Reisebericht

Reisebericht: Italien 2008.1

 
 
 
 
 
Reisebericht: Italien 2008.1

Diesmal sind wir in der südlichen Toskana unterwegs....

Inhaltsverzeichnis

Italien 2008.1

 
 
 
 
 

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Nachdem wir 2006 bereits einen wunderbaren Urlaub in der nördlichen Toskana verbracht hatten, wollten wir jetzt eher den südlichen Bereich erkunden. Wir gestehen, es ist ein Land-strich der süchtig machen kann.

Diesmal fuhren wir noch früher als beim letzten Mal. Wir reisten in der Zeit vom 21.04.08 bis zum 01.05.08. Also dem Frühling entgegen, denn man spürt ab Mitte April schon die Vorbo-ten des Frühlings, der in Hamburg allerdings immer ein wenig auf sich warten lässt. Jetzt fuhren wir ihm entgegen und konnten bei unserer Rückkehr nochmals den Frühlingsanfang zu Hause genießen.

Den nördlichen Teil der Toskana hatten wir in 2006 schon durchstöbert und die wunderbaren Landstriche und Sehenswürdigkeiten genossen. Jetzt sollte der südliche Teil dran sein, aber wir wollten auf jeden Fall wieder das uns so lieb gewordene Städtchen Lucca sehen.
Das wir dort natürlich im Guest House San Frediano absteigen würden war kein Diskussi-onspunkt, hatte es uns doch die Gastfreundschaft von Fabrizio und Antonella angetan. Hof-fentlich erinnerte man sich noch an uns. Aber ich greife mal wieder vor.

Auf unserer Fahrt durch das Chianti 2006 kamen wir fast bis nach San Gimignano, drehten aber vorher wieder Richtung Florenz. Dieses Kleinod der Toskana wollten wir nicht im Vorü-bergehen abhaken sondern richtig erobern und erfahren. Außerdem war Siena eine ganz wichtige Station für diesen Urlaub.

Das wir wieder mit Ryan-Air nach Pisa fliegen würden stand außer Zweifel. Trotz aller ver-steckten Zuschläge ist es am Ende doch immer noch die günstigste Möglichkeit, auch wenn der Service grottenschlecht und die Bequemlichkeit sehr zu wünschen übrig lässt. Aber mehr als diese 1 ½ Stunden möchte man wirklich nicht dort eingesperrt sein. (ich habe vor Kurzem erst gelesen, dass Ryan-Air Landerechte für einen Flughafen in der Nähe der Niagara-Fälle / USA beantragt hat – ich wage es gar nicht mir diesen langen Flug vorzustellen…..)

Den Mietwagen orderten wir wieder über den ADAC und deren Partner Holiday Autos Ger-many. Deren Partner vor Ort in Pisa ist SIXT Italy, aber zu besseren Konditionen als wir selbst bei SIXT bekommen könnten.

Das Hotel wollte ich zuerst wieder über die Seite www.tuscany.net suchen. Das war mir letztendlich aber zu aufwendig. Ich bin daher einen anderen Weg gegangen und habe mal bei www.Holidaycheck.de nachgeschaut. Unter der Rubrik San Gimignano fiel mir das Hotel „Molina de Foci“ sofort ins Auge, da es die besten Bewertungen bekommen hatte. Schnell noch ein Blick auf die Homepage und für mich war die Sache schon klar. Dieses Hotel wür-den wir nehmen. Keine 4 Kilometer von San Gimignano entfernt gelegen war das ganze En-semble von den Fotos her gesehen ein Traum. Axel stimmte sofort zu und ich fragte gleich dort an. Für die Zeit vom 21.04.08 bis zum 29.04.08 bekamen wir ein Komfort-Doppelzimmer zum Preis von EUR 95,-- für die ersten 4 Nächte und danach zahlten wir EUR 115,- pro Nacht. Darauf gewährte man uns einen Frühbucher-Rabatt von 10 %. Da konnte man doch einfach nicht nein sagen. Und so kamen wir zu einer Übereinkunft.

Das San Frediano in Lucca bestätigte uns anschließend noch die Tage vom 29.04.08 bis 01.05.08 und somit war der Urlaub schon gefixt. Hier betrug der Preis EUR 90,-- pro Nacht. Günstiger kann man nur während den Wintermonaten dort übernachten. Nach oben sind den Übernachtungspreisen in der Toskana kaum Grenzen gesetzt.

Aber es sollte noch fast 4 Monate dauern.

Zuerst musste ich mir einen Reise-Führer Toskana zulegen. Auch wenn wir uns gern treiben lassen, so benötigt man an einigen Stellen doch fachkundigen Rat. Ich entschied mich wie-der für einen Reiseführer aus dem Hause „Reise Know How“. Mit diesen Werken habe ich bisher die angenehmsten Erfahrungen gemacht. Karten-Material hatten wir noch von der letzten Reise und in den neusten GEO-Heften fand sich auch etwas. Den Rest bekommen wir sicher wieder vor Ort. Da sind die Italiener ja bestens ausgestattet.

Und dann ging es los. Der 21. April kam, die Reisetasche wurde geschultert, alle Elektro-Stecker vorsichtshalber gezogen und die Wasserleitungen abgesperrt. Man weiß ja nie, wie es so kommt.

