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Reisebericht: Drills, Gorillas und Mandrills - zu Besuch im Limbe Wildlife Centre
Wen es einmal nach Kamerun "verschlägt" und wer dabei nicht in die Regenwälder des Südostens gelangt, dem sei unbedingt ein Besuch im Limbe Wildlife Centre ans Herz gelegt. Dort kann man hautnah in großer Zahl den vom Aussterben bedrohten afrikanischen Großaffen begegnen.
Das Centre
Am Ende unserer anstrengenden Rundreise durch Kamerun verbringen wir zur Entspannung zwei Tage bei Limbe an den Ufern des Golf von Guinea. Kurz vor Antritt zu unserer Reise war in der ARD eine Dokumentation über die vom Aussterben bedrohten Cross-River-Gorillas, die es nur im Grenzgebiet zwischen Kamerun und Nigeria gibt, sowie das Limbe Wildlife Centre zu sehen gewesen. Umso mehr liegt es da auf der Hand, dass wir dem Centre unbedingt einen Besuch abstatten wollen.
Die Stadt Limbe liegt ca. 70 Kilometer westlich von Douala und ist über eine gute Teerstraße recht schnell zu erreichen. Hier hat sich aus einem kleinen Zoo seit 1993 das Limbe Wildlife Centre entwickelt, das sich voll und ganz dem Erhalt der in ihrem Bestand gefährdeten afrikanischen Primaten widmet. Von den fünfzehn verschiedenen Arten sind für den Besucher insbesondere die Gorillas, Drills, Mandrills und Schimpansen von größter Attraktivität. Außerdem gibt es noch einige Krokodile und Großschlangen.
Sofern sie nicht im Centre geboren wurden, wurden viele der Zöglinge als Waisen eingeliefert, deren Familien von Wilderern wegen ihres "bushmeat" getötet wurden. Andere wurden zeitweilig als "Haustiere" gehalten und dann von ihren Besitzern (reumütig?) im Centre abgegeben. Die meisten jedoch wurden aus Buschtaxis. die auf dem Weg zu irgendwelchen lokalen Märkten waren, konfisziert.
Gorillas
Letzteres traf auch auf "Chella" zu. Er, der unangefochtener "Boss" der mittlerweile 15 Gorillas ist, wurde 1996 im Alter von etwa zwei Jahren fast völlig dehydriert aus einem Buschtaxi "gefischt" und so vor seinem sicheren Tod bewahrt. Er hat sich über die Jahre prächtig entwickelt und wurde als "Silverback", dem dominanten Führer der Gruppe, schon zum mehrfachen Vater.
14 der Gorillas gehören der Spezies "Westlicher Flachland-Gorilla" (Western Lowland Gorilla) an, von denen es in Kamerun, Gabun und der Zentralafrikanischen Republik noch immerhin ca. 95 000 gibt.
Eine Rarität im wahrsten Sinne des Wortes ist "Nyago". Sie ist ein 16 Jahre altes Weibchen der nur im Grenzgebiet von Kamerun zu Nigeria vorkommenden Subspezies des Cross-River-Gorilla. Der Bestand dieser extrem bedrohten Art wird nur noch auf sage und schreibe 250 bis 300 geschätzt! Und "Nyago" ist weltweit der einzige "in Gefangenschaft" lebende Vertreter.
Bei dieser Formulierung sträubt sich meine Hand beim Schreiben. "Nyago" fühlt sich in der Gruppe "gorillawohl", selbst wenn sie gesundheitlich nicht mehr ganz auf der Höhe ist. (Sie ist halb erblindet.) Was wie Gefangenschaft aussieht, ist doch eher Hege und Pflege sowie Schutz vor Böses im Schilde führenden Wilderern.
Einen kleinen Steckbrief zu jedem der im Centre lebenden Gorillas kann der interessierte Leser finden unter:
www.limbewildlife.org./animals/gorillas
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Lieber Hartmut, nun hast du dir deinen Traum erfüllt und endlich deine Reise nach Kamerun gemacht. Schön das du wieder da bist und alles gut verlaufen ist. Und sicher gibt es viel zu erzählen. Dein Bericht über das Wildlife Centre ist ein guter Einstieg und macht mich neugierig, was dir noch so alles begegnet ist. Die Tierfotos sind phantastisch und beeindruckend. Es gibt nur wenige die nach Kamerun reisen - um so spannender sind die Beiträge, da sie rar sind. Es gibt auch nur wenig Reiseliteratur über Kamerun. Ich freu mich schon auf deinen Bericht über die Kamerun-Reise - denn eines Tages führt auch mich meine Reise dorthin. lg Romy
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Wieder fantastische Fotos (ganz anders als z. B. die Saris aus Rajasthan aber genau so genial) und ein engagierter Bericht.
Ich will an die Lernfähigkeit der Menschheit glauben und bin sicher, dass Aufklärung schon im Kindesalter viel bewirken kann. Wer seine Tierwelt kennen und lieben gelernt hat, der wird sie eher schützen wollen.
Wenn dann auch noch die wirtschaftliche Situation verbessert wird, sollte niemand mehr gezwungen sein, unsere Vettern in den Kochtopf zu werfen.
LG Beate -
Liebe Romy, liebe Beate,
ich danke Euch für Eure verständnisvollen Kommentare! Ich habe dieses Thema aus dem noch zu schreibenden Reisebericht über Land und Leute ausgegliedert, weil es etwas ausführlicher dargestellt werden sollte. Später wird mir der Platz dazu fehlen; außerdem war ich der Ansicht, dass dieses Thema auch Interessenten finden könnte, die in erster Linie "verkappte Zoologen" sind. Ich denke da an viele Bild- und Wortbeiträge hier in der RC. Ein reichbebilderter Beitrag zu Kamerun wird 100%ig kommen! Lasst mir aber noch etwas Zeit.
LG Hartmut -
Hallo Hartmut!
Was für beeindruckende Tierfotos Du uns aus Kamerun mitgebracht hast! Und trotz Zeitmangels hast Du sogar die Piepmätze noch ansehnlich auf die Speicherkarte gebannt! Toll! Ich habe mich mit Kamerun noch nicht sehr auseinandergesetzt, so bin ich schon auf Deinen weiteren Bericht gespannt! Dieser hier hat mir jedenfalls schon ordentlich Gusto darauf gemacht!
LG Susi -
EIn großartiger Tierbericht, wunderschön geschrieben mit tollen Bildern!
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Liebe Susi, lieber Gerald,
habt ganz herzlichen Dank für Eure tolle Beurteilung! Ich freue mich wirklich sehr, dass Wort und Bild so gut ankommen!
LG Hartmut -
Liebe Friederike,
herzlichen Dank für Deine vielen guten Bewertungen der Fotos zu diesem Bericht!
LG Hartmut -
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Ganz wunderbarer Bericht und fantastische, ja einmalige Tierfotos, die mich einfach begeistert haben.
LG Ursula -
Hallo Ursula,
hab ganz herzlichen Dank für dein überschwengliches Lob!
LG Hartmut -
Hallo Ursula,
ich bin`s nochmal. Ich habe meine Antwort auf deinen Kommentar soeben auf dem PC von dirgni geschrieben, auf den ich offensichtlich nicht eingeloggt war. Also bitte nicht wundern! -
hello, ich bin ganz schwach geworden bei deinem Reisebericht. Ich liebe Afrika und denke oft an meine Reise zurück. Ganz sicher werde ich nochmals eine Reise unternehmen und Kamarun scheint besonders reizvoll zu sein. Danke für diesen Einblick.
Edith -
Hallo Edith,
ich freue mich, dass mein Limbe-Bericht dir einiges gebracht hat. Wenn dich Kamerun so stark interessiert, verweise ich dich auf meine derzeit drei anderen Berichte. LG Hartmut
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