Indien: von Delhi nach Mumbai in drei Wochen

Reisebericht

Indien: von Delhi nach Mumbai in drei Wochen

Seite 1 von 8

Ankunft in Delhi

Verkehrschaos

Keine Bildinformationen verfügbar

Nach einem kurzweiligen Flug landen wir in Delhi kurz nach Mitternacht. Der erste Gedanke beim Blick aus dem Flugzeugfenster: Ist das Nebel dort draussen? Beim Ausstieg wird jedoch schnell klar: nein, das ist kein Nebel, der sich über den Flughafen gelegt hat, das ist Smog. Und so riecht es auch. Eine Mischung aus Benzin, verbranntem Papier und ein Hauch Räucherstäbchen. Dieser Duft sollte uns die kommenden drei Wochen ein treuer Gefährte bleiben....

Am nächsten Morgen machen wir uns auf nach Old Delhi. Jetzt wird es erst so richtig dreckig. Wir bekommen einen Eindruck davon was es heisst, wenn Millionen von Menschen auf engstem Raum zusammenleben (und diesen Raum auch noch mit diversen Tieren teilen müssen). Die Straßen sind überfüllt von Fahrrad- oder Autorikschas, Mopeds, Autos, Fußgängern, Straßenverkäufern, Hunden, Katzen, Kühen.... alles was sich bewegen kann ist auch in Bewegung. Der Lärm und das Gedränge treffen uns zwar nicht unvorbereitet, aber in der Theorie ist das nicht halb so anstrengend wie in der Realität. Als Fußgänger ist man in der Verkehrs-Nahrungskette ganz hinten angesiedelt und so versuchen wir einfach, erstmal nicht überfahren zu werden. Alle paar Meter stellt sich uns eine Rikscha in den Weg, darauf hoffend dass wir aufgeben und uns wenigstens ein paar Meter fahren lassen. Wir machen uns dennoch zu Fuß auf zur ersten Sehenswürdigkeit.



Das Red Fort und die Jama Masjid Moschee

Moschee in Old Delhi

Keine Bildinformationen verfügbar

Wir entfliehen dem Strassentrubel und retten uns ins Red Fort. Die riesige Festung aus roten Sandsteinmauern diente früher der Abwehr von Feinden und wurde 1648 erbaut. Die Gemäuer sind sehr gut erhalten und umrahmen einige nette Parkanlagen. Hin und wieder umgarnen uns ein paar Inder, die ein Foto von uns machen möchten. Noch sind wir überrascht und freundlich, nicht ahnend, dass Modellstehen für die kommenden Wochen unser Hobby werden wird.

Nach dem Fort geht es in die riesige Moschee. Ich bin nicht angemessen gekleidet und werde in einen gardinenartigen Dress gesteckt, der wenig kleidsam aber zweckdienlich ist. Die Moschee ist ein riesiges Areal, über 20000 Menschen finden dort platz. Hier wird deutlich: klotzen statt kleckern ist angesagt, der Inder baut recht großzügig. Es herrscht eine andächtige Athmosphäre, hin und wieder unterbrochen von lauten Gesängen Gläubiger.

Der erste Tag schafft uns. Von allem scheint es zuviel zu geben: zuviele Menschen, zuviele Autos und Rikschas. Lärm und Gewuseln wohin man schaut. Wir haben Hunger, aber die Garküchen in Old Delhi scheinen ein wenig zu abenteuerlich für den ersten Tag. Unter Umständen hat man doch zu lange was davon...



The little Keb School

The little Keb School

Keine Bildinformationen verfügbar

Am nächsten Tag besuchen wir die 'little Keb School'. Dies ist eine eine privat organisierte Schule für Kinder aus den Armenvierteln von Delhi. Der Initiator der Schule, Dr. K. aus Hamburg, lebt bereits seit über 10 Jahren in Indien und engagiert sich für sozial benachteiligte Kinder, wovon es in Indien leider sehr viele gibt. Ihnen wird neben den schulischen Inhalten auch Grundlegendes beigebracht: z.B wie man sich die Zähne putzt, oder sich die Fingernägel schneidet und sauber hält.

Wir werden von den Kindern bereits erwartet mit einem Blumenkranz als Geschenk begrüsst. Es sind ca. 100 Kinder anwesend und jedes Kind möchte uns etwas vorführen: einen Tanz, ein Liedchen oder ein Gedicht. Es ist niedlich und anrührend zu sehen, wie sich sich darum streiten, wer als nächstes an der Reihe sein darf.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei Herrn Dr. K. und den Lehrern, dass wir zu Besuch kommen durften! Ich werde demnächst an dieser Stelle noch eine Kontaktadresse hinzufügen, für alle die sich über das Projekt informieren oder helfen möchten!


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • PioAdam

    ein Super Reisebericht, als wäre man live dabei gewesen. Alles in Allem eine turbulente Erfahrung, die man sicherlich nicht so schnell vergessen dürfte. Da packt mich doch glatt das Reisefieber. Auch wenn ich wohl nicht so bald nach Indien kommen dürfte, sind Deine Tipps doch für jeden Indien-Interessierten Gold wert. Bevor ich mich hier weiter in Extase rede (bzw. schreibe), vergebe ich wohlverdiente 5 Punkte und bedanke mich für den Aufwand den Du Dir mit dem Verfassen des Berichtes gemacht hast.

    Grüße Adam

  • MarcoRiccio

    Sehr schöner Reisebericht, kann mich dem
    ersten Kommentar voll anschließen!

  • darek (RP)

    Gut geschrieben, macht richtig Lust auf Indien! Ein faszinierendes Land, nicht wahr?

  • winni

    Sehr schöner Reisebericht über Indien. War im November 2007 in Indien.
    Ein paar Tipps von mir: Auf den Bahnhöfen gibt es eine Liste mit den Namen und Sitzplatznummer. Natürlich gibt es sie an den Zugwagons auch, aber hier kann man sich vorher auch schon erkundigen.
    Pushka: Im Hotel "Inn seaven heaven" haben wir auch gegessen. Einfach wunderbar. Zur Kamelmarktzeit haben über das Internet leider kein Zimmer mehr bekommen. Schade. Wir haben im "Peacock" gewohnt, und war für 2.000 Rp. Zu dieser Zeit steigen die Preis bis zum 10-fachen. Die Priester an den Ghats sind einfache Beträger. Hier sollte man sich nicht einlassen. Sie trennen die Paar um noch mehr Geld zu bekommen. Hier sollte man erst garnicht darauf eingehen, bzw. wenn sie Geld verlangen sofort die Stätte verlassen. Habe einige Tage das Geschehen beobachtet. An einem Tag waren sie in weiß und an einem anderen Tag in rot gekleidet. Wie gesagt, alles Gauner.
    Sonst ein schöner Reisebericht. lg winni

  • klarinos

    guter Bericht mit wichtigen Infos für meine Indien-Reise im Februar 2009. Danke!

  • sayangku

    Ich schließ mich da doch gerne den vorherigen Kommentaren an. Ein wirklich schöner, umfassender Bericht, der die indische Mentalität doch treffend beschreibt. (Das typische Kopfwackeln der Inder habe ich mal versucht hier in Hamburg zu adaptieren. Verstand hier aber auch keiner...)
    Danke auch für die tollen Tipps. Die werden mir doch sehr im Januar 09 bei meiner Reise nach Rajasthen helfen!
    Besten Dank dafür und lieben Gruß,
    Christoph

  • Mewari

    Ich musste bei den Beschreibungen zu Udaipur schmunzeln. Es ist schön, diesen Ort mal wieder durch die Augen von anderen Reisenden zu sehen. Die Oma aus dem Queens Cafè ist übrgens Anfang 50! Ich weiß, das überrascht die meisten. Chandra wurde vom Leben gezeichnet. Ihre jüngste Tochter Menakshi (sie macht die leckeren Chocolate Balls) ist meine Freundin seit nunmehr 10 Jahren. ich fühle mich der Familie sehr verbunden. Herzliche Grüße, Elke

  • nach oben nach oben scrollen
  • ToniE

    Schöner Bericht, insbesondere da man vieles wiedererkennt.
    An das Cafe Edelweiss in Udaipur kann ich mich noch gut erinnern.
    Ich ass Nussecken. nach zwei Wochen indischer Küche was ganz exotisches.
    TONI

  • sayangku

    Und immer noch ein sehr schöner Bericht, der weiterhin viel Spass macht.
    Ich bin gerade von einer ebenso dreiwöchigen Indienreise zurückgekommen und habe Udaipur, Jaipur, Pushkar und Delhi nun auch live erleben dürfen. Danke nochmals für den Bericht.

  • freeneck-farmer

    Sehr Informatif und gut geschrieben. Ich plane eine Reise nach Indien für das nächste Jahr. 4 Wochen ohne vorabbuchungen, versuche viel zu lesen so dass ich nichts verpasse. Weiss noch nicht ob ich in den Süden , das Norden oder von beide etwas möchte.
    Herzliche Grüße
    Anneken

  • RdF54

    Hallo kinkimono (was für ein süsses Anonym :-) ),
    da ich momentan alles über Indien sammle, da mein geist sich so langsam bereit macht in Indien einzutauchen, fande ich Deinen schönen Reisebericht sehr informativ, leicht geschrieben und unterhaltsam zu lesen!
    Danke auch für die wertvollen Tipps, die einem "Indien-Newbie" immer nützlich sind!!

    LG Robert

  • Blula

    Vielen Dank für diesen äußerst beeindruckenden Bericht. Diese Tour wirst Du sicher nie vergessen und wir können uns nur herzlich für diesen so anschaulichen Reisebericht bei Dir bedanken.
    Viele Grüße! Ursula

  • windweit

    Ich bin gerade wieder auf diesen Reisebericht gestoßen und ich kann mich Blula nur anschließen.
    Viele Grüße, Gabi

  • nach oben nach oben scrollen
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Indien: von Delhi nach Mumbai in drei Wochen 3.94 33

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps