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Landwirtschaft 2.0: "Das industrielle System wird zusammenbrechen"

2014 ist das "Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe". Warum Kleinbauern wichtig sind und wie eine wachsende Weltbevölkerung nachhaltig ernährt werden kann - darüber sprachen wir mit dem Agrarwissenschaftler, Journalisten und Autor Wilfried Bommert

Interview:

Dr. Wilfried Bommert ist Sprecher des Vorstandes des <a href="http://www.institut-fuer-welternaehrung.org/" target="_blank" rel="nofollow">Instituts für Welternährung</a>
</p><p> (Foto von: privat)
© privat
Dr. Wilfried Bommert ist Sprecher des Vorstandes des Instituts für Welternährung

Die Welternährungsorganisation FAO hat 2014 zum "Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe" erklärt. Wie ist das zu verstehen?
Wir haben auf der Welt rund 700 Millionen Kleinbauern. Viele von ihnen sind verarmt und hungern. Ihnen fehlt das Geld für Saatgut, Geräte und Dünger. Es geht darum, diese Landwirte wieder produktiv zu machen. Dann hätten wir den größten Teil des Welthungers schon behoben. Das hat nun auch die FAO verstanden.

Sie fordern nicht nur eine Hinwendung zur kleinbäuerlichen Landwirtschaft, sondern auch eine Abkehr vom System der industriellen Landwirtschaft, hin zu einer ökologischen Produktion. Warum gehört das für Sie zusammen?
Die intensive Landwirtschaft macht durch ihre Art der Bewirtschaftung weltweit immer mehr fruchtbares Land unfruchtbar. Und verschlingt ungeheure Mengen Wasser. Der größte Teil unserer Wasserreserven befindet sich im Grundwasser, davon ist die Hälfte bereits aufgebraucht. Dann der enorme Energieverbrauch: Wir verwenden in der intensiven Landwirtschaft ungefähr 280 Liter Diesel oder Dieseläquivalent jährlich, um einen Hektar zu bewirtschaften. Der größte Teil davon wird durch die Produktion von Stickstoffdünger verschlungen. Doch das Fördermaximum beim Erdöl ist längst erreicht. Dasselbe gilt für die wichtigsten Düngerrohstoffe, Phosphat und Kali. Das System der intensiven Landwirtschaft gerät also von allen Seiten unter Druck. Es wird auf Dauer nur noch eines produzieren: höhere Preise. Und höhere Preise kann die Welternährung nicht vertragen. Die Alternative liegt in einer Produktion, die diese Kollateralschäden nicht verursacht: einer ökologischen Produktionsweise.


Die FAO prognostiziert, dass wir die landwirtschaftliche Produktion bis zur Jahrhundertmitte um 70 Prozent steigern müssen. Wie soll das mit der flächenintensiveren ökologischen Produktionsweise funktionieren?
Es kommt nicht nur auf den Flächenertrag an. Heute wird weltweit mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Produktion weggeworfen oder vergammelt in auf dem Weg vom Acker zum Teller. Das heißt, wir haben noch ungeheure ungenutzte Reserven. Und es gibt heute rund 1,5 Milliarden Menschen, die überernährt sind. Allein das zeigt, dass wir uns eine Landwirtschaft leisten können, die deutlich weniger produziert. Die ökologische Landwirtschaft produziert zwar weniger in der Fläche, aber sie verbraucht dafür weniger Ressourcen. Und darauf wird es auf lange Sicht ankommen.


