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Reisebericht: "A photo, please!"
Auf Fotojagd in Usbekistan
Weit waren wir bei unserem Rundgang durch die Oasenstadt Chiwa noch nicht gekommen, da wurden wir bereits von einer usbekischen Großfamilie belagert. „Photo, photo!“ Die zwei Kinder der Familie zeigten unmissverständlich auf unsere Fotoapparate, das junge Ehepaar strahlte und auch die Großmutter lächelte uns mit ihren Goldzähnen und vielen Zahnlücken erwartungsvoll an. Während sich einige aus unserer Reisegruppe mit Begeisterung auf das sich plötzlich bietende Motiv einer usbekischen Familie in ihren bunten Gewändern warfen, hielt ich mich noch zurück. Mal abwarten, wie schnell sich anschließend die Händchen der Kinder nach unseren Münzen ausstrecken, wenn sie sich von selbst schon so für ein Foto aufdrängen. Aber nichts dergleichen geschah. Stattdessen posierte die Familie unaufhörlich mit ernsthaften Mienen, die in Usbekistan Höflichkeit und gute Erziehung symbolisieren, vor unseren Kameras. Und ehe wir uns versahen, wurden wir einer nach dem anderen von der Jungmutter sanft in die Mitte ihrer Sippe geschoben und nun ihrerseits vom Familienoberhaupt im Kreise seiner Liebsten etliche Male abgelichtet. Meine Reisekameraden amüsierten sich köstlich über dieses kleine Schauspiel, mir hingegen war es etwas unangenehm, von dieser fremden Familie gedrückt, umarmt, ja fast schon geherzt zu werden. Nachdem jedoch beide Seiten genug Fotos im Kasten hatten, ließen sie mich und meine Mitreisenden unter viel Gekicher, Gewinke und Dankesworten unsere Besichtigungstour durch Chiwa fortsetzen. Und noch immer keine ausgestreckten, nach Geld fordernden Hände, sondern bloß strahlende Gesichter.
Wir bahnten uns den Weg weiter durch diese einem Freilichtmuseum gleichende über 2.500 Jahre alte Stadt. Vorbei am Kalta Minor, das einmal das höchste Minarett der Stadt hätte werden sollen, aber aufgrund statischer Probleme auf ewig „kurz“ geblieben ist, hinein in die Festung Koxna Ark, die als offizielle Residenz der Chiwaer Chane gedient hatte und weiter zum Pahlavon-Maxmud-Mausoleum mit seinem heiligen Brunnen im Innenhof, dessen Wasser verjüngende Wirkung haben soll. Wir vermieden es jedoch, von diesem Wasser zu kosten, es hätte eine zu entschlackende Wirkung auf unsere mitteleuropäisch geprägten Mägen gehabt.
Auch die Juma-Moschee, die aufgrund ihrer Säulenhalle das „Cordoba Mittelasiens“ genannt wird, hatten wir bereits hinter uns, als wir während einer schöpferischen Pause im Schatten eines Gebäudes von drei Schuljungen artig gegrüßt wurden und sogleich ein schüchternes „Photo, please!“ hörten. Natürlich kamen wir dem Wunsch der Knaben mit Vergnügen nach, boten sie doch einen niedlichen Anblick mit ihren dunklen glatten Haaren und ihren weißen Schuluniformhemden. Zudem schien es für sie das Größte zu sein, sich anschließend auf den Displays unserer Kameras wieder zu entdecken.
Es sollten sich jedoch noch mehr Motive mit Einheimischen ergeben, denn auch im Toshxauli Palast, wo man u.a. heutzutage noch einen Harem besichtigen kann, setzte sich eine usbekische Familie für uns in Szene und in den Straßen wurden wiederum wir von diversen Schulklassen abgelichtet. Anscheinend wirkten wir weißen Riesen in den zerbeulten Jeans und ausgelatschten Turnschuhen ebenso exotisch auf sie, wie die hübschen schwarzhaarigen Frauen mit den bunten, typisch usbekisch gemusterten Gewändern auf uns.
Das gegenseitige Fotografieren mutierte fast schon zu einer Sportart – zum Leidwesen unseres Reiseleiters, dem wir nicht mehr die volle Aufmerksamkeit zukommen ließen. Nur die Besteigung eines Turms der Festung Koxna Ark nach dem Essen fand – wahrscheinlich wegen der Eintrittsgebühr – quasi unter Ausschluss der Einheimischen statt, was wir jedoch begrüßten, denn die Bewältigung von unzähligen, unebenen, steilen Stufen mit vollem Magen und bei über 40°C Hitze machte uns am Ziel angekommen nicht sehr fotogen. Dafür war die Aussicht über die von einer gewaltigen Mauer umgebenen Altstadt von Chiwa atemberaubend.
