Einstieg in die Unterwelt

Zwischen karstigen Dolinen fällt ein Schacht 300 Meter ins Ungewisse ab. "Was ist das für ein Riesending?", fragten ihre Entdecker - seither heißt die Höhle so

Meter für Meter

... lassen die Abenteurer sich und ihre roten "Schleifsäcke" mit Ausrüstung ab

Eisige Wasserfälle

Spitzer Fels und eisige Wasserfälle zehren an den Kletterern - wie auch an den Sicherungsseilen

Paddeltour

... in 875 Meter Tiefe: Nur mit einem kippeligen Schlauchboot können die Forscher den Höhlensee und dahinter liegende Gänge erkunden. Kentern ist bei vier Grad kaltem Wasser nicht ratsam

Wie geht es weiter?

Was folgt im nächsten Schacht? Wasser, Enge oder Ende? ...

Kletternd, hangelnd oder kraxelnd

... Und wie geht's weiter? Kletternd, hangelnd oder kraxelnd? So lauten die Fragen, die Speläologen immer weiter in die Nischen der Höhle treiben

Handwerk

Unterirdisches Handwerk: Johann Westhauser setzt in 100 Meter Tiefe einen neuen "Spit" für einen weiteren Sicherungshaken

Tageslicht

Oben lockt das Tageslicht: ein Mann am Seil im Ausstiegsschacht, in den der Turm des Ulmer Münsters passen würde

Lars Abromeit

GEO-Expeditionsredakteur Lars Abromeit auf dem Weg in die Tiefe des Riesendings

In einer Schlucht unter Bayern, 350 Meter tief in der Erde, hängt ein Seil. Nebelschwaden umhüllen es; geschmolzener Schnee tropft neben ihm aus dem Ungewissen herab. Von einer Felsspalte aus speit uns ein Wasserfall Gischtfahnen entgegen, die im Stirnlampenlicht wie Sternschnuppen aufblitzen. Eisiger Wind, klamme Finger. Drei Grad Celsius, Mitte Juni.

Ich wische Nässe und Lehm aus den Augen und starre dem Seil nach, das sich an der Steilwand des unterirdischen Canyons empor in die Finsternis windet. Eine Polyamid-Spur, lächerliche zehn Millimeter schwach, gefangen in Abertausenden Tonnen Gestein. Die Fasern sind aufgequollen, seine Geschmeidigkeit hat das Seil in Kälte und Dreck schon lange verloren.

Und an diesen geschundenen Strick soll ich mein Leben hängen? Ganz offenbar habe ich keine Alternative.

Weit und breit kein Felsvorsprung, an dem ich auch nur einen Meter emporklettern könnte. Kein verborgener Seitengang. Das Seil ist der einzige Ausweg zurück Richtung Sonnenlicht. Thomas Matthalm, mein Begleiter, der diesen Teil der Höhle vor ein paar Jahren zusammen mit seinen Speläologen-Freunden Marcus Preißner und Johann Westhauser entdeckt hat und seither dutzendfach mit ihnen in der Tiefe war, kramt einen Müsliriegel aus seinem Rucksack und hält ihn mir hin: "Könntest du brauchen, der Aufstieg wird lang", sagt er tiefenentspannt.

Ist nett gemeint, nur leider kann ich nicht einmal daran denken zu essen. Ich muss meine Panik in Schach halten. Fünf Stunden Aufstieg an Seilen wie diesem liegen zwischen uns und der Erdoberfläche. Der Untersberg, sechs Kilometer nördlich von Berchtesgaden, direkt an der deutsch-österreichischen Grenze: ein Kalkstein- und Dolomitmassiv, 1972 Meter hoch, das von Höhlengewölben durchlöchert ist. Den Sagen nach haben Zwerge und Wildfrauen dort in der Tiefe marmorne Schlösser erbaut und sie mit Silber- und Goldschätzen ausgeschmückt ...

Lesen Sie hier die komplette Reportage aus dem GEO Magazin Nr. 1/2010.

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