USA- Utah- Canyonlands NP- Abenteuer Jeep-Safari auf dem White-Rim-Trail

Reisebericht

USA- Utah- Canyonlands NP- Abenteuer Jeep-Safari auf dem White-Rim-Trail

Mit 4x4 Auto und Zeltübernachtung in zwei Tagen durch eine atemberaubende, sehr einsame Gegend im Herzem Utahs auf schwieriger Strecke.

White-Rim-Trail Reisebericht

UTAH - Canyonlands National Park – White Rim Trail#

2 - Tages Tour am 18. / 19. 6. 2006 mit Zelt-Übernachtung.

Moab - Island in the Sky Plateau - Grand View Point- Shafer Trail - White Rim Trail – Übernachtung auf White Crack - Dead Horse Stade Park – Death Horse Point – Moab

Auto: BUICK RAINIER AWD

Wir sind 313 km gefahren und haben 16 Gallonen Sprit verbraucht.
Unterwegs waren die Hering`s aus Sachsen. Marion, Marit, Rudolf und Olaf.

Am 18.06.06, um 6.00 Start in Moab. Fahrt auf das Island in the Sky Plateau zum Grand View Point ( 1.859 m hoch ). Vom Parkplatz läuft man ca. 30 min zum äußersten Aussichtspunkt. Atemberaubender Panoramablick in Richtung Zusammenfluss Green River – Colorado - wegen Tiefe des Canyons ist Zusammenfluss nicht zu sehen!
8:30 melden wir uns im Visitor-Center, holen die Permits für unsere Übernachtung auf dem Zeltplatz „White Crack”.
10.00 beginnt die Abfahrt, den steilen und verschlungenen, aber verhältnismäßig breiten Shafer Trail hinunter. Von ungefähr 1760 m Höhe ca. 300 Meter tiefer, bevor der Weg die White Rim Road erreicht.
Dies ist der Beginn eines ca. 170 km langen Weges, welcher um das gesamte Plateau namens “Insel in den Wolken” herum führt. Es beginnt im Osten beim Colorado und endet im Westen am Green River. Der Weg namens “White Rim Road” wurde nach dem zweiten Weltkrieg von Uranschürfern errichtet und ist nur mit Geländewagen befahrbar. Er führt am Rand des White Rim entlang, der Abbruchkante des Island in the Sky Plateau von 1580 Höhenmetern herunter zu 1210 Höhenmetern.
10:35 passieren wir unten den Abzweig des Shafer Trails zur Potash Road, die über Potash nach Moab führt.
Es gibt gewaltige Panoramablicke zum Death Horse Point, Colorado und später zum Green River.
11:30 kurzer Fussweg zum Colorado Overlook. Der Colorado zieht eine gewaltige Schleife.
12:00 erreichen wir die Muselman Arch. Es ist eine tolle Felsbrücke.
Dort war im letzten Jahr aufgrund des schlechten Wetters Schluss für uns.
Wir haben in diesem Jahr das erwünschte Superwetter.
Die Musselman Arch ist einer der vielen Felsformationen die man in Canyonlands und Arches National Park finden kann. Diese unglaublichen Felsformationen sehen oft aus, als ob sie jeden Moment einstürzen werden. Aber in Wirklichkeit sind sie schon mehrere Millionen Jahre alt. Obwohl die Wahrscheinlichkeit eines Einsturzes in dem Augenblick, an dem man auf dem Felsen steht, sehr unwahrscheinlich ist, sind wir lieber nicht über die schmale Brücke gegangen.
Wir fahren am Lathrop Canyon vorbei.
Diese Stichstraße zum Colorado fahren wir nicht hinunter, da alle Beschreibungen von einer extrem schwierigen Strecke sprechen. Zudem sind Mietwagen auf Gravel-Roads nicht versichert!
Dieser Weg wurde ursprünglich von den Rinderzüchtern benutzt. Später benutzten ihn die Uranschürfer, um zum Colorado River zu gelangen.
13:30 - 13:45, kurze Mittagsrast am Tower Point.
Wir begegnen nur einem Park-Ranger. Er prüft unseren Permit. Wir kommen ins Gespräch und erfahren, er hat eine deutsche Mutter und war auch schon in Deutschland. Wir bestätigen ihm, dass wir ausreichend Trinkwasser dabei haben.
16:45; endlich am White Crack Campingplatz. Uns ist außer dem Ranger niemand begegnet.
Wir sind heute 150 km gefahren.
Ein Superrundblick erwartet uns. Der Zeltaufbau gelingt nach anfänglichen Problemen (in den felsigen Untergrund gehen keine Heringe).
Wir nehmen als “Stabilisatoren” 8 Wasserkanister im Inneren des Zeltes, damit es nicht weggeweht wird.
18:00 steht das Zelt, die Matratzen liegen. Wir schauen links auf die La Sal Mountains und geradeaus auf die Needles.
Im Umkreis von mindestens 30 km – keine Menschenseele.
Später gehen wir mit unserem Essen und den Trinkereien, Foto- und Filmapparaten an die Felskante.
Genießen die Stille und den Sonnenuntergang. Einmalig.

