Old Burma Road

Reisebericht

Old Burma Road

Reisebericht: Old Burma Road

Bericht über eine organisierte Reise in kleiner Gruppe von Hanoi durch Chinas südlichste Provuinz Yunnan nach Burma/Myanmar

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Von Hanoi bis zur chinesischen Grenze

Schwarze Hmong

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Vor der Abreise hatte ich mir viele Gedanken gemacht, ob es richtig ist, nach Burma zu reisen. Im September und Oktober flimmerten die Bilder über die Demonstrationen in Rangun und Mandalay über unsere häuslichen Fernsehschirme. Und seit der Niederschlagung der Proteste kaum noch Nachrichten. Wird es gefährlich? Wen unterstützt man da wirklich? Es ist grässlich, aber vier von fünf Fluglinien gehören der Familie des Generals oder hohen Militärs, das Gleiche gilt für die besseren Hotels. Es gibt 2 Fernsehsender, der eine ist staatlich, der andere gehört dem Militär. Die Liste liesse sich sicher fortführen.

Doch ich will am Anfang beginnen:
Zunächst einmal ging der Flug nach Hanoi, bekanntes Terrain noch vom Februar diesen Jahres. Es blieb so gut wie keine Zeit, irgend etwas anzuschauen. Das wäre ärgerlich gewesen für jeden, der zum ersten Mal in dieses freundliche und quicklebendige Land kommt. Doch wie ich sehr schnell feststellen musste, war ich mit lauter 'alten Hasen' unterwegs, die alle schon in Vietnam gewesen sind.

Nun gut. Am nächsten Morgen ging es dann auf äußerst holperiger Strecke Richtung Norden/chin. Grenze und in die 'Tonkinesischen Alpen' nach Sapa. Dort leben viele Minderheiten, die recht nett anzuschauen sind in ihren Trachten. Da gibt es 'Schwarze Hmong', 'Blumen-Hmong', 'Weisse Hmong' , 'Cai' und 'Yi'. Die Frauen scheinen den lieben langen Tag lang wunderschöne Handarbeiten zu machen auf Stoffen, die mit selbst angebautem Indigo dunkelblau bis schwarz gefärbt werden.

Um Sapa herum wunderschöne Landschaft, malerische Reisterassen, Wir hatten freundliches Wetter und sind einige Stunden herumgewandert. Das Hotel war anständig und verfügte zwar nicht über Heizung, ein Umstand der in fast 2000 m Höhe für uns Weicheier schon von einiger Bedeutung ist. Aber es gab in jedem Zimmer einen 'Widerstand', so die Erklärung unseres Guides. Nach einigem Suchen entpuppte sich dieses Ausstattungsstück als eine elektrische Heizdecke im Bett, eine wahrlich nette Errungenschaft in kalten Nächten!

Und am nächsten Tag stand uns dann schon der Grenzübertritt nach China bevor.
Die Grenzformalitäten waren schnell erledigt. Beim Durchleuchten des Gepäcks gab es erste Eindrücke von dem Staat, den wir nun bereisen wollten. Mit sicherem Griff wurde ein einziges Buch herausgefischt und konfisziert: Lonely Planet Reiseführer 'China'. Wir alle schauten einigermassen perplex! Der chin Reiseleiter ('Stefan'), gefragt, was das soll, erklärte uns, dass in diesem Buch keine Beschreibung von Taiwan sei. Taiwan aber sei Teil der VR China, daher sei dieses Buch verboten und müsse beschlagnahmt werden! Die ganze Erklärung mit einer Miene, die uns unangenehme Tage befürchten liess... Vielleicht stehen in diesem Reiseführer auch noch ein paar kritische Sätze zur Tibet-Politik oder positive Statements zum Dalai Lama? Wir konnten es nicht mehr überprüfen. 



Cai-Frau

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Kommentare

  • jens

    Bravo! Danke für Bericht und Photos!

  • Siggi

    Hervorragend! Informativ und einfühlsam! Da liebt jemand Asien.

  • klaudki

    Bin zwar kein Asienkenner. Dieser Bericht ist jedoch so einfühlsam, informativ und aktuell, z. Bsp. bei der Schilderung der Hintergründe des Mönchaufstands in Burma und seiner Niederschlagung, dass er auch den Daheimgebliebenen ein anschauliches Bild der bereisten Regionen und der dort herrschenden Verhältnisse vermittelt.

