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Lebensmittelkooperativen: Food-Coops: Konsum mit gutem Gewissen

Immer mehr Städter wollen Bio-Gemüse aus der Region, vom "eigenen" Hof. Und werden Mitglieder in Lebensmittelkooperationen. Unsere Autorin Hannah Wagner hat es ausprobiert

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Immer wieder haben wir uns beim Einkaufen gefragt: Was kann man heutzutage eigentlich noch guten Gewissens essen? Sollen wir darauf achten, dass unser Kühlschrank regional befüllt wird, oder sollen wir mehr Wert darauf legen, dass die Lebensmittel biologisch angebaut wurden - auch wenn wir sie im Discounter kaufen? Sollten wir den Verlockungen der Bio-Flugmango aus Südamerika nachgeben? Bio-Erdbeeren im Dezember naschen? Wer garantiert uns, dass das Bio-Schwein glücklich war, bevor es für uns sterben musste? Unsere Einkaufsentscheidungen wurden kompliziert und nervig. Wir wollten es aber einfach.


Gemüse vom "eigenen" Acker: Wer mag, kann auch noch selbst miternten (Foto von: Hannah Wagner)
© Hannah Wagner
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Gemüse vom "eigenen" Acker: Wer mag, kann auch noch selbst miternten

Darum haben wir uns für eine Food-Coop entschieden. Der Begriff lässt sich am ehesten mit Lebensmittelkooperative oder Lebensmittelgenossenschaft übersetzen und baut auf dem Konzept der Konsumgenossenschaften des 19. Jahrhunderts auf. Die Idee dahinter: Menschen finden zusammen, die sich auf ähnliche Art ernähren möchten und ihre Lebensmittel direkt vom Erzeuger beziehen. Der Vorteil: Man weiß, wo und wie die Tomaten gezogen wurden, die auf dem eigenen Tisch landen. Und man spart CO2 wegen der kürzeren Vertriebswege. In unserem Fall sind wir jetzt also Teil der Wirtschaftsgemeinschaft eines landwirtschaftlichen Betriebs in Schleswig-Holstein. Rund 30 Kilometer nördlich von Hamburg liegt der Kattendorfer Hof, der nach den strengen Demeter-Richtlinien wirtschaftet und sich dem Konzept der Solidarischen Landwirtschaft verschrieben hat.


2500 Quadratmeter ernähren einen Menschen

Die Grundidee ist, dass man einen Menschen mit dem landwirtschaftlichen Ertrag einer 2500 Quadratmeter großen Fläche komplett versorgen kann. Also kauft man als Mitglied der Hofgemeinschaft den Ernteanteil dieser Fläche - oder einen Bruchteil davon. Für meinen Freund und mich reicht ein halber Anteil. Die 1050 Euro jährlich überweisen wir in Monatsraten à 87,50 Euro. Einmal in der Woche werden die Lebensmittel der Saison in verschiedene Depots geliefert. Das sind trockene Keller- oder Lagerräume, elf davon in Hamburg. Und weil das Konzept auf Solidarität beruht, heißt das auch, dass man mit anpacken muss. Ab und zu muss jedes Coop-Mitglied samstagmorgens um zehn im Depot stehen und Milch und Käse in den Kühlschrank räumen, Gemüse auf den Regalen platzieren und den Raum putzen. Ein kleiner Preis für den Luxus, rund um die Uhr, nur mit einem Kellerschlüssel bewaffnet, einkaufen gehen zu können.


Mit Anpacken kann man auch auf dem Hof selbst. Sowohl zur Erdbeerernte im Frühjahr als auch zur Möhrenernte im Herbst werden immer wieder viele fleißige Helfer gesucht. Und auch an ganz normalen Tagen sind Cooper auf dem Hof willkommen, wenn sie mitarbeiten möchten. Ob man sich dort blicken lässt oder nicht, ist jedem selbst überlassen. Per wöchentlichem Update werden die Mitglieder über die Anbaubedingungen und die Ernteerträge auf dem Laufenden gehalten. In diesem sogenannten Hofbrief, der per E-Mail kommt, ist auch vermerkt, wie viel Kilogramm Gemüse sich jedes Mitglied in der jeweiligen Woche mit nach Hause nehmen kann. Denn die Gemüseauswahl und –menge ist von der Jahreszeit und den Wetterverhältnissen abhängig. Für uns bedeutet das eine Ausbeute von durchschnittlich 0,75 bis 1,75 kg Gemüse pro Woche. Bei Milchprodukten wird der Milchanteil (8,75 Liter pro ganzem Anteil und Woche) auf Käse, Quark, Joghurt und Butter umgelegt. Auch der Fleischanteil pro Mitglied ist genau festgelegt. Ob wir uns davon nun mit Steak oder Leberwurst versorgen, ist uns überlassen.



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Kommentare zu "Food-Coops: Konsum mit gutem Gewissen"

Tine | 17.10.2012 19:08

...ist bei den Zahlen irgendwo vielleicht ein Komma verrutscht ? Ansonsten ist dieses Angebot gerade für Familien nicht finanzierbar. Bevor jetzt ein Aufschrei "Verschwendung von Lebensmitteln "kommt. Pro Kind wird mit Ca 0,5 l Mich bzw. -Produkt gerechnetmacht also pro Woche 3,5 l macht bei einer 4köpfigen Familie etwa 10 l pro Woche....und die Autorin freut sich über 8,75 l pro Woche. Pro Woche braucht die Familie 35 Portionen Obst und Gemüse....und die fallen bei maximal Erträgen von 1,75 kg sehr bescheiden aus. Fazit: Such dir lieber über z.B. den Bauernverband einen regionalen Bauernhof mit Hofladen Beitrag melden!

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