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Kreuzfahrt: Mit Kindern aufs Schiff

Familienurlaub an Bord: Worauf muss man achten, damit jeder auf seine Kosten kommt? Mit unseren Tipps ist die Reiseplanung ein Kinderspiel

Text von Franz Neumeier

Wer mit Kindern auf große Seereise gehen möchte, sollte einige Dinge bedenken und sich gut über Sonderkonditionen beraten lassen (Foto von: Edith Held/Corbis)
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Wer mit Kindern auf große Seereise gehen möchte, sollte einige Dinge bedenken und sich gut über Sonderkonditionen beraten lassen

Wer darf mit?

Kinder sollten mindestens sechs, besser zwölf Monate alt sein. Auf Transatlantik-Reisen werden Kinder unter einem Jahr nicht mitgenommen; auf Expeditionsreisen kann die Altersgrenze zwischen fünf und zwölf Jahren variieren. Schwangere jenseits der 24. Woche müssen generell an Land bleiben.


Wer spielt mit mir?

Verbringen die Kinder am liebsten viel Zeit gemeinsam mit ihren Eltern, ist Animation Nebensache. Suchen sie Spaß mit Gleichaltrigen oder wollen die Eltern auch einmal für sich sein, lohnt sich ein Blick auf die Angebote für Kids. Kostenlose Betreuung wird meist für Kinder ab drei Jahre angeboten. Mitunter gibt es Babysitting gegen Gebühr, wie bei Royal Caribbean, Disney oder MSC. Während der Hafenliegezeiten ist die Betreuung gelegentlich kostenpflichtig (Norwegian, Celebrity). Babyfons funktionieren an Bord oft nicht. Einige Reedereien wie AIDA oder TUI Cruises bieten eigene Systeme an; Vorreservierung ist sinnvoll. Auf großen Schiffen ist das Kinderprogramm vielfältiger, aber weniger individuell. Auf kleineren, luxuriösen Schiffen, etwa bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten, wird bei speziellen Familienreisen eine exzellente Betreuung organisiert. Deutsch sprechen die Betreuer auf internationalen Schiffen selten. So manches Kind hat auf diese Weise schon erste Englischkenntnisse erworben. Schüchterne Kinder werden mit Deutsch als Bordsprache besser zurechtkommen.


Und wie wohnen wir?

Eine typische Kabine hat 16 bis 20 Quadratmeter, zwei Betten sowie ein bis zwei Klapp- oder Sofabetten. Wer dort mit Kindern auch mal spielen will, denkt besser über eine Suite oder zwei Kabinen mit Verbindungstür nach. Für größere Familien ist eine Suite oft kostengünstiger als zwei Standardkabinen. Sondertarife für Familien in mehreren Kabinen bietet MSC. Tipp für Kabinen mit Balkon: Fotos im Katalog oder im Internet zeigen, ob das Geländer kindersicher ist. Für empfindliche Mägen empfiehlt sich eine Kabine nahe der Schiffsmitte, möglichst auf einem Deck weit unten. Große Schiffe bewegen sich bei Seegang weniger als kleine. Eine Kabine in der Nähe von Kids Club, Pool und Restaurant erspart lange Wege.


Was kostet das?

Kreuzfahrten kosten überall das gleiche, auch online. Über Feinheiten im Tarifdschungel sowie aktuelle oder bevorstehende Sonderaktionen informiert man sich am besten in einem REISEBÜRO mit Kreuzfahrt-Erfahrung. Unterbreitet der Berater ein Angebot, ohne zuvor individuelle Wünsche, Anforderungen und Gewohnheiten sowie das Budget zu erfragen, dann gehen Sie besser woanders hin! Preisvorteile bringen u. a. Tarife für Alleinreisende mit Kind (MSC, TUI Cruises), Sonderkonditionen für junge Erwachsene bis 24 Jahre (AIDA) oder gar 29 Jahre (MSC), die kostenlose Unterbringung von Kindern – mit unterschiedlichen Altersgrenzen – in der Elternkabine (Costa, MSC, TUI Cruises, Phoenix, Plantours, Hapag-Lloyd Kreuzfahrten) oder zusätzliche Innenkabinen für Kinder zu stark reduzierten Kosten (Costa, MSC).Clevere Rechner ermitteln immer den Gesamtpreis für die ganze Familie, unabhängig von Rabatten, aber inklusive der stark variierenden, obligatorischen Nebenkosten. Last Minute eignet sich für Familien kaum; zu Ferienzeiten sind Kabinen zur Mehrfachbelegung begehrt. Günstiger geht es mit Frühbucher-Rabatt. Eher ungeeignet sind Discounter-Angebote, denn da gibt es nur Kabinen zur Zweierbelegung.


