Reisebericht

Reisebericht: Argentinien - die Unvollendete

 
 
 
 
 
Reisebericht: Argentinien - die Unvollendete



Im November 2009 stand für mich ein neuer Kontinent auf dem Reiseplan – Ziel „Argentinien“. Da ich in 20 Tagen sehr viele Eindrücke mitnehmen wollte, entschied ich mich erneut für eine geführte Gruppenreise, so dass ich mich nicht selbst um alle Flüge und Unterkünfte kümmern musste.

Inhaltsverzeichnis

Argentinien - Rundreise

Argentinien - die Unvollendete

Im November 2009 stand für mich ein neuer Kontinent auf dem Reiseplan – Ziel „Argentinien“. Da ich in 20 Tagen sehr viele Eindrücke mitnehmen wollte, entschied ich mich erneut für eine geführte Gruppenreise, so dass ich mich nicht selbst um alle Flüge und Unterkünfte kümmern musste.
Bei Ankunft und auch bei Rückkehr habe ich Buenos Aires leider nur Regenwetter erwischt. Aber mich interessierten sowieso eher die Natur und die Tierwelt.
Unsere Gruppe von 7 Leutchen harmonierte (bis auf eine Ausnahme) recht gut. Am nächsten Morgen starteten wir unsere Tour.

3. Tag
Flug von B.A. nach Trelew, wo wir in der Nähe (220 km) am Nachmittag die Magellanpinguin-Kolonie von Punta Tombo besuchten. Wir konnten uns diesen putzigen Gesellen bis auf einen Meter nähern und ihnen beim Brüten in den Höhlen zuschauen.

4. Tag
Wir starten zu einer ganztägigen Exkursion zur Halbinsel Valdés (480 km), den Liegeplätzen der Seelöwen und Seeelefanten. Es war wirklich ein „Liege“-Platz. Sie haben sich leider nicht von der Stelle gerührt. Aber es war Paarungszeit, und auf jeden Bullen kommen ca. 25 Weibchen. Die Nacht war wohl sehr anstrengend!
Auf der folgenden Walbeobachtungstour hatten wir auch reichlich Gelegenheit den Tieren mit einem Katamaran zu folgen. Hier konnten wir auch erstmalig feststellen, dass es Argentinien ohne Wind oder Sturm nicht gibt.

5. Tag
Flug von Trelew nach Calafate in Südpatagonien, wo wir uns abends bei Windstärke 9 am Lago Argentino die Füße vertreten konnten. Dass wir dort bei 3 Grad Flamingos antrafen, hätte ich auch nicht gedacht.

6. und 7. Tag
Jetzt kam das Highlight überhaupt. Tagesausflug zum Perito-Moreno-Gletscher (160 km). Zu Fuß konnten wir das ständige Kalben der Gletscher nicht nur hören, sondern auch sehen. Eine atemberaubende Eiskulisse. Dieser Gletscher ist einer der wenigen, die durch die feuchten Luftmassen, die von Chile über die Anden kommen, noch wachsen.
Da es das Wetter zuließ, sind wir am nächsten Tag wieder mit einem Boot auf dem Lago Argentino gestartet, um durch das Treibeis des Upsala-Gletschers ein Gefühl von „Titanic“ zu bekommen. Bis zu 50 m über dem Seespiegel ragten die Gletscherriesen heraus. Sie erstrahlten in den verschiedensten Blau- und Türkistönen.

8. Tag
Heute überquerten wir mit unserem Bus die Grenze nach Chile (340 km). Fjordähnliche Landschaft und Schneefall erwarteten uns in Puerto Natales. Das Wetter spielte auch dort verrückt. Normalerweise ist es zu dieser Jahreszeit mind. 10 Grad wärmer.

9. Tag
Auf weiteren 350 km fuhren wir durch Torres des Paine Nationalpark. Kleine Wanderungen zum Lago Grey und den Wasserfällen des Rio Paine gestalteten sich durch orkanartigen Sturm recht schwierig. Fotografieren war nur möglich, wenn man einen Baum in der Nähe hatte, den man dabei umarmen konnte.

10. und 11. Tag
Heute ging es wieder nach Argentinien zurück, um den Flughafen von Rio Gallegos zu erreichen (420 km). Ziel war die südlichste Stadt der Welt auf Feuerland –Ushuaia. Unser Hotel lag weit oben am Hang, so dass wir einen fantastischen Blick über die gesamte Bucht hatten. Mehrere Ausflüge mit Wanderungen durch den Nationalpark Tierra del Fuego und eine Zodiac-Fahrt zu einer kleinen Insel, auf der nur zwei junge Leute lebten, die sich ein kleines Wellblechhaus gebaut hatten, um uns ein warmes Getränk anzubieten, brachten uns die unberührte wilde Natur näher.

