die Alpen aus dem Flieger war so toll dass ich nicht umhin kam schnell meinen kleinen Knipser zu zücken.
In Mailand
Mit dem Flughafenzug fuhren wir in den Stadtteil Milano Affori wo uns unser recht skuriles Hostel erwartete. Das Ostel Olinda befindet sich in einem ganzen Komplex in einem Park neben einem Museum für moderne Kunst (Museo Pini), einem kollektiv betriebenen Lokal und einer Moschee sowie diversen Klinikgebäuden. Das Hostel ist eine ehemalige psychatrische Klinik und wird als soziales Projekt betrieben. Teilweise war das Personal in der Tat quälend langsam aber sehr nett. Der Komfort war eher niedrig bis fehlend, dafür war die Übernachtung für Mailänder Verhältnisse mit 20,- € billig. Toll war, dass genau auf der Straße vor dem Hostel gleich ein großer Wochenmarkt statt fand wo wir uns mit Cappuchino, Brioche, Käse, Salami und Obst versorgen konnten. Nachdem uns das Einchecken also erfolgreich gelungen war und mit allerlei Gutem gestärkt machten wir uns mit einem Reiseführer und guten Tips des netten Manns an unserer Rezeption auf zum Erkunden der Mailänder Innenstadt. Die Tips zu Bus und Metro funktionierten in der Tat einwandfrei, so dass wir auch schon bald am Duomo aus der Metro steigen konnten. Der Platz vor dem Dom war auch schon so früh ein echtes Gewimmel aus Bummelnden, Touristen, Souvenirverkäufern, Tauben... und der Dom ein toller Anblick. Nach dem Petersdom ist dies wohl der zweitgrößte weltweit - auf jeden Fall beeindruckend von außen wie von innen. Vor allem die riesigen bunten Fenster gefielen mir sehr.
Spaziergang durchs Domviertel
Nachdem wir das kühle Innere des Doms verlassen hatten stürzten wir uns erst einmal ins Gewimmel und folgten einer Route, die uns der mitgebrachte Reiseführer empfahl. Durch die prachtvolle Passage der Galleria Vittorio Emanuele II zur Scala und weiter entlang der Via Mazzoni (Einnahme eines ersten Gelato) und durch die kleinen Straßen mit ihren Palazzos und Boutiquen der diversen Modeschöpfer. Pracht, Fashion (-victims?) und altehrwürdiges - zum Staunen, manchmal Schmunzeln und Kopfschütteln, auf jeden Fall nicht alltäglich.
Über den Dächern Mailands
Wieder am Dom angekommen machten wir uns daran, den Dom von oben zu besichtigen. Ein wirklich toller Ausblick in alle Richtungen erwartete uns und sogar mit Höhenangst ist dieser luftige Ausflug kein Problem.
Die Navigli - ein Hauch von Venedig in Mailand
Weiter ging es mit der Tram zu einem Viertel, wo ein Stück Mailänder Geschichte konserviert ist. Früher war ganz Mailand von kleinen Kanälen durchzogen und hatte einen bedeutenden Hafen. Heutzutage ist davon kaum mehr etwas zu sehen. Nur noch einige wenige Kanäle und Kanälchen sind erhalten geblieben - die sogenannten Navigli. Das Viertel rund um sie herum ist sehr nett, viele kleine Restaurants und Kneipen, teils in Booten auf dem Kanal und kleine Galerien kann man bei einem Spaziergang entdecken. Auch ein recht "wilder" Markt - Fiera di Senegallia - findet sich, auf dem man von Ethnobekleidung über Haushaltswaren, Secondhand Kleidung und Antikes so einiges erwerben kann. Der Eingangsbereich dürfte durchaus ein reger Drogenumschlagplatz sein, also nichts für zartbeseitete Menschen. Ich konnte dort ein hervorragendes Tachenmesser für nur drei Euro erstehen, welches uns bei den Wanderungen der kommenden Tage viel Freude bereitete. Eigentlich hatten wir vorgehabt, den Abend in einer der gemütlichen Trattorien am Kanal zu verbringen. Das Aufstehen vor 3 Uhr machte sich jetzt bemerkbar - uns war nur noch nach Bettruhe zumute. Also zurück ins Hostel, aufs wackelnde Stockbett geklettert und bona Notte.
Mit dem Zug in die Cinque Terre
Das italienische Bahnsysthem steht dem in Deutschland in nichts nach: Eher undurchschaubar und mit diversen Wartezeiten verbunden. Allerdings preislich erträglich. Der erste Zug nach Sestri Levante war leider schon ausgebucht, also noch ein Stündchen am Bahnhof gewartet - dieser prunkvoll bis fast schon bombastisch anzusehen. Dann ging es los im Zug durch die Berge und vor allem durch viele Tunnels. In Sestri stiegen wir in den Bummelzug um, welcher die Dörfer entlang der Küste zwischen Genua und La Spezia verbindet. Von der Küste sieht man allerdings recht wenig, da auch diese Strecke vor allem "unter Tage" verläuft. In einem der 5 Dörfer - Vernazza - ist der Bahnhofsbereich "über Tage" so kurz, dass der Zug halb im Tunnel halten muss. Unser Ziel, das Dorf Volastra gehört zur Gemeinde Riomaggiore und liegt oberhalb des Dorfes Manarola zwischen steilen Weinbergen und Kastanienwald. Man kommt mit dem Nationalpark Bus von Manarola dorthin. Der Vorteil eines Quartieres jenseits der 5 Dörfer an der Küste: die Touristenströme erreichen die höher gelegenen Dörfer selten, die Quartiere sind etwas günstiger und die Einheimischen etwas weniger genervt vom Tourismus und daher sehr nett. Volastra liegt zudem günstig an verschiedenen Wanderrouten und der Blick aufs Meer von unserer Terasse war einfach toll. Allerdings fährt der letzt Bus um 19.30 h ab und im Ort gibt es nur ein kleines Restaurant und eine Art Take Away mit lokalen Spezialitäten. Wer also abends gemütlich in der Kneipe sitzen möchte oder noch Bummeln will wird hier enttäuscht. Da ist Monte Rosso al Mare von den 5 Dörfern sicherlich die beste Adresse mit schöner Uferpromenade, einem Strand und netten Cafes, Trattorien...
Erster Wandertag
An unserem ersten Wandertag zeigten sich dichte Nebelschleier über den Bergen oberhalb von Volastra. Wir entschieden uns daher, erst einmal ins Dorf Manarola hinab zu steigen. Unser Weg führte steil durch die kleinen Terassenfelder mit Weinstöcken, die hier unglaublich mühsam, quasi an den Hang geklebt angebaut werden. Daraus wird der sogenannte ligurische Wein "Sciacchetrà" gekeltert, den man im benachbarten Dorf Groppo in der Winzergenossenschaft verkost en kann. (Ich habe ein Gläschen im Lokal in Volastra gekostet - sehr lecker, aber nicht für meinen Geldbeutel bestimmt).
Die Region der Cinque Terre ist als Nationalpark geschützt, in dem nichts gebaut und verändert werden darf, und wurde 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Die terassierten Hänge zeugen von jahrhundertelanger mühsamer Arbeit, die Generationen an diesen Steilhängen geleistet haben. Nicht an allen Hängen werden die kleinen Terassenfelder noch bestellt. Rund um Volastra, Manarola und Riomaggiore jedoch sind sie fein säuberlich bebaut. Zwischen Olivenbäumen wachsen Kürbisse und Zucchini, in kleinen Gärten wird Gemüse angebaut und bunte Dalien leuchten dazwischen. Am Wegesrand findet sich so mancher wilde Feigenbaum, von dem man eine kleine, süße Feige als Wegzehrung erhält.