Bio-Bäuerinnen: Umweltverträgliche Landbewirtschaftung in Kalifornien (Foto von: Brown Cannon/LOOK-foto)
© Brown Cannon/LOOK-foto
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Bio-Bäuerinnen: Umweltverträgliche Landbewirtschaftung in Kalifornien

Besonders ressourcenintensiv ist die Fleischproduktion. Prognosen deuten auf einen raschen Anstieg des Konsums in den Schwellenländern hin ...
In den Schwellenländern geben die Menschen, die bisher wenig Fleisch gegessen haben, zusätzliches Einkommen zum Teil für Fleisch aus. Kulturelles Vorbild sind die westlichen Industrienationen. Wer wohlhabend ist, der isst Fleisch. Das leben uns die Amerikaner vor, die 130 Kilogramm Fleisch pro Kopf und Jahr vertilgen. In Europa dagegen zeigt die Debatte über Fleischkonsum und seine gesundheitlichen Aspekte Wirkung. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist leicht rückläufig. Es ist also an uns, zu zeigen und vorzuleben, dass sich Wohlstand nach anderen Kriterien bemisst.

In Brüssel entscheiden die EU-Landwirtschaftsminister Anfang Februar über die Zulassung des Gen-Weizens 1507 des Gentech-Konzerns Pioneer. Ist grüne Gentechnik die Lösung des Welthungerproblems, wie solche Unternehmen gerne suggerieren und manche Politiker glauben?
Die grüne Gentechnik ist zuerst einmal Teil des Problems. Sie produziert Hochleistungspflanzen, die viel Wasser und eine intensive Form der Bewirtschaftung benötigen, die Dünger, spezialisiertes Wissen und viel Geld erfordern. Das können sich ohnehin nur Landwirte in reichen Ländern leisten. In den Ländern, in denen heute gehungert wird, ist diese Methode von Vornherein zum Scheitern verurteilt. Einfach, weil die Voraussetzungen nicht da sind.

Die Artenvielfalt auf deutschen Äckern schwindet rasant. Welche Rolle spielt die Vielfalt beim Saatgut?
Die Vielfalt beim Saatgut ist dramatisch geschrumpft. Und sie nimmt weiter ab, je mehr Hochleistungspflanzen auf großen Flächen angebaut werden, vor allem in Indien, aber auch in China und Afrika. Das ist eine Katastrophe, denn wir werden diese Vielfalt eines Tages dringend benötigen. Der Klimawandel bringt Veränderungen mit sich, auf die Hochleistungspflanzen nicht geeicht sind. Sie liefern zwar hohe Erträge, können sich aber kaum an veränderte Umweltbedingungen anpassen. Das können nur Pflanzen, die über Jahrhunderte kultiviert wurden und Dürren genauso überstanden haben wie Überschwemmungen oder Hitzewellen. Für die Zukunft brauchen wir deshalb alte Sorten, die diese Extremwetter aushalten, die in Extremwetterregionen angebaut wurden und dort teilweise immer noch zu finden sind.

Kürzlich haben in Berlin 30.000 Menschen, darunter viele Bauern, für eine kleinbäuerliche, tierfreundlichere und ökologische Landwirtschaft demonstriert. Wie bewerten Sie das?
Bis vor wenigen Jahren haben wir die Industrialisierung der Landwirtschaft schweigend hingenommen. Heute regt sich dagegen Widerstand - angefacht durch Nahrungsmittelskandale, aber auch durch die Empörung über die Produktionsmethoden. Beim Umgang mit Tieren wird das besonders deutlich. Mit Humanität hat die industrielle Fleischproduktion nichts mehr zu tun.

Ist eine Kehrtwende in Sicht?
Ja. Die Menschen auf dieser Demo bilden die Speerspitze einer Ernährungswende, die sich innerhalb der nächsten 40 Jahre vollziehen wird. Das industrielle System wird aus den genannten Gründen in sich zusammenbrechen - und ersetzt werden durch ein System, das unserem Bedürfnis nach mehr Regionalität, nach mehr Tierwohl und Ökologie gerecht wird.




