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Reisebericht: Wanderung zur Cadlimo Hütte in den Schweizer Alpen
Bergwanderung zu einer Hütte des Schweizerischen Alpenclubs auf luftiger Höhe von 2572 M.ü.M.
Ritom Bahn - steilste Standseilbahn Europas
Die Wanderung beginnt mit der steilsten Standseilbahn, der Ritom Bahn, mit einer maximalen Pendenz von 87.8% und einem Höhenunterschied von 786 Metern. Die Talstation erreicht man mit einem Postauto (Bus) ab Airolo. Airolo erreicht man bequem mit dem Zug. Oben bei der Bergstation Piora auf 1793 Metern über Meer gehts über eine asphaltierte Strasse erstmals leicht ansteigend zum Ritom-See. Weiter gehts am linken Seeufer entlang bis zur Abzweigung zum Lago di Tom.
Ganz schön steil
Ich habe die Seen entlang des Wegs nicht gezählt, aber es waren sicher 4! Je nach Kondition gelangt man nämlich ganz schön ausser Puste. Der wunderschöne Aufstieg durch das Val Piora zur Cadlimo Hütte beträgt bei mittlerem Tempo und schöner Mittagsrast etwa 4 Stunden. Es hat keine Restaurants auf dieser Höhe, also Proviant und Wasser nicht vergessen. Je nach Jahreszeit kann die Witterung auch sehr schnell wechseln und auf den Anhöhen kann eine bissige Brise wehen. Zudem kann bis im Spätsommer noch schnee liegen, was den Reiz der Landschaft noch erhöht.
Die Hütte
Die Cadlimmo Hütte bietet guten Komfort, man muss nicht mal einen Schlafsack mitbringen. Am besten man bucht Halppension und geniesst das hervorragende Essen in gemütlicher Umgebung. Die Zimmer haben 12 Kajütenbetten, es hat gute sanitäre Anlagen, aber keine Duschen. Leider hat uns ein kurzer Regen den Sonnenuntergang vermiesst, dafür waren die Berge morgens um 7 wunderschön. SAC Hütten solten in der Regel vorreserviert werden, was meist per Email oder Telefon geht. Die Hütten und deren Zugänge, sowie Wandervorschläge sind auf http://www.sac.ch/ bestens beschrieben. Wir haben gut geschlafen, allerdings ist eine Nachtruhe um 22 Uhr nicht Jedermanns / Jederfraus Sache.
Der Abstieg
Von der Cadlimmo Hütte führen viele Wege ins Tal zurück. Von der Rundwanderung durchs Cadlimo und Termine Tal zurück nach Ambri-Piotta haben uns viele abgeraten, "es gäbe schöneres". Je nach Kondition kann man nach Airolo, zum Lukmanierpass, auf den Gotthard, nach Andermatt oder zum Oberalppass wandern. Wir haben uns für die letzte Variante entschieden. Als erstes ging es wirklich steil runter. Da die Temperaturen in der Nacht auf unter Null gefallen waren, waren die Felsen teilweise etwas glitschig, Wanderstöcke können hier helfen. Leider muss man wieder etwa 300 Höhenmeter "vernichten", die man kurz danach beim Anstieg auf den Passo Bornengo (2631 müM) wieder zurückerkämpfen muss.
Uns wurde der Aufstieg sehr kurzweilig gemacht, konnten wir doch über 25 Steinböcke beim Fressen und Buhlen beobachten. Glücklich ist, wer ein starkes Tele dabei hat.
Zum Oberalp
Der Weg runter zum Oberalppass dauert mit gemütlicher Rast etwa 5 Stunden. Für mehrtägige Touren stehen weitere 3 SAC Hütten in der Gegend zur Auswahl. Wir wandern aber auf direktem Weg runter in die lärmige Zivilisation des Oberalp. Vom 2044 Meter hoch gelegenen Pass führt die Matterhorn-Gotthard Bahn entweder nach Chur oder in die andere Richtung nach Andermatt. Wer mag, kann die ca 1 1/2 Std runter nach Andermatt auch zu Fuss hinter sich bringen.
Die Wanderung hoch zur Cadlimmo Hütte ist nur eine der vielen lohnenswerten Bergwanderungen in der Schweiz.
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