Namibia März/April 2006 Rundreise mit Allrad und Dachzelt

Reisebericht

Namibia März/April 2006 Rundreise mit Allrad und Dachzelt

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Vorbereitungen:

Da wir 2002 schon einmal in Namibia waren und wir damals in der Trockenzeit (November) unterwegs waren, wollten wir jetzt das 'andere' Namibia kennen lernen. Wir wählten bewusst das Ende der Regenzeit.

Die Flüge hatten wir schon ein halbes Jahr zuvor bei Traveltopia im weltweiten www gebucht. Es gab dort ein gutes Angebot. Der Flug war die erste große Hürde und beanspruchte bereits einen beachtlichen Teil unserer Reisekasse.
Mit dem gebuchten Flug hatten wir das Gerüst unserer Reise und mussten dieses nur noch mit Leben füllen.
Es fehlte uns noch ein Mietwagen - aufgrund der Jahreszeit sollte es ein 4x4 mit Dachzelt und Campingausrüstung werden! Da taten wir uns zunächst etwas schwer. Wir hatten viele Angebote eingeholt, aber die 4x4-Fahrzeuge waren alle extrem teuer. Durch die Internetseite www.Natron.net hatten wir den Autovermieter AfricanTracks gefunden! Die machten uns auf Anhieb das beste Angebot und wirkten recht unkompliziert. Auch gab es noch auf Anfrage einiges Extras kostenlos dazu. Highlift-Jack (Wagenheber für 4x4 Fahrzeuge), Kanister etc. Im nachhinein eine super Wahl und nur bestens zu empfehlen! So, nun fehlte noch eine Buchung für die erste und letzte Nacht in Windhoek. Diese war schnell gefunden. Wir entschieden uns für das Chameleon Guesthouse in Windhoek. Jetzt hatten wir für uns alles Wichtige gebucht.
Die eigentliche Tour wollten wir frei gestalten und war auch aufgrund der Reisezeit wetterabhängig. Aber unser Focus lag auf dem unbekannten Norden des Landes.



Endlich Urlaub - der Flug

18.03.2006 - abends 18.30h - unsere Freunde Iris und Hans fuhren uns nach Frankfurt an den Flughafen. Wir trafen schon früh am Schalter der AirNamibia ein, aber vor uns hatte sich bereits eine riesige Schlange gebildet. Zum Glück hatten wir unsere Sitzplätze schon von zuhause aus reserviert und so konnten wir ganz relaxt der Dinge harren. Bald darauf saßen wir im Flugzeug der AirNamibia - 22.40h Abflug in Frankfurt bei Schmuddelwetter... wir freuten uns auf 4,5 Wochen Sonne und Abenteuer :-).

Jochen der Begnadete verschlief mal wieder so ziemlich den ganzen Nachtflug. Ich saß da und langweilte mich - schlafen? Nur in Etappen - es war unbequem und es gab keinen eigenen Fernseher wie bei der SouthAfrican Airline.
Ich war froh, als endlich der Morgen graute und wieder Leben in das Flugzeug kam.
Als wir bereits über namibischen Gebiet flogen, machte uns der Flugkapitän auf die riesige Etoscha-Pfanne aufmerksam - unbeschreiblich und sie voll mit Wasser.
Zum Glück hatten wir einen Fensterplatz! Der Himmel war wolkenfrei uns so konnten wir die Landschaft aus 10.500m Höhe betrachten. Jetzt waren wir nicht mehr weit von unserem Ziel Windhoek entfernt!!!



Windhoek

Namibia - Pfützen

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Beim Landeanflug kamen wir aus dem Staunen nicht heraus – Namibia war grün, überall Gras.... Ganz anders als im November 2002. Damals war alles braun und ausgedörrt. Man hätte diese Landschaft glatt mit Irland verwechseln können. Waren wir gar ins falsche Flugzeug gestiegen?

Der einzige Unterschied zu Irland waren sicherlich die Temperaturen. Bei Ankunft am Flughafen hatten wir früh morgens schon über 23°C und natürlich Sonnenschein pur - welch Freude.

Die Zollformalitäten waren recht schnell erledigt und der nette Fahrer von 'unserer' Autovermietung African Tracks stand auch schon da. Mit zwei anderen Paaren fuhren wir zur Autovermietung in Windhoek und erhielten kurze Zeit später unseren Toyota Hilux 4x4 Double-Cap mit Dachzelt und kompletter Campingausrüstung.
Ganz schön groß das Auto!

