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Soziale Medien: Gegen Atomkraft - 99466 Personen gefällt das!

Facebook, Twitter und Co.: User können in sozialen Medien über grüne Themen lesen, diese kommentieren und weiterleiten - oder gleich ihr eigenes Umweltprojekt organisieren

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Atomkraft-Gegner sammeln sich in einer Gruppe auf Facebook (Foto von: GEO.de-Redaktion)
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Atomkraft-Gegner sammeln sich in einer Gruppe auf Facebook

Das Kind in der Darth Vader-Verkleidung streckt einem VW die Handflächen entgegen, es will dem Auto seinen Willen aufzwingen. Bis dahin ähnelt das Internetvideo dem aktuellen Werbespot des Autokonzerns. Doch anders als im VW-Spot stellen sich Darth Vader plötzlich Jedi-Ritter, C-3PO, Yoda und Prinzessin Leia in Kindergestalt entgegen. Die Botschaft des Videos: VW bedroht unseren Planeten, weil der Konzern schärfere Klimaschutzgesetze in Europa bekämpft. Und: Werde auch du Teil der Rebellion.

Über 260 000 User haben sich bislang auf der von Greenpeace lancierten Internetseite als Jedi registriert und damit VW digital aufgefordert, schärfere CO2-Grenzwerte zu unterstützen. Sie sind im Internet für die Umwelt aktiv geworden, eine neue Möglichkeit des Engagements, die sich Nutzern bietet, vor allem in den sogenannten sozialen Medien. Organisationen wie Greenpeace und WWF, aber auch kleinere Bündnisse wie .ausgestrahlt oder die Klimapiraten betreiben Facebook-Seiten, nutzen Twitter, um Informationen zu verbreiten, sie stellen Videos bei Youtube ein und zeigen Fotos bei Flickr.

Mit einem Klick bei Facebook werden User zu digitalen Unterstützern, ein Klick genügt auch bei Twitter, um Kurznachrichten einer Organisation zu abonnieren oder weiterzuleiten. "Facebook und Twitter sind weniger Medien zum Mitmachen als zum Nachschauen“, sagt Daniel Michelis, Professor für Marketing und Kommunikation mit dem Schwerpunkt Digitale Kommunikation an der Hochschule Anhalt. Statt Zeitung und Fernsehen nutzen heute viele Menschen diese Portale, um sich gezielt zu informieren. Das haben die Umweltorganisationen erkannt und weisen auf Facebook und Twitter auf ihre Ziele, Aktionen und Informationen hin.


Lesen, Kommentieren, Weiterleiten

Der Großteil der Informationen auf diesen Plattformen stammt von den Organisationen selbst. User können aber darauf reagieren, Texte kommentieren und nachhaken. "Nach der Katastrophe in Fukushima stellten viele Nutzer über Facebook Fragen. Der Bedarf nach einer Einordnung des Geschehens war riesig und offenbar ist die Hemmschwelle bei Facebook geringer als per Mail, um mit uns in Kontakt zu treten", sagt Jan Haase von Greenpeace. Haase ist dort sogenannter Social-Media-Manager, also einer der Verantwortlichen dafür, dass Greenpeace auf den neuen Kanälen präsent ist. Schon seine Arbeitsplatzbeschreibung ist ein Indiz dafür, wie wichtig Facebook & Co. für Umweltorganisationen geworden sind.

Auch Rudi Anschober hat auf seine Netz-Kampagne viel Rückmeldung bekommen. Der Landesrat für Umwelt, Energie, Wasser und KonsumentInnenschutz in Oberösterreich wirbt um junge Bewerber und für grüne Jobs - und das ausschließlich im Internet, bei Facebook und Youtube, wo sich Firmen aus der Ökobranche mit kurzen Videos vorstellen. "Wir haben unsere Zielgruppe gut erreicht, es haben viel mehr junge Leute gemailt und angerufen als das normalerweise bei Zeitungsannoncen der Fall ist", sagt Anschober. Viele hätten von der Kampagne erfahren, weil Freunde den Hinweis weitergaben und sie im Netz auf die Seite aufmerksam machten.



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