Montag, 19.06.06
White Crack Campingplatz – Moab 160,00 Tageskilometer
In der absoluten Einsamkeit.
Es war eine ungewöhnliche Nacht. Am Morgen, zu Sonnenaufgang herrscht eine Stille, wie man sie noch nicht erlebt hat. Kein Vogel, kein Geräusch. Nur das Rauschen in den eigenen Ohren.
4:20 ein Foto vom beginnenden Sonnenaufgang. Kurz darauf, 5:00, versucht jeder seine “geschundenen” Glieder wieder in Schwung zu bringen. Luftmatratzenschlaf ist gewöhnungsbedürftig.
6:22 steht die Sonne über den La Sal Mountains und auch die Needles erstrahlen langsam. Wir frühstücken wieder am Canyonrand und genießen
noch einmal die Einsamkeit. Der Spaziergang am Canyonrand bietet immer neue Ausblicke!!
8:45 Start in Richtung Murphy-Hogback Camping. Inzwischen sind 35-37°C.
Nach einigen Kilometern erreichen wir den Anstieg zum Murphy Hogback. Wir machen eine Pause um die Straße zu erkunden. Das ist der bisher steilste Anstieg auf der Fahrt. Es ist ein relativ kurzer aber sehr steiler, ausgefahrener Stich. Wir brauchen drei Anläufe, da die Gefahr besteht, sich den Auspuff o.ä. abzureißen. Der Anstieg beim Murphy Hogback war das Schwierigste, was wir bis jetzt hatten. Das war er, der Knackpunkt der Reise. Als wir es bis hoch geschafft hatten, war das schlimmste der Fahrt überstanden.
10:40 eine kurze Rast am Murphy-Hogback Campingplatz. Er bietet herrliche Ausblicke.
Dann erwarteten uns neue Hindernisse – überhängende Felsen. Aus der Sicht des Wagens sah es so als als ob kaum genug Spielraum wäre um unter den Felsen durchzukommen. Wir stiegen aus, um den Weg genauer anzuschauen. Von draußen sah die Lage besser aus. Bei vorsichtiger Fahrweise war genug Spielraum da. Nach einer Reihe steiler Aufstiege und Abfahrten mit engen nicht einsehbaren Kurven, auf den man oft vor dem Gipfel anhalten musste um die Lage anzuschauen, erreichten wir wieder übersichtliches Gebiet.
Dann der Turks Head, der Türkenkopf. Der Green River zieht eine mächtige Schleife um einen Fels, den Türkenkopf. Toll! Die Ansicht ist gewaltiger als der Horseshoe Bend, die Colorado-Schleife bei Page.
Einige Kilometer später geht es nochmal eine Anhöhe steil hinauf und auf Serpentinen hinunter.
Die Landschaft ändert sich stark, als die Strasse zum Green River Fluss hinabführt. Nachdem man gestern den ganzen Tag gefahren war und kaum etwas grünes zu Gesicht bekam, überrascht die Vegetation am passend benannten “Grünen Fluss”.
14:14 – 14:45 war unsere Mittagsrast am Green River. Am Fluß große
Mückenschwärme und sofortige “Rettung” ins Auto.
Der Green River ist wegen der Mücken kein empfehlenwerter Bereich zum Campen.
Von hier aus erkennt man den Potato Bottom, der weitere Verlauf der Strecke ist von hier nicht erkennbar. Es geht über enge steile Serpentinen am Hang hinauf.
Die Straße verläuft 200 m über dem Fluss in engen Serpentinen. Der Untergrund ist Lehm. Bei Nässe sicher sehr schmierig.
Über eine steile sandige Abfahrt geht es fast bis runter zum Flussbett am Hardscrabble Bottom.
Gegenverkehr wäre schwierig geworden. Einer muss dann zurück. Wir hatten Glück. Uns begegneten in diesen Bereich nur drei Autos, außerhalb der Serpentinen.
Im weiteren Verlauf geht es auf Flussebene eng am Felsen entlang. Auch hier wären entgegenkommende Autos sehr ungünstig gewesen.
Kurz danach erreichen wir die “Mineral Bottom Road”.
Exit über Horsethief Trail Road; eine steile, aber breite Serpentine auf das ISLAND IN THE SKY PLATEAU. 15:15 hat uns die Zivilisation wieder.
Nach 20 Minuten sind wir im Dead Horse State Park am Dead Horse Point.
Diesen wundervollen Ausblick wollten wir unbedingt noch einmal genießen.
18:00 Ankunft im Motel in Moab. D u s c h e n; endlich vom Staub befreit.
Gemütlich sitzen wir dann vor dem Motel auf der Wiese. Nach dem Abendbrot eine Tourbesprechung. Alle freuen sich auf ein Bett.

