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Spartipps: Her mit der Kohle!
Die Airline kassiert fürs Gepäck, der Autoverleih für Allrad, das Hotel fürs Badetuch: Einige der ärgerlichen Zusatzgebühren kann der Reisende vermeiden. Wenn er weiß, wo sie lauern
Ein paar Klicks, und die Schnäppchenreise ist gebucht, Flug mit Hotel, ein Preis zum Jubeln. Doch oft folgt der erste Dämpfer prompt. Gepäck mitnehmen? Mindestens 15 Euro pro Stück verlangt etwa Ryanair. Den Ticketpreis per Kreditkarte überweisen? Kostet bei der Billiglinie zwei Prozent extra, 7 Euro bei
TUIfly und 10 Euro bei Condor. Dort werden für die Reservierung eines Sitzplatzes noch einmal 10 Euro fällig. Sie wollen am Schalter einchecken statt online? Beim Justfly-Ticket macht das
15 Euro pro Person.
Appetit auf Lunch in der Luft? Ab 9 Euro bei Air Berlin. Und 3,50 Euro Leihgebühr spart, wer bei einem Condor-Flug eigene Kopfhörer mitbringt. "Viele Extrakosten nerven, und einige
fühlen sich unlauter an, aber sie sind in der Regel nicht anfechtbar. Die meisten lassen sich umgehen, wenn man nicht das billigste Angebot wählt, sondern erst einmal das Kleingedruckte auf den Websites liest",
sagt Julia Rehberg, Juristin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. "Außerdem sollte man erwägen, bei der Fluggesellschaft oder bei einem Hotel direkt zu buchen statt über Portale, die oft noch Zusatzgebühren
erheben." Je preiswerter das Ticket, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass Extras anfallen, sei eine Faustregel bei Flügen. Bei Hotels, so unsere Recherche, scheint sie eher nicht zu
gelten.
Einige Beispiele: Das noble "Maritim
Seehotel Timmendorfer Strand" verlangt
pro Tag 15 Euro für Internetzugang,
das "Ritz-Carlton" in Berlin pro Stunde
4,90 Euro. Und Gebühren für den hauseigenen
Parkplatz sind bei Grandhotels
wie Pensionen
üblich. Am Meer zückt man
wieder das Portemonnaie: für Liege, Sonnenschirm,
Badetuch. "Bei einem ausgewiesenen
Strandhotel sind solche Extrakosten
fragwürdig, der Name suggeriert,
dass diese Angebote im Preis enthalten
sind. Doch meist lohnt sich ein Rechtsstreit
wegen der niedrigen Gesamtsumme
nicht", sagt Julia Rehberg. Bleibt der Protest
durch einen Kommentar auf einem
Hotelreservierungsportal.
Die "Warnhinweise"
können die Urlaubskasse schützen.
Eine Umfrage von HRS ergab: Am meisten nerven Gäste Nebenkosten für Parkplätze,
Internet und Mineralwasser im Zimmer.
Beim Mietwagen, vor Ort gebucht,
können sich in den fremdsprachigen Verträgen
Gebühren verstecken, etwa für Allradantrieb,
Navi oder "Collision Damage
Waiver", eine meist unnötige Haftpflichtversicherung:
Wer mit Kreditkarte zahlt,
ist in der Regel ohnehin geschützt.
Jeder zweite Pauschalreisende in
Deutschland entscheidet sich für Allinclusive-
Ferien, auch, um Zusatzkosten
zu entgehen. Das klappt meist, es sei denn,
man überliest, dass etwa Cocktails oder
Sportangebote nicht im Preis enthalten
sind. Julia Rehberg: "Der Name muss halten,
was er verspricht, und Ausnahmen
müssen vertraglich vereinbart sein. Erfährt
man erst vor Ort, dass der Yogakurs
extra kostet, braucht man die Rechnung
dafür nicht zu bezahlen."
So umgehen Sie Extrakosten
Flugticket: Lästig, aber lohnt sich: die Beförderungsbedingungen auf den Sites der Airlines lesen.
Transfer: Es kann trotz höherem Ticketpreis günstiger sein, auf einem gut angebundenen Flughafen zu landen. Teuer werden kann z. B. "München-West", 110 Kilometer entfernt in Memmingen.
Internet: Gratis-WLAN-Spots zeigen u. a. folgende Websites an: www.freie-hotspots.de, www.hotspot-locations.de sowie die Apps Freezone für das Android (www.androidpit.de) und Free Wi-Fi Finder fürs iPhone (gratis im iTunes-Store).
Hotel: Buchungs- und Bewertungsportale helfen, Gebühren zu entdecken, etwa www.hrs.de
www.holidaycheck.de
www.tripadvisor.de
Mietwagen: Was kosten Winterreifen, Ketten, Kindersitz, ein zweiter Fahrer? Antworten z. B. www.billiger-mietwagen.de
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