Pünktlich trafen wir uns wieder am ZOB in Hamburg zur Busfahrt nach Lübeck. Da geht wirk-lich einiges an Zeit drauf, wenn man die Hin- und Rückfahrt mit den Bussen berücksichtigt. Vielleicht ist es zeitmäßig gesehen kein Verlust mit Lufthansa über München zu fliegen. Werde ich beim nächsten Mal vergleichen.

Check-In geht schnell und reibungslos. Anschließend haben wir uns erstmal ein Sandwich genehmigt. Viel Auswahl besteht in Lübeck leider nicht. Dann durch die Sicherheitskontrolle in den Abflug-Bereich. Eigentlich ist das Ganze ja ein Witz. Eine Leichtbau-Halle mit ange-schlossenen WC-Containern. Kein Vergleich mit anderen Airports. Verschiedene Läden komplettieren das Ganze dann. Dann fiel mir ein Mann ins Auge – wenn er nicht so einen stechenden irren Blick gehabt hätte, wäre er durchaus mein Typ gewesen. Axel hatte ihn auch gleich bemerkt. Wir hofften nur, dass er nicht mit uns fliegen würde. Irgendwie verur-sachte er uns doch ein mulmiges Gefühl. Ryan-Air bietet für einen Aufpreis einen bevorzug-ten Einstieg an. Wir hatten uns dieses Geld gespart und mussten mit den anderen Paxen in der langen Schlange ausharren. Aber endlich waren wir durchs Gate und dann sprintet man auf den Flieger zu um einen angenehmen Sitzplatz zu erreichen. Sitzplatz-Reservierungen gibt es bei Ryan-Air nicht. Okay, wir saßen recht gut – eingezwängt in die schmalen Sitze mit doch sehr geringer Sitztiefe. Die ersten sechs Reihen mussten frei bleiben – keine Ahnung warum. Den iPod durfte ich während des Starts nicht benutzen. Eine Stewardess hatte es mir verboten. Service gab es gar nicht. Es wurden Preislisten ausgeteilt. Die drei Flugbeglei-ter machten einen sehr gehetzten Eindruck. Schaun mer mal, ob wir auch gut ankommen.
Und dann ging es los. Schnell noch das Stewardessen-Ballett – Ryan-Air spart sich die Mo-nitore und das Bordprogramm – also auch kein Video mit den Sicherheitshinweisen, wie man es in den modernen Fliegern findet.

Auf dem ganzen Flug hatten wir den Eindruck wir wären beim Sender QVC gelandet. Eine reine Verkaufsveranstaltung – zuerst der Hinweis auf die Preislisten, dann Rubbel-Lose für ein Hilfswerk von Ryan-Air, dann wieder die Preisliste mit Speisen und Getränken. Anschlie-ßend noch Duty-Free-Verkauf. Home-Shopping lässt grüßen-

Anflug auf Pisa wieder vom Meer her. Ohne Probleme gelandet und ab geht es aus dem Flieger ins Abfertigungsgebäude – alles ohne Busse. Das Gepäck kam auch recht schnell. Alle Gepäckstücke sind wohlbehalten mitgekommen.

Wir vermissen die Schalter der Autovermietungen, aber ein Hinweis ist da. Sie wurden aus-gelagert. Mit dem Shuttle-Bus geht es zum großen Parkplatz und da steht jetzt eine große Halle in der alle Autovermieter ansässig sind. Es gibt keine Schlange vor dem SIXT-Schalter. Wir legen die Reservierung vor und ruckzuck ist alles geregelt. Diesmal haben wir keine zu-sätzliche Versicherung mehr eingedeckt. Falls etwas passieren sollte, müssten wir halt die Selbstbeteiligung zahlen. Und dann standen wir vor unserem kleinen Schnuckelchen.

Wir hatten einen Opel Corsa 1.3 CDTi Ecoflex in Silber mit 5 Türen zur Verfügung. Wir wa-ren überrascht über die Größe des Fahrzeuges. Der Kofferraum erschien uns ein wenig schmal, aber letztendlich waren wir ja nur zu zweit und bekamen das ganze Gepäck gut ver-staut. Nur 6.480 km hatte das Auto bis dato hinter sich gebracht, war also fast noch brand-neu. Einsteigen, Sitz und Spiegel zurechtrücken, starten und los ging es. Zuerst suchten wir noch nach einen Stecker für den iPod – wäre ja möglich gewesen, hatte das Auto aber nicht. So mussten wir uns mit den Radio-Sendern zufrieden geben. Die Italiener reden sehr viel. Das merkt man auch am Radio-Programm. Gern hätten wir mal ein paar Titel hintereinander durchgehört, was aber nicht möglich war. Daher ließen wir das Radio meistens aus.

Das Auto war sehr bequem, ließ sich gut klimatisieren (wegen der großen Fensterflächen absolut notwendig), war einigermaßen übersichtlich, hatte aber eine fatalen Anfahrschwä-che, was sich negativ bemerkbar machte, wenn wir vom Feldweg auf die Straße nach San Gimignano einbiegen wollten. Man musste schon mit sehr viel Drehzahl anfahren, damit der Motor nicht ausging. Das ist sehr gewöhnungsbedürftig und recht häufig würgte ich den Mo-tor beim Anfahren auch an normalen Kreuzungen ab. Ansonsten ließ sich das kleine Auto sehr schaltfaul fahren – in Italien fährt man recht gelassen und wir konnten die Sparsamkeit des Antriebes auch richtig ausnutzen. Im Schnitt verbrauchte das Auto etwa 3,8 Liter Diesel auf 100 Kilometer. Ein phantastischer Wert.