In Manarola stellte sich heraus, dass der Küstenweg nach Corniglia gesperrt war. (Er wurde während unseres Aufenthalts auch nicht geöffnet, da der nächtliche, starke Regen den schmalen Pfad zu gefährlich machte). Also schlossen wir uns den zahlreichen Ausflüglern an und beschritten erst einmal die "Via del Amore", einen sehr gut ausgebauten und besfestigten Küstenweg, der Manarola mit Riomaggiore verbindet. Der gesamte Küstenweg in den Cinque Terre kostet eine Maut, die aber in der Cinque Terre Card, mit der man auch Busse und Bahn benutzen kann, enthalten ist.
Dem Namen nach haben sich früher auf dem sogenannten Cinque Terre Liebesweg - via del amore- heimlich die Verliebten der beiden benachbarten Dörfer getroffen. Heute scheint es ein beliebter Gag bei Paaren zu sein, ein schloss mit den Initialien irgendwo auf dem Weg zu hinterlassen - wenn es denn hilft(?).
Die Aussicht unterwegs ist toll, wenn auch die große Menschenmenge etwas nervig ist. Von Riomaggiore nahmen wir den Bummelzug nach Corniglia, wo wir die Altstadt erkundeten und dem Regen in eine kleine Bar zum Cappuchino entflohen. Dann ging es weiter auf dem Wanderweg nach Volastra, eine sehr schöne Strecke, die zunächst bergauf durch verwilderte Olivenhaine und Gärten führt (Im Gestrüpp findet das kundige Auge einen kleinen verwilderten Apfelbaum - und wieder gesunden Wanderproviant). Hier trafen wir nur noch vereinzelt Wanderer. Nach einiger Zeit wird der Weg zum "Panoramaweg", es geht meist parallel zum Hang durch kleine Waldstücke, an einer Quelle vorbei und entlang der Weinberge. Am späten Nachmittag erreichten wir dann Volastra mit seinen kleinen Gemüsegärtchen rund um den Ort. In der örtlichen Rusticcheria erstanden wir verschiedenen Gemüsekuchen, Hühnchen und Tomaten und machten es uns zufrieden in unserer Pension gemütlich.
Zweiter Wandertag
Am Morgen erwarteten uns noch dichtere Nebelfelder über dem Wald oberhalb unseres Dorfes, es hatte die ganze Nacht geregnet. Wir liessen uns aber nicht bange machen und beschlossen heute den Wanderweg zum Menhir di Capri den Berg hinauf zu beschreiten. Schon an dessen Beginn kamen uns allerdings Zweifel, ob dies tatsächlich ein Weg, oder doch eher ein kleines Bächlein sein sollte. Nun wer nicht wagt... wir schlugen uns also im wahrsten Sinne des Wortes in die Büsche, die nämlich ob des feucht warmen Wetters recht üppig gewachsen waren und den Weg an vielen Stellen nur schwer passierbar machten. Das Regenwasser, das in dichten Tropfen in den Zweigen, Nadeln und Blättern hing erschwerte unser Vorankommen zusätzlich und sorgte zudem für bald recht nasse Kleidung. Ich begann nach einiger Zeit, die Büsche vor mir mit einem Wanderstock zu bearbeiten, um zumindest einiges Wasser vorher herauszuklopfen.
Der Weg wäre, wenn nicht genannte Hindernisse gewesen wären absolut romantisch, so brachte er uns teilweise an den Rand des Genervtseins. Nichts desto Trotz und zur Aufheiterung der Gemüter fanden sich immer wieder kleine Naturschönheiten wie Esskastanien in Hülle und Fülle, bunte und auch essbare Pilze (Pfifferlinge in Massen - und wir haben weder ein Körbchen dabei noch eine Küche zum Zubereiten - seufz) und so einiges mehr. Nur den Menhir fanden wir nicht, obwohl unsere Wanderkarte sagte, wir müssten eigentlich direkt davor stehen. Vielleicht war er im Nebel verschollen? Die ganze Strecke über trafen wir denn auch bis auf einen Pilzsammler keine Menschenseele.
