Reisebericht

Reisebericht: Mexikos Nordwesten

 
 
 
 
 
Reisebericht: Mexikos Nordwesten

Impressionen von den schönsten Attraktionen rund um Mazatlan (Bundesstaaten Sinaloa, Chihuahua und Baja California Sur), die trotz des herrschenden Drogenkrieges bei gewisser Vorsicht recht sicher zu bereisen sind.

 
 
 
 
 

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Anreise

Über 22 Stunden erstreckte sich die anstrengende aber reibungslos ablaufende Reise von München über Paris und das bei Nacht traumhaft leuchtende Lichtermeer der größten Stadt der Welt, Mexico City, nach Mazatlán.



Mazatlan

 
 
 
 
 

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Die Perle des Pazifiks, wie Mazatlán von den Einheimischen liebevoll genannt wird, ist bei den Europäern wegen der großen Entfernung weniger bekannt als seine Ebenbilder namens Cancun und dergleichen an der Karibikküste. Auf nahezu 20 km Länge schmiegt sich die Stadt mit dem größten Handelshafen Mexicos an das feinsandige Ufer das ganzjährig zum Baden einlädt. Empfehlenswert ist ein Spaziergang zum zweithöchstgelegenen Leuchtturm der Welt, dem El Faro auf 152m, um mit Blick auf die friedlich leuchtende Stadt und die vorgelagerten Inseln den Sonnenuntergang zu genießen. Zudem bietet Mazatlán im Gegensatz zu vielen anderen Urlaubsdestinationen in Mexico eine historische Altstadt, landestypische Märkte und Geschäfte, sowie buntes Treiben auf dem Marktplatz und gewährt somit Einblick in das originale, echte mexikanische Lebensgefühl.



 
 
 
 
 

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Wer sich nun ausreichend am Strand und in der fetzigen Partymeile der Hotelzone vergnügt hat, dem bieten sich einige sehenswerte Ausflugsziele. Man sollte jedoch die Distanzen nicht unterschätzen, bis zur nächsten Stadt ist man schnell mal mehr als 5 Stunden mit dem Bus unterwegs. Dafür ist zumindest die erste Klasse recht komfortabel und auch preiswert.



 
 
 
 
 

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Begegnung mit der Polizei

 
 
 
 
 

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Ich entschloss mich für den 12 stündigen Trip mit der Fähre nach La Paz an der Kalifornischen Küste. Mit dem Mietauto sollte es auf der einzigen Straße nun weiter Richtung Norden gehen. Die mexikanische Straßenverkehrsordnung, falls es so etwas überhaupt gibt, und deren Hüter trübten meine Urlaubsstimmung jedoch gewaltig. Nach sage und schreibe 200 gefahrenen Metern schon Blaulicht und Sirene hinter mir. Verdammt! Rechts ranfahren! Ich werde in unverständlichstem Spanisch bezichtigt ein „imaginäres“ Stopschild; man bemerke, dass ich auf einer Geraden ohne jegliche Zufahrtsstraßen unterwegs war; überfahren zu haben. Man hat nun die Wal zwischen ab aufs Revier und stundenlangem Warten auf den Chef (in meinem Fall bis Montag, und es Freitag) oder gleich ein Bestechungsgeld zu zahlen. Da ich mich ohne zu zögern für zweiteres Entschloss bekam ich von einem anderen Beamten meinen zuvor gezeigten Pass zurück worin ich nun das „Trinkgeld“ zu platzieren hatte. Die Welt schien wieder friedlich zu sein, zumindest die der Ordnungshüter. Nicht mal als sich dieses Vorgehen in den nächsten Stunden noch des Öfteren wiederholte konnte ich irgendein Fehlverhalten an meiner Fahrweise erkennen. Da auch kein offensichtlicher Aufkleber mit „DUMMER REICHER TOURIST“ an meinem Mietwagen zu finden war, gewöhnte ich mir eben an stets ein paar Pesos im Pass aufzubewahren…



Mittleres Californien

Die Fahrt nach Norden stellte sich ein wenig als Reinfall heraus, da der Hurrikan der hier Wochen zuvor wütete die romantischen einsamen Strände total verwüstet hat und einige immer noch unter Wasser standen. Selbst die im Reiseführer gelobten pittoresken Örtchen boten selten mehr als eine Mission und eine Hand voll Tacobuden. Folglich zog es mich nach Cabo San Lucas. Die kalifornische Wüste ist wie man sie sich vorstellt; Sandgelb, kahl, heiß und mit Kakteen gespickt. Zumindest normalerweise. Da der Hurrikane Wasser mit in diese Kargheit brachte, blühte die Wüste und erstrahlte in heimischem Grün, was kein spektakulärer jedoch seltener Anblick ist.



Die Südspitze der Halbinsel

Cabo San Lucas ist mit seiner Schwesterstadt San Jose del Cabo über einen 30 km langen Korridor, der ausnahmslos von Hotels gesäumt wird, verbunden. Ansonsten haben die beiden Städte wenig gemeinsam. Das eine malerisch und verschlafen, Cabo San Lucas am Besten mit dem Ballerman vergleichbar. Die Partymetropole für wohlbetuchte Amis hat jedoch auch seine Reize und Sehenswürdigkeiten wie etwa der berühmte Felsenbogen im Meer, der prunkhafte Yachthafen samt Nobelgastronomie mit exorbitanten Preisverhältnissen oder das Villenviertel mit traumhafter Ausicht. Ich schlag mir die Nacht in trotzdem in einem angesagten Partytempel um die Ohren.