Den Weg zur Molina di Foci hatte ich mir auf www.viamichelin.com berechnen lassen und einen Ausdruck mitgenommen. Auf der Homepage unseres Hotels war auch eine Anfahrt vermerkt. Wir waren gut ausgestattet. Vom Flughafen kommt man sehr schnell auf die Schnellstraße „Firenze – Pisa – Livorno“. Es ging in Richtung Firenze und in Empoli bogen wir nach Süden ab in Richtung Siena. Italien, du hast uns wieder. Die Vegetation war noch nicht so weit, wie wir es von der letzten Reise in Erinnerung hatten. Aber das macht nichts.
Über eine wunderbare Landstraße ging es dann weiter. Ich genoss es sehr, wieder in Italien Auto zu fahren. Wir durchfuhren Osteria Bianca und standen in Castelfiorentino einige Zeit in einem Stau. Ein geschlossener Bahnübergang war für diese Zwangspause verantwortlich. Aber wir lagen ja gut in der Zeit. Gelassen ging es weiter. Durch Petrazzi und Certaldo er-reichten wir dann Poggibonsi, wo wir uns erstmal total verfransten. Nachdem wir diesen merkwürdigen Ort ein paar Mal hin und her durchquert hatten bemühten wir die Beschrei-bung vom Hotel und fanden den richtigen Weg. Beim ersten Mal ein wenig unübersichtlich, aber später ging es reibungslos. Wir waren auf dem Weg nach San Gimignano und endlich war auch der Weg zu unserem Hotel ausgeschildert. Auf der Anhöhe konnte man die Stadt entdecken, nach links bogen wir in einen besseren Feldweg ein und nach einiger Zeit er-reichten wir unser kleines Paradies.

Molino di Foci ist eine umgebaute alte Wassermühle im Tal des Foci gelegen (zu dieser Zeit eher ein kleiner Rinnsal – bei ausreichend Regen und Schnee aber wohl ein ordentlicher Fluss). In unmittelbarer Nachbarschaft gab es nur noch zwei weitere Anwesen, was aber nicht störte. In diese Richtung gab sich unser Hotel ein wenig abweisend mit Außenmauer und Parkplatz davor.

Heidi erwartete uns bereits und wir hatten sogleich den Eindruck, wir kämen zu Freunden. Sehr herzlich wurden wir empfangen und zu unserem Zimmer gebracht.
Heidi betreibt dieses Hotel zusammen mit ihrem Partner Luca. Maria Grazia vervollständigt das Team. Dazu kommen dann noch zwei Hausmädchen und ein Gärtner. Alles ist sehr fa-miliär und zuvorkommend. Aber nicht übertrieben beflissentlich. Wie gesagt, man fühlt sich wie zu Hause bei Freunden und ist eigentlich immer versucht, mal mit Hand anzulegen oder den Tisch abzuräumen.

Heidi hatte Fotos der alten Ruine und den Baufortschritten rahmen und am Treppenaufgang zum ersten Stock aufhängen lassen. Sie haben wirklich immens viel leisten müssen.

Unser Zimmer lag im ersten Stock direkt unter dem Dach. Dachbalken und Ziegelverkleidung bildete die Decke. Alles war sehr stimmig und mit viel Gefühl her- und eingerichtet. Zweck-mäßig, aber nicht übertrieben. Das Badezimmer war geräumig und durch die hohe Decke verteilte sich der Wasserdampf nach dem Duschen besser. Allerdings hörten wir von den Nachbarn doch recht viel, da die Badezimmer aneinandergrenzten und nicht komplett ge-dämmt waren. Okay, damit konnte man leben.

Von unserem Fenster überblickten wir den Garten. Daran schloss sich ein Feld mit dem ers-ten Getreide an. Dahinter ein größeres Anwesen vor der Kulisse eines sanften Hügels. Ein Foto davon ist auf www.flickr.com/photos/ramseshh zu sehen. So sieht Italien aus!!! Mir hat-ten es diese vielen verschiedenen Grüntöne angetan. Vom silbrigen Grün der Olivenbäume bis zum satten Dunkelgrün des sprießenden Getreides. Es gibt hier keine eintönigen Land-schaften, man entdeckt immer wieder neue Farben und Formen. Bei späteren Fahrten und Spaziergängen sollten wir immer wieder sprachlos staunend verweilen vor so viel Schönheit.