Nach kurzer Einweisung durch Valerie ging es los. Als nächstes hieß es wieder 'umgewöhnen auf Linksverkehr'! Die ersten paar Kilometer erfordern immer höchste Konzentration.

Unser direkter Weg führte uns zum Chameleon Guesthouse - unserer ersten und einzigen Unterkunft, die wir bereits von zuhause aus gebucht hatten. Die Bilder im Internet entsprachen der Tatsache und die Leute dort waren alle gut drauf. Es gefiel uns auf Anhieb. Nun erst mal Duschen, etwas ausruhen und anschließend tranken wir das erste kühle Tafel Lager (Bier) an der Bar mmmmmh :-).

Am Abend fuhren wir zu Joe's Beerhouse dem IN-Restaurant in Windhoek! Ein MUSS - schon alleine wegen der Deko im Restaurant. Man kann dieses Lokal schlecht beschreiben und leider ist fotografieren dort unerwünscht. Man könnte sagen, der Chef hat alles aus vergangenen Tagen von den Farmen aufgekauft und damit das Restaurant dekoriert. Es scheint hier auch Jägermeister sehr IN zu sein - ich glaube es stehen alle Flaschen, die jemals in Joes Beerhouse getrunken wurden, in dem Lokal zur Deko herum. In Joes Beerhouse gibt es leckeres Fleisch wie Kudu; Oryx, Springbock etc. mit Beilagen fast wie zuhause und dazu wieder ein Kühles Blondes. Selbstverständlich darf auch ein großer Curio-Shop (Souvenierladen) nicht fehlen. Es gibt allerlei Souvenirs wie Bilder, T-Shirts, Taschen etc. ....

Es war schön zu wissen, dass 4,5 Wochen Namibia auf uns warteten - ohne Stress und ohne Hektik mit nur einem groben Plan unserer Tour in der Tasche. Als uns dann jeder erzählte, dass es im Norden momentan stark regnen würde, beschlossen wir erstmal gen Süden zu fahren.....



Spreetshoogte Pass

Spreetshoogte Pass

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Wir hatten im Chameleon super gut geschlafen. Nach dem Frühstück packten wir unsere Sachen zusammen, kauften Vorräte im Supermarkt ein, und verließen anschließend Windhoek auf der C26 Richtung Süden. Der Himmel war stellenweise bewölkt und die Straßen hatten hier und da Pfützen - na ja, bei uns würde man das nicht mehr Pfützen nennen und wir waren teilweise schon froh an unserem erhöhten Allradfahrzeug. Auch drohten stellenweise dunkle Wolken sich über uns zu entladen, aber es fielen lediglich vereinzelt größere Wassertropfen. Dann schien auch schon gleich wieder die Sonne. Nach kurzer Zeit trafen wir schon auf den ersten Pass - den Kupferberg Pass! Es ging rauf und runter und die Fernsicht war toll. Als wir dann an den Abzweig zur D1275 kamen und den nächsten Pass hinauffuhren, wurde das Wetter besser.

Der Spreetshoogte-Pass ist einer der steilsten Pässe in Namibia. Er hat bis zu 22% Steigung und sollte laut unserem Reiseführer nur von einer Richtung aus befahren werden. Nach unserer Meinung stellt er kein Problem dar, wenn man ein gut motorisiertes Auto mit funktionierenden Bremsen hat. Die Aussicht von oben war grandios und ab hier gab es nur noch strahlenden Sonnenschein. Gleich nach dem Kamm kam dann ein kleiner Campingplatz mit gigantischer Fernsicht - er gehört zur Spreetshoogte-Farm die im Tal angesiedelt war. Der Campingplatz hatte lediglich 3 Stellplätze mit jeweils eigenem Badehäuschen - Dusche und Spültoilette inklusive. Es lohnt sich hier zu übernachten.

Jochen baute zum ersten Mal das Dachzelt auf - und es gelang auf Anhieb. Wir konnten uns an der Aussicht von hier oben nicht satt sehen. Am Abend legten wir das erste mal Fleisch auf den Grill und sahen der untergehenden Sonne zu. Wir saßen noch lange und lauschten den Geräuschen der Nacht. Alles war noch so neu und wir wollten keinen Moment verpassen.