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Danke für den wunderbaren Reisebericht und die schönen Fotos. So wie Du das wiedergegeben hast, war das sicher eine spannende Reise mit tollen Eindrücken in die fremde Kultur.
LG Ursula -
Hallo Susi,
wieder eine Deiner tollen Geschichten aus den Reichen des Ostens!!
Klasse und sehr informativ geschrieben und Deine tollen Fotos untermalen Deine Erzählung bestens!
Ich bekomme richtig Lust aus Usbekistan - Sarmakant und die Menschen dort!! :-))
LG Robert -
Auch ich reise irgendwann mal dorthin. Dein Bericht hat mir einen guten Einblick und Vorgeschmack gegeben. Sehr informativ geschriebener Bericht mit tollen Fotos. lg Romy
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Hallo Susi,
Usbekistan stand bisher noch nicht auf meiner "to do-Liste", aber nach Deinem anschaulichen und interessanten Bericht werde ich mir das glatt noch mal überlegen. Trotz Durchfallgefahr! :-))
LG Beate -
@Beate:
Einfach auf nüchternen Magen einen Schluck Wodka, dann vor und nach dem jeweiligen Essen noch einen Schluck. So habe ich das gehandhabt und bin tatsächlich ohne Durchfall durch den Urlaub gekommen. Meine Mitreisenden haben mir nicht geglaubt, dass ich sonst kaum etwas trinke. :-)
LG Susi -
@Susi: gute Idee! Da hätte ich auch selbst drauf kommen können, denn in Indien bewahrte mich der Wodka bisher auch immer vor "Shivas Fluch"! :-)
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das liest sich ja sehr interessant!
und die fotos untermalen diesen bericht optimal!
gruß, lioness -
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Ich denke, trotz aller Modernisierung, diese Staaten quasi längs der alten Seidenstraßen-Routen, bleiben noch weiterhin etwas rätselhaft und "fernöstlich" (wenn auch eigentlich "mittlerer Osten" geografisch gesehen).
Wenn man bedenkt, dass die Bauwerke, die hier auf Fotos gezeigt werden, Jahrhunderte alt sind hat man eine Ahnung davon, welche Anziehung diese Länder/Orte einst auf Reisende gehabt haben müssen.
Ein interessanter Bericht im herrlichen Fotos
meint
Peter -
Gut geschrieben, von schönen Fotos begleitet!
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Tolle Reise, super Bericht mit grossartigen Bildern.
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Hallo Susi,
wieder einmal durfte ich einen Deiner sehr schön geschriebenen Berichte lesen. Das versüßt den Morgen..;-))
Und wieder einmal hast Du eine wunderbare Kombination aus interessanten Motiven und Informationen zusammengetragen. Den Rest erledigt dein angenehmer Stil zu schreiben.
Gruß
Claus -
Vielen Dank für diesen lebendigen Reisebericht. Schöne Fots illustrieren deine angenehme Schreibe. Wir planen Ende Mai 10 Uzbekisthan. Dein Bericht hat uns einige neue Impulse vermittelt und unsere Vorfreude gesteigert.
LG Kovac -
Hallo Susi, Du weißt, dass ich Deine Reiseberichte sehr gerne mag ! Aber ich finde, hier hast Du Dich selber übertroffen ( falls das noch möglich ist ;-)). Das mit einem Schluck Wodka vor und nach dem Essen habe ich mir gemerkt ! Tolle Bilder, tolle Beschreibung ! LG Dani
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Liebe Susi,
ein wirklich faszinierender Bericht von einem mir unbekannten Land. Du schaffst es mal wieder mühelos mit schönen Bildern und einem interessanten Reisebericht einen Einblick in das Land zu geben. Der Vorteil beim Lesen ist zumindest, dass ich das für uns exotische Land ohne Verdauungsschwierigkeiten bereisen kann :-).
Liebe Grüße
Sabine -
Hallo Susi, danke für diesen spannenden und informativen Bericht über ein Land, von dem ich bisher nur ein paar Bilder kannte! Ich mußte schmunzeln über die vielen fotobegeisterten Menschen und war fasziniert von deinen tollen Fotos, die ein Land mit großer Geschichte und fantastischer Architektur zeigen. Da hast du uns auf eine tolle Reise mitgenommen! LG Tamara
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Bin ich froh, daß ich nun auch mal in Deinen Berichten gelandet bin.
Einige der Fotos sind mir ja schon begegnet, aber jetzt mit Deiner
interessanten und fröhlichen Erzählkunst ist es ein wahrer Genuss.
Danke schön, macht Spass mit Dir zu reisen.
(Die anderen nehm ich mir auch noch vor:-)))
LG Christeö
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