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Elektrofahrräder So viele tödliche Unfälle wie nie: Darauf sollten E-Bike-Neulinge achten

Rund die Hälfte aller 2019 tödlich verunglückten E-Bike-Nutzerinnen und -Nutzer waren älter als 75 Jahre
Rund die Hälfte aller 2019 tödlich verunglückten E-Bike-Nutzerinnen und -Nutzer waren älter als 75 Jahre
© Alex Linch/Shutterstock
Fahrräder mit Elektromotor boomen. Gleichzeitig steigt die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle rasant. Mit einfachen Tipps fahren Sie sicherer

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Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein E-Bike – ein Trend, der offenbar durch die Corona-Pandemie befeuert wurde. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, gab es in deutschen Haushalten zum Jahresanfang 2021 rund 1,2 Millionen Elektrofahrräder mehr als im Vorjahr. Damit sind auf den Straßen insgesamt mehr als 7,1 Millionen E-Bikes unterwegs.

Allerdings nicht immer sicher. Das Statistische Bundesamt berichtet nämlich auch, dass im vergangenen Jahr mehr E-Biker und -Bikerinnen tödlich verunglückten als je zuvor. Zwischen Januar und Dezember starben demnach insgesamt 142 Menschen, ein Fünftel mehr als im Vorjahr.

Gegen den Trend im Straßenverkehr: Immer mehr E-Rad-Nutzer*innen verunglücken

Im Vergleich zur Gesamtzahl der Verkehrstoten (2020: 2719) mag die Zahl klein erscheinen. Auffällig ist jedoch, dass die explodierenden Unfallzahlen mit E-Bikes aus einem Jahr mit coronabedingt weniger Verkehr stammen. Zudem ist der Trend bei den Verkehrstoten insgesamt in Deutschland weiterhin rückläufig.

Offenbar überschätzen manche E-Bike-Neulinge ihre Fähigkeiten – und unterschätzen die Geschwindigkeiten, die sie mit ihrem Elektro-Hilfsmotor erzielen können.

Dass vermehrt ältere Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer verunglücken, geht aus einem Bericht der Prüfgesellschaft DEKRA hervor. Demnach waren 2019 rund die Hälfte der tödlich verunglückten E-Bike-Nutzerinnen und -Nutzer über 75 Jahre alt.

Im Portal Elektrofahrrad24.de fordert Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht (DVW) mehr Fahrtrainings für E-Bike-Neulinge, besonders ältere Menschen. Fahrradgeschäfte müssten ihre Kundinnen und Kunden erklären, wie ein Elektrorad funktioniert – und eine Probefahrt anbieten.

Worauf E-Bike-Einsteigerinnen und -Einsteiger achten sollten

Verkehrsrecht-Experte Roland Huhn vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt allen, die von einem modernen Fahrrad auf einen E-Antrieb umsteigen, die elektrisch unterstützte Beschleunigung vorsichtig und in sicherer Umgebung ausprobieren. Aber nicht nur die Beschleunigung, auch das Abbremsen will geübt sein: "Wer lange nicht Rad gefahren ist oder von einem Rad mit Rücktrittbremse kommt", sagt Roland Huhn, "muss sich mit wirksamen Bremsen vertraut machen."

Wer lange nicht Rad gefahren ist oder sich unsicher fühlt, kann auch einen Fahrsicherheits-Kurs machen, den der ADFC in vielen Bundesändern anbietet. Beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) gibt es eine Deutschlandkarte mit allen Kursangeboten für Einsteigerinnen und Einsteiger.


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