  • biermama

    Spätestens nach Ansicht dieser fantastischen Bilder und der Liktüre des Berichtes weiß man, wo man in seinem Leben unbedingt noch hin müsste.

  • ikarus

    Das macht Lust auf mehr, fast zum neidisch werden.
    Auch wenn in dieser Region ohne organisierte Reiseleitung so gut wie nichts geht, war dies offenbar kein gedankenloses Abklappern von Sehenswürdigkeiten. Da haben viele Facetten des Lebens, von Politik, Kultur, Landschaft, Tierwelt bis hin zur schnöden Speiseunverträglichkeit ihren Platz, ganz so wie er ihnen gebührt. Chapeau!

  • Maggie

    Herrlich geschrieben, voller Sympathie für Land und Leute (zumindest Burma). Könnte mir nun vorstellen, mich bei der nächsten Fernreise auch für Burma zu entscheiden. Und die Fotos sind einfach phantastisch!

  • mimimacht

    Wirklich eindrucksvoll. Vielen Dank!

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  • reisegast

    Vor zwei Jahren war ich auch in Myanmar. Da war es schon abzusehen dass es im Sozialgefüge knallen würde. Wunderbare Menschen und ein absolut kriminelles System. Es ist zum Heulen!

  • Ulli

    Ein spannender und eindrucksvoller Bericht. Und brilliante Fotos. Das macht richtig Vorfreude auf meine Reisevorbereitung für den Herbst nach Yünnan und Tibet. Vielen Dank.

  • Dawen

    Dieser Bericht hebt sich so wohltuend von den üblichen Reisebeschreibungen ab. Er wurde sachlich und gleichzeitig mit viel Herz verfasst. Die vielen kleinen Details fügen sich zu einem stimmigen Gesamteindruck zusammen. Auch der Blickwinkel der Aufnahmen passt dazu. Ich freue mich auf den nächsten Bericht.

  • Aixplorer (RP)

    Schöner Bericht, schöne Bilder. Verschafft Sehnsucht und freue mich, im März wieder in Myanmar zu sein.

  • Landor

    Ist es tatsächlich so, dass man individuell kaum reisen kann und auf Reiseleitung angewiesen ist? Ich habe gehört, dass es durchaus kein Problem ist, alle selbst zu organisieren und den Bus zu nehmen.

    Kann man auch in unerschlossene Gebiete reisen? Sie sind die Straßen? Ist der Verkehr einigermaßen zuverlässig?

    Achso: schöner Bericht!

  • glaspalast

    Schöner Bericht und ich kann dich nur unterstützen, denn ich war schon da. Anfang 2008, als Angehöriger einer organisierten Reise auf der touristischen Rennstrecke. Wenn man mit offenen Augen durch die Gegend geht, bekommt man genug von dem zu sehen, was eigentlich vor den Touristen versteckt werden soll. Das Land und vor allem die Menschen, solange sie keine Uniform anhaben, sind großartig.
    Nebenbei: Glaubt nicht alles was in den Medien über dieses Land berichtet wird. Hört lieber auf die Menschen, die das Land schon bereist haben.
    Servus
    Herbert

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  • RdF54

    Hallo Kirsche,

    ein wirklich einfühlsamer, gut beschriebener und ehrlicher Bericht, der einem den Blick auf eine Region richtet, die nicht alltäglich ist!
    Deine schönen Bilder tun ein übriges!!

    LG Robert

  • Gudrun2

    Gudrun2 Hallo Kirsche
    Du hast mir aus dem Herzen geschrieben, denn ich kenne den Inle-lake, die Pa O mit ihren riesiegen Knoblauchfeldern, usw. Wir haben auch Wein getrunken in dem Deutschen Weingut. Aber das Tollste ist: Deine San ist die Schwester von unserer Cho Cho.
    Auch wir machen viel Werbung für Burma, da man nur so diesen lieben freundlichen heiteren Menschen helfen kann,denn wenn keine Touristen kommen und das haben wir 2008 und 2009 erlebt, verdienen sie gar nichts. Ich finde Deinen Arkikel ganz toll und kann ihn nur unterschreiben Gudrun2

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Old Burma Road 3.59 27

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