Weiße Wüste – wie eine riesige Kunstausstellung

Reisebericht

Weiße Wüste – wie eine riesige Kunstausstellung

Reisebericht: Weiße Wüste – wie eine riesige Kunstausstellung

Ägypten besteht zu über 90 Prozent aus Wüste. Das Wüstengebiet westlich des Nils wird als Libysche oder Westliche Wüste bezeichnet. Es ist eine der trockensten Regionen der Erde. Trotzdem gibt es mehrere Oasen – Baris, El-Charga, Dakhla, Farafra und Bahariya. Diese sind durch die "Western Desert Road" miteinander verbunden. Die der 1.000 km langen Strecke kommt man auch durch die weiße Wüste.

Durch die libysche bzw. westliche Wüste Ägyptens

Eine der schönsten Gegenden in diesem Teil der Sahara, die zudem noch gut erreichbar ist, ist die Weiße Wüste nördlich der Oase Farafra. Kaum hat man mit einem geländegängigen Fahrzeug die Teerstraße gen Osten verlassen, überkommt einen das Gefühl, inmitten einer "riesigen Kunstausstellung" zu stehen. Wunderschöne große Kalkgebilde und -formationen laden zum Betrachten und Verweilen ein.
Wir verbringen drei Tage und Nächte in der Weißen Wüste und genießen die Ruhe. Menschen sehen wir selten und nur von weiter Ferne, auch wenn es inzwischen viele Angebote für Touren in die Weiße Wüste gibt. Unser großes Lkw-Wohnmobil wirkt ausnahmsweise mal klein und versteckt sich hervorragend inmitten der Kalkhügel. Nach unseren Wanderungen finden wir das Fahrzeug nur mit Hilfe des GPS-Geräts und einer zuvor festgestellten GPS-Position wieder.
Die Entstehung dieser großartigen Kalkgebilden ist klimatischen Veränderungen zu verdanken. Die Sahara war nicht immer nur trockene Wüste. Vor vielen tausend Jahren hat es hier in einer feuchten Savannenlandschaft deutlich mehr Wasser gegeben. Die Ursprünge der heutigen Weißen Wüste gehen auf einen See zurück, in dem auch Muscheln lebten. Diese hinterließen beim Austrocknen des Gewässers Kalkablagerungen, die dann im Laufe einer sehr langen Zeit durch Winderosionen zu den heutigen Gebilden geschliffen worden sind.
Aber wie fast überall in der Wüste kann man auch hier beim genaueren Blick feststellen: Die Wüste lebt. Beim Herumwandern zwischen den Kalkformationen gibt es viel zu entdecken. Wir finden Wasserspuren und Kleinstpflanzen an den Kalkgebilden. Es gibt Spuren von Tieren, die in den Hohlräumen unter den Kalkgebilden leben. Außerdem finden wir versteinerte Muscheln, Schnecken und Würmer sowie eisenhaltige Ablagerungen im Kalk, die ebenfalls von einer wasserreicheren Zeit zeugen.
Die Weiße Wüste inmitten der Libyschen Wüste ist eine Reise wert und lädt zu vielen ruhigen Tage inmitten einer wunderschönen Landschaft ein.


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben.

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps