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Deutsches Kaiserreich: Interview mit dem Entwicklungsteam von GEOEPOCHE PANORAMA

Cay Rademacher, Dr. Frank Otto und Roman Rahmacher haben das Konzept von GEOEPOCHE PANORAMA entwickelt. Im Interview berichten sie über die Entstehung der neuen Heftreihe

Interview: Nadja Stavenhagen und

Die Köpfe hinter der neuen Heftreihe: Cay Rademacher, Dr. Frank Otto und Roman Rahmacher (v. l. n. r.) (Foto von: Rosa Kaiser)
© Rosa Kaiser
Die Köpfe hinter der neuen Heftreihe: Cay Rademacher, Dr. Frank Otto und Roman Rahmacher (v. l. n. r.)

Wie entstand die Idee zu GEOEPOCHE PANORAMA?

Cay Rademacher: Es gibt ab Mitte des 19. Jahrhunderts eine Menge historische Bilder, die die damalige Zeit dokumentieren. In GEOEPOCHE ist häufig nicht genug Platz für alle Fotos, die wir gern zeigen würden. So entstand die Idee, im neuen Heftformat PANORAMA Geschichte in Bildern zu erzählen – als Ergänzung zu GEOEPOCHE, das Geschichten über die Geschichte erzählt.


Was ist das Konzept von GEOEPOCHE PANORAMA?

Dr. Frank Otto: Das Heft geht vom Bild aus und soll über das Bild historische Informationen vermitteln. Kombiniert werden die Fotos mit Texten im bewährten EPOCHE-Stil. So werden fast "hinterrücks" geschichtliche Fakten vermittelt, und der Leser lernt ganz unanstrengend eine Epoche kennen.

Rademacher: Der Leser soll nah dran sein, so nah wie möglich. Leuten von damals ins Gesicht zu sehen, frühe Erfindungen wie den Zeppelin zu betrachten - das hat einen hohen Informationswert. Ähnlich sind die Texte in PANORAMA: ein Konzentrat, eine Erzählung in Miniform, gut lesbar und flüssig geschrieben. So spricht das Heft mehrere Ebenen an: Das Bild beschreibt eine Situation oder Zeit als Momentaufnahme, der Text liefert tiefergehende Informationen.

Otto: Das Heft wirkt leicht, auch wenn es in der Entwicklung schwere Arbeit gewesen ist.


Warum haben Sie das Deutsche Kaiserreich als Thema des ersten Heftes gewählt?

Rademacher: Back to the roots - zu Beginn der Heftreihe wollten wir mit unserer eigenen Geschichte starten.


Wie sind Sie bei der Zusammenstellung der Themen vorgegangen?

Rahmacher: Erst haben wir Bildmaterial aus der Zeit gesichtet, dann haben wir die großen Themen daraus skizziert.


Und wenn Sie keine passenden Bilder zu einem relevanten Thema hatten?

Rademacher: Jedes der vier großen Kapitel des Heftes – Alltag, Zeitgeist, Wandel, Macht - wird von einem Textessay abgeschlossen, in dem Aspekte des Deutschen Kaiserreichs beschrieben werden. Hier müssen keine Belegbilder gezeigt werden, man kann die wichtigen Fakten als Text beschreiben.

Otto: Am Ende des Heftes gibt es außerdem eine umfangreiche Zeittafel, die chronologisch durch die Epoche führt und alle zentralen Daten und Aspekte aufgreift.


Wie kann man sich die Bildrecherche vorstellen?

Rahmacher: Sehr aufwendig! Wir haben viele verschiedene Quellen genutzt: historische Bildagenturen weltweit, Museen, Staatsarchive, aber auch private Sammler. Vor 20 Jahren hätten wir so ein Heft noch nicht machen können, weil noch nicht so viel Material digitalisiert war.
Die Recherche war auch deshalb so langwierig, weil unser Anspruch sehr hoch ist: Es sollten realistische Darstellungen sein, die man aus dieser Zeit noch nicht kennt, in einer guten Reproduktionsqualität. Deshalb lassen wir alle Fotos neu einscannen, bevor wir sie verwenden.


Sind Sie bei der Bildauswahl auf Überraschungen oder besondere Erkenntnisse gestoßen?

Rahmacher: Auf jeden Fall. In der Recherche steckten viele Überraschungen, in diesem Fall zum Beispiel Fotos von ganz frühen Autorennen oder Freizeitvergnügen, sowie Sport, quasi journalistisch fotografiert. Oder als kompletter Gegenentwurf hochqualitative, aber auch statische Architekturfotografie, wie am Beispiel der Berliner Bahnhöfe zu sehen ist.
Interessant ist auch, wie man im Heft die technische Entwicklung des Mediums Fotografie zwischen 1871 und 1914 verfolgen kann: 1870 waren die Bilder zum Beispiel schärfer als 1900, weil in den früheren Jahren Stative benutzt wurden. Ende des 19. Jahrhunderts brach eine neue Epoche an: Die Fotografie erreichte immer mehr Laien. Die Kameras wurden kleiner, man konnte auch mal durch die Gegend knipsen, die Bilder wurden lebendiger.


Wie lange dauerte der Weg von der Idee des Heftes bis zum fertigen Produkt?

Otto: Die Arbeit an dem aktuellen Heft hat etwa ein Dreivierteljahr beansprucht.


Was gefällt Ihnen selbst am neuen Heft am besten?

Rademacher: Mich fasziniert es, Leuten von damals ins Gesicht sehen zu können, etwa einem Straßenarbeiter in Berlin.

Rahmacher: Ich finde das Moderne an der damaligen Zeit so toll: zum Beispiel die Architektur als Verbindung zur heutigen Zeit. Der Hamburger Bahnhof sieht heute fast genauso aus wie damals – er ist wie ein Verweis auf die damalige Zeit. Ein ähnliches Phänomen kann man bei Kaufhäusern beobachten. Was vor hundert Jahren existierte, war bereits erstaunlich modern. So sieht man auch die Gegenwart anders und im größeren Kontext.

Rademacher: Ähnlich wie mit GEOEPOCHE können wir mit historischen Inhalten ganz moderne Zeitschriften erfinden.

Otto: Dass man nicht merkt, wie viel man lernt. Man entdeckt Themen, auf die man zuerst gar nicht kommt: zum Beispiel, wie sich die Fotografie damals entwickelt hat. Und dass man nach dem leichten Ansehen eines Bildes und eines Textes Erstaunliches weiß. Wir selbst lernen ganz viel beim Zeitschriftenmachen.



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