Viel auszupacken brauchten wir nicht – es ging gleich los raus nach San Gimignano. War es doch erst kurz nach 17.00 h, also noch Zeit genug für einen kleinen Besuch und etwas zu Essen brauchten wir ja auch. Staunend fuhren wir die recht kurvenreichen Straßen hinan in Richtung San Gimignano. Immer wieder machten wir uns gegenseitig auf die Schönheiten aufmerksam, die uns auffielen. Verschiedene Parkplätze wurden angezeigt. Gebührenfreies Parken ist fast unmöglich in dieser Stadt. Gott sei Dank waren nicht so viele Touristen un-terwegs. Wir fuhren bis direkt vor das Stadttor, durch das es natürlich kein Durchkommen mit dem Auto gibt, wurden nach links abgeleitet auf der Umgehungsstrasse und landeten gleich auf dem Parkplatz. Hier haben wir später auch immer genügend Parkraum gefunden, so dass wir kaum Fußweg zurücklegen mussten. Und schon waren wir in der Stadt.
Gleich hinter dem Stadttor kamen wir an einem Eis-Café vorbei und mussten (natürlich) gleich ein Gelati zu uns nehmen. Weiter spazierten wir bergan bis zur Piazza Cisterna und zur Piazza Duomo. Dort hatten wir den besten Blick auf die hohen Geschlechtertürme, für die San Gimignano berühmt ist. Und natürlich auch auf die vielen Andenken-Läden, die die Straßen säumen. Recht viele Läden mit bunten Keramiken der Umgebung und Lebensmittel-Läden mit Ölen, Weinen und Spezialitäten vom Wildschwein. Eigentlich hätte ich schon wie-der Einkaufen können *grins* Aber erstmal brauchten wir noch etwas in den Magen und nachdem wir einen ersten Ein-druck der Stadt bekommen haben, kehrten wir in eine Take Away-Pizzeria ein, wohlwissend, dass hier die Pizzen aus dem Steinofen kommen und gar köstlich schmecken. Zwar kein Vergleich zu dem Imbiss in Lucca, aber oberlecker.

Wohlvergnügt machten wir uns auf den Heimweg, denn es wurde langsam dunkel und kalt. Noch hatte der Frühling sich nicht komplett festgesetzt.

Von Heidi ließen wir uns noch eine Flasche Rotwein und Gläser geben und begaben uns als-bald zur Ruhe. Noch ein wenig TV zum Abschluss und wir konnten sehr gut schlafen.

Das Fenster haben wir offen gelassen, es war absolute Ruhe. Von Ferne hörten wir ab und zu mal ein Fahrzeug, aber nur ganz verhalten. Die üblichen Geräusche der Natur begleiteten uns dann auf dem Weg ins Traumreich.


22.04.08
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Sehr erholt und ausgeruht erwachten wir dann am nächsten Morgen.
Und es herrschte absolute Ruhe. Der Fensterladen war angelehnt, es war schummrig. Wie spät konnte es denn sein? Mitten in der Nacht ? Wir waren verwirrt.

Dabei war es schon 07.00 h. Axel sprang behende aus dem Bett und stieß die Fensterläden richtig auf. Wunderbares Licht und frische Morgenluft strömten herein.
Spitze Schreie des Entzückens nötigten mich aus dem Bett und ans Fenster. Der Anblick der sich uns bot war zauberhaft. Die Sonne warf ihr erstes Morgenlicht in Blickrichtung über das Feld auf den gegenüberliegenden Hügel. Die wunderschönen Grüntöne schmeichelten unse-ren Augen.

Nach ausgiebiger morgendlicher Körperpflege begaben wir uns zum Frühstück. Wir waren nicht die ersten Gäste. Es gab also noch andere Frühaufsteher in diesem Hotel und das hat-te durchaus seinen Grund.
Der Frühstücksraum befand sich in einem neuen Anbau an der alten Mühle, war mit großen Fenstern versehen und sehr geschmackvoll eingerichtet. Das Frühstück gab es als Buffet und Heidi (oder Lucca oder Maria Grazia, wer auch immer den morgendlichen Dienst ver-sah) flitzte zwischen Küche und Frühstücksraum hin und her. Brachte frischen Kaffee oder Tee und legte auf dem Buffet nach. Für italienische Verhältnisse war das Buffet wirklich üp-pig zu nennen. Da merkte man direkt Heidis Handschrift.

Ich konnte mich kaum vom Stuhl losreißen, boten die Fenster des Frühstücksraumes die gleiche Blickrichtung an, die wir von unserem Zimmer auch hatten. Die Sonne stand schon höher und beschien jetzt auch noch das Kornfeld hinter dem Garten. Ich kann mich wirklich nicht erinnern, so viele schöne Farben gesehen zu haben. Grüntöne sollen sehr entspan-nend für die Augen sein. Und ich war herrlich entspannt, wie auch die anderen Gäste. Die diesen Blick ebenfalls sehr genossen. Zu Beginn des Frühstücks noch heftig schnatternd, legte sich die Geräuschkulisse bald und man schaute andächtig aus dem Fenster.
Um den schönsten Fensterplatz zu ergattern, stand man gern früh auf.

Aber irgendwann geht jedes Frühstück zu Ende und die Abenteuer nahmen ihren Lauf.

Heute haben wir den 22. April und als Erstes machten wir San Gimignano noch einen aus-führlichen Besuch. Schließlich war das einer der Hauptgründe für unsere Reise. Los ging es mit unserem kleinen Auto den Berg hinan zum „Manhattan des Mittelalters“, wie man es auf-grund der noch vorhandenen Geschlechtertürme nennt. Gelegen auf einer Anhöhe in diesem hügeligen Teil des Chianti-Gebietes überragt es die weite Landschaft und scheint doch in den Wolken zu schweben. Ein wunderbarer Anblick bei der Fahrt die Anhöhe hinauf und mit schönen weiten Blicken über die Hügel und Täler des Chiantis gesegnet.

Die Pest-Epidemie im Mittelalter machte der Entwicklung dieser bedeutenden Stadt den Gar aus – was sich heute als Glückfall darstellt, denn die mittelalterliche Struktur ist dadurch weitgehend erhalten geblieben und einem möglichen Bauboom nicht zum Opfer gefallen.