 
 
 
 
 

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Erneut begebe ich mich auf das Fährschiff um die Halbinsel zu verlassen und vom Hafen Topolobampos, etwa 6 Busstunden nördlich von Mazatlán, nach Los Mochis zu gelangen. Dort startet nämlich der einzige Zug des Landes in Richtung Chihuahua (Ja, die Stadt ist Namensgeber und Ursprung bzw. erstes Auftreten der kleinen Hündchen).



 
 
 
 
 

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Der "Chepe"

Sie gilt als eine der Spektakulärsten Eisenbahnstrecken der Welt. Vorbei an verschiedenen Landschafts- und Vegetationsformen führen die Geleise über 37 Brücken, 87 Tunnel und bewältigen einen Höhenunterschied von 2400m auf einer Länge von 653km. Fahrtdauer ca. 12h. Am höchsten Punkt der Strecke, Divisadero, wird man mit Blick auf den Namensgeber der Region belohnt, den Barranca del Cobre (die Kupferschlucht). Nur wenige kennen dieses Canyonsystem, das jedoch weitläufiger, tiefer und imposanter als der weltberühmte Grand Canyon ist.



 
 
 
 
 

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Missionsort Creel

 
 
 
 
 

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Für mich ist aber erst in Creel halt. Dieser kleine Missionsort ist am zentralsten für diverse Exkursionen in der Region gelegen. Am Bahnhof herrscht ein unbeschreibliches aber nicht ganz unsympathisches Gedränge. Dutzende von Kindern versuchen auf dem schmalen Bahnsteig die Fährgäste für die Unterkünfte der Eltern zu begeistern bzw. halten dich an der Hand und ziehen dich im Eiltempo durchs Dorf. Auch ich lande in so einer typischen Touriabsteige und Ruhe mich erst mal aus. Am nächsten Tag klappere ich mit dem Fahrrad die laut meinem von Kinderhand gezeichneten Plan sehenswerten Punkte ab. Die Meisterleistung ohne Wasservorräte in einer Region die trotz der Höhe eine Tagestemperatur von 30°C erreicht loszuziehen und den ganzen Tag auf meiner Karte nicht eingezeichnete Höhenunterschiede zu bewältigen würde man in meinem Heimatland eher dem typisch deutschen Touristen zutrauen. Aber man lebt, leidet und lernt…



In der Wüste zurückgelassen

Im Endeffekt war es die Tortur jedoch wert. In meiner endlosen Weisheit ließ ich mir für den nächsten Tag einen Platz im lokalen Tourbus reservieren, welcher, war ja klar, mitten in der mexikanischen Wüste eine Panne hatte. Unser Fahrer stieg aus, stellte sich auf die Straße und stieg ins nächste vorbeikommende Auto ein ohne auch nur ein Wort zu verlieren. Nachdem ich in den Gesichtsausdrücken meiner Tourbegleiter auch keinen Rat fand tat ich das wofür auch viele andere nach Mexiko kommen; Schatten suchen, hinlegen und die Zeit verstreichen lassen. Stunden später kam der Carlos, der Fahrer, doch noch mit einem neuen Minivan zurück und wir konnten im Eiltempo die aus kapitalistischer Sicht armen Tahamuraindianer welche in unbeschreiblichen Verhältnissen in Höhlen hausen, einen für mich als Österreicher eher dürftig anmutenden Wasserfall und nochmals die atemberaubende Hauptattraktion besichtigen. Carlos lud uns als Entschädigung am Abend zum Barbecue ein wo bis in die frühen Morgenstunden Geschichten ausgetauscht sowie einige Würmer diverser Mezcalflaschen trockengelegt wurden.



 
 
 
 
 

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Die Heimat ruft

Da jede „Expedition“ auch mal zu Ende geht muss auch ich wieder die Heimreise in die Alpen antreten, welche sich durch die Fahrt mit dem Nostalgiezug Chepe und anschließend mit dem Bus von Los Mochis nach Mazatlan um einige Stunden verlängert.



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Kommentare
  • RdF54 31.03.2010 | 09:58 Uhr

    Bin begeistert mit Dir mitgereist - habe geistig mitgeholfen Würmer trockenzulegen und Deine tollen Bilder genossen ... :-)

    LG Robert

  • Blula 05.04.2010 | 10:45 Uhr

    Auch da ich von Mexiko bisher nur die Halbinsel Yukatan kennengelernt habe, habe ih Deinen schönen Bericht vom Nordwesten dieses Landes mit großem Interesse gelesen. Sehr schön sind auch Deine Fotos, die Du mitgebracht hast.
    LG Ursula

  • trollbaby 05.04.2010 | 13:26 Uhr

    In Mexiko war ich noch nie, so war es recht interessant, mal etwas darüber zu lesen. Ganz besonders begeistert bin ich von Deinen Fotos! Wunderschön!
    LG Susi

  • schlabbi 06.04.2010 | 01:52 Uhr

    schöne fotos und gut geschrieben! =)
    lg kerstin

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