Beim Abstieg dann htten wir Glück, der Wald lichtete sich und die Sonne kam auch heraus. Wir fanden ein paar "Erdbeerbäume", deren Früchte rot und reif auf Verkostung warteten. Dann ein kleines Steinhäuschen mit Bank und duftendem Kräutergarten und Blick aufs Meer - der ideale Platz für das Mittagsbrot. Wir entschieden uns nach der Rast gegen den geplanten Wanderweg nach Groppo, der führte schon wieder ins feuchte Gebüsch und für einen Weg Richtung Riomaggiore, der auf der Karte nur gestrichelt eingezeichnet war. Na viel abenteuerlicher kann es nicht mehr kommen dachten wir uns. Nun es war eine gute, wenn auch mit Anstrengungen verbundene Entscheidung. Unser Weg führte zunächst oben am Berg durch Weinreben und Gemüsegärten und Kräuteranbau (Lavendel und Basilikum) - was für ein Duft! Überhaupt die Wege in den Cinque Terre waren immer ein Geruchserlebnis. Wilde Bergminze, Currykraut... und dazu die feuchtwarme, fast tropische Luft, man kommt aus dem Schnuppern kaum mehr heraus. Unser Weg führte bis direkt an den Steilhang über der Via del Amore und ging dann steil bergab durch die Weinberge nach Riomaggiore hinunter. Bisweilen ist der Blick einfach atemberaubend, allerdings das sehr steile Treppab teilweise auch, zumal die Natursteintreppen durch den starken Regen reichlich rutschig waren. So kamen wir sehr erschöpft aber frohgemuts unten im Ort an und nahmen den Zug nach Monte Rosso al Mare um dort zu bummeln und einen Esspresso zu trinken. Wir entschieden uns, in einer Trattoria zu abend zu essen, ein Entschluss mit Folgen. Das Essen war sehr lecker, der Zug auch pünktlich, unser Studium der Abfahrtszeit des letzten Busses nach Volastra hingegen ungenügend. Leider geht der letzte Bus den Berg hinauf nicht wie wir dachten um 19.45 Uhr (das ist der Bus ab Volastra - autsch) sondern schon um halb acht. Da standen wir nun, die Beine müde, der Bauch voll und kein anderer Weg, als entweder die Straße über Groppo - Riesenumweg - oder der steile Wanderweg, den wir am Vortag hinuntergeklettert waren. Naja wir packtens also, hoch den Berg. An einem sehr steilen Stück beschlichen mich starke Zweifel bezüglich der Leistungsfähigkeit meiner Oberschenkelmuskeln, jedoch sie taten ihren Dienst und sehr erschöpft erreichten wir Volastra im Sternenlicht.
Na nichts wie ab ins Bett!
Dritter Wandertag
Trotz schmerzender Knochen machten wir uns früh auf den Weg. Die Sonne schien - Frühstück auf der Terasse - und so beschlossen wir, heute den Küstenweg von Corniglia über Vernazza nach Monte Rosso zu nehmen. Der Weg ist wieder Mautpflichtig, aber wie gesagt in unserer Cinque Terre Card enthalten. Der Wanderweg ist einfach wunderschön (beide Abschnitte etwa je 4km allerdings mit starken Höhenunterschieden), mit tollen Ausblicken, anstrengenden und weniger steilen Passagen. Allerdings kein "Spazierweg", teilweise durch den Regen der vorangegangenen Tage recht rutschig, schmale Passagen mit direktem Blick auf die Steilküste könnten Menschen mit Höhenangst verzagen lassen. Jedoch uns störte es nicht und wir genossen die tolle Natur und das schöne Wetter. Allerdings könnte ich mir denken, dass zur Hauptsaison der Weg unerträglich voll wird. Selbst jetzt war es teilweise recht anstrengend. Vor allem zum Wandern "genötigte" deutsche Schulklassen können wirklich lästig werden (lautes Gröhlen, Motzen...). Vernazza fand ich sehr nett, der kleine Hafen lädt zum Verweilen ein, was uns nur recht war, der Vortag steckte noch in den Knochen. Allerdings der doppelte Expresso für 3,80 € erstaunte mich dann doch kurz, selbst angesichts von Touristenpreisen ein wirklich erstaunlicher Betrag für ein winziges Tässchen Kaffee. Nun ja er hat dennoch geschmeckt.
