St. Bartholomä - ein Muss am Königssee

Reisebericht

St. Bartholomä - ein Muss am Königssee

Reisebericht: St. Bartholomä - ein Muss am Königssee

Nationalpark Berchtesgaden. Mit dem Boot über den Königssee zur Halbinsel Hirschau mit der Wallfahrtskapelle St. Bartholomä am Fuße der Watzmann-Ostwand.

Erste Begegnung mit dem Juwel des Berchtesgadener Landes

St. Bartholomä

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Dieser Sonntag macht seinem Namen alle Ehre. Die Sonne hat heute freies Spiel, nur ein paar Schleierwolken, die aber den Gesamteindruck nicht trüben können, zeigen sich am bayrischen Himmel. Es ist zudem sehr warm, die Temperaturen liegen bei rund 28° (gefühlte 40°). Wir beschließen, eine Schifffahrt über den Königssee nach St. Bartholomä zu machen. Nach kurzer Anfahrt stellen wir unser motorisiertes Gefährt auf dem großen Parkplatz „Königssee“ ab (gebührenpflichtig). Der insgesamt zur Verfügung stehende Parkraum macht deutlich, was hier zu besten Besuchszeiten los sein wird. Der Fußweg vom Parkplatz aus führt uns die letzten hundert Meter vorbei an den vielen kleinen Geschäften mit den unverzichtbaren Souvenirs für die Lieben daheim, die dann langfristig doch nur als Staubfänger ein tristes Dasein in Kellerkisten oder Dachbodenschränken führen. Am Ende des Weges erreichen wir schließlich den königlichen See. Unsere erste Begegnung mit dem smaragdgrünen Juwel der hiesigen Region. Neben der Bootsanlegestelle laden hier auch viele gastronomische Betriebe zum Verweilen ein. Von den Biergartenplätzen ergibt sich eine schöne Sicht auf den Nordteil des langgestreckten und von hohen Bergen wie dem Watzmann umgebenen Sees. Zu sehen ist auch die etwa 250 m entfernt liegende kleine Felseninsel Christlieger, hinter der die ersten Boote auf ihrem Weg nach St. Bartholomä verschwinden. Eine Fahrt zur Halbinsel Hirschau mit der Wallfahrtskirche St. Batholomä gehört zum touristischen Pflichtprogramm eines jeden Königsseebesuchers, wenn möglich, sollte man dies jedoch eher zu besucherschwächeren Zeiten erledigen.



Echo auf dem Elektroboot

Kurz vor Mittag lösen wir für 11,50 Euro je Person die Tickets. Mit einem leisen, vollbesetzten Elektroboot gleiten wir von der am Nordufer gelegenen Anlegestelle über den fjordartigen Königssee. Auf halbem Weg wird die Personenfähre angehalten und der Kapitän bläst uns ein Stück auf seiner Trompete, um allen 90 Passagieren das berühmte Mehrfach-Echo vom Königssee an den steilen Gebirgshängen vorzuführen. Er bestätigt, dass wir uns für unsere Fahrt das richtige Wetter ausgesucht hätten. Schon lange sei der Watzmann nicht mehr so klar zu sehen gewesen. Unser Ziel, die Einöde St. Bartholomä mit seinen offiziell 25 Einwohnern, ist trotz der noch zurückzulegenden ca. 5 km schon gut zu erkennen. Wir schleichen ohne Stopp an der am Ostufer gelegenen Bedarfshaltestelle „Kessel“ vorbei.

Langsam nähern wir uns der ca. 85 Hektar große Halbinsel „Hirschau“ mit ihrer Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Die zwei unterschiedlichen Zwiebeltürme und die roten Kuppeldächer werden stetig größer. Im Westen öffnet sich zur Ostwand des Watzmann das tief eingeschnittene Eistal, dort befindet sich auch die berühmte Eiskapelle (ganzjähriges Schneefeld auf ca. 930 m üNN, ca. 1 Std. Fußmarsch von St. Bartholomä).



Am Ziel St. Bartholomä

Boot am Anleger St. Bartholomä

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Nach einer halbstündigen Reise betreten wir dann wieder festen Boden. Die Sonne steht förmlich vor der gigantischen Watzmann-Ostwand. Es ist sehr heiß hier … ich hätte vielleicht doch nicht die lange Jeanshose anziehen sollen; der Stoff klebt anhänglich an meinen Beinen. In meinen Kniekehlen entstehen kleine Wasserspiele.

Der vor uns liegende im Sprachgebrauch insgesamt als St. Bartholomä bezeichnete Gebäudekomplex besteht neben der Wallfahrtskapelle aus dem ehemaligen direkt angrenzenden Jagdschloss, das heute als Gaststätte genutzt wird. Dazu kommen noch eine Holzknechthütte, die heute die Informationsstelle des Nationalparks Berchtesgaden beherbergt, ein Souvenirstand, das Watzmannostwand-Lager und einige weitere kleinere Gebäude.
Nach einem kurzen Blick in die Kapelle wollen wir zunächst eine kleine Runde zu Fuß machen. Wir wählen den Weg am Seeufer entlang, der kurz hinter dem Gotteshaus beginnt. Mit gymnastikähnlichen Verrenkungen versucht meine Frau eine geeignete Position für ihr Handy zu finden, um eine Netzverbindung herzustellen. Die moderne Technik macht es möglich, auch von diesem entlegenen südöstlichsten Zipfel des deutschen Landes Urlaubsgrüße in alle Welt zu senden. Nutze den Stopp zur bewussten Fernsicht über das Gewässer und beobachte ein sich von Norden näherndes Elektroboot. Es bringt weitere Touristen auf die Halbinsel.



