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Reisebericht: Florida - viel mehr als nur Disneyland
Mit einem 10-Jährigen in den Sunshine State - das geht kaum ohne einen Abstecher zu Disney! Aber wir haben in den 2 Wochen noch viel mehr erlebt, Orte entdeckt, von denen Pauschalreisende noch nie gehört haben, freundliche und zuvorkommende Menschen getroffen und Eindrücke gewonnen, die noch Jahre später anhalten.
- Vorbereitungen und Anreise
- Orlando - Parks der Superlative
- Unbekannt und sehenswert - Ocala, Crystal River und Homosassa
- Floridas Westküste - Griechen, Mafaibosse und andere schräge Vögel
- Der Südwesten - viel Entspannung und noch mehr Natur
- Quer durch die Everglades - Alligatoren und Indianer
- Miami und Key Largo - der Abschluss unserer Reise
- Fazit: Florida ist immer eine Reise wert - oder auch mehrere
Vorbereitungen und Anreise
Es war DAS Geschenk für meinen Sohn zu seiner Kommunion: 2 Wochen Florida mit Mama und Oma! Dass wir beide uns mit dieser ersten Reise in die USA auch selbst ein Geschenk machten, haben wir wohlweislich für uns behalten...
Bei den Planungen für unsere Reise waren wir uns recht schnell einig, dass wir den Sonnenschein-Staat der USA mit einem Leihwagen auf unserer eigenen Route erkunden wollten, ohne an vorgebuchte Hotels gebunden zu sein. Anfangs- und Endpunkt unserer Reise (Orlando bzw. Miami) standen rasch fest, so dass wir unsere Flüge buchen konnten. Transatlantik von München nach Philadelphia und zurück, dazu Inlandsflüge von Philadelphia nach Orlando und von Miami zurück nach Philadelphia.
Da wir erst am späteren Abend in Orlando landen würden und auch die ersten Tage dort verbringen wollten, wurde auch das erste unserer Hotels bereits von zuhause gebucht. Auch der Leihwagen wurde bereits in Deutschland (über den ADAC) reserviert.
Am Anfang der Pfingstferien 2005 ging es dann los zur großen Reise: neben meinem Sohn, meiner Mutter und mir war noch mein Schwager mit von der Partie - als männlicher Begleitschutz ebenso unverzichtbar wie als Fahrer.
Der Flug von München nach Philadelphia verlief problemlos und angenehm, auch die erste Bekanntschaft mit einem großen US-Flughafen war für uns alles andere als Furcht einflößend. Im Gegenteil, eine so eindeutige, ja fast schon "idiotensichere" Beschilderung hatten wir bis dato noch nie gesehen. Immigration und Zoll waren schnell erledigt, der Zwischenaufenthalt für uns US-Novizen interessant und kurzweilig. Auch der Flug nach Süden verging rasch, nur die Suche nach einem Taxi, das uns alle vier mitsamt unserem Gepäck aufnehmen konnte, gestaltete sich als etwas umständlich.
Als wir kurz von Mitternacht endlich in unserem Hotel, dem "Red Horse Inn" eincheckten, waren wir nur noch müde. Wir hatten, wie dann auch während der gesamten Rundreise, ein großes Zimmer mit zwei Doppel- oder Kingsize-Betten. Nach kurzer Ratlosigkeit verstanden wir sogar die Funktion der Klimaanlage und konnten unsere erste Nacht in Florida verschlafen...
Orlando - Parks der Superlative
Für unsere Tage in Orlando hatten wir Besuche in zwei der berühmten Parks sowie einen Ausflug zum Kennedy Space Center geplant - zum einen, weil wir uns am Anfang der Reise noch fit genug für den Stress eines Parkbesuchs fühlten, zum anderen, weil wir damit schon einen Großteil der für unseren Jüngsten unbedingt notwendigen Punkte abhaken konnten.
