Maine - wilde Küste, rauhes Land, spektakuläre Farben der Natur

Reisebericht

Maine - wilde Küste, rauhes Land, spektakuläre Farben der Natur

Reisebericht: Maine - wilde Küste, rauhes Land, spektakuläre Farben der Natur

Endlich Urlaub! Eine Einladung nach Maine/ USA in ein Strandhaus ... Da konnten meine Frau und ich nicht nein sagen. Wir erlebten Stille, Einsamkeit, Erholung und einzigartigen Naturschönheiten, unter anderem im 'Acadia National Park'.

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Anreise

Blick über die Frenchman Bay...

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Ziel der Reise war die Erholung. Erholung von der Arbeit, von der lärm- und abgasüberlasteten Bundesstraße neben der wir wohnen und Erholung von der schlechten Luft einer Großstadt.
Als wir nach über 18 Stunden (9 h Flug Stuttgart - Atlanta/ Georgia, 6 h Aufenthalt, 2 h Flug Atlanta/ Georgia - Bangor/ Maine, 1 h Autofahrt an die Küste) nach 1 Uhr nachts am Ziel in Maine an der Küste aus dem Auto stiegen, waren wir trotz Müdigkeit erst einmal überwältigt. Klare Meeresluft empfing uns, wir konnten den harzigen Duft der Fichten und Tannen der unendlichen Wälder hinter unserem Rücken riechen. Die Sterne leuchteten und die Milchstraße breitete sich über uns in einer Klarheit aus, wie wir es selten zuvor in unserem Leben sahen, vielleicht nur vergleichbar mit dem Nachthimmel über der Wüste. So bezogen wir übermüdet aber glücklich unsere Hütte an der Frenchman Bay in Maine/ USA. Sicher hätte ein Flug via Boston/ Massachusettes nach Bangor/ Maine die Reisezeit erheblich verringert, aber dafür hätten wir früher buchen müssen. Wir haben knapp einen Monat vor Antritt der Reise den Flug gebucht, da wir kurzfristig von lieben Freunden eine Einladung und eine Hütte direkt am Meer bekommen haben. In diesem Fall darf man mit dem Flug nicht wählerisch sein.
Am nächsten Morgen wurden wir mit einem tollen Panorama vor unserer Hütte überrascht. Von unserem Fenster aus konnten wir an einer anderen Hütte vorbei über die Frenchman Bay hinweg die bewaldeten Berge von Mount Desert Island mit dem Acadia National Park sehen mit Bar Harbor an der Küste. Die Sonne strahlte und es versprach ein wunderschöner Spätsommertag zu werden.
Ein Blick auf das Handydisplay verriet: Kein Empfang! Somit eine garantierte Ruhe von Job und Chef.



Ein Spaziergang entlang der Küste

Stein- und Geröllküste...

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Meine Frau und ich hatten keine genaue Pläne für den Ablauf unseres Urlaubs geschmiedet. Wir wußten nur, wir wollen uns möglichst viel bewegen und aktiv sein, dies aber möglichst ohne Stress. Wir hatten beschlossen uns treiben zu lassen und nur das zu machen wozu wir Lust haben würden. Ein Auto stand uns zur Verfügung, ohne Auto ist man in den USA aufgeschmissen, damit konnten wir problemlos zu Ausflügen in die nähere Umgebung starten.
Die Höhepunkte unserer Ausflüge haben wir hier in diesem Bericht zusammengestellt. Die kleineren, unangenehmen Erlebnisse wie der vergebliche Versuch, eine verpickelte 17-Jährige Kassiererin im Supermarkt davon zu überzeugen, dass man erheblich älter als 21 ist und somit Wein kaufen kann, sowie die Erkenntnis, dass der deutsche Personalausweis oder der deutsche Führerschein einen amerikanischen Supermarktmanager herzlich wenig interessieren, habe ich hier außen vor gelassen. Auch die Geschichte, als mir beim Blaubeerpflücken plötzlich lauter Hummeln das Hosenbein innen hoch krochen, erwähne ich nicht, da dies schmerzliche Erinnerungen weckt.
Wir beschlossen erst einmal einen ersten ausgedehnten Spaziergang entlang der Küste zu machen. Einen Sandstrand gibt es nicht, es herrschen Geröll- und Steinküste vor, teilweise muss über Felsen geklettert werden, die steil ins Meer abfallen. Ab und zu muss auch ein Tangfeld überquert werden. Alles in allem kann man böse stolpern, wenn man nicht aufpasst wohin man tritt. Aber dafür hat man die Küste für sich alleine. Das Meer war ruhig, die Sonne wärmte angenehm und der Blick auf die Frenchmanbay und die Berge um uns herum war klar.
Meine Frau fing an erste Erinnerungsstücke zu sammeln, Steinchen mit außergewöhnlichen Farben und Formen, oder Muscheln. Ich begann mich zu fragen, welche Menge sie wohl in zwei Wochen zusammen bekommen würde und wie wir dies dann nach Hause verfrachten sollten ohne Übergepäck zu zahlen.
An der Küste zu laufen wird es nur bei Flut schwierig, diese reicht bis fast an die Bäume heran, daher sollte man seinen Spaziergang mit den Gezeiten abstimmen. Auch kann es bei schwierigen Passagen über scharfkantige Felsen passieren, dass der Rückweg versperrt ist. Dann muss man sich durch die Wälder schlagen, oder über das Grundstück eines Sommerfrischlers gehen, die hier von verwildert bis sehr gepflegt direkt an der Küste liegen. Glücklich kann sich die Frau schätzen, die einen Ehemann hat, der mutig genug ist den Wachhund abzulenken. Amerikanische Hunde bellen genauso laut wie Deutsche.



