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Artikel vom 4.1.2007

Text von Peter Carstens

Ohne Wüste kein Regenwald

Rund 240 Millionen Tonnen Sahara-Staub wechseln jährlich auf den amerikanischen Kontinent - mit dem Wind. Gut für den Amazonas-Regenwald. Denn der ist auf den flüchtigen Mineraldünger angewiesen



Im März 2003 wirbeln gewaltige Mengen Wüstenstaub aus der Sahara über die Kanarischen Inseln (Foto von: ESA)
© ESA
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Im März 2003 wirbeln gewaltige Mengen Wüstenstaub aus der Sahara über die Kanarischen Inseln

Vielleicht erinnern Sie sich noch: Über Nacht hatte sich in vergangenen Sommern auf unserem Auto oder den Gartenmöbeln eine rötliche Staubschicht abgelagert; nordafrikanischer Wüstenstaub, der sich von südlichen Winden bis nach Nordeuropa hatte tragen lassen. In unseren Breiten eher Kuriosum oder Ärgernis, ist der natürliche Bodentransfer per Luftfracht für andere Regionen der Erde lebenswichtig. So zum Beispiel für den südamerikanischen Regenwald.

Ein Forscherteam des israelischen Weizmann-Instituts hat nun herausgefunden, dass von den insgesamt 240 Millionen Tonnen Mineralien, die aus der Sahara jedes Jahr auf den Atlantik geweht werden, immerhin rund 50 Millionen den südamerikanischen Kontinent erreichen - ein natürlicher Dünger-Eintrag, ohne den das empfindliche ökologische System des Amazonas-Regenwaldes zusammenbrechen würde.



November 2004: Ein gewaltiger Sandsturm wütet in der Bodélé-Niederung. Das Foto machte das Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) an Bord des NASA-Satelliten Aqua (Foto von: NASA)
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November 2004: Ein gewaltiger Sandsturm wütet in der Bodélé-Niederung. Das Foto machte das Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) an Bord des NASA-Satelliten Aqua

Die Staubwolken reisen 5000 Kilometer weit

Besonders erstaunlich: Etwa die Hälfte des Staubes stammt aus der Bodélé-Niederung im Tschad, einem Gebiet, das der Größe des Bundeslandes Sachsen entspricht - und damit nur rund 0,2 Prozent der Gesamtfläche der Sahara ausmacht. Die Forscher vermuten, dass die besondere geografische Lage der Senke für das große Staubaufwirbeln verantwortlich ist: Vor allem im Winter und im Frühjahr blasen heftige Nordoststürme über sie Senke. Dabei bilden die Flanken zweier Höhenzüge, des Ennedi-Gebirges und des Tibesti-Gebirges, einen Windkanal. Mit Passatwinden gelangen die Staubpartikel weiter in das 5000 Kilometer entfernte Amazonas-Becken.

Für ihre Messungen nutzten die Forscher Daten der beiden NASA-Satelliten Terra und Aqua. Deren Spektrometer ermittelten zwischen Oktober 2003 und Oktober 2004 nicht nur die Zahl der Tage, an denen größere Staubmengen die Reise über den Atlantik antraten, sondern auch den Umfang der einzelnen Staubpakete und ihre Dicke. Aus diesen Daten rechneten Forscher die Gesamtmenge hoch.

Dass Sahara-Sand den Amazonas-Regenwald düngt, war zwar bekannt. Doch gingen frühere Studien lediglich von einem Viertel des jetzt ermittelten Staub-Eintrags aus.


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