SIAM - Mit dem Rucksack durch das Land des Lächelns - Teil 3

Reisebericht

SIAM - Mit dem Rucksack durch das Land des Lächelns - Teil 3

Reisebericht: SIAM - Mit dem Rucksack durch das Land des Lächelns - Teil 3

Überfahrt nach Koh Samui

Ich weiß nicht mehr, wie lang die Fahrt mit dem Bus dauerte. Vielleicht zehn, vielleicht auch elf Stunden. Im Morgengrauen erreichte ich die Provinzhauptstadt Surat Thani. Provinz ja ... aber von Haupstadt keine Spur! Der Bus hielt an einem gottverlassenen Busbahnhof. Außer mir, wussten scheinbar alle, wo sie waren und wie es weitergehen sollte. Ich, typisch Deutsch, erwartete eigentlich die Ankunft im Stadtzentrum mit ausgeschildertem Weg zum Fährhafen. Einer der vielen Taxifahrer nahm sich aber schnell meiner an. Er witterte meine Ahnungslosigkeit. "Hhmm, Ko Samui, heähh?" Mein Ziel kannte er also auch schon, so blieb nur noch der Preis zu verhandeln. Utopische Summen schlug er vor. "Das liegt daran", erklärte er mir, "daß die Schiffe nicht von Surat Thani fahren, sondern von Don Sak! Und das liegt weit nordöstlich von hier." Was blieb mir anderes, als ihm zu vertrauen. Wir einigten uns dann auch recht schnell, da er zu dieser frühen Stunde weit ausgeschlafener war als ich. Außerdem war die Fährüberfahrt in seinem Fahrpreis inklusive. Na dann los!
Es begann zu regnen. Heftig und heftiger. Das konnte ich nicht nur sehen, nein! Durch den löchrigen Unterboden des Mazdas spritzte das Wasser bis an meine Knie. Ich stellte den Rucksack drüber. Der hatte sich im Nahkampf mit Flüssigkeiten ja bereits in Bangkok bewährt.
Wir machten einen Stopp an einer Tankstelle. Der Tank muss wohl völlig leer gewesen sein. Es dauerte lang, bis mein Fahrer fertig war. Dann öffnete er meine Tür und bat mich höflich, die Rechnung zu begleichen. "Häähh!?" Ein bisschen verdaddert erklärte ich ihm, daß wir dies aber bitte mit dem Fahrpreis verrechnen werden. "Of course!", "Na hoffentlich!"
Die Fahrt ging weiter. Durch wilde Kalksteinformationen und grüne Wälder näherten wir uns langsam dem Golf von Thailand. Der Regen ließ nach und der Tag wurde heller. Dann tauchten die ersten Hafenschilder auf. Ich war beruhigt, gleichzeitig aber auch verdammt aufgeregt. Wir hielten vor dem Hafengebäude. Er stieg aus und besorgte mir ein Ticket. Ich bezahlte den vereinbarten Preis, natürlich abzüglich der Tankrechnung.
Auf einer Bank nahe der Pier nahm ich Platz und drehte mir eine Zigarette. Neben mir ein älterer Thai.Immer wieder trafen sich unsere Blicke bis er vorsichtig fragte, ob er es vielleicht auch einmal versuchen dürfte. "Natürlich!" Er genoss diesen parfümierten Tabak sichtlich und ich freute mich über die Gesellschaft.
Nach einer guten halben Stunde, stießen die ersten Grüppchen der Wartenden auf eines der schaukelnden Schiffe vor. Ich schloss mich ihnen an.