An diesem Abend begegneten wir auch dem einzigen Skorpion auf dieser Reise. Er kam bei Dämmerung zielsicher auf uns zumarschiert, als ob er uns warnen wollte und so wurden wir gleich zu Beginn unserer Reise daran erinnert, sich bei Dämmerung gut anzuziehen (Bedeckte Arme und Beine sowie geschlossenes Schuhwerk).

An diesem Ort machten wir auch das erste mal Bekanntschaft mit den Dickpense. Diese Tiere sind wohl eine Mischung aus Grille und Heuschrecke und sie sind in Namibia nicht sehr beliebt. Mit Beinen können sie einen Durchmesser von 8-10 cm erreichen. Zumindest die Exemplare, die wir während unserer Reise gesehen hatten – und es waren viele! Sie gelten als Plage und gibt es anscheinend nur in regenreichen Sommern. Es sind Kanibalen. Wenn eines der Tiere tot ist, stürzen sich die anderen darauf und verspeisen den Artgenossen genüsslich!!!



Tirasberge – Traumstrasse D707 – Farm Gunsbewys

Namibia Traumstraße D707

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Wir fuhren den ganzen Tag auf kleinen Pads (Straßen) Richtung Süden. (C14/D854/D845/D826/D707) - Die Pad war super und es machte spass. Wir wollten unbedingt die legendäre D707 kennen lernen. Diese Straße liegt am Rande der Tirasberge. Vier Farmer (Gunsbewys, Tiras, Landsberg, Koiimasis) hatten sich zusammengetan, um das 125.000ha große Gebiet Namibias zu schützen und zugleich dem Einzelurlauber zugänglich zu machen. Die D707 ist landschaftlich wirklich sehr schön. Hier und da sah man Tiere in einiger Entfernung stehen. und wir waren mal wieder fast ganz alleine unterwegs. Na ja, alleine unterwegs war übertrieben - wir sahen seltsame Spuren im Sand und identifizierten diese irgendwann als Fahrradspur. Jochen und ich waren einer Meinung: Das konnte nur ein Einheimischer oder ein Verrückter sein. Einige Kilometer später lernten wir Rainer aus Radolfszell kennen - er war nicht verrückt! Er war etwas erschöpft und durstig und so halfen wir ihm mit Wasser aus. Rainer war mit dem Fahrrad quer durch Afrika unterwegs. An diesem Tag hatte er wohl die Entfernungen in Namibia unterschätzt. Die D707 ist zu großen Teilen tiefsandig. Ich es mir sehr schwer vor, auf einer sandigen Gravel-Road mit einem Fahrrad zu fahren. Laut Landkarte hat die D707 ca. 120 km Länge!

Am Abend blieben wir dann auf der Farm Gunsbewys. Diese Farm wird wohl nicht mehr als solche betrieben - aber es wird momentan an Übernachtungsmöglichkeiten für Reisende gearbeitet.
Es schien als ob wir die einzigen Gäste an diesem Tag sein würden, doch einige Zeit später kamen weitere 6 - 8 Personen an! Angemeldet oder nicht - wir wissen es nicht - auf jeden Fall mussten wir umziehen und das fanden wir im ersten Moment nicht so prickelnd, weil wir schon das Zelt aufgebaut hatten und auch schon mit den Essenvorbereitungen begonnen hatten. Doch da wir Urlaub hatten, beschlossen wir alles positiv zu sehen. Nachdem wir umgezogen waren und gegrillt hatten und wieder unser abendliches Tafel Lager (Bier) in der Hand hielten, entschädigte uns der Sternenhimmel für alle Unruhe und wir hatten den besten Platz der Welt!

Immer wieder mussten wir zu dem tiefschwarzen Himmel hinaufschauen. Wir sahen Millionen von hell leuchtenden Sternen auf diesem schwarzen Hintergrund. Sie schienen zum Greifen nahe zu sein. Bei uns zuhause kann man nicht mal einen Bruchteil davon sehen, weil es diese Dunkelheit gar nicht gibt. Man kann diesen Himmel nicht in Worte fassen - man muss ihn einfach gesehen haben. Es war gigantisch und für uns für immer unvergesslich.

Hier noch eine wichtige Info: Frau Gräbner bietet Wanderungen in die Dünen an und kann geologische Auskünfte erteilen. Sie hat uns viele interessante Dinge über das Land und die Umgebung erzählt.

