Faszination Wüste

Reisebericht

Faszination Wüste

Reisebericht: Faszination Wüste

Nach ersten Kontakten mit der Wüste im Süden Marokkos vor einigen Jahren entdeckten wir die Faszination für diese Landschaftsform auf späteren Reisen immer intensiver. So zog es uns immer mal wieder in eine Wüste; im Herbst geht's nun in die Atacama.

Wanderdünen

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Faszination Wüste
Eigentlich fing alles vor Jahren gar nicht wüst an. Wir machten in Marokko Urlaub, nicht am Meer, sondern direkt in Marrakesch. Ein Rundreise war nicht geplant. Wir lernten während der 14-tägigen Frühstücke interessante Menschen kennen. Einen Professor zum Beispiel, der in aller Welt herumreiste, um Golfplätze zu bespielen. Seine Frau hielt nicht so viel davon und war ins Thaischi geflohen, das sie mit kernigen Tönen unterhalb unseres Hotelzimmers auf einer Wiese ausführte. Eines Tages war eine englische Reisegruppe angekommen, in der Empfangshalle saß ein Reiseleiter und buchte fleißig Ausflüge. Das brachte uns auf die Idee, ein Fahrt das Dratal abwärts zu unternehmen. Über den Anti-Atlas bis hart an die algerische Grenze. Zusammen mit einem jungen Paar aus England fuhr uns ein Marokkaner, der behaupte englisch und französisch zu sprechen, aber nur unverständliche Sprachbrocken von sich gab, in einem Jeep Richtung Süden. Immer das Dratal entlang, eine schier endlose schmale Oase zu beiden Seiten des Flusstals quer durch die Wüste. Berühmte Filme sind in dieser urigen Landschaft gedreht worden, die Bibel und andere historische Schinken mehr. Wir waren schnell von der Wüste begeistert, übernachteten in einem Berberzelt, das so grob geflochten war, dass der Sand glatt durchrieselte. In der Nacht dann brach ein Sandsturm los, ohne Humor hätte man schier verzweifeln können, mit den Zähnen knirschen ging ganz von allein. Zum Abschluss ein erster Kamelritt genau auf einer harten Nietenhosennaht. Den Rest des Urlaubs war keine Apotheke mehr vor mir sicher. Trotzdem fanden wir die Wüste herrlich, warum, war uns damals nicht ganz klar. Wir beschlossen, die Sache mit der Wüste im Auge zu behalten.



Durch Nordafrikas Wüsten

Berberzelte

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So bereisten wir ganz Nordafrika und suchten immer wieder die Wüsten auf, in Tunesien, in Ägypten und natürlich in Libyen, das wohl wirklich den schönsten Teil der Sahara besitzt, jedenfalls schon mal den noch am wenigsten besuchten.
In Tunesien bereisten wir den südlichsten Teil, Salzseen und so inklusive, wer schon mal da war, wird diese bizarre Landschaft nicht mehr vergessen.



Übernachtung im Luxuszelt einer Oase

Übernachtung im Luxuszelt einer...

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. Einmal übernachteten wir in einem Luxuszelt, mit Dusche und Heizung und allem Pipapo. Ging nachts die Heizung aus, war es fünf Minuten später eiskalt im Zelt. Wir häuften immer mehr decken über uns. Ein ganzer Schrank voll war vorhanden. Anfangs voll, dann restlos leer. Am Morgen Aufbruch und wieder ein Kamelritt (dieses Mal nahtlos so zu sagen) zu einem entfernten verlassenen französischen Fort. Da erfuhren wir, wie leicht Kamele hinters Licht zu führen sind und weshalb manche Menschen wohl Kamele geschimpft werden: Mein Kamel spürte wohl Hunger, setzte sich im Laufschritt von der Truppe ab und strebte einer grünen Hecke in der Ferne zu. Ich hielt mich ganz gut oben fest, der Kamelführer rennend hinter uns her. Den Zügel seines Kamels, zum Anbinden gibt es ja nichts in der Wüste, legte er einfach auf den Boden und schob eine Handvoll Sand darüber, davon gab es genug. Das Tier blieb wie angewurzelt stehen. Und stand noch so da, als wir zur Karawane zurückfanden.



Begegnung in der Wüste

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Es war eiskalt als wir losritten, nach der ersten Stunde aber zogen wir uns bereits bis aufs Hemd aus. Unter uns war ein Seemann aus Mecklenburg. Der erklärte uns in der Nacht den herrlich klaren Himmel. Man konnte die Sterne der Milchstraße zählen!



In Libyens Süden

Natur als großartiger Baumeister

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Libyen nahm uns dann gänzlich gefangen. Im Süden, im Akakusgebirge, ist der Sand orangrot, das Gebirge fast bis zu den Gipfeln zugesandet. Keine Wanderdünen, sondern einfach endlos hoch zugemullte Berge. In dieser leeren einsamen Welt glüht der Nachthimmel förmlich, leuchtet unheimlich hell und klar. Nirgendwo, dachten wir, kann die Nacht erhabener sein. Gegen Abend kommt ja meistens ein ziemlicher Sturm auf, unsere kleinen Zelte, wir waren acht Tage quer durch die Wüste weit weg von der Zivilisation unterwegs, ließen sich kaum aufbauen. Nachts aber wurde es kalt und still, die endlose Wüste im Vollmondlicht! Wer aus dem Stadtlärm, dem Smog und der Hast kommt, der verliert die Sehnsucht nach Wüste nie mehr, da sind wir jetzt sicher.



Termitenhügel, oder ?


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Kommentare

  • RdF54

    Martin Kessel hat schon so richtig festgestellt:
    "Einen Schuß Wüste braucht der Mensch - um des Glücks der Oase willen."

    Dein Bericht ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft für Dich und - glaube mir - sie wird Dich nie wieder los lassen!! :-)
    Gut geschrieben und mit schönen Fotos unterlegt!

    LG Robert

  • kawasakipower

    Schöner informativer Bericht,mit viel Humor.Das mag ich .Bei sovielen Wüsten Berichten hier reizt es mich immer mehr,das alles selber mal zu sehen.
    Lg Melanie

  • mamaildi

    Ab in die Wüste... Super geschrieben!

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. Faszination Wüste 4.11 9

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