12. Tag
Vormittags starteten wir zu einer Schiffstour auf dem Beagle-Kanal. Ziel waren die Mähnenlöwen-Robben und eine faszinierende Vogelwelt. Bis auf 10 m konnten wir an diese Tierwelt mit dem Boot herankommen.
13. Tag
Flug von Ushuaia nach Tucuman. Krasser konnten die wetterbedingten Unterschiede nicht sein – 40 Grad im Schatten und Wassernotstand !

14.- 18. Tag
Hier kommt jetzt die Erklärung zu meinem Titel – in einem kleinen Ort in der Pampa (Cafayate) musste ich 8 Tage in einem Krankenhaus verbringen. Innerhalb von 24 Stunden bekam ich 40 Grad Fieber. Ich hatte mir einen Lungenvirus zugezogen, mit dem in dieser Gegend die Menschen schon von Kindheit an aufwachsen. Wenn man in einem solchen Krankenhaus gelegen hat, weiß man erst unsere Gesundheitspolitik zu schätzen. Es gab keine Handtücher, kein Toilettenpapier, keine Wäsche. Benötigte Arzneien mussten in den Apotheken selbst gekauft werden. Hätte mir die Reisegesellschaft nicht eine Reiseleiterin für eine Woche zum Dolmetschen (Englisch und Deutsch sind ein Fremdwort) und für die Versorgung freigestellt…….. Da darf ich heute gar nicht mehr drüber nachdenken.
Nun gut, ich habe alles überstanden. Nur die letzten Tage wollte ich eigentlich an den Iguassu-Wasserfällen verbringen. Die fielen also wortwörtlich ins Wasser.

19. Tag
Heute wurde ich von einem separaten Wagen der örtlichen Reiseleitung abgeholt, denn ich musste noch 360 km bis nach Salta kommen, um den Rückflug nach Buenos Aires anzutreten.
Hier kam ich natürlich noch durch eine faszinierende Landschaft. Es ging durch den Rio de las Cochas Canyon mit skurillen Felsformationen, die in den verschiedenstens Rottönen in der Sonne strahlten. Es hätte auch irgendwo in Colorado sein können. Der Fahrer hatte für mich ausreichende Fotostopps zeitlich eingeplant, was mich die vergangenen Tag schnell vergessen ließen.

20. Tag
Dank der Hilfe der „gelben Engel“ vom ADAC konnte ich meinen Flug von Buenos Aires nach Frankfurt auf einen Direktflug umbuchen, so dass ich nicht noch einen anstrengenden 7-stündigen Aufenthalt in Madrid hatte. Hier sei Ihnen nochmals mein herzlichster Dank.



 
 
 
 
 

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Kommentare
  • mamaildi 09.03.2010 | 21:29 Uhr

    Auch so kann eine Reise enden... Ich hoffe, du hast das ohne Folgen überstanden! Es war interessant zu erfahren, dass man in so einem Notfall nicht ganz allein gelassen wird, auch wenn die äußeren Umstände nicht die gewohnten sind.

  • trollbaby 10.03.2010 | 18:38 Uhr

    Hallo Brigitte!
    Ach Du meine Güte, da hat Dein Urlaub aber nicht sehr tolle geendet! Gut, dass alles so hervorragend organisiert wurde und Du alles überstanden hast, aber schade um Deine Reise! :-( Es ist aber auch interessant zu hören, dass in Cafayate ein Lungenvirus krassiert. Weißt Du, ob das öfters vorkommt, dass sich Reisende dort anstecken?
    Ich wünsche Dir jedenfalls viele weitere schöne Reisen, aber ohne Krankheiten!!!
    LG Susi

  • A.Anders 12.03.2010 | 10:34 Uhr

    Ein dramatisches Ende, gut wenn man dann auch eine Versicherung hat.

  • Blula 25.07.2010 | 19:16 Uhr

    Auch so kann ein Reisbericht mal aussehen... Dass Du es bist, der das alles erleben musste, tut mir sehr leid. Auch ich wünsche Dir, dass Deine nächsten Reisen glücklicher verlaufen und Du voll entschädigt wirst. Danke für diesen Bericht und die sehr guten Fotografien.
    LG Ursula

  • freeneck-farmer 05.06.2011 | 18:25 Uhr

    Danke das du dieses Bericht noch mal in Facebook gestellt hast. Es ist schon eine Weile her und ich denke das du ganz wieder Gesund bist. Gehst du noch mal zurück?
    Tolle Aufnahmen.
    LG Anneken

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