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Kommentare zu ""Das industrielle System wird zusammenbrechen""

HolgerJahndel | 06.08.2014 00:20

Zur Thematik weltweiter Kollabs:

Ich empfehle dringend, sich das Online Internetvideo "Collapse" von Michael C. Ruppert anzuschauen! Dort geht es um Peak Oil und 9.11.!

http://www.youtube.com/watch?v=IVd-zAXACrU

Knapp werden etwa um 2016 schon herum etwa außer Erdöl und Erdgas auch Uran sowie Phosphor (Phosphate als Düngemittel für die industrielle Landwirtschaft unsersetzlich, daher wird auch der Umstieg auf Biodiesel und Biogas deutlich problematischer) und Kupfer und Lithium und Helium und Asphalt.
Ich empfehle dazu auch die Lektüre von Heinbergs Büchern zum Themenkreis Ressourcenknappheit und die Online Artikel des Internetmagazins Telepolis aus dem Heise Verlag zur Thematik Peak Oil und Verknappung von Erdgas und Uran und Fracking sowie die Problematiken von Pestiziden etwa der Bayer AG (Bienensterben, Vogelsterben), der Trinkwasserprivatisierung durch den Nestle Konzern und auch der Gentechnisch Veränderten Organismen etwa von Monsanto (GVO). Ich empfehle zu all diesen Stichworten, gerade auch Monsanto und GVO und Bayer AG, auch die Kopp News des Kopp verlages Online abseits der neoliberal-relativistischen postmodernen-dekonstruktivistischen Mainstream Medien. Die Kopp Nachrichten des Kopp Magazins sind nicht ideologisch neoliberal-relativistisch ausgerichtet, also keine Konzern nahen Medien - und auch keine Anzeigenkunden der Pharma Industrie wie etwa der SPIEGEL.

Michael C. Rupperts täglicher Peak Oil Blog

http://www.fromthewilderness.com

http://www.broeckers.com/?s=Michael+C.+Ruppert

Das Jahr 2001 brachte uns nicht nur den 11. September. Es war auch das Jahr der Abrechnung mit dem Marktfundamentalismus und des Zusammenbruchs der neoliberalen Ökonomie, denn die Widersprüche des von der Finanzspekulation getriebenen, deregulierten globalen Kapitalismus führten in den Vereinigten Staaten dazu, daß sich 4600 Milliarden US-Dollar an Wertpapieren in Luft auflösten. Das leitete eine Periode der Stagnation und der steigenden Arbeitslosigkeit ein, von der sich die zentrale Volkswirtschaft der Welt bis heute nicht erholt hat.
Ruppert zieht Verbindungen zur weltweiten Ölverknappung und zur Finanzierung des US-Imperiums durch das fast ungebrochene Dollarmonopol im Weltölhandel. Die Nachfrage wird in Kürze die technisch mögliche Ölfördermenge überschreiten. Parallel dazu geht es ums Erdgas. Öl und Erdgas sind unabdingbar für den westlichen Lebensstil. Kunstdünger wird aus Erdgas hergestellt, Pflanzenschutzmittel aus Erdöl. Jede Bewässerung, alles Pflügen, Ernten und Befördern bedürfe des Öls oder Gases. 600 bis 700 Millionen Autos gibt es weltweit, die Nachfrage steigt explosionsartig.
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Holger Jahndel | 06.08.2014 00:18

Prof. Bernd Senf aus Berlin nach Wilhelm Reich und Viktor Schauberger, VWL und psychosoziale Hintergründe

http://www.berndsenf.de Ist die Erde bioenergetisch krank?

Liebe Freunde der Holzerschen Permakultur und Agrar-Ökologie!

Seit Frühjahr 2013 bewirtschaften meine Frau Veronika und ich hier im Südburgenland einen Bauernhof mit ca 9 ha Fläche. Die gesamte Liegenschaft war über 10 Jahre brachliegend (unbewirtschaftet). Wir haben den gesamten Betrieb nach den Gesichtspunkten der Holzerschen Agrar-Ökologie Permakultur neu gestaltet. Es wurden Terrassen angelegt, Humusrückhaltebecken sowie Wasserretentionsräume geschaffen.

Die im Winter 2012/2013 durch Starkniederschläge verursachten Hangrutschungen wurden saniert. Nach Abschluss der Erdarbeiten haben wir Mischkulturen angepflanzt und eingesät. Wir haben auch eine Vielfalt an Nutzinsekten ausgesetzt.
Unsere Mühe hat sich gelohnt, schon im ersten Jahr hat sich unser Hof in eine blühende Paradieslandschaft mit enormen Fruchtertrag verwandelt.
Meiner Frau und mir bereitet es eine große Freude auf diesem traumhaften schönen Hof im milden südburgenländischen Klima zu arbeiten, forschen und experimentieren sowie unsere Erfahrungen an Interessierte bei Seminaren weiter zu geben.

http://www.seppholzer.at/cms/index.php?id=5

Agrarrebell Sepp Holzer

http://www.krameterhof.at/cms60/index.php?id=5

http://www.wahrheitssuche.org/seppholzer.html

Geolitico

http://www.geolitico.de

Familienbetriebe – Basis für unsere Landwirtschaft

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Philipp Montazem | 10.06.2014 08:29

Wir machen all die Rechnungen ohne den Wirt. Die wahren Bewohner der Erde sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Mikroben, die für das funktionieren der großen Stoffkreisläufe unserer Erde hauptverantwortlich sind, wie zum Beispiel für den Kohlenstoffkreislauf. Sie spielen eine extrem wichtige Rolle in der Landwirtschaft und die Biodiversität größerer anwesender Tiere und Pflanzen ist eine wichtige Größe in diesen Beziehungen. Selbst die Keimbesiedelung des Saatgutes ist schon von großer Bedeutung. Bezüglich der Weltbevölkerung: In Gegenden, die besonders dicht von Menschen besiedelt sind, lassen sich bei gleichzeitig hohem Lebensstandard deutlich negative Trends in der Geburtenrate herauslesen. Ich würde mal abwarten, wie sich die Weltbevölkerung tatsächlich entwickelt. Es kann nicht alles auf Wachstum ausgerichtet werden. Wohlstand und Nahrung mögen vorhanden sein, dies schützt aber nicht davor, dass es Menschen mit Konzernen und Gesetzen gibt, die das missbrauchen. Jeder Mensch hat die Aufgabe, so denke ich, sich gegen solches zu wehren, sofern es irgendwie möglich ist, anstatt sich ebenfalls missbrauchen zu lassen. Beitrag melden!

Sonja | 07.03.2014 15:14

Ja es MUSS sich etwas tun,und zwar bald wann werden unsere Böden unbrauchbar,es reichert sich alles darin an,nichts "verschwindet" einfach ,die "Erde" merkt sich den Umgang mit Ihr!!! Beitrag melden!

Gerhard Schneider | 31.01.2014 09:17

Sehr geehrter Herr Bommert,

ich finde Ihren Bericht an sich super. Was dazu gehört, würde man weltweit in der Landwirtschaft und in den Kleingärten nach dem Prinzip der Permakultur arbeiten, wieder Energietürme, Agnihotra und in trockenen Gebieten Cloudbusters einsetzten und diese Gegenden wieder bebaumen (damit wieder Regen fallen kann) dann könnten wir ein vielfaches an Menschheit ernähren. Ich sehe es in meinem Garten (obwohl erst vor 2 Jahren aus einem Fichtenmonokulturwald mit massivem Lehmboden angelegt) denn die Gemüse sind so nahrreich, dass ich nicht einmal die Hälfte der Menge brauche, die ich üblicherweise esse. http://naturwaldgarten.at/gallerie/sommer-2013/ Doch dennoch danke für den Bericht

Gerhard Schneider Beitrag melden!

