Tropenmedizin Malaria-Prophylaxe: Schlucken Reisende seit Jahren zu viele Pillen?

Ein Trip in die Tropen ist meist unproblematisch – vorausgesetzt, man schützt sich vor endemischen Krankheiten
Ein Trip in die Tropen ist meist unproblematisch – vorausgesetzt, man schützt sich vor endemischen Krankheiten
© Nattrass / Getty Images
Seit etwa 30 Jahren gibt es für Reisende ein effizientes Mittel gegen Malaria: Prophylaxe in Form von Pillen. Ein Forschungsteam aus Tübingen möchte zeigen, dass wir viel weniger davon brauchen als angenommen

Wenn Sie in die Tropen reisen – Backpacking-Trip, Geschäftsreise oder Auslandsjahr –, erhalten Sie vor dem Abflug mehrere Impfungen. Und dann sind da noch diese Schachteln mit Tablettenblistern. Jeden Tag müssen Sie eine Pille schlucken – selbst nachdem das Flugzeug wieder im malariafreien Gebiet gelandet ist. 

Manchen Menschen wird von diesen Tabletten schwindelig, sie bekommen Durchfall oder müssen sich übergeben. Doch die Medikamente haben einen entscheidenden Vorteil. Sie schützen vor einer Krankheit, die durch einen einzigen Mückenstich zum Tod führen kann: Malaria.

Die in Deutschland am häufigsten verwendete Wirkstoffkombination zur medikamentösen Malaria-Prophylaxe ist Atovaquon/Proguanil, meist vertrieben unter dem Namen Malarone. Sie ist sicher und weithin gut verträglich. Doch womöglich nehmen Reisende bis zu sieben Mal zu viel davon ein. "Wir nehmen an, dass eine einzige Tablette pro Woche reicht", sagt Peter Kremsner, Professor für Tropenmedizin, Reisemedizin und Parasitologie an der Universität Tübingen.