James-Webb-Teleskop Das teuerste Messgerät der Welt: Was es soll, was es kann

Das James-Webb-Weltraumteleskop ist das teuerste Messgerät, das Menschen je gebaut haben. Ab 2018 soll es uraltes Sternenlicht einfangen und zurückblicken bis in die Zeit kurz nach dem Urknall. Mit der acht Milliarden Dollar teuren Technik erhoffen sich die Wissenschaftler Antworten vor allem auf vier Fragenkomplexe:
Das teuerste Messgerät der Welt: Was es soll, was es kann

Goldene Aussicht: Ingenieure bereiten sechs der 18 Spiegelsegmente des James-Webb-Teleskops für einen Kältetest vor. Sie wollen prüfen, wie sich die Sechsecke aus Beryllium bei extremen Minusgraden verhalten

Wann und wie entstanden die ersten Sterne?

Erst etwa 550 Millionen Jahre nach dem Urknall leuchteten die ersten Sterne auf. Sie waren viel größer und millionenfach heller als unsere Sonne. Diese Riesen brannten nur kurz, explodierten und kollabierten womöglich zu Schwarzen Löchern, die Keime für Galaxien bildeten. So weit die Theorie. Ob das alles tatsächlich so abgelaufen ist, soll „James Webb“ enthüllen helfen.

Wie formten sich die ersten Galaxien und wie kam es zu der großen Formenvielfalt von Sterneninseln, die wir heute sehen?

Etwa eine Milliarde Jahre nach der Entstehung des Kosmos tauchten die ersten Galaxien auf, meist kleiner und unregelmäßiger geformt als die heutigen. Mit dem neuen Teleskop wollen die Astronomen herausfinden, welche Rolle Schwarze Löcher bei der Entstehung von Sterneninseln spielen und was geschieht, wenn Galaxien kollidieren.

Animation: Wie das James-Webb-Weltraumteleskop auf dem langen Flug zu seinem Parkplatz im All für seine Aufgaben vorbereitet wird

Wie bilden sich neue Sonnen und Planeten?

Sterne entstehen im Zentrum riesiger Staub- und Gaswolken, die den Blick auf das Geschehen behindern. Mit den Infrarotkameras des James-Webb-Teleskops können Forscher durch die Staubvorhänge hindurchblicken.

Gibt es andere Planeten im All, auf denen Leben existiert?

Nahezu 2000 Planeten außerhalb unseres Sonnensystems haben Astronomen inzwischen entdeckt. Die meisten bislang sind Gasriesen wie Jupiter. Mit den empfindlichen Instrumenten des neuen Teleskops wird es einfacher sein, auch kleinere steinige Himmelskörper von der Größe der Erde zu identifizieren. Und es wird möglich sein, in deren Atmosphäre nach Gasen zu suchen, die auf die Anwesenheit von Leben hinweisen.

Lesen Sie die ganze Reportage "Spion des Lichts" im GEO Magazin Nr. 4/2015. Der Text von Alexander Strin dreht sich um die spannende Frage, ob wir unsere Ideen vom Anfang der Zeit überdenken müssen.

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