Parkmöglichkeit fanden wir wieder auf dem angestammten Platz am Haupttor der Stadt. Wir hätten auf dem Weg dorthin schon am Straßenrand parken können – es war uns der Auf-stieg zu beschwerlich. Man wird halt bequem (LACH).

Wir schlenderten die Via San Giovanni hinauf zum höchsten Punkt der Stadt, dem Piazza Duomo. Natürlich wollten wir sofort den Torre Grosso besteigen und machten uns auf den doch etwas beschwerlichen Weg. Fahrstühle sind unbekannt – die Zahl der Stufen haben wir nicht gezählt. Endlich erreichten wir die Aussichtsplattform – leider war der Himmel etwas bedeckt, wie man auf den Fotos auch sehen kann. Es wurden noch Gartenabfälle verbrannt. An einigen Stellen der Umgebung stieg Rauch auf. Aber der Rundumblick war großartig. Wir schätzten die Entfernung die wir übersehen konnten auf ca. 150 Kilometer. So waren die Bewohner dieser Stadt schnell gewappnet, sollten wir feindliche Armeen nähern. Früh genug waren die zu erkennen.

Sehr schön waren auch die Dächer und Sträßchen zu erkennen. Keine Modernisierung stört das Bild dieser Stadtanlage. Man fühlt sich sofort um Jahrhunderte zurückversetzt. Im Westen erkennt man außerhalb der Stadtmauer ein neues Stadtviertel, das sich in Struk-tur, sowie Farb- und Materialauswahl in dieses Bild gut einfügt. Italiener haben halt Ge-schmack – meistens jedenfalls.

Beim Wechsel der Seiten musste man noch unter einer Glocke und deren Aufhängung hin-durch und natürlich habe ich mir auch noch den Kopf angestoßen. Typisch….

Und wieder ging es diese unsäglichen Treppen runter. Meistens handelt es sich um Kon-struktionen, die innen an die Außermauern angebracht sind und sich wie eine Wendeltreppe darstellen. Man sieht also schon ein ganzes Stück hinunter, denn die Türme sind nicht bis obenhin mit Decken und Zimmer ausgestattet. Wenn man etwas Höhenangst empfindet ist man doch sehr froh, endlich wieder unten angekommen zu sein. Alles ging gut und endlich waren wir wieder unten. Der Abstieg führte uns in einen Innenhof und an der überdachten Mauer waren schon die ersten Fresken zu bewundern. Wappen von hier ansässigen ein-flussreichen Familien dürften es gewesen sein. Ein alter Brunnen war zu bewundern und sehr schön fand ich auch das Tor über dem noch Wappen und ein Heiligenbild prangten.
Es war noch eine Reisegruppe anwesend und der Reiseführer wollte seinen Vortrag nicht beenden. Eine Frau aus dieser Gruppe – typische deutsche Lehrerin – wanderte immer um-her und war meistens dort am Tor. Schaute nach außen, hoch zu den Fresken und stand immer im Bild. Langsam tappelte ich schon mit dem Fuß, aber das nützte halt nichts. Abwar-ten, wir waren ja im Urlaub und hatten Zeit. Endlich war auch die Dame verschwunden und nichts stand einem Foto mehr im Wege.

Da wir schon einmal in der Nähe waren, gingen wir auch gleich in den Dom hinein.
1148 AC wurde der Dom geweiht. Also in einer Zeit, in der viele der großen und schönen Kirchen der Toskana entstanden sind. Von außen eher unscheinbar ohne Schmuckfassade, begeistert diese Kirche durch die durchgehende Freskierung im Inneren. Schwarzweißge-streifte Säulenreihen teilen das Gebäude in drei Schiffe. Die Bauart kannten wir bereits aus anderen Kirchen wie zum Beispiel der Dom in Pisa. Auch dort waren schwarzweißgestreifte Elemente vorhanden. Ein Stilmittel, das die Seefahrer aus dem Orient mitbrachten. Alle Wände sind komplett mit Fresken bedeckt. Ganz wunderbar, aber auch sehr mächtig im Ein-druck und kaum richtig zu beschreiben. Was uns dann veranlasste, uns den Rest des Tages mit profaneren Eindrücken zu beschäftigen.

Wir schlenderten noch ein wenig durch den Ort um einen Eindruck zu gewinnen. Groß ist die Stadt nicht. Aber es bieten sich immer wieder schöne Ein- und Ausblicke.

Und so machten wir uns wieder auf den Weg das Chianti zu erkunden und kamen dann bis nach Colle di Val d’Elsa, bekannt für seine Glas- und Kristall-Industrie. Es gibt zwei Ortsteile. Im Tal der Ortsteil Basso und auf einem langgezogenen Höhenrücken der Ortsteil Alto, der sich zweigeteilt darstellt. Den Borgo genannten Teil betritt man durch eine massive Befesti-gungsanlage und folgt dem abfallenden Straßenverlauf. Renaissance-Häuser säumen die Strasse. Allerdings stehen sie sehr dicht zusammen. Es fehlt hier der Eindruck der Weite und Großzügigkeit, wie auch auf den Fotos zu sehen ist.