Gartenmensch | 30.01.2014 22:21

Meiner Meinung nach dauert es viel länger als 40 jahre. Das umdenken ist da aber bis das alles umgesetzt wird. Die Wirtschafft ist in allem ziemlich träge. Nur Kleinbauern das geht nicht Nur Grossbetriebe auch nicht. Beides Zusammen schon. Versorgungssicherheit muss gewährleistet sein. Lebensmittel wegschmeissem ist leicht. Sie aber so anzubauen das jeder Mensch auf der Welt was davon hatt ist enorm schwer und auch ein Logistisches problem. Beitrag melden!

WolfThom | 29.01.2014 23:51

Wissenschaftler sagen: Industrielle Landwirtschaft hat ihren »Scheitelpunkt« erreicht – Es ist Zeit, zu kleinen Bio-Betrieben zurückzukehrenJonathan Benson
Die Ära großer Monokulturen mit ihren Pestiziden und gentechnisch veränderten Organismen (GVO) könnte endlich an ihr Ende kommen. Wissenschaftler der University of Nebraska-Lincoln (UNL) haben kürzlich entdeckt, dass die Ertragssteigerungsraten für die meisten wichtigen industriell angebauten Feldfrüchte ein Plateau erreichen oder in vielen Regionen der Welt sogar rückläufig sind. Diese Tatsache unterstützt das Argument für eine Rückkehr zu kleineren diversifizierten Bio-Betrieben.

mehr …

http://info.kopp-verlag.de/medizin-und-gesundheit/gesundes-leben/jonathan-benson/wissenschaftler-sagen-industrielle-landwirtschaft-hat-ihren-scheitelpunkt-erreicht-es-ist-zeit-.html;jsessionid=4B27CA835C34F428021959093A508603 Beitrag melden!

BlickRichtungVorne | 29.01.2014 06:35

Wie ein Wandel von einer zehrenden, fremdbestimmten INPUT-basierten zur PROZESS-basierten Landwirtschaft mit natürlichen Kreisläufen aussehen kann, zeigt "Langsamer. Kleiner. Gut. Mit natürlicher Pferdekraft aus der Fortschrittsfalle in der Landwirtschaft".
Einfach und gut, klimaneutral, ressourcen- und bodenschonend und basierend auf "Antriebssystem" erneuerbarer Bio-Energie. Mit bewährter Praxis und Rückgabe der Bestimmungshoheit an die Bauern. Im Buch zeigen 4 Pferdebauern, dass es geht, auch heute. Und morgen auch noch.
siehe http//:LangsamerKleinergut.net Beitrag melden!

Salpeter | 28.01.2014 19:36

Ich bin Landwirt und es ist mir ein Bedürfniss allen die das lesen Mitzuteilen das diese elende Besserwisserei von Leuten die immer nur frisierte Studien lesen und dann uns Landwirten die Konvetionell wirtschaften die Kompetenz absprechen Nachhalig zu sein sehr verletzen.Auf den Punkt gebracht:" Das stimmt nicht."was in diesem Bericht über unsere Berufsgruppe verbreitet wird. Beitrag melden!

Gerhard | 28.01.2014 15:11

Kommt mir nicht sehr seriös vor... Sobald Mineraldünger teurer wie Gülle, Mist oder Leguminosen ist, sprich, dass es rentabler ist, ich verzichte auf Stickstoffdünger, dann wird das von den Landwirten auch gemacht. Beitrag melden!

Gerhard | 28.01.2014 15:06

@Landwirtschaftslehrling:
Du bist ja noch Lehrling, darum sei dir gesagt:
Wir haben so gut wie keine Arbeitslose, quasi Vollbeschäftigung und Millionen von Leuten aus Süd- und Osteuropa, die für uns arbeiten, z. B. im Gemüsebau. Schwer vorstellbar, dass Deutsche für den winzigen Lohn und die schwere Arbeit morgens aus dem Bett kommen.
Moderne Traktoren verdichten im Gegensatz zu alten Traktoren den Boden nicht, weil sie eine bessere Bereifung haben und so den Bodendruck verteilen. Wenn man dann noch auf eine gute Versorgung des Bodens achtet und die Anzahl der Regenwürmer passt, dann kann man nachhaltig auf höchstem Niveau auf dieser Fläche noch viele Jahre konventionelle Landwirtschaft betreiben, sagen wir mal so 3000, 4000 Jahre mindestens! Vielleicht aber auch 100000 Jahre... Beitrag melden!