Unberührte, einsame Küste in der Frenchman Bay

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Blaubeeren

Blaubeeren frisch gepflückt

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Blaubeere haben in Maine eine ganz besondere Bedeutung. Das liegt zum einen daran, dass sie überall wachsen, zum anderen daran, dass sie einen bedeutenen Wirtschaftsfaktor darstellen. Maine hat zwei bedeutende Exportartikel, Hummer und Blaubeeren. Fragt sich nur welcher leckerer ist. Was die Blaubeeren betrifft ist Maine einer der größten Produzenten weltweit. Es gibt an die 15 verschiedene Sorten. Da gibt es die kniehoch wachsenden süßeren schwarzen Blaubeeren, die niedriger wachsenden grausilberfarbenen Blaubeeren, Blaubeeren deren Frucht mit einer hellblauen dünnen Samtschicht überzuckert zu sein scheint und die 'normalen' Blaubeeren. Großflächig kultiviert werden jedoch nur die niedrig wachsenden normalen Blaubeeren.
Damit zusammenhängend kann man in den Kaufhäusern und Touristenläden die verschiedensten Produkte mit Blaubeermotiv kaufen. Von der Schürze bis zur Teetasse, vom T-Shirt bis zum Schneidebrett.
Da die Beeren allerorts wachsen findet man ab Mitte August immer genug für den Eigenverbrauch. Auf drei Dinge sollte man dabei achten: Erstens, niemals Blaubeeren von einem kommerziellen Feld pflücken. Es sollen schon unberechtigte Pflücker als Blaubeerdiebe erschossen worden sein. Zweitens, niemals zu nahe der Straße pflücken, ab und zu kommen Autos vorbei. Und weil niemand auf den entlegenen Straßen mit einem deutschen Touristen rechnet, der sich die Mühe macht entlang der teilweise sehr einsamen Straßen Blaubeeren zu pflücken, besteht die Gefahr von einem unaufmerksamen Autofahrer überfahren zu werden. Drittens sollte man dabei laut sein, das vertreibt Nahrungskonkurrenten wie den Schwarzbären. Es hilft allerdings nichts gegen Insekten, wie zum Beispiel bei angriffslustigen Hummeln.
- Wir waren ständig am Pflücken. Kamen wir von einem Ausflug etwas früher zurück dann zogen wir noch einmal los um einen Eimer Blaubeeren zu pflücken. Oft machten wir während einem Ausflug Pause, nur um Blaubeeren zu sammeln. Auch gab es Tage, an dem wir einfach dem lieben Herrgott die Zeit stahlen und gemütlich den ganzen Tag auf einer Liege am Meer lagen, aber am Spätnachmittag Blaubeeren pflücken oder die eine oder andere Brombeere, das war immer drin.
Man kann sich richtig daran gewöhnen Blaubeeren in Hülle und Fülle zur Verfügung zu haben. Wir verarbeiteten sie in Muffins, Kuchen, Pfannenkuchen, die Hälfte unseres morgendlichen Müslis bestand aus Blaubeeren mit viel Milch. Als Snack zwischendurch oder auch als Durstlöscher sind sie hervorragend. Langsam begann ich zu verstehen, warum manche Einwohner Maines so verrückt mit den Blaubeeren sind, dass sie sogar ihre Holzhäuser in derselben Farbe anmahlen. Sie machen süchtig.



Auf der Suche nach einer Wiese mit wilden...

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Kommentare

  • Zypresse

    Danke, Falk, für den schönen Bericht. Sehr stimmungsvoll, macht Lust auf eine Reise ins nördliche Maine.

  • Kapiru

    In vier Wochen fliegen wir auch für 3 Wochen in die UAS um genau das zu tun, was Ihr getan habt: entspannen, bewegen, treiben lassen. :-)
    Werde deinen Bericht ganz genau lesen und einige Tipps mitnehmen.

    Danke schön fürs Beschreiben!

    Katja

  • Zypresse

    ... und nochmals ich: haben soeben einige Deiner Tipps nachgereist - es war schön. Danke also nochmals dafür.
    Und: Blaubeeren gab es in Hülle und Fülle, lecker!

  • pepi

    Schön zu lesen der Bericht macht Lust auf Reisen Gruß Pepi

  • RdF54

    Hallo Falk,

    auch ich kenne diese Gegend gut und muß Dir zu Deinem Bericht gratulieren!!
    Er macht Lust wieder mal da hin zu düsen :-))

    LG Robert

  • Ulich

    Schöner Bericht mit interessanten Fotos.
    Gruß Beate

  • YvonneG

    Schöner Reisebericht! Wir waren letztes Jahr zum Indian Summer in New England und Maine ist mir besonders in Erinnerung geblieben!!
    Ich fühlte mich richtig zurückversetzt beim Lesen!
    Lecker Blaubeerpfannkuchen, aber auf Blaubeerbier und Blaubeerkaffee würde ich beim nächsten Mal verzichten.... Das war nix...

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  • ingepeter (RP)

    ..... ich schmecke die vielen Blaubeeren und atme den Duft der Wälder und des Meeres,
    Erinnerungen werden wach ..... danke für die Erinnerung und seid ihr wieder ein 2. Mal dort gewesen? Das Leben ist viel zu kurz um die Schönheiten der Welt zu bereisen und vor allem zu geniessen .... Gruss Inge

  • RELDATS

    Ältere Berichte zu lesen lohnt sich immer wieder.
    Ein sehr schönes Stimmungsbild über Maine ist Dir da gelungen.
    Nette Grüsse von Josef

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