In Monte Rosso angekommen ging es sofort zum Strand, den Badeanzug aus dem Wanderrucksack und ab ins kalte erfrischende Nass. Das Meer war glasklar, türkis und einfach toll. Nur etwas für Kaltwasserfreunde und Freundinnen, mir jedenfalls gefiel´s.
Abends nahmen wir wieder mit einer Mahlzeit aus unserr Rusticceria vorlieb. Im kleinen Restaurant von Volastra sind sämtliche Tische ausgebucht (na sowas!) und noch ein Anstieg im Dunkeln muss dann doch nicht sein. Diesen kleinen Preis an weniger Komfort zahlen wir aber gerne um ein wenig ab des Touristenrummels zu sein.
4. Tag - Badezeit
Entsprechend dem tollen Wetter und dem nahenden Herbst in Deutschland gab es an unserem letzten Tag in den Cinque Terre für uns nur eins - Badeanzug, Handtuch und Buch und ab ans Meer. Wir wählten Monte Rosso, da es als einziges der 5 Dörfer einen echten Strand hat. Der Tag verlief dementsprechend ereignislos, sonnig, gemütlich. Ein Marktbummel in Monte Rosso und Abendessen im Restaurant in Volastra wo wir uns vorsorglich einen Tisch bestellt hatten waren unsere einzigen Tätigkeiten neben Schwimmen, Lesen und Karten spielen am erfreulich wenig besuchten Strand.
Massentourismus in den Cinque Terre
Abschließend zu unserem Aufenthalt muss ich bemerken, die Cinque Terre sind in der Tat einmalig und sehr schön. Allerdings muss man sie an manchen Orten mit sehr vielen, nicht immer sehr angenehmen Menschen teilen, sogar Anfang Oktober. Ganze Busladungen kommen morgens im Manarola an und bewegen sich dann im Schritttempo, teils im Fußgängerstau, Richtung Via del Amore. Manche Gruppen hetzen halb rennend durch die Dörfer, nur auf der Suche nach einem passenden Fotomotiv. (Bsp: Wir sind gerade in einem kleinen Laden. Ein japanischer Reiseleiter kommt herein, gehetzter Blick. Er spricht den Ladenbesitzer auf Englisch an: Er habe eine Gruppe bei sich und 20 min. Zeit. Wo er jetzt so schnell wie möglich einen geeigneten Fotostandort finde um seiner Gruppe ein Erinnerungsbild an Monte Rosso zu ermöglichen. Die Ladenbesitzerin antwortet, von diesem Teil benötige er 10 Minuten um in den Altstadtbereich zu laufen. Er flucht und fragt, woher er jetzt sofort einen Transport für seine Gruppe bekommen soll... da greift man sich wirklich an den Kopf. Besagte Gruppe lief dann im flotten Jog an uns an der Promenade vorbei, schubsend und rempelnd.) Entsprechend unfreundlich sind die Einheimischen teilweise in den Läden und Cafes, man kann es ihnen manchmal nicht verdenken. Allerdings einige Frechheiten fand ich dann schon ätzend, so wurden wir in einem Restaurant zunächst unter dem rettenden Sonnenschirm im Garten weggeholt, da der Kellner keinen Meter im Regen zurücklegen konnte und wollte obwohl wir nur einen Kaffee bestellten (1x Laufen). Nachdem wir dann drinnen Platz genommen hatten regte er sich entsetzlich auf, dass wir nur einen Kaffee wollten, was wir ihm bereits vorher (auf italienisch) erklärt hatten. Nun wir gingen denn ohne Kaffee unseres Wegs, einfach nicht aufregen. Solche Begegnungen hatten wir einige, es blieben aber zum Glück im Großen und Ganzen Ausnahmen. Jedoch von einer Reise in die Cinque Tere zur Saison kann ich nur abraten wenn es in der Nachsaison schon derart voll ist. Ein echtes Abenteuer war noch unser Rückweg nach Mailand. Wir hatten 2 Stunden Aufenthalt in Sestri, da wir den gerade losfahrenden Zug nach Mailand nicht nehmen konnten, falsche Fahrkarte und die jetzt ändern, na das dauert so lang, da ist dann der Zug weg - grrr. (So etwas wäre allerdings bei der Deutschen Bahn genauso drin- einfach viel Bürokratie und Menschen, die auf ihrem Job gerne mal ein Däumchen mehr drehen...) Der Strand in Sestri ist allerdings auch fein und gut mit dem Rollkoffer vom Bahnhof erreichbar, also das Beste draus gemacht und nochmal eine Runde ins Meer. In Mailand hatten wir dann den - unklugen - Gedanken, am Hauptbahnhof zu fragen, welche Zugverbindung denn wohl gut wäre um am nächsten Morgen um 7.00 Uhr am Flughafen Malpensa anzukommen. Nach einer Dreiviertelstunde Schlange stehen erhielt ich die Auskunft, man könne ab Affori (unserer Station) ab 6.30 fahren und sei dann 7.30 am Flughafen. Eine Metro- und Busfahrt und einige düstere Gedanken später erfuhren wir dann am kleinen Bahnhof Affori dass wir zwar - ja genau - um 6.30 losfahren konnten, der Zug aber bereits um 7.00 Uhr in Malpensa sei. Nun denn, geht doch. Auch in unserem Hostel dauerte das Einchecken dank des wie eingangs erwähnten nicht ganz so sortierten Personals recht lange. Die Verabredung mit einem Mailänder Freund in der Innenstadt fiel also ins Wasser, er versprach statt dessen zu kommen. Der Verkehr hielt ihn dann noch einmal recht lange auf, was uns zu verzweifeltem Ausharren mit Magenknurren zwang. Schlussendlich verbrachten wir aber noch einen schönen Abend mit Pizza und Drinks in Milano Isola in einer sehr coolen Bar / Kneipe - Frieda.
Ligurien jedenfalls hat mich nicht zum letzten Mal gesehen, es ist dort wirklich einmalig schön, und auch Mailand gefiel mir besser als ich erwartet hatte, der Freund dort wird wohl auch noch einmal besucht werden.
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Liebe Uschi - Figline
Nun das mit dem Stadt erfahren, so ist das wohl letzlich mit jedem Ort, wer dort nicht gelebt hat kann nur einen Eindruck, ein Blitzlicht erhalten. Das finde ich aber auch nicht weiter tragisch, da es sich ja um völlig andere Erfahrungen handelt. Die des "mal reinschnuppern" und die des heimisch werden, Verbindung zu dem Ort fühlen...
Nun was die Cinque Terre ohne Touristen angeht, wir haben ja einige Schlupfwinkel gefunden. Ansonsten denke ich mir immer, besonders schöne Orte muss man eben mit anderen Menschen teilen, das ist klar. Schwierig wird es denke ich für Menschen, die dort leben und arbeiten und sich irgendwann vom Besucherstrom überrannt fühlen. Da können dann negative Gefühle entstehen. Diesen Eindruck hatte ich an einigen Stellen.
Meine Sprachkenntnisse sind rudimentär, Verständigung geht aber ;-)
Verstehen ist halt leichter als Sprechen.
Nun Verkehrsmittel im fremden Land, da kann man halt was erleben. Ich dachte ich hätte das mit einem Augenzwinkern rübergebracht. Ich steige ja hier in Deutschland oft nicht durch das System durch besonders bei der Bahn aber auch öffentlicher Nahverkehr ist tricky (Berliner S - Bahn eine Freude) und hier weiß ich die Internetseiten dazu... wen wunderts also, dass man da manchmal etwas länger braucht.
Wie gesagt, mir hat es sehr gefallen in Italien schon immer und immer wieder, dort leben ist sicher sehr schön. (Meine Mitbewohnerin kommt aus Mailand und sie erzählt immer viel, allerdings ist Berlin auch immer so ein Magnet, da kommt man schwer wieder weg).
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