Gotthardtunnel Der Tunnel, der die Schweiz in die Moderne katapultiert – und Hunderte Menschen das Leben kostet

Um 1880 am nördlichen Eingang des Tunnels in Göschenen. Von hier – und zugleich vom Tessin im Süden aus – sprengen Männer die 15 Kilometer lange Querung durch den Fels
Um 1880 am nördlichen Eingang des Tunnels im Schweizer Ort Göschenen. Von hier – und zugleich vom Tessin im Süden aus – sprengen Männer die 15 Kilometer lange Querung durch den Fels
© Artokoloro/imago images
Um die Mitte des 19. Jahrhunderts sind die Verkehrswege der Schweiz veraltet. Doch neue Eisenbahnlinien sollen das ändern: So treiben Arbeiter ab 1872 am Gotthard den bis dahin längsten Tunnel der Welt durch das Alpenmassiv. Ein nationaler Prestigebau – mit tödlichen Folgen

Am 28. Juli 1875, einem schwülen Sommertag, versperren Arbeiter im Schweizer Bergdorf Göschenen den Eingang zur Baustelle des größten Tunnels der Welt. Wütend, bewaffnet mit Stangen und Knüppeln, haben sie sich am Gotthard aufgebaut. Weitere Tausend Streikende blockieren die Landstraße. Einige haben ihre Messer dabei. Andere halten Holzstöcke, an die sie rote und weiße Tücher gebunden haben. Die Männer fordern mehr Lohn.

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