Von unserem Hotel aus fuhr ein kostenloser Shuttle-Bus zu den Disney-Parks sowie nach Sea World. Diesen Service nutzten wir direkt am ersten Tag für einen Besuch in Disney's Epcot Center - glücklicherweise war mein Sohn nicht der ultimative Fan der diversen Comic-Figuren, sodass uns ein Tag im so genannten Magic Kingdom erspart blieb...
Die verschiedenen Attraktionen des Epcot sind der spielerischen und unterhaltsamen Erkundung von Wissenschaften gewidmet. So erfährt der Besucher direkt nach dem Betreten des Parks, nachdem er an Mickey Mouse, Donald Duck und Co. vorbei spaziert ist (denen man auch im Epcot nie ganz entkommt), im silbernen Spaceship Earth vieles über die Geschichte der Kommunikation. The Living Seas macht bekannt mit den Bewohnern der Meere und Küsten rund um Florida und sensibilisiert für die Probleme der Umwelt.
Zwischen den einzelnen Attraktionen gibt es selbstverständlich immer wieder die berühmten (und teilweise auch berüchtigten) Hochgeschwindigkeitsbahnen, Raketensimulatoren usw. Aber auch fantasievolle Wasserspiele und gepflegte Rasenflächen und Blumenbeete sorgen für Abwechslung.
Der zweite große Bereich von Epcot ist die so genannte Showcase Lagoon mit den Länderpavillons - hier kann man begreifen, warum Amerikaner so gerne nach Europa reisen: sie haben schon viel in ihren Parks gesehen und möchten dies dann auch "in echt" sehen und erleben...
Nur wenige Schritte sind es von Kanada nach Marokko oder von Japan nach Italien, jedes Land wird durch berühmte Orte oder Bauwerke in kleinerem Format dargestellt. Man darf sich aber die "Länder" an der Showcase Lagoon nicht als eine Art Miniatur-Wunderland vorstellen, die Häuser sind groß genug, um landestypische Souvenirläden, Cafés oder Restaurants zu enthalten. Hier gibt es nicht nur ein "Hofbräuhaus", sondern auch eine norwegische Stabkirche, einen chinesischen Tempel, eine japanische Pagode und eine marokkanische Kasbah.
Mit dem kostenlosen Shuttle-Bus ging es dann am nächsten Tag nach Sea World - und wer denkt, dort gäbe es nur Orcas und Delphine, der täuscht sich gewaltig!
Zum einen sind natürlich die spektakulären Shows Höhepunkte eines Besuchs, andererseits gibt es in Sea World zahlreiche Bereiche, in denen den Besuchern auch die Verletzlichkeit des Meeres und seiner Bewohner nahegebracht wird.
Das herausragende Beispiel für ein solches Engagement des Parks ist mit Sicherheit "Manatee Rescue", hierher werden verletzte Manatees (Seekühe) aus ganz Florida mit speziell ausgerüsteten Transportern gebracht, gepflegt und wenn möglich wieder in die Freiheit entlassen. Einige Tiere haben allerdings so schwere Verletzungen, vor allem durch Antriebsschrauben von Motorbooten, dass sie in Sea World bleiben und hier den Besuchern vor Augen führen, wie gefährdet sie und ihr Lebensraum sind.
Aber auch der "Shark Encounter" (Treffen mit Haien) oder "Stingray Lagoon" (Rochenlagune) erlauben - im wahrsten Sinn des Wortes - hautnahen Kontakt zu faszinierenden Meeresbewohnern.
Überhaupt nichts mit dem Meer, dafür aber umso mehr mit dem Betreiber des Parks, der Brauerei Anheuser-Busch, haben die Clydesdales zu tun, eine Kaltblut-Pferderasse. Sie gehören mit einem Stockmaß von knapp 2 Metern und einem Gewicht bis zu 1000 kg zu den größten Pferderassen der Welt. Sie werden in Sea World als Zugpferde für historische Brauereiwagen präsentiert.
Kein Erlebnispark im eigentlichen Sinn, keine Spur von Mickey Mouse oder Orcas - und dennoch war der Besuch im Kennedy Space Center ein absoluter Höhepunkt für uns!