Dann betrifft man durch einen vermeintlichen Palazzo den mittelalterlichen Teil Castello, der mit Wohntürmen und überdachten Gassen aufwartet. Wie schon angesprochen, es ist ein sehr langgezogener Ort. Vor dem Dom machten wir kurz halt, denn dieser war als Kuriosum beschrieben worden. Ein romanischer Vorgängerbau sollte auf Wunsch der Medici noch übertroffen werden, was dazu führte, dass der Dom weit in den Domplatz hineinragt und nach hinten über die Stadtmauer hinausgebaut werden musste. Wir hörten Musik und folgten den Klängen, die sich nach Gregorianischen Gesängen anhörten. In der Krypta, die durch einen Seiteneingang zugänglich war setzen wir uns kurz und lauschten dem Gesang. Ein wenig morbide war das schon. Die Krypta war zwar schön ausgestattet, aber ein wenig Gän-sehaut (nicht nur von den Temperaturen) überkam uns schon. Ein schaurig-schönes Erleb-nis.

Weiter folgten wir dem Straßenverlauf bis zum Ende des Höhenrückens mit Blick auf Basso. Dort befindet sich in einem alten Palazzo eine Schule und die Kinder strömten gerade dar-aus hervor auf dem Weg nach Hause. Auf dem Vorplatz ist ein Fahrstuhl installiert, der durch den Berg hinunterführt und die Orte Alto und Basso verbindet. Der Höhenunterschied ist schon erheblich und Laufen wäre doch sehr beschwerlich.

Zurück gingen wir an der Stadtmauer entlang und entdeckten ein paar sehr schöne Häuser und Gassen. Trotzdem war unser Eindruck von dieser Stadt nicht so einladend. Unseren Espresso nahmen wir auf dem Rückweg noch im „Le Grazie“ Via Volterrana 41 ein und machten uns anschließend auf den Heimweg.

Wir fuhren später noch häufiger dran vorbei, gingen aber nicht noch mal in die Oberstadt hinein.

Kaffee haben wir auf unseren Touren immer gern genommen. Meistens stehend in einer Bar, wie es der Italiener halt so macht. Was auch immer es sein mag - ob anderes Wasser, bes-serer Kaffee oder einfach nur das Urlaubsfeeling – so guten Kaffee bekommen wir hier in Hamburg einfach nicht hin.

Ein wenig fuhren wir noch durch die Umgebung und fanden uns bald wieder im Hotel ein. Für heute hatten wir wahrlich genug gesehen. Erst relaxten wir noch im Zimmer und fragten dann nach dem Abend-Menü, das mehrmals in der Woche serviert werden sollte. Aber es war noch keine Saison (obwohl das Hotel immer ausgebucht ist – also eigentlich durchge-hend Saison hat). Erst im Mai wird es angeboten. Aber auf der Karte waren auch Kleinigkei-ten aufgeführt und Heidi machte uns eine Pizza fertig. Auch aus der Tiefkühltruhe, aber ein himmelweiter Unterschied zu den deutschen Produkten. Dazu ließen wir uns einen Rotwein aus Heidis Beständen schmecken. Welche Sorten wir im Laufe der Tage probiert haben, kann ich gar nicht mehr sagen. Sie waren alle sehr schön und mundeten uns vorzüglich.

Den Rest nahmen wir mit aufs Zimmer, ließen uns noch ein wenig vom TV berieseln und schliefen glücklich ein.

23.04.08
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Noch im Halbschlaf überkam mich Verwirrung, denn es fühlte sich nicht nach Italien an. Wir hatten das Fenster wieder offen gelassen und die Nacht war sehr kalt gewesen. Axel hatte schon die Augen auf und fröstelte auch etwas. Nach kurzer Diskussion erhob er sich endlich und schloss das Fenster. Ich kuschelte mich noch ein wenig tiefer in die Decke hinein und schickte ihn gleich unter die Dusche. Nachdem ich endlich an der Reihe war betrat ich quasi eine Dampfsauna, aber die Belüftung war mehr als ausreichend und die Schwaden zogen schnell ab. Herrlich warmes Wasser lief über meinen Körper. Und es gab auch den absolu-ten Luxus – einen Föhn. Ich liebe es ja, anschließend nach Duschen und Abtrocknen den Körper mit dem Föhn noch trocken zuföhnen. Ich weiß, dass klingt pervers – ist aber ein wunderbares Gefühl.

Erfrischt begaben wir uns zum Frühstück und hofften auf die Fenstertische. Heute mal wie-der Pech gehabt, aber wir werden es irgendwann schaffen. Heute Morgen war Luca zustän-dig für das Frühstück. Alles bestens. Wir bestellten noch ein gekochtes Ei - es wurde genau in der richtigen Konsistenz gebracht. Dann mussten wir uns wirklich wieder den berühmten Tritt geben, sonst hätten wir noch Stunden dort verweilt. Aber heute stand Siena auf dem Plan und da fährt man doch schon ein Stückchen.

Mittlerweile war auch die Sonne hervorgekommen und wärmte schon. Wolken zogen über den Himmel, aber es würde nicht regnen. Es versprach ein schöner Tag zu werden.
So enterten wir uns kleines Auto und los ging es. Zuerst zurück in Richtung Poggibonsi und dann den Schildern nach. Vorsicht vor Poggibonsi - wenn es möglich ist, sollte man einen Bogen um diesen Ort machen. Die Verkehrsführung mutet recht chaotisch an (die Bewohner werden jetzt wohl Steine zum Steinigen sammeln) und wir haben in der ganzen Zeit ein paar Mal die Runde durch den Ort gedreht. Am abenteuerlichsten waren die Überquerungen der Bahnlinie. Früher wird es bestimmt beschrankte Bahnübergänge gegeben haben. Heute füh-ren Brücken darüber, die aber aufgrund der schmalen baulichen Gegebenheiten wir ge-staucht wirken. Steiler Aufstieg auf der Stadtseite, dann aber sanft abfallend. Der Italiener an sich scheint erfindungsreich zu sein.