Brauche ich Taschengeld?

Im Preis enthalten sind bei Kreuzfahrten die Vollpension, ebenso die meisten Entertainment-Angebote, Pool und Fitness-Studio. Je nach Reederei entstehen Unvermeindliche Zusatzkosten für Getränke sowie für die offiziell zwar freiwilligen, faktisch aber obligatorischen Trinkgelder. Spezialitäten-Restaurants, Spa-Anwendungen, Landausflüge sowie Internet-Zugang kosten ebenfalls extra. Wer sparen will, kann darauf verzichten. Das empfohlene Trinkgeld, oft Servicegebühr genannt, beträgt etwa acht bis zwölf Euro pro Person und Tag und fällt meist auch für Kinder ab zwei Jahre an. Hier lohnt es sich, vor der Buchung genau hinzuschauen; manchmal zahlen Kinder bis 13 oder 14 Jahre nur die Hälfte (MSC, Costa). Keine Servicegebühr verlangen AIDA, TUI Cruises und Hurtigruten.

Achtung bei Getränken: Zum Frühstück werden sie immer gratis gereicht. Bei US-Reedereien gibt es Eiswasser und ungesüßten Eistee ganztägig kostenlos, bei MSC einfache Säfte und Wasser. Bier, Wein, Softdrinks und Wasser sind bei AIDA zum Essen inklusive. TUI Cruises schenkt als Veranstalter für All Inclusive Urlaub fast alle Getränke kostenfrei aus. Viele Reedereien bieten optional All-you-can-drink-Pakete an. Die Rechnung geht nur auf, wenn die relativ hohen Preise zu den eigenen Trinkgewohnheiten passen. Vorteil: Mit einem vorher kalkulierbaren Betrag sind alle Getränkekosten abgedeckt. Wo es günstige Pakete für Kinder gibt, sparen sich die Eltern ständiges Quengeln und stellen sicher, dass ihre Kids auch genug zu trinken bekommen. AIDA, Costa, MSC, Norwegian Cruise Line oder Royal Caribbean berechnen dafür zwischen fünf und 21 Euro pro Tag. Auch eine Option: Beim Landgang zwei, drei große Wasserflaschen aus dem Supermarkt mitbringen.


Wie kommen wir hin?

Wer mit dem Auto fährt, sollte rechtzeitig einen Parkplatz reservieren. Bei Abfahrten in Norditalien oder Norddeutschland organisieren die Veranstalter oft Buszubringer. Auch Flüge lassen sich über die Reedereien hinzubuchen. Das ist oft ein bisschen teurer als die individuelle Anreise, hat aber einen Vorteil: Gehören Flug und Kreuzfahrt zum selben Pauschalreise-Paket, trägt der Veranstalter das Risiko, wenn z. B. der Flug ausfällt.


Machen wir Ausflüge?

Die an Bord angebotenen Landausflüge sind relativ teuer, dafür rundum ORGANISIERT. Günstiger und flexibler sind individuell geplante Touren, mit Kindern wahrscheinlich auch entspannter als in der Bus-Gruppe. Lokale Touranbieter bucht man am besten vorab übers Internet. Mietwagen stehen oft ganz in der Nähe des Schiffsanlegers zur Abholung bereit; Kindersitze reservieren! Eine Stunde vor Abfahrt müssen die Passagiere wieder an Bord sein – und sollten Pufferzeit einplanen, falls etwas schiefgeht. Liegt das Schiff beispielsweise nur von 14 bis 18 Uhr im Hafen, ist der Spielraum für individuelle Ausflüge sehr begrenzt.


Was muss mit?

Sonnenschutz ist auf See essenziell: T-Shirts mit UV-Schutz, Sonnenbrille, Hut und Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor. Auch wichtig: Mützen gegen den Wind und Badeschuhe für steinige Strände. Obwohl es im Bord-Hospital Pillen gegen Seekrankheit gibt (und das Meer selten so aufbraust, dass man sie wirklich braucht): besser ein Mittel vom Hausarzt mitnehmen, individuell auf das Kind abgestimmt. Für sensible Kleinkinder sind gewohnte Windeln und Babynahrung sinnvoll; luftdichte Plastikbeutel helfen bei der Entsorgung.


Und welche Papiere?

Einige Reedereien verlangen – auch für Kinder – einen Reisepass, selbst wenn das Schiff nur EU-Häfen anläuft. Vorsicht: Der deutsche "Kinderreisepass" – auch wenn er irreführend so heißt – ist kein richtiger Reisepass. Alleinerziehende und Eltern mit anderem Nachnamen als ihre Kinder sollten einen Nachweis über das Sorgerecht beziehungsweise die Zustimmung weiterer Sorgeberechtigter dabeihaben.



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