Blick vom Schiff auf die Pier von Don Sak

Keine Bildinformationen verfügbar


Die See war unruhig, der Himmel war bedeckt und mir war mittlerweile ziemlich schlecht. Eine gute Stunde war ich auf der Suche nach dem gesündesten Platz an Bord. Irgendwo vorn, mitten im Wind wo selbst meine Zigaretten nicht mehr brannten, fühlte ich ich mich dann am wohlsten.
Wir passierten etliche kleine Inselchen aber nur eine wuchs und wuchs und wuchs am Horizont. Koh Samui. Meine Erwartungen waren groß, auch wenn Samui nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach Koh Phangan sein sollte.
Die Pier von Nathon, der Hauptstadt Samui´s, rückte näher. Langsam riss auch der Himmel auf und die ersten echten Sonnenstrahlen des Tages trafen mein Gesicht.
Palmenbestandene, rotschimmernde Hügel und schmaler gelbsandiger Strand. So richtig schön war es hier noch nicht. Nachdem das Schiff endlich angelegt hatte, machte ich mich auf die Socken bzw. Sandalen. Ersteinmal orientieren. Wo bin ich, wo will ich hin und wie mach ich´s am besten.
Nachdem ich die parallel zum Strand verlaufende Hauptstrasse einmal auf und einmal ab gerannt bin, nahm ich mir ein Song Thaew und ließ mich in den Norden der Insel fahren. Einfacher als mit diesen Pick-Up Taxen geht es kaum. Einfach ranwinken und aufspringen. Am Zielort an die Scheibe klopfen, schreien oder klingeln und beim Fahrer bezahlen.



Blick aus dem Song Thaew

Keine Bildinformationen verfügbar


Strand von Maenam

Keine Bildinformationen verfügbar

Ich verließ das Taxi in MaeNam. Durch das beschauliche Dorf machte ich mich auf an den Strand. Ziel war es, eine Fähre zu finden, die mich nach Koh Phangan übersetzt.

Dieser Strand war schon schöner als der in Nathon, aber immer noch nicht das, was ich erwartete. Es war früh am Tag. Vielleicht so gegen zehn Uhr. Überall wuselten Einheimische umher. Hier den Strand gefegt, dort die Hängematten gerichtet, an den kleinen Palmen noch schnell die Kokosnüsse runter geschlagen und fertig war das Paradies. Ich entschied mich für ein kleines Schläfchen am Strand. Es war so herrlich ruhig hier und ich hatte seit den Tagen in Kanchanaburi nicht mehr richtig geruht.
Lange hielt ich es aber nicht aus.
Weit und breit war kein Boot zu sehen. Koh Phangan hingegen schien zum Greifen nah. In einer Bar sagte man mir, daß von Bophut, ein paar Kilometer weiter, regelmäßig Speedboote übersetzen. Ich machte mich also auf den Weg.
Die Zeit verging sehr schnell da ich nur langsam voran kam. Es gab aber auch verdammt viel zu sehen. In einer Pizzabar machte ich meine kombinierte Frühstücks- und Mittagspause.



Einfahrt zum Fishermen´s Village in Bophut

Keine Bildinformationen verfügbar


Die Pier von Bophut

Informationen zum Bild anzeigen Bildinformationen anzeigen

Am frühen Nachmittag erreichte ich das alte Fisherman´s Village im Herzen von Bophut. Eine Ansammlung von alten Holzhäusern, in denen sich neben den namensgebenden Fischern noch viele andere Gewerke niedergelassen haben. Urige Restaurants und Souvenirläden reihen sich hier aneinander.
Am Ende der zentralen Straße erblickte ich endlich eine weit in´s Meer ragende, hölzerne Pier. Daneben kleine Cafe´s, in denen es die Tickets für die an- und ablegenden Fähren gab. Ich erstand eins zum Preis von 200 Baht für die einfache Fahrt.
Bis zur Abfahrt hatte ich noch zwei Stunden. Ich nutze die Zeit um die Gegend zu erkunden und meine potentiellen Mitreisenden zu studieren. Ein buntgemischter Haufen junger Menschen aus aller Welt. Darunter Leute, wie ich, die mit dem Rucksack auf der Suche nach ihrem persönlichen Abenteuer waren. Und dann waren da aber auch die, die in schwarzen Lackschuhen, Designerhemden und mit Rollkoffern auf die Überfahrt warteten. Was sie vor hatten, wurde mir erst später klar.
Der Platz vor der Pier füllte sich. Ein untrügerisches Zeichen dafür, daß es losging. Die Menschen drängten sich die schmale Pier entlang zum Schiff. Über ein noch schmaleres Brett ging es an Bord. Ich hatte einen Platz von dem ich sowohl zurück auf Samui als auch vorwärts nach Phangan sehen konnte.
Das eigentliche Ziel dieser Reise war nur noch einen Steinwurf beziehungsweise eine Stunde Bootsfahrt entfernt.