Von Orlando aus ist Cape Canaveral am bequemsten per Leihwagen zu erreichen. Der erste Blickfang, noch einige Meilen vor dem Eingang zum Besucherpark, ist die Astronaut Hall of Fame. Anschaulich werden die Pionierleistungen im All dem Besucher präsentiert, von heroischen Bildern bis zur Mercury-Kapsel ist alles zu sehen - und fast alles darf ohne große Einschränkung berührt, benutzt und betreten werden!
Am Eingang zum Visitor Center hat man dann die Möglichkeit, sich zwischen unterschiedlichen Touren die gewünschte auszusuchen. Mit Bussen geht es dann zu den verschiedenen Stationen auf dem weitläufigen Gelände. Im Bereich des LC (Launch Complex) 39 stand bei unserem Besuch noch alles im Zeichen des Space Shuttle Programms der NASA, hier wurden Modelle der Startrampe ebenso gezeigt wie ein Original-Antrieb. Von einer Aussichtsplattform reichte der Blick über die Anlage bis zu den beiden Startrampen - bei unserem Besuch wartete gerade das Shuttle "Discovery" auf seinen Einsatz. Einen - nicht nur räumlich - großen Bereich nimmt die Präsentation rund um das Apollo / Saturn V-Programm der NASA ein, das zur Landung auf dem Mond führte.
Nach der Rückkehr zum Visitor Center kann sich der Besucher zu verschiedenen interessanten Punkten und Präsentationen begeben. Auch hier stand bei unserer Reise alles im Zeichen der Space Shuttles - besonders sehenswert war die "Explorer", ein 1:1-Modell, das nie im All war, allerdings als Vorzeigemodell zur Vorstellung des Programms in aller Welt unterwegs war. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Raketen und Raumkapseln im "Raketengarten" zu sehen, das Astronaut Memorial zur Erinnerung an die Opfer der Unglücke und die Möglichkeit, einen waschechten Astronauten persönlich kennen zu lernen.
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Mit deinem Reisebericht hast du viele schöne Erinnerungen an zwei Reisen durch "The real Florida" (Slogan der Vereinigung von State Parks in Florida) bei mir heraufbeschworen. Eine ganz besondere Erinnerung ist der einsame Orca im Aquarium. Bis heute verstehe ich nicht, wie man damit die Zerbrechlichkeit der Meere demonstrieren will, das ist ja eher ein Verbrechen der Meere (bzw. an seinen Bewohnern). Orcas lassen sich definitiv nicht artgerecht in Aquarien halten. Aber solche Shows gehören eben auch zum American Dream...
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That's great!! Ein wirklich ganz toller Florida-Bericht. Ich habe vor Jahren auch den Sunshinestate bereist und auch schon allein deswegen war das hier besonders lesenswert für mich. Man kann ja über Florida denken wie man will, über Disney mit den diversen Themenparks usw. Ich fand es fantastisch und einfach ein Riesenerlebnis. Man staunt über die Perfektion auf der einen Seite und über die Natur auf der anderen. Danke,dass Du so viele Erinnerungen in mir geweckt hast. Deine Aufnahmen sind klasse.
LG Ursula -
Hallo Brigitte,
im gleichen Jahr wie Du bereiste auch ich zum ersten Mal (per Mietwagen und ziemlich ausgiebig) Florida und kann Dich nur bestätigen: der Staat ist in der Tat "viel mehr als Disneyland"! Ich bin beeindruckt, wie viel Du aus Euren nur zwei Wochen Rundreise mitgenommen hast und bedanke mich für diesen schön bebilderten und kenntnisreichen Revival-Bericht!
LG Beate -
Beim Stöbern in der RC entdeckte ich erst heute den Bericht über Eure Reise nach Florida. Obwohl wir mittlerweile aus unterschiedlichsten Gründen bereits 15x(!) den Sunshine State besucht haben, konnte ich noch etwas Neues entdecken: Crystal River SP. Deine Schilderung hat mir sehr gut gefallen. VG Anne Do.
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Ein schöner Reisebericht, heute wiederentdeckt und direkt als Empfehlung für die Startseite auserkoren.
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