Malecon statt Malle !!

Reisebericht

Malecon statt Malle !!

Reisebericht: Malecon statt Malle !!

Wie in der Überschrift erkennbar trat das Unerwartete ein. Vermutlich waren wir 7 der erste Sauerländer Kegelclub , der im Altstadtbereich ( und ich rede von der noch zu renovierenden Altstadt ) von Havanna ein Casa Particular gebucht hat. Und mit Hilfe unseres franz. Mietwagens ( 7 Personen fassender Peugeotbus ) haben wir neben Havanna auch das Vinalestal und weitere Ecken Kuba´s besucht

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Malecon Abendstimmung



08.03.2010

Malecon statt Malle

Malecon statt Malle ? Was in Gottes Namen ist Malecon. Geschweige denn wo ist das ? So würden sicher 98 % aller Kegler Deutschlands fragen. Wir, der KC Rakete , haben jedenfalls eine weitere aussergewöhnliche Reise ( für einen Kegelclub ) unternommen.

Nach Island in Kombination mit Manhattan ( 1997 ) und Irland ( 2003 ) haben wir das Angesparte nun in CUC getauscht und uns auf Entdeckungsreise nach Havanna begeben.

Vor Ort angekommen ( gegen 22:30 Uhr fuhr der Airport Shuttle Minibus durch Havanna´s Altstadt ) blieb uns die Vorfreude im Hals stecken. Ausgestorbene Strassenzüge , die mich irgendwie an Vorstädte aus Tschechien oder Polen ( zu Beginn der 90er ) erinnerten.

Geschäfte Mangelware. Statt dessen triste und stark verfallene Häuser . Ab und an erfreute uns der Anblick der ersten OLDTIMER an den wenig belebten Kreuzungen.
Das Ampelsystem lenke uns ein wenig ab. ( Dem Fahrer wird aus jeder Richtung in rot oder grün leuchtender Schrift angezeigt, wieviel Sekunden der jeweilige Aufenthalt an der Kreuzung noch dauern wird . Klappt gut .( Ein Pkt für Fidel )

Dem Fahrer hatte ich einen Stadtplan mit der Adresse unseres Casa Particular gegeben ( Das sind private Anbieter von Unterkünften . Jedoch sind diese nur mit Fidel´s Genehmigung buchbar. Da die Regierung mitverdient geht ein Pkt. an den Westen ; 1:1 Unentschieden )

Der Fahrer war anscheinend noch nie in die Verlegeheit gekommen, diesen Teil Havanna´s anfahren zu müßen. Nach Befragung von gefährlich dreinschauenden Checker`n latainamerikanischen Ursprungs gelang es Ihm dann die Strasse von der richtigen Seite anzufahren. Das Blocksystem ist ähnlich dem carreehaften Aufbau amerikanischer Strassenzüge. Wer es begreift findet Adressen ( Da und da - Ecke Da und da ) schneller als unsereins den Döner Ali in der "So und So" in Frankfurt Rödelheim . Von daher 2:1 für Fidel .

Der Gastgeber hatte uns dann freundlich empfangen , netterweise Dosenbier in den Kühlschränken der kleinen aber sauberen Zimmer verteilt und dann die Tür nach draussen mehrfach verriegelt. ( beruhigend aber auch irgendwie nicht.. kein Pkt. , also weiterhin 2:1 für Fidel )



09.03.2010

Kulturschock

Nach gefühlten 3-4 Stunden Schlaf ( Die Betten sind nur ~ 1,70 Meter breit. Je Bett 2 Mann und ein Einzel . Aber das wußten wir schon vor Antritt der Reise ) gab es dann aus Sicht des Vermieters wahrscheinlich schon viel zu früh Rumoren auf dem Flur.

Die Änderung der Uhrzeit war am Vorabend nicht korrekt von uns eingestellt worden. Daher standen wir statt wie vereinbart um 07:30 Uhr ( mit Gebärdensprache ) schon um 06:30 Uhr zum Kaffee bereit. Egal; der Kaffee wurde vom Chef selbst in einer ital. Alukanne zubereitet. Dazu gab es Obstteller mit frischer Mango, Ananas und Papaya. Spiegeleier , Wurst , Marmelade und Honig rundeten das Mahl ab und ließen uns vergnüglicher dreinschauen. Voller Vorfreude liessen wir uns dann die dreifach verriegelte Eingangstür öffnen und riskierten einen Blick auf die uns unbekannte Welt.

Ebenso staunend standen uns "Robinson´s" dann die Nachfahren von "Freitag" (frei nach Dafoe) gegenüber. Die Strassenkreuzung war einseitig in sonniges Licht getaucht. Die andere Seite war noch vollends im Schatten der Nacht versunken. Kinder in Schuluniform und / oder in kurzer Hose rannten durch die Strasse ; Dreiradtaxis mit " Maggiwerbung " ( ??? ) radelten an uns vorbei und an der Ecke wurde die Stossstange eines Oldtimers mit einem Vorschlaghammer gerichtet . Beim staatlichen Bäcker gegenüber standen die Menschen Schlange . Als Auswahl gab es weisses weiches Brot oder weisses weiches Brot . Unser Gastgeber hatte weisses baguettähnliches Brot mit Kruste . Woher wohl; denn wenn der Bäcker gegenüber wohnt, sollte man dafür doch keine Weltreise machen müßen. Mußter er aber . Daher 2:2 für unsere Bäckergenossenschaften )



Pit Stop oder die Kunst des Reifenwechsel


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Kommentare

  • 238EWT

    Bei diesem Kegelausflug wäre ich gern der achte Teilnehmer gewesen. Obwohl ich noch nicht in oder auf Kuba gewesen bin, habe ich nach diesem herrlichen Bericht das Gefühl, mit Euch dort gewesen zu sein. Mir ist bisher kein Artikel bekannt, der mit soviel Esprit und Witz geschrieben wurde. Tut mir leid, Herr Castro, dass ich den Kegelbrüdern aus dem kapitalistischen Ausland fünf Pluspunkte zugestehe, die Sie ja bei Bedarf mit jenen teilen können. Dieser Beitrag war für mich ein großartiges Erlebnis.

    LG Eberhard

  • desertflower

    Informativ, lebhaft, witzig ist Dein Bericht -volle Punktzahl auch von mir!
    LG Resi

  • paladar

    Hallo Dirk, bin gerade vom Vulkan-bedingt verlängerten Urlaub zurück von der Insel. Super geschrieben, für mich als Insider insbesondere amüsant wie "Frischlinge" das Ganze sehen. Hab mich köstlich amüsiert über Eure Angst und Eure Begegnung mit dem CDR (gehört oft in den Bereich der Museen, war aber früher wirklich schlimm). Leider muss ich noch anmerken, dass das Leben in Cuba einiges mehr erfodert als Sonne, Salsa und den Tag geniessen. Leider wird es immer härter sich das Notwendigste zu besorgen und daher würde mein Punktestand für Herrn Castro und all seine senilen Nachfolger ganz anders ausfallen. Ausreisen kann übrigens fast jeder, sofern ihn/sie jemand einlädt (dies wurde von Raul mal kurz aufgehoben, gilt aber jetzt wieder) und falls er/sie ein Visum für das Reiseland erhält. Dies ist oft sehr schwierig, denn nach wie vor wollen viele von der Insel weg. LG Thomas

  • Reisebiene1

    Ich schließe mich meine Vorschreibern an: sehr nett und witzig geschrieben.
    Tolle Kegelgruppe!

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