Reisebericht

Reisebericht: Paragliding in Kaş Türkei

 
 
 
 
 
Reisebericht: Paragliding in Kaş Türkei

Viele kennen die Bilder von Parglidern, die in bunten Farben am Himmel zu sehen sind. Überall auf der Welt lassen sich Menschen auf das Erlebnis ein, von einem großen Flügel, in der Luft getragen zu werden. Ich machte meinen Paraglidingflug in Kaş / Türkei und erlebte die unglaubliche Freiheit, die sonst nur Vögel erfahren.

 
 
 
 
 

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In meinem letzten Urlaub beschloss ich Paragliding zu machen. Ich war schon die Jahre zuvor in Kas gewesen und hatte mit den Paraglidern, die über den Bergen ihre Runden drehten, geliebäugelt. Doch bis zu diesem Urlaub hatte ich mich immer nicht zu einem Flug durchringen können. Umso glücklicher war ich, nachdem ich meine Reservierung für den kommenden Tag gemacht hatte.

Am Tag des Fluges war ich pünktlich um zehn Uhr im Büro von Bougainville Turizm, der Agentur, bei der ich mein Abenteuer gebucht hatte, und wurde schon von meinem Piloten erwartet. Er stellte sich mir als Veske vor und nach der Begrüßung ging es auch schon los zu dem Minibus, der uns zum Take-Off bringen würde. Zwei weitere Passagiere und die anderen Piloten saßen bereits im Auto.
Die Stimmung auf der Fahrt war sehr nett. Die beiden anderen Passagiere kamen aus England und machten, genau wie ich, zum ersten Mal einen Gleitschirmflug.
Wir waren alle sehr aufgeregt und überlegten, was uns wohl erwarten würde.
Veske erzählte uns, dass er bereits im Alter von sechzehn Jahren begonnen habe, Fallschirm zu springen und nun schon seit über zwanzig Jahren fliege. Er und ein weiterer Pilot des Teams seien früher Mitglieder in der türkischen Fallschirmspringer Nationalmannschaft gewesen. Es gab mir ein gutes Gefühl, mich in so erfahrenen Händen zu wissen.
Wir fuhren immer weiter in die Berge hinein und konnten schon nach kurzer Zeit eine fantastische Aussicht genießen. Nach einer Weile verließen wir die Asphaltstraße und bogen in einen Bergweg ein. "Jetzt machen wir noch für fünf Minuten eine Safari.", hieß es. Auf dem holprigen Weg wurde der Wagen durchgeschüttelt, was allen viel Spaß bereitete, und tatsächlich sahen wir zwei große Schildkröten am Wegesrand.



 
 
 
 
 

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Wir fuhren zwischen Bäumen und Sträuchern entlang, als sich plötzlich vor uns ein fantastischer Ausblick eröffnete. Wir hatten den Take-Off erreicht. Schon alleine für diesen Moment und die Sicht auf das strahlend blaue Meer und die vielen Inseln hatte sich die Tour gelohnt! Und dennoch musste ich erst einmal beim Anblick der Höhe, aus der wir starten würden, schlucken.
Wir stiegen aus dem Wagen und hatten die Möglichkeit, die Aussicht zu genießen und Fotos zu machen, während die Piloten die Gleitschirme ausluden.
Veske kam zu mir und gab mir einen Flugoverall und schnallte mir meinen Sitz auf den Rücken. Meine Aufregung stieg, während er anfing, mir den Ablauf zu erklären. Alles hörte sich sehr einfach an und Veske hatte eine ruhige sichere Art, die mir das Gefühl gab, in guten Händen zu sein.
Wir warteten, während die Piloten die letzen Vorbereitungen trafen. Sie öffneten die riesigen Schirme und ließen sie durch den Wind auf- und absinken.
Ich war die Letzte aus unserer Gruppe, die fliegen würde, und somit wartete ich am Rand, während der erste und später der zweite Passagier abhoben. Der Start sah unheimlich einfach aus und meine Vorfreude wuchs. Schließlich kam Veske zu mir und fragte: „Are you ready?“ Ich nickte nur und er führte mich zum Startpunkt. Der Gleitschirm lag hinter uns ausgebreitet und die vielen Seile, die uns gleich tragen würden, liefen geordnet auf uns zu. Ich stand vor meinem Piloten, der meinen Sitz mit seinem und den Seilen des Schirms mit großen Karabinerhaken zusammenkoppelte. Der Fahrer, der uns nach oben gefahren hatte, stand vor mir und war bereit, uns beim Start zu helfen. Ein weiteres Mal fragte Veske „Are you ready now?“ und begann bis drei zu zählen. „One two three… run!“



