Im "grünen Holland" den Fledermäusen auf der Spur

Reisebericht

Im "grünen Holland" den Fledermäusen auf der Spur

Reisebericht: Im "grünen Holland" den Fledermäusen auf der Spur

Die Niederlande haben mehr zu bieten als nur Dünen, Strand und Meer. Einen Besuch wert ist auch die von Wiesen und Wald geprägte Gegend entlang der Vechte, wo die Gastronomie zunehmend die Wellnessgäste für sich entdeckt.

Sektfrühstück auf der Vechte

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Platsch! Der Schritt hat gesessen – Alexandras rechter Fuß ist mitten in einem noch relativ frischen Kuhfladen gelandet. „Ihhh“, schreit sie auf, doch Förster Nico Arkes, unser Begleiter von der Niederländischen Staatsforstbehörde Vechtetal, beschwichtigt: „Das ist Natur. Man soll die Landschaft hier auch erleben“.

Das tun wir zur Genüge bei dieser geführten Dämmerungswanderung, die die niederländische Forstbehörde regelmäßig für kleine Besuchergruppen anbietet. Denn schon wieder warnt Arkes die Teilnehmer vor dem unebenen Terrain: mal tritt man ins Leere, weil sich eine kleine Kuhle unter den Füßen befindet, mal stolpert man über einen kleinen Ameisenhügel. Klar, die Dämmerung ist schon so weit fortgeschritten, dass der Boden nur noch schemenhaft wahrgenommen wird. Gut, dass die Dachsbauten, die es hier geben soll, sich unter den Ginsterbüschen verstecken. Und da sage noch mal einer, die Niederlande hätten nur Küste, Strandleben und Segeltörns als Urlaubsvergnügen zu bieten, solch eine Wanderung ist doch Abenteuer pur, da fühlen sich die Teilnehmer gleich in ihre Jugendzeit zurückversetzt, erinnern sich an Schul- und Pfadfinderwanderungen.

Derweil ist Arkens Kollege Ruud Jonka an der Spitze der kleinen Gruppe mit dem Batdetector auf Fledermausjagd. Das kleine Gerät macht die hochfrequenten Laute, mit denen die Tiere sich orientieren, für das menschliche Ohr hörbar. Ein zunächst leises und langsames Tackern aus dem Kästchen wird plötzlich schneller und lauter, als Jonka es in Richtung der Baumwipfel hält. Und fast im gleichen Augenblick fegt über unseren Köpfen ein schneller schwarzer Schatten hinweg, eine Fledermaus auf der Jagd nach Insekten. „Das war schon ein sehr großes Exemplar“, berichtet Ruud Jonka und geht auf eine große Wiese zu, auf der sich der Abendnebel zunehmend breit macht. „Das sind die Witte Wieven“, erläutert er und berichtet von alten Sagen aus der Gegend, nach denen die „Nebelhexen“ verantwortlich gemacht wurden, wenn die Leute in den weißen Schwaden an den Ufern der Vechte herumirrten. Dann aber heißt es zügig zurück zum Auto, denn die Dämmerung wird längst von der richtigen Nacht eingeholt.

Die Forstverwaltung Vechtetal bietet diese Dämmerungstouren im Gebiet zwischen Ommen und Hardenberg speziell für kleine Gruppen mit bis zu vier Personen an. Zunächst geht es im Allradfahrzeug ins Gelände, bevor die Teilnehmer selbst durch die Natur wandern. Dabei sind die Fahrzeuge so hergerichtet, dass jeweils auch ein Behinderter an der etwa zweistündigen Exkursion teilnehmen kann. Die Kosten pro Person betragen 12,50 Euro (einschließlich Kaffee, Tee oder Erfrischungsgetränk).

Die Wanderung ist Teil einer neuen Kombination mit Wellnessangeboten in der Grenzregion der Provinzen Gelderland und Overijssel. Unter der Bezeichnung „PureWellness+“ bieten zahlreiche Hotels zum einen ihre speziellen Entspannungsprogramme an. Darüber hinaus steht das plus für zusätzliche Angebote, mit denen die Region entdeckt werden soll, wie eben hier mit der Dämmerungswanderung. Die kann übrigens auch über den Campingplatz „Beerze Bulten“ (der ebenfalls eigene Wellnessangebote im Programm hat und in den Campingplatzbewertungen einen Spitzenplatz einnimmt) gebucht werden.

Wer lieber auf den Spuren des indischen Gurus Krishnamurti wandeln möchte, der in den zwanziger und dreißiger Jahren in der niederländischen Grenzregion gelehrt hat, dem sei das viertägige Arrangement „Orientalisches genießen“ des Hotels Paping im Ommen empfohlen. Die Teilnehmer können einerseits ayurvedische Massagen, ein Hydromassagebad und eine feine Saunalandschaft genießen, andererseits aber auch die Plätze erwandern, an denen der Guru gelehrt hat. Wer will, kann auch das Boot des Hotels für einen Ausflug auf der Vechte chartern und dann auf einer Strecke von etwa fünf Kilometern über das langsam dahinfließende Gewässer schippern (Bootsführerschein ist nicht erforderlich). Bis zu zwölf Personen haben reichlich Platz in dem kleinen Kahn, der auch einen idealen Rahmen für ein Sektfrühstück auf dem Wasser bietet.

Startpunkt zur Dämmerungswanderung ist das Natuurinformatiecentrum De Besthermolen, Hammerweg 59a, in 7731 AJ Ommen (Anmeldung und nähere Information: Tel.: 0031(0)523 261850 oder Email: n.arkes@staatsbosbeheer.nl). Informationen über die teilnehmenden Einrichtungen und Programmdetails gibt’s unter www.purewellnessplus.nl.



Spaziergang durchs "grüne Holland"


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