Andrea Weber | 28.01.2014 14:43

Gut dass gerade unsere bäuerlichen Betriebe weiter denken als nur über eine Generation. Für viele ist es das vordringlichste Ziel ihres wirtschaftens den Hof und die Böden in besserem Zustand an die nächste Generation weiterzugeben. Wie erfolgreich das gemacht wurde kann man heute in ganz Deutschland sehen wenn man die Ertragsfähigkeit der Böden und den Humusanteil mit der Situation vor 100 Jahren vergleicht.
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Ina | 28.01.2014 11:20

Ist "GEO" die Sperspitze des "Bioanbaus"? Leider hat der Ökolandbau keine "Leitfunktion" und kann und sollte sie auch nicht haben, wenn selbst die FAO "intensiven System" die meisten C02-Einsparungen zuspricht (http://www.cranfield.ac.uk/sas/naturalresources/research/projects/is0205.jsp) und nach Auswertung von 360 aktuellen Studien dem Ökolandbau die Möglichkeit aberkannt wird, eine steigende Weltbevölkerung zu ernähren (http://www.animal-health-online.de/lme/2012/03/08/minus-20-okolandbau-bei-hektarertragen-deutlich-unterlegen-erheblich-zweifel-an-zukunftsfahigkeit/7192/comment-page-1/#comment-914), was durch deutsche Wissenschaftler bestätigt wird (http://www.agrarfakten.de/oko-landbau/) Beitrag melden!

Schulz | 28.01.2014 11:19

Ja, die bäuerlichen Familienbetriebe waren und sind die Stütze einer nachhaltigen und Ressourcenschonenden Landwirtschaft - in Europa und in Dritt- und Schwellenländern. Nur, was hat das mit der Betriebsgröße zu tun?
Wie kommt Herr Bommert zu der Vermutung, dass "Großbetriebe" nicht u.U. viel ökologischer wirtschaften, als dies Kleinbetriebe jemals könnten. In Deutschland gibt es dafür den Begriff "Ecology of Scale" mit dem Nachweis, dass bestimmte Betriebsgrößen unbedingt erforderlich sind für eine ökologische Bewirtschaftung.
Tatsache ist auch, dass die Nachfrage nach tierischen Produkten einer steigenden Weltbevölkerung in den nächsten Jahren um 70 % steigen wird. Eine riesige Herausforderung, so daß selbst die FAO eine nachhaltige Intensivierung der Landwirtschaft fordert (http://www.fao.org/news/story/en/item/212554/icode/).
Schließlich und letztendlich vergisst Herr Bommert die ausgeprägte Landflucht in den aufstrebenden "Drittländern" - jeden Tag 80.000 Menschen!! Beitrag melden!

Burkhardt | 28.01.2014 09:24

zitiere Annie Francé-Harrar (1957)aus dem Buch "Die letzte Chance für eine Zukunft ohne Not": Aber auch mit Düngung ist Überproduktion und übermäßige Bodenausnützung ohne vollgültigen Humusersatz auf die Dauer der Ruin eines jeden Staates. Beitrag melden!