Teilen auf

Mein Interessenprofil

Bitte melden Sie sich an, um Reiseziele zu Ihrem Interessenprofil hinzuzufügen.

Kommentare

  • winni

    Der Reisebericht ist gut geschrieben. Ich hätte vielleicht die großen Bilder in den Text eingebunden, aber dieses ist Geschmacksache. vg winni

  • fhaid

    wirklich gut geschrieben. bezüglich der bilder möcht ich mich winni anschliessen. lg florian

  • AndreCravan

    Danke für´s Lesen und Eure konstruktiven Hinweise! :-)

  • RdF54

    Sehr schöne Serie!! Ich kenne mich in Thailand auch ein wenig aus - da kommen Erinnerungen auf!!
    Danke für das Zurückbeamen! :-)
    LG Robert

  • mamatembo

    Hallo Andre,
    eine wunderbare Trilogie hast Du da verfasst, bei der ich von Anfang bis Ende mit Vergnügen dabei war!
    Obwohl ... Ende? In der Mitte zwischen Samui und Phangan? ... Just think it over!
    LG Beate


  • AndreCravan

    Danke für die lobenden Worte!

    Sobald es meine Zeit wieder erlaubt, werde ich weiter schreiben, denn - Du hast Recht Beate - in der Mitte zwischen Samui und Phangan war diese Reise noch nicht zu Ende ;-) Es gibt noch ´ne Menge Erlebnisse und Erinnerungen, die "auf´s Papier" wollen.

  • freeneck-farmer

    Hallo Andre,
    habe gerade alle 3 Berichte gelesen. Ich war 1992 auch als Rücksackreisende in Thailand. Vieles erkenne ich wieder, viel hat sich nicht geändert in al die
    Jahre. Du schreibst lustig, kann mann gut lesen. Ein paar mehr Bilder werden nett gewesen, und das Ende, ??? ich freue mich.

  • nach oben nach oben scrollen
  • RELDATS

    Auf ähnliche Art und Weise und auf ähnlichen Wegen war ich auch schon vor Jahren in Thailand und Malaysia unterwegs. Hat mir gut gefallen, dein Bericht.
    Nette Grüße von Josef

  • Blula

    Hallo Andre, nun habe ich endlich auch den 3. Teil Deiner erlebnisreichen Reise durch Siam gelesen. Wie schon in meinen vorherigen Kommentaren erwähnt... .Du hast einen netten, lockeren Schreibstil und es macht einfach Freude, Deine Berichte zu lesen. Und von mir als absolutem Thailand-Fan bekommst Du auch diesmal 5 Punkte dafür.
    LG Ursula

  • AndreCravan

    Vielen Dank :) Ich hoffe, dass ich bald Zeit für die Fortsetzung finde.

    LG, André

  • Jabba

    da hat man einfach das Gefühl, dabei zu sein. :-)
    danke!

  • 238EWT

    Hallo André, Danke für die spannende Trilogie. Da treten Fotos in den Hintergrund.
    LG Eberhard

  • 1.cat

    Spannend geschrieben - warte auf die Fortsetzung.

  • nach oben nach oben scrollen
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar abzugeben. SIAM - Mit dem Rucksack durch das Land des Lächelns - Teil 3 4.15 27

Beliebte Community-Inhalte: AustralienNorwegenThailandVietnamItalienBarcelonaIndien ReiseführerIndien Tipps