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Walstrandungen: Tödliche Verfolgungsjagd

Die zu Jahresbeginn in der südlichen Nordsee gestrandeten Pottwale sind offenbar ihrer Beute hinterhergeschwommen. Das glaubt der Meeresbiologe Uwe Piatkowski

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Gestrandeter Pottwal auf der westfriesischen Insel Texel: Offenbar sind die unerfahrenen Jungbullen ihrer Beute in die flache Nordsee gefolgt (Foto von: Cris Toala Olivares / Reuters)
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Gestrandeter Pottwal auf der westfriesischen Insel Texel: Offenbar sind die unerfahrenen Jungbullen ihrer Beute in die flache Nordsee gefolgt

Der Meeresbiologe vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel hat mit seinen Mitarbeitern den Mageninhalt von 13 der insgesamt 30 gestrandeten Tiere untersucht - und eine überraschende Entdeckung gemacht. Sie fanden 110.490 Schnäbel von Kalmaren, der Lieblingsspeise der Pottwale. In einem Walmagen fanden sie allein 21.000 Schnäbel. Das entspricht laut Piatkowski Kalmaren im Gesamtgewicht von 4,2 Tonnen. Verhungert sind die Tiere also wohl nicht.

Wahrscheinlicher ist, dass die Kalmare - fast ausschließlich Nordische Köderkalmare und Europäischen Flugkalmare - durch heftige Stürme mit den Wassermassen aus dem nordöstlichen Atlantik nach Süden abgetrieben wurden. Ihnen könnten die Wale gefolgt sein - in die tödliche Falle der südwestlichen Nordsee.

Damit bestätigte Piatkowski Erkenntnisse seines britischen Kollegen Peter Evans von der Sea Watch Foundation. Der Walforscher hatte schon Anfang Februar vermutet, dass die gestrandeten Pottwale ihrer Beute gefolgt waren.

Pottwale jagen in Tiefen bis zu 3000 Meter und orientieren sich dabei mit einer Art Sonar. Doch in flachen Gewässern wie der Nordsee funktioniert das nicht. Südlich der Doggerbank ist die Nordsee teilweise weniger als 20 Meter tief. Unter solchen Bedingungen, glaubt Evans, könnten sich die Tiere nur noch eingeschränkt orientieren. Und strandeten schließlich.

Für andere Ursachen wie Unterwasserlärm oder Krankheiten gibt es laut Piatkowski und Evans bislang keine Belege.




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