Landwirtschaftslehrling | 28.01.2014 09:05

@ Bergvolk: Die meisten Landwirte auf dieser Welt haben keinen Traktor, sie pflügen von Hand, mit Kuh, Ochse oder Pferd und ernähren damit Afrika, Asien etc.. Zudem machen gerade Traktoren die Böden langfristig kaputt - sie verdichten, Regen kann nicht mehr versickern und schwemmt Humus weg, Wasserspeicherkapazität geht so verloren - sprich er wird mit der Zeit steinhart. Für kleine Betriebe kann die Arbeit mit dem Pferd durchaus sinnvoll sein. Zudem: Wir haben heute so viel Arbeitslosigkeit - weshalb sollen nicht wieder mehr Menschen in der Landwirtschaft arbeiten? So wären arbeitsintensive Methoden kein Problem mehr - sondern die Lösung. Beitrag melden!

max | 28.01.2014 00:20

Vielleicht schafft die Menschheit sich eine neue Erde zu basteln um für die konventionelle Landwirtschaft Platz zu haben! Wie sollen in Zukunft die Menschen ernährt werden, wenn wir in 100 Jahren ca. 10 Milliarden sind? Das es so wie bisher nicht weitergehen kann ist klar, nur müssen auch vernünftige Lösungen her. Auf keinen Fall dürfen wir uns auch nicht in die Steinzeit zurückwerfen lassen!!! Beitrag melden!

ben | 27.01.2014 23:03

Ich studiere Agrarwissenschaften an einer renommierten deutschen Universität, die nicht gerade durch ihre Nähe zum Ökolandbau auffällt und eine starke konventionelle Lobby im Rücken hat. Und trotzdem gibt es eine neue Form der Auseinandersetzung mit der Agrarpolitik, vor allem bei den Studierenden. Die Landwirtschaft ist meines Erachtens nach wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig geprägt von Ideologien, Lobby-Interessen und den Ansprüchen verschiedenster Industriezweige. Das nimmt teilweise religiöse Züge an, vor allem in den konventionell-konservativen Reihen wird dermaßen zynisch und leichtfertig mit dem Welthunger argumentiert, dass kaum zu übersehen ist wie einige Wenige sich an den Strohhalm klammern, der einer sehr überschaubaren Elite zu enormem Profit verhilft. Allerdings bringt kaum ein anderer Beruf so viel langfristige Verantwortung mit sich wie der des Landwirts. Und deswegen ist Umdenken angesagt, auch wenn es einem nicht leicht gemacht wird. Power to the Biobauer :)
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Phantolli | 27.01.2014 21:27

Die Grenzen des Wachstums werden das Ihrige dazu beitragen, dass die industrielle Landwirtschaft in ihrer jetzigen Form frueher oder spaeter zusammenbricht. Es bedarf keiner grossen Philosophie und keiner grossen Wissenschaft, dies zu erkennen. Beitrag melden!

Winterdienst | 27.01.2014 20:26

Woher nimmt der Kommentarschreiber die Gewissheit, dass die Gutachten bestellt sind? Ich empfehle den Welternährungsbericht zu lesen. Leider wird der von der deutschen Regierung nicht unterschrieben, wohl weil das Geld von der Chemie- Pharma- und Agrarindsttie zu üppig an die Politikmachenden fließt. Im ganzen Bericht ist nichts davon zu lesen, dass jemand auf das Auto verzichten sollte, es wird nur -und das völlig zurecht- beschrieben, wie energieintensiv die industrielle Landwirtschaft wirtschaftet.
Eine Forderung geht mir ab, nämlich dass auf der Nahrungsmittelverpackung nicht die idyllische Tierhaltung vorgegaukelt wird sondern dass ein wahres Bild drauf ist, sprich die ausgemergelten Hühner, Puten, die vor lauter Gewicht nicht mehr gehen können, die schwanzlosen Schweine im Dunkelstall und die auf Spalten gehaltenen Mastrinder und Kühe.
Artensterben, Bienensterben, Gentechnik, Kunstdünger und Chemie auf den Feldern - so wird die Welt in 40 Jahren nicht mehr ernährt werden können. Beitrag melden!

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