 
 
 
 
 

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Ich spürte, wie das Adrenalin in meine Adern stieg und begann zu laufen. Die unglaubliche Kraft des Schirmes zog an uns und ehe ich mich versah berührten meine Füße den Boden nicht mehr und ich rannte in der Luft weiter. Ein Kribbeln durchfuhr meinen Körper. Die Bäume am Ende des Take-Offs kamen näher und schon flogen wir über sie hinweg. Ich war überrascht wie einfach und schnell der Start war und begeistert von dem Gefühl, das sich nun in mir breit machte. Wir drehten nach links ab und befanden uns wenig später an den Bergen, die man von Kas aus sehen kann. Ich spürte den Wind in meinem Gesicht, während wir immer höher und höher stiegen. Von diesem Moment an lehnte ich mich zurück und genoss nur noch das Fliegen! So muss es Vögeln gehen, wenn sie sich im Wind treiben lassen und es nur sie und das Blau des Himmels gibt!



 
 
 
 
 

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Wir sahen die zerklüfteten Felsen der Berge und die flachen Ebenen, die dahinter lagen. Ich war gebannt von dem Ausblick auf Kas und das unsagbar blaue Meer. Wir stiegen noch höher, bis wir uns weit über den Bergen befanden. Ein Schwarm Spatzen flog aufgescheucht vor uns davon.
Immer wieder erkundigte sich Veske, ob es mir gut ginge, was ich nur bejahen konnte. Allerdings war ich so fasziniert von dem, was ich sah, dass ich kaum einen Ton herausbekam. Ich hatte schon am Rande der Berge gestanden und auf Kas hinunter gesehen, doch das war kein Vergleich zu dem, was ich in diesem Moment erlebte. Ich spürte die Kraft des Schirmes, der durch die Thermik höher stieg. Mit ruhigen, sicheren Bewegungen lenkte Veske ihn in die richtigen Strömungen.
Irgendwann begannen wir Richtung Meer zu fliegen. Vor uns lag nun die griechische Insel Meis und wir befanden uns direkt über Kas. Unter uns lag der Marktplatz mit der Statue von Mustafa Kemal Atatürk und der Hafen mit den vielen Schiffen. Wir flogen weiter auf die Halbinsel zu und ich sah das antike Theater mit den vielen Stufen, auf denen einige Menschen saßen und uns zuwinkten. Doch langsam ging der Flug auf sein Ende zu.
Während wir uns im Sinkflug befanden, flogen wir über den kleinen Strand direkt in Kas (kücük cakil) hinweg und steuerten auf den Hafen zu.
Wir sanken immer weiter und mein Pilot gab mir letzte Anweisungen für die Landung. Und dann bekam ich schließlich das Kommando aufzustehen und zu laufen. Ehe ich mich versah, machten wir ein paar Schritte und waren wir ganz sanft gelandet. Der Schirm sank hinter uns auf den Boden und ich befand mich wieder in der Realität.
Noch vollkommen beeindruckt, konnte ich beim Blick auf die Berge gar nicht glauben, dass ich vor wenigen Minuten noch dort oben gewesen bin.
Veske, der während des Fluges immer wieder gefilmt hatte, holte seine Kamera noch einmal heraus und machte die letzten Aufnahmen nach der Landung.
Anschließend kam eine junge Frau zu uns und brachte mich und die anderen beiden Passagiere zurück ins Büro. Dort sahen wir uns, bei einem Glas türkischem Tee, die Videos unserer Flüge an.



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Bougainville Turizm in Kaş

Persönliche Meinung von mavi:
- Bougainville veranstaltet jede Art von Outdoor Aktiviäten, von Paragliding bis hin zu Sea Kayaking über der versunkenen Stadt von Kekova. - sehr freundliche Beratung - professionelle Organisation und Durchführung der Touren



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Kommentare
  • rita_schumann 25.06.2010 | 22:37 Uhr

    Gut und lebendig geschrieben. da bekommt man Lust, es auch mal zu probieren!

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