Die mautpflichtige Autobahn war zu weit weg. Die richtige Zufahrt zur Schnellstrasse hatten wir wohl nicht erwischt, also führte uns unser Weg zuerst ein wenig über Land. Sanfte Hügel und eine kurvenreiche, aber einfache Strecke machten das Fahren zu einem Vergnügen. Man konnte den Wagen mit ausreichender Geschwindigkeit (meistens um die 80 km/h) lau-fen lassen und sich der Landschaft erfreuen. Einige Orte müssten wir queren wie zum Bei-spiel Staggia bis wir dann wieder an die Schnellstrasse kamen. Vor uns auf einem Hügel er-blickten wir eine Feste und hielten sie zuerst für eine Burgruine. Auf der Rückfahrt sollten wir mehr erfahren. Es herrschte ein recht reger Verkehr auf der Schnellstrasse. Die Geschwin-digkeitsbegrenzung macht es aber sehr viel einfacher im Verkehrsfluss mitzuhalten. Ganz entspannt rollten wir Siena entgegen und bald kündigten die ersten Hinweisschilder von der Stadt auf den Hügeln. Drei Hügel sind es die bis zu 300 m hoch sind und teilweise steil abfal-lende Hänge aufweisen. Wir folgten den Schildern Centro Storico und hofften, dass die Tou-risten-Ströme noch nicht über die Stadt hergefallen sind und wir ausreichende Parkmöglich-keiten vorfinden würden. Über eine Serpentinenstrasse näherten wir uns dem Ort. Am Stra-ßenrand war der eine oder andere freie Parkplatz zu sehen. Trotzdem wollten wir erst unser Glück versuchen. Die Fahrt endete an der Porta S. Marco. Hinter dem Tor wurden wir gleich nach links zu den Parkhäusern geleitet oder besser gesagt, wir bogen gleich ab. Man hätte auch durchfahren können in die Stadt hinein, aber wir kannten uns noch nicht aus.

Parkplätze gab es noch genug was darauf deutete, dass nur wenige Touristen durch die Stadt strömten. Der Beschilderung Il Duomo folgten wir über teilweise steile Strassen. Schö-ne, aber auch mal etwas runtergekommene Stadthäuser säumten unseren Aufstieg und end-lich standen wir vor dem Dom. Aber ach wie schade, die Kuppel war eingerüstet und unter einer weißen Plane verschwunden. An anderen Tagen leuchtete dieses Weiß dann über der Toskana und wir konnten schon von Weitem deuten und uns orientieren. Der Reiseführer deutet dieses Bauwerk als den schönsten gotischen Bau Italiens. Diesem Statement kann man nur zustimmen. Der Dom ist außen vollständig mit grünweiß-gestreiften Marmor verklei-det. Die Fassade beginnt mit romanischen Rundbogenportalen über denen sich schon Gie-bel spitzen. Dann explodiert es förmlich und immer üppiger ragen Säulen, Strebepfeiler, Büs-ten, Statuen darüber empor. Man muss sich schon ein wenig Zeit nehmen, dieses Kunstwerk zu würdigen.

Die Sieneser hatten im 14. Jahrhundert wahrhaftig wahnwitzige Pläne. Man wollte die Kon-kurrenten aus Florenz und Pisa übertrumpfen und kam auf die Idee, den bestehenden Dom als Ausgangspunkt für eine viel größere Kathedrale zu nutzen. Nach den Plänen wäre der heutige Dom das Querschiff des „Duomo Nuovo“ geworden. Geht man rechts am Dom vor-bei läuft man direkt auf das rechte Seitenschiff des Dom-Neubaus zu, in dem heute das Dom-Museum untergebracht ist. Die neue Fassade ist im Rohbau vorhanden. Statische und finanzielle Probleme, sowie die Pest-Epedemie von 1348 verhinderten aber einen Weiterbau. Die Kathedrale nach der Vollendung – gar nicht auszudenken.

Das Kombi-Ticket kostet 10 EUR und beinhaltet Dom, das Museum, die Panorama-Terrasse auf der neuen Fassade, das Baptisterium und die Krypta. Aber zuerst ging es hinein in den Dom. Auch innen ist das Bauwerk mit dem grünweißen Marmor verkleidet. Aber das High-light ist die Dekoration des Fußbodens. Marmorne Einlegearbeiten und Sgrafitto-Darstellungen sind zu bewundern. Leider sind nicht alle Szenen öffentlich. Zum Schutz sind die schönsten Darstellungen überdeckt und werden nur von Ende August bis Ende Oktober aufgedeckt und dem Publikum zugänglich gemacht. Man kann es nicht beschreiben, das muss man einfach gesehen haben.

Nach dem Besuch mussten wir erstmal was anderes sehen. Also ließen wir das Museum und die anderen Sachen erstmal aus, denn wir wollten Siena noch ein zweites Mal ansteuern und dann würden wir die Sachen aufsuchen.

