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Emissionshandel: CO2-Card für alle!

Die CO2-Emissionen sind im vergangenen Jahr gestiegen wie nie zuvor. Jetzt sind wirksame Instrumente im Kampf gegen den Klimawandel gefragt. Der Geograf und Wirtschaftsingenieur Klaus Dosch plädiert in seinem Gastbeitrag für einen persönlichen CO2-Handel

Text von Klaus Dosch

Klaus Dosch arbeitet für die Aachener Stiftung Kathy Beys und ist Autor des Buches "Mehr Mut beim Klimaschutz. Plädoyer für einen persönlichen Emissionshandel".


Klaus Dosch ist Projektmanager der Aachener Stiftung Kathy Beys (Foto von: )
Klaus Dosch ist Projektmanager der Aachener Stiftung Kathy Beys

2010 war ein Rekordjahr. Noch niemals in der Geschichte der Menschheit wurde durch die Verbrennung fossiler Energie eine größere Menge CO2 in die Atmosphäre geblasen. Gegenüber 2009 stiegen die Emissionen um sechs Prozent an. 2011 sind neue Rekorde zu erwarten. In den BRICS-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) boomt die Wirtschaft, damit steigt ihr Energieverbrauch rasant an - und damit die Emissionen.

Nach einer jüngst veröffentlichten Studie von Price Waterhouse & Coopers ist die Entkoppelung von Wirtschaftswachstum und CO2-Emissionen immer noch nicht gelungen. Wächst die Wirtschaft, steigen die CO2-Emissionen. Dies gilt nicht nur für die BRICS-Staaten, sondern auch für Deutschland: CO2-Emissionen und Wirtschaftsleistung hängen untrennbar zusammen. Dabei müht sich Deutschland, die CO2-Emissionen zu senken. Das Ziel ist eine Reduktion um 40 Prozent bis 2020, bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 1990. Mit den bislang ergriffenen Maßnahmen bleiben die Ziele allerdings unerreichbar, das zeigen die Daten.


750 Milliarden Tonnen CO2 bis 2050

Was also tun? Der Wissenschaftliche Beitrat Globale Umweltfragen der Bundesregierung (WBGU) hält es für gerade noch vertretbar, dass bis 2050 weltweit maximal 750 Milliarden Tonnen CO2 freigesetzt werden. Danach dürfen nur noch geringe Mengen CO2 ausgestoßen werden, um das so wichtige Ziel einer Erwärmung unter zwei Grad Celsius nicht zu gefährden. Wer einen Sinn für Gerechtigkeit hat, kommt an einer Schlussfolgerung nicht vorbei: Alle Menschen auf diesem Globus haben ein Recht auf denselben Anteil dieser noch gerade tolerierbaren Emissionsmenge. Eine Emissionsgerechtigkeit kann natürlich nicht schlagartig eingeführt werden. Sicher ist aber, dass den Menschen in den Industriestaaten auf dem Weg dorthin größere Anstrengungen abverlangt werden müssen als Bewohnern relativ armer Entwicklungsländer.


 (Foto von: picture-alliance/Image Source; Aachener Stiftung Kathy Beys)
© picture-alliance/Image Source; Aachener Stiftung Kathy Beys
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Eine Lösung des Emissionsproblems könnte so aussehen: Auf Basis des bis 2050 noch zur Verfügung stehenden Emissionsbudgets wird ein Fahrplan vereinbart, welche Mengen CO2 weltweit Jahr für Jahr bis 2050 noch ausgestoßen werden dürfen. Anschließend werden diese Jahresbudgets auf die Menge der Menschen auf der Erde verteilt. Daraus ergibt sich eine Emissionsobergrenze für jedes Land der Erde: China erhält beispielsweise rund 1,3 Milliarden Pro-Kopf-Emissionsrechte, Deutschland rund 86 Millionen. Jedes Land erhält das völkerrechtlich verbriefte Recht, genau diese Menge zu emittieren. Ein Handel zwischen den Staaten könnte zur Geldquelle besonders armer Länder mit niedrigen CO2-Emissionen werden. Da die globalen Emissionsmengen jährlich sinken sollen, wird die jedem Land zugewiesene Emissionsmenge jedes Jahr ein wenig kleiner. Viele Details müssten dazu allerdings noch erarbeitet werden.

Was ändert sich für die Menschen? Die Deutschland zugestandenen Emissionsrechte müssen zwischen Personen, der Wirtschaft und der öffentlichen Hand aufgeteilt werden. Dazu sind verschiedene Modelle denkbar. Besonders interessant scheint die Idee einer CO2-Card.



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Kommentare zu "CO2-Card für alle!"

Daniel H. | 28.11.2011 14:51

Nun wenn die Weltweite Vernichtung von Wäldern nicht sofort aufhört, braucht man sich um CO2 keine sorgen machen! EHER um Mangelden SAUERSTOFF zum leben! Pro Jahr wird eine Waldfläche von 13 Millionen Hektar VERNICHTET, das ist die Fläche von Bayern, BAden Würtemberg und Brandenburg ZUSAMMEN! Nun kann ja mal wer Ausrechnen wieviel WALD wir noch 2050 haben werden. Beitrag melden!

Knut Makowski | 18.11.2011 13:56

Nun Frau Fleischmann das Gaia sich wenig für das Thema CO2 interessiert da dürften Sie sicher recht haben. Ein bisschen Änderung im Nachkommastellenbereich ist doch wohl wurscht! Aber ob Sie und Ihre Nachfahren und der Rest unserer Spezies das so einfach überleben daran habe ich so meine Zweifel. Aber keine Sorge Sie können es getrost ignorieren, denn in Ihrer Lebensspanne wird es nicht allzu bitter werden, falls Sie nicht planen in einen anderen Teil der Erde zu ziehen... Beitrag melden!

Ute Fleischmann | 18.11.2011 12:55

Das ganze ist sehr nett gemeint, aber falsch. Erstens führen "Privatisierungen" immer dazu,
zweifelhafte Autorisation an irgendjemanden (?) zu geben, der dann bezahlt werden muß.
Wem gehört die Sonne, das Wasser, die Schwerkraft, der Wind...etc.?
Vor allem aber: Die CO2- Sache ist ein Irrtum bzw. Schwindel.
Wie längst publik sein sollte, ist CO2 die Nahrung der Pflanzen, entsteht maximal in der Natur selbst und nur marginal durch den Menschen. Alles Gedöns hier ist für die Katz!
Nichts dagegen, Dreck in der Natur zu vermeiden, am besten aber durch Beenden von Ver/Entfremdung wie z.B.Genmanipulation etc.(Monsanto) und Chemie für die Welt,
z.B.die massive Weltvergiftung von Mensch und Tier durch die Pharmaindustrie z.B.durch Impfungen, die nie schützen können, aber massiv schädigen!
Ich habe fast den Verdacht, daß die CO2- Thematik ein Ablenkungsmanöver ist.... Beitrag melden!

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