White Rim Road Reisetipps.
Ein normaler Geländewagen AWD kann die Strecke ohne größere Probleme bewältigen. Das Problem besteht weniger darin, daß man an engen Stellen „abstürzt“, sondern dass man sich das Auto auf einer Piste ohne Versicherungsschutz unten stark beschädigt.
Wenn man schon Erfahrung mit Geländewagen in schwerem Gelände hat und es gerade keinen Regen oder Schnee gibt bzw. kurz vorher gab, sind die steilen Aufstiege, engen Serpentinen und engen Wege schwierig, aber zu meistern.
Wenn man noch nie im Gelände war, dann ist diese Strecke kein guter Einstieg. Die Reise dauert zwei Tage. Man kann es vermutlich auch in einen Tag schaffen, aber dann nur als extrem sportliche Ralley, ohne die herrliche Gegend betrachten zu können.
Es gibt laufend Gelegenheiten zum fotografieren, also Zeit einplanen.
Genehmigungen sind für das Zelten notwendig. Reservieren sollte man rechtzeitig. Übernachtungs - Permit für 30 $ in NP-Verwaltung bestellen.
Tanken Sie vorher voll. Es besteht immer die Möglichkeit, dass ein Teil der Straße gesperrt ist und man umkehren muss. Dies ist nicht der Ort an dem einen der Sprit ausgehen sollte. Die Runde ist mit Anfahrt über 200 km lang, mit vielen Möglichkeiten für Abstecher. Nehmen Sie einen Ersatzkanister mit! Wir hatten keinen mit. Aus heutiger Sicht gesehen war das leichtsinnig. Man sieht sehr dumm aus, wenn nach 2/3 der Strecke die Straße abgerutscht ist und man zurückfahren muss. Da reicht eine Tankfüllung sicher nicht.
Die Abschleppkosten sind sehr hoch. Besucher, welche im Gelände mit beschädigten Autos aufgefunden werden, können nach Angaben der NP-Verwaltung mit Abschleppkosten von nicht unter 1.000 Dollar rechnen.
Nehmen Sie viel!! Wasser mit. Der Verbrauch an Getränken ist in der Hitze sehr hoch. Man kann dann auch einen „Zusatztag“ verkraften.
Der Streckenteil zwischen Mineral Bottom und White Crack ist der anspruchsvollere. Egal in welche Richtung man fährt. Man hat laufend steile Anstiege und Abfahrten, die oft stark ausgewaschen sind.
Der Shafer Trail ist dabei vergleichsweise noch harmlos, weil übersichtlich. Das ist entlang des Green River teilweise völlig anders.
Aufgrund der Fahrt erst Mitte Juni bei heißem Wetter herrschte kaum
Gegenverkehr. 1 Monat früher hätte das wahrscheinlich ganz anders ausgesehen.


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Kommentare

  • RdF54

    Sehr interessant!! But where is the beef!! Dort muss es ja Fotomöglichkeiten ohne Ende geben :-))
    Dieser Bericht ist schon für seine Infos vorgemerkt.

    LG Robert

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