Karthago gegen Rom Hannibal: Der Feldherr, der die Alpen bezwingt – und Rom an den Rand des Abgrunds treibt

Auf seinem Feldzug gegen Rom zieht sich der geniale Taktiker eine Entzündung zu, die ihm auf einem Auge die Sehkraft raubt
Auf seinem Feldzug gegen Rom zieht sich der geniale Taktiker eine Entzündung zu, die ihm auf einem Auge die Sehkraft raubt
© Julian Rentzsch
Im 3. Jahrhundert vor Christus entbrennt am Mittelmeer ein episches Ringen: Karthago gegen Rom. 218 v. Chr. unternimmt Hannibal, der brillanteste Feldherr der Karthager, schier Unglaubliches: Er führt eine gewaltige Streitmacht über die Alpen – mitten ins Land des Feindes

Erst als der Abend dämmert und die Stadt in Schatten hüllt, macht er sich auf den Weg. Geht durch die Gassen Karthagos, die im Zwielicht vor ihm liegen, unauffällig einem Tor in der Umfassungsmauer entgegen. Heimlich hat er seine Flucht vorbereitet, hat alles bis ins Kleinste geplant. Hat sich etwa den ganzen Tag über wie sonst auch in der Öffentlichkeit gezeigt, um keinen Verdacht zu erregen. So als ahnte er nicht die Gefahr, in der er schwebt.

Den Schrecken Roms hat man ihn genannt. Einen Wiedergänger des mythischen Helden Herakles, einen Liebling der Götter. Wo sein Name in der Welt des Mittelmeeres erklingt, schwingt noch immer Ehrfurcht in den Stimmen mit – oder Angst.

Doch nun muss sich Hannibal, der ruhmreichste Sohn Karthagos, davonschleichen wie ein gemeiner Dieb. Fort aus seiner Heimat, dieser Stadt der Undankbaren, die ihn verleumdet und verraten hat. Niemand hält den Flüchtenden auf. In der Nähe des Tores warten Pferde und einige Getreue. Mit ihnen galoppiert er in die Nacht und lässt Karthago hinter sich.


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