Als nächste Station steuerten wir Il Campo an, den großen Platz vor dem Rathaus. Es mutet an wie ein Amphitheater in seiner halbrunden Gestaltung. Umrundet von wunderschönen Häusern liegt an der tiefsten Stelle des Platzes das Rathaus mit dem mehr als 100 Meter hohen Turm, der alle anderen Türme der Stadt überragt.

Hier wird jährlich der Palio ausgetragen. Das berühmte Pferderennen, in dem sich Vertreter der Stadtbezirke messen und in zeitgenössischen Gewändern für die Ehre des Bezirkes rei-ten. Zu den Zeiten, in denen es kein Palio gibt, ist der Platz immer dicht von Menschen be-völkert. In jedem der Häuser finden sich Cafés, Restaurants oder Geschäfte. Wir ließen uns Zeit und uns ein wenig treiben. Auf der Rückseite der Häuser umschließt eine ringförmige Strasse, die Via di Citta, das ganze Ensemble. Eine Boutique reiht sich an die andere. Alle bekannten Marken sind hier vertreten. Aber auch der normale Lebensmittel-Laden bietet Wa-ren feil. Siena ist halt kein Museums-Dorf sondern eine beliebte und belebte Metropole im Süden der Toskana.

Stadtbummeln macht müde und hungrig und es musste dringend etwas zum Essen her.
Verschiedene Empfehlungen hatte ich mir rausgeschrieben und an einem Restaurant kamen wir schon vorher vorbei. Die Taverna del Capitano in der Via del Capitano 68. Und so lotste ich Axel also dort hinein. Eine eher rustikale Taverne mit viel Charme. Es war nicht sehr voll, doch die Jungs die hier bedienten machten einen etwas gestressten Eindruck. Innerlich bete-te ich, dass das Ganze nicht noch im Chaos enden würde. Aber nein, alsbald hatten wir die Karte in der Hand und freuten uns schon auf die Köstlichkeiten. Eine Zeit verging dann noch, bis die Bestellung aufgenommen wurde, aber was soll’s – wir waren im Urlaub und hatten Zeit.


Axel bestellt eine Minestrone und ich entschied mit für eine Ribolitta – die toskanische Brot-suppe. Danach wollten wir uns ein Tagliata genehmigen. Ein Bier für Axel und Wasser für mich rundeten die Bestellung ab.

Zuerst gab es noch eine Komplikation als unsere Suppen anderen Gästen am Nebentisch gebracht wurden. Das Pärchen war sehr schüchtern und machte nicht gleich auf den Fehler aufmerksam, sondern löffelte artig die Suppe auf. Uns waren die beiden schon aufgefallen. Eher etwas älter und ein wenig bieder, aber sahen eigentlich nicht weltfremd aus. In der Fremde ohne Sprachkenntnisse, das ist schon schwierig.
Als uns der Fehler auffiel wurde die Bedienung von uns sofort auf „noch mehr“ Trab ge-bracht, sodass wir endlich auch unseren Magen füllen konnten. Die Ribolitta war köstlich. Eher ein Eintopf über großen Brotstücken. Ob ich wohl noch das Fleisch schaffen würde? Die Minestrone wie man sie sich vorstellt. Sehr geschmackvoll und reichhaltig.

Das Fleisch war für mich eine Überraschung. Ich hatte bisher noch nicht von Tagliata gehört, konnte der Karte aber entnehmen, dass es sich um gegrilltes Rind handelt.
Wir bekamen knallheiße Teller vorgesetzt. Darauf war das angegrillte Fleisch, in dickere Scheiben geschnitten, auf einem Bett aus drei Sorten Pfeffer und Salbei platziert. Ich glaube, es war noch Rosmarin dabei. Der heiße Teller garte das Fleisch dann fertig. Die Kräuter ga-ben ihr Aroma direkt an das Fleisch ab. Beilagen hatten wir nicht bestellt. Ich ging davon aus, dass das Fleisch auf einem Gemüsebett serviert wird. Das war auch gar nicht notwen-dig. Lag es am Urlaub, an Italien – ich weiß es nicht, aber das Fleisch mundete uns vorzüg-lich.

Wir saßen direkt vor einer Fenstertür, die halb offen stand und uns einen Blick auf die Müll-abfuhr ermöglichte. Interessehalber musste Axel gleich entsprechende Aufnahmen tätigen.

Espresso beschloss das Mittagsmahl und wir bezahlten EUR 53,50 für dieses ausgezeichne-te Essen. Gutgelaunt konnten wir uns auf eine weitere Erkundungstour machen.



 
 
 
 
 

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Übersicht Italien

Region: Latium
Stadt: Rom

Kommentare
  • RdF54 15.07.2009 | 15:25 Uhr

    Hallo Andreas,

    eigentlich ein sehr netter Reisebericht, informativ aus der Ich-Sicht geschrieben.
    Toskana - oh Toskana, was führ ein herrliches Stück Erde - für Geist - Bauch UND Auge!
    Ich vermisse sehr die Fotos. Die Toskana ist doch eigentlich ein Fotografentraum!

    Ein kleiner Tipp: baue in Deinem Bericht doch Fotos aus dieser herrlichen Landschaft ein. Das gibt dem Leser die Möglichkeit Pausen einzulegen und dem Auge Ruhe - ganz zu schweigen von den Träumen für den Geist ....
    Unterteile einen sso langen Bericht auf mehrere Seiten, das hilft beim Lesen.

    LG Robert

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Italien 2008.1 2.43 7