Das es in Namibia früh dunkel wird - aber dafür früh hell - mussten wir nun unseren täglichen Rhythmus umstellen. Jochen tat sich dabei nicht so leicht - ist er doch eigentlich ein Langschläfer.



Namibia Traumstraße D707 - Farm Gunsbewys



Aus – Lüderitz – Camping Klein Aus Vista

An diesem Tag hatten wir uns Lüderitz auf den Plan gesetzt. Diese Stadt hatten wir bei unserer ersten Reise nicht gesehen. Wir fuhren auf der C13 bis zu dem Städtchen Aus und dann auf der B4 bis Lüderitz. Die B4 ist eine Teerstraße und landschaftlich gibt sie unserer Meinung nach nicht viel her - nichts als Wüste, Sand und Sonne pur. Wir kamen vorbei an Kolmannskuppe - einer einstigen Goldgräberstadt, die jetzt nach und nach im Sand versinkt. Wem das gefällt, der mag dort zwischen den Häusern umherwandern – sofern er den Obolus bezahlt hat. Uns war es an diesem Tag zu heiß und so fuhren wir gleich weiter bis nach Lüderitz.
Unterwegs hielten wir immer Ausschau nach den legendären Wüstenpferden - aber außer Sand gab's leider nichts zu sehen. In Lüderitz angekommen hatten wir schnell festgestellt, dass das nicht 'unsere' Stadt ist. Es gibt noch wenige historische Häuser und eine schöne Kirche im Stadtkern aus der 'alten' Zeit, was der Stadt einen gewissen Charme verleiht, aber ansonsten wird diese Stadt von der großen Fischfabrik und dem Industriehafen beherrscht. Leider werden die historischen Gebäude nicht erhalten, sodass alles einen etwas heruntergekommenen Eindruck hinterlässt.

Im Zentrum gab es einen schönen großen Supermarkt. Dort hatten wir unsere Vorräte aufgefrischt und fuhren dann auf direktem Wege über die Teerstraße zum Campingplatz in AUS (Klein-Aus-Vista) und ließen den Tag gemütlich mit einem schönen Stück Fleisch auf dem Grill ausklingen. Auch hier waren wir fast alleine auf dem Platz. Der Sonnenuntergang war mal wieder toll - der Himmel färbte sich innerhalb kurzer Zeit in sämtliche Farben und ich musste ein Bild nach dem anderen machen.
In dieser Nacht ging ein ziemlich heftiger Wind und ich konnte deshalb nicht schlafen. Er heulte und blies was das Zeug hielt. Lange Zeit lag ich wach und überlegte ob und wie lange wohl unser Dachzelt noch dem Sturm standhalten würde. Doch zum Glück passierte nichts.....
Im Nachhinein erfuhren wir dann, dass solche Winde in Klein-Aus-Vista nichts ungewöhnliches sind.


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Kommentare

  • Jette (RP)

    Sehr informativ - vielen Dank für diesen Bericht! ich war selbst auch in Namibia und überlege jetzt, es auch einmal mit einem Dachzelt-Auto zu probieren. Man ist ja tatsächlich viel unabhängiger von Unterkünften und immer draußen in der Natur :-) Gruß, Jette

  • KKOWNATZKI (RP)

    Nett geschrieben!
    Aber wenn man sooo oft Wild auf dem Teller hat, sollte man nicht so oft behaupten, mit der Jagd nichts am Hut zu haben. Man lässt einfach andere schiessen???
    Übrigens die "Little Five" sind keine Echsen sondern Leopardenschildkröte, Nashornkäfer, Büffelweber, Ameisenlöwe und Elephant shrew (-spitzmaus).
    Viel Spass bei der nächsten Namibiareise und dann bitte nicht wieder den Kavango-Caprivi vergessen. Wer diese Regionen nicht kennt, kennt Namibia nicht!
    Evtl auch mal an einen Abstecher von Aus über Rosh Pina am Oranje Fluss entlang bis Aussenkehr und dann weiter, vielleicht in die wunderschöne Kalahari?
    Es gibt noch sehr viel zurleben in Namibia!!
    MfG, Klaus

  • pleuro

    Von Namutoni war ich auch begeistert! LG Anne

  • barcelonasegway (RP)

    Tollllllllllllllll !!!!!

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