Personenfähre auf dem Königssee



Inselrundgang

Vor der Watzmann Ostwand

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Dann gehen wir weiter landeinwärts durch einen Schatten spendenden Wald. Der Rundweg ist schnell bewältigt – den längeren Weg zur bereits erwähnten Eiskapelle wollen wir nicht gehen - und so erreichen wir bald wieder die Jagdschloss-Gaststätte. Vorbei an den vollbesetzten Sitzplätzen des Biergartens finden wir direkt am Ufer in Sichtweite des Anlegers eine freie Bank.
Wir genießen Wetter, Atmosphäre und vor allem die teilweise skurrilen Typen, die an unserem „Aussichtsposten“ vorbeiziehen. Dabei fällt mir ein knöchelhoher Wanderschuh mit Pfennigabsatz an einer älteren Dame auf. Praktisch eine Kombination aus Funktionalität und modischem Schick, obwohl ich befürchte, dass dieser Schuh nur für Flachetappen geeignet ist. Kenne selber keinen Outdoor-Ausrüster, der solche Wandertreter in seinem Programm hat. Interessant! Meiner Frau fallen mehrere männliche Kandidaten für den nächsten Weight-Watchers-Kurs auf. Bei der Rückfahrt sollten wir möglichst in diesem Zusammenhang ein Boot nehmen, wo diese Personen nicht an Bord sind, denn die beleibten Giganten könnten das Gleichgewicht des Schiffes stark beeinträchtigen. Während der Beobachtungen kühlen wir uns mit zwei dunkle Weizen ab, genehmigen uns eine typisch bayrische Brezel und ein Forellenbaguette. Genießen dann neben Essen und Publikum aber auch noch die Schönheiten der Natur bei herrlichem Sommerwetter. Währenddessen bringen die Boote immer mehr Ausflügler. Stille kehrt hier erst ein, wenn spät nachmittags das letzte Schiff zum Dorf Königssee zurückgefahren ist und lediglich die Bergsteiger für die Watzmann-Ostwand auf der Halbinsel verbleiben dürfen.



Anlegestelle St. Bartholomä



Rückfahrt

Blick auf das Café Malerwinkel

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Um 14.30 Uhr treten wir die Rückfahrt an. Der See schimmert smaragdgrün und das mit internationalem Publikum besetzte Boot treibt geräuschlos über das bis zu 190 m tiefe Gewässer. Auch auf dieser Rückreise ist die Bedarfshaltestelle „Kessel“ menschenleer, so dass uns eine Anfahrt erspart bleibt. Das Gesamtgewicht der Mitreisenden liegt im zulässigen Bereich und so erreichen wir ohne größere Probleme den Heimathafen.



Café Malerwinkel und Aussichtspunkt Malerwinkel

Bootsanleger Schönau am Köningssee

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Von der Anlegestelle aus gehen wir an den Biergärten und der Bootswerft vorbei bei leichter Steigung bis zum Café „Malerwinkel“. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick auf das sonnenüberflutete Seeufer mit den so klein wirkenden Booten im Hafen. Nach so schweißtreibenden Aktivitäten wie Boot fahren genehmigen wir hier eine Tasse Kaffee mit Kuchen. Anschließend setzen wir unsere kleine Fußreise fort und gelangen nach wenigen Minuten zum eigentlichen Aussichtspunkt „Malerwinkel“. Es eröffnet sich durch die Bäume ein wunderschöner Blick fast über den gesamten See. In der Ferne sind die roten Zwiebeltürme von St. Bartholomä gut zu erkennen. Nach kurzem „Fotohalt“ gehen wir weiter auf dem „Malerwinkelrundweg“ in nördliche Richtung. Hier und da ist der See noch durch die Bäume zu erkennen. Vereinzelt laden Bänke zum Verweilen ein, dann führt der Weg waldeinwärts und wir entfernen uns vom Wasser. Vorbei an der Talstation der Jennerbahn gelangen wir dann zurück zum Parkplatz Königssee.

Ein Ruhetag im eigentlichen Wanderurlaub geht zu ende. Servus für heute.



Blick vom Malerwinkel


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Kommentare

  • RdF54

    Auch in Deutschland und besonders im Süden ;-) gibt es schöne Winkel ...
    Netter kleiner Spaziergang - kurzweilig und informativ geschrieben sowie mit schönen Bildern illustriert!

    LG Robert

  • Hortensie7

    Wir sind mal im April bei Schneeregen dort hinaus gefahren... Hatten das Gasthaus ganz für allein! War auch nett, aber kalt! interessant geschrieben!

  • RELDATS

    Ja, ein gelungener Bericht.
    Nette Grüße.....Josef

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