Es war was los!

Reisebericht

Es war was los!

Ausflug mit Kawi über 75km von Humahuaca nach dem viel gepriesenen Iruya.

Ausflug mit Kawi über 75 km von Humahuaca nach dem viel gepriesenen Iruya.

Ausflug mit Kawi über 75 km von Humahuaca nach dem viel gepriesenen Iruya. Beim schnellen Ritt auf der starken Wellblechpiste trafen wir kurz vor der Passhöhe Freddy und Rita, alte Reisebekannte, welche ihren Dieseltank der Sonne entgegenhielten. Die Nacht auf 3800 Meter sei kalt gewesen, und ihr Lastimotor wollte mit dem gefrorenen, eingedickten Diesel noch nicht recht laufen. Nachdem wir für später in Iruya abgemacht hatten, fuhren wir weiter, um vorher noch die Abzweigung nach Coranzuli zu nehmen.

In dem kleinen, abgelegenen, hoch auf einem Felsenvorsprung thronenden Coranzuli schauten wir einer Gruppe Frauen bei der Auswahl von zwei Lämmern aus einer Herde, und der Schlachtung zu. Das ganze war sehr natürlich und ohne Trari-Trara. Das Lamm wurde in der Herde von ca. 40 Tieren ausgesucht, in eine Ecke abgedrängt, von zwei Frauen gepackt, ausserhalb der Pferchmauer auf den Boden gedrückt, Kopf hochgehalten, mit schnell noch gewetztem Messer die Gurgel durchgetrennt, und mit einem Gefäss das ausfliessende Blut aufgefangen. Das tote Tier wurde nun auf die natursteinige Pferchmauer gelegt und das Fell abgezogen. Das Ganze wurde auf eine so selbstverständliche Art von den verschieden alten Frauen, mit verschieden vielen Zähnen ausgeführt, dass es irgendwie nicht brutal wirkte.

Bei der Rückfahrt nach Iruya wollten wir eine beschriftete Abkürzung, welche uns eine Ersparnis von 15 km gebracht hätte, fahren. Der kaum sichtbare Pfad führte eine schmale, tief eingeschnittene Schlucht hinab, in welcher auch der Wildbach floss. Die ersten 200 Meter waren so-la-la zu befahren. Dann kam der erste Abbruch und wir mussten schon ziemlich gewagt in, und durch den Bach. Dann wieder ein Anzeichen von Weg. Nach weiteren hundert Metern wäre nur noch mit Seil und Haken an ein Weiterkommen zu denken gewesen. Wenden und zurück.
Leider gab ich dann bei einer fast senkrechten, felsigen Flussausfahrt zuviel Gas und zuwenig Vorlage, was bewirkte, dass es mich mitsamt der Kawi rückwärts überschlug und wir beide auf dem Rücken im steinigen Flussbett lagen. Netterweise landete die Kawi aber nicht voll auf mir. Dank Rückenprotektor und dem getragenen Helm lief die Geschichte nur mit schmerzenden, geprellten Rippen und einem gestreckten Hals sowie einigen Druckstellen auf dem Rücken ab. Brigitte wollte sowieso fotografieren, und daher ist meine Zirkusnummer festgehalten.
Nachdem wir die Kawi wieder auf ihre Räder gestellt hatten, durften wir feststellen, dass sie ausser dem rechten, abgebrochenen Rückspiegel topfit war, und auch wieder entsprechend lief.

Total Schwein gehabt.


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Kommentare

  • RdF54

    echt Glück gehabt!! Ich habe schon Schlimmeres gesehen. Gut, dass es so glimpflich ausgegangen ist, damit Du berichten kannst :-)
    LG Robert

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