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Innere Ruhe lernen Fünf Dinge, die gelassene Menschen anders machen

Ein Mann sitzt mit seinem Hund auf einer Wiese bei Sonnenuntergang
Wer seine innere Balance gefunden hat, geht leichter und stressfreier durchs Leben
© Chalabala - Adobe Stock
Ungeduld, Hektik und Überforderung lauern im Alltag überall. Nicht jedem fällt es da leicht, gelassen zu bleiben. Manche Menschen strahlen dennoch stets eine innere Ruhe aus, selbst in stressigen Situationen. Wir verraten fünf ihrer Geheimnisse

Es sagt sich so leicht, fällt aber häufig so schwer: Immer mit der Ruhe. Im Alltag sind wir oft nervös, rastlos, gehetzt und manchmal auch überfordert. Die Chefin wartet auf die neueste Auswertung, im Haushalt türmt sich die Bügelwäsche, der Familienurlaub muss geplant werden, und den besten Freund hat man schon viel zu lange nicht gesehen.

Der alltäglichen Hektik zu entfliehen, einfach mal loszulassen und zu entspannen, wünscht sich wohl jede und jeder. Gerade in Situationen, in denen wir tätig sind, ist der Wunsch nach innerer Ruhe meist am größten. Doch Gelassenheit ist kein flüchtiger Zustand, der uns im Urlaub begegnet, sondern eine souveräne Lebenseinstellung. Manche Menschen scheinen diese mehr verinnerlicht zu haben als andere. Was wir uns von ihnen abschauen können:

Den eigenen Perfektionismus zügeln

Ob im Job, beim Sport, in Beziehungen oder im Haushalt: Wer in allen Lebensbereichen permanent Bestleistungen erbringen möchte, der läuft Gefahr, sich auf Dauer selbst zu überfordern. Denn kein Mensch ist dazu in der Lage, ständig alles perfekt zu machen – und das muss auch gar nicht sein. Im Gegenteil: Der eigene Perfektionismus erzeugt nur unnötig hohen Druck und führt letzten Endes fast immer zur eigenen Unzufriedenheit.

Wer gelassener werden möchte, sollte sich klar machen, dass bereits die Erledigung einer Aufgabe gut genug ist. Sie muss nicht immer perfekt erledigt werden, oft reicht auch ein einfaches Gut. Anstatt sich also darauf zu konzentrieren, was nicht bis ins kleinste Detail perfekt geworden ist, sollte man besser auf die positiven Aspekte schauen. Wer Aufgaben gelassener angeht, kann sich im Vorfeld bereits enorm viel Druck nehmen und lebt entspannter.

Regelmäßig an die frische Luft gehen

Fragt man Menschen, wo sie sich besonders gut entspannen können, hört man immer wieder: draußen in der Natur. Offenbar hat ein natürlich-biologisches Umfeld einen besonderen Effekt auf unser Gehirn: Es entspannt uns, baut Stress ab und legt so die Grundlage für unser Wohlbefinden.

Dieser Effekt ist auch im Gehirn messbar, denn wir organisieren unsere Denkvorgänge neu, wenn wir natürlichen Geräuschen und Tönen lauschen. Nicht umsonst empfinden so viele Menschen das Meeresrauschen oder Vogelgezwitscher als besonders entspannend. Forschende konnte dies sogar bei Testpersonen im Hirnscanner nachweisen.

Noch entspannter wird, wer den Aufenthalt im Grünen mit einem kurzen Spaziergang verknüpft. Kaum etwas ist so wirksam gegen Stress und innere Unruhe wie Bewegung. Schon nach wenigen Minuten setzt der Körper beruhigende und stimmungsaufhellende Substanzen frei. Wer regelmäßig spazieren oder joggen geht, lindert Niedergeschlagenheit und Unruhe, schöpft neue Kraft und fördert nachweislich die eigene Gesundheit.

Ruhepausen im Alltag einbauen

Wer ständig unter Strom steht und von einer Aufgabe zur nächsten hastet, gibt Pausen keinen möglichen Raum. Ein hoher Stresspegel ist Gift für Ruhe und Gelassenheit. Im Alltag sind regelmäßige Pausen daher enorm wichtig, ebenso ausreichend Nachtschlaf. Wer dazu neigt, sich keine Pausen zu nehmen, für den können eingeübte Routinen hilfreich sein.

Regelmäßige Rituale verschaffen wichtige Verschnaufpausen, in denen man sich ganz auf die eigenen Bedürfnisse fokussieren kann. Dies kann ein kurzer Gang "an die frische Luft" sein, eine Tasse frischer Tee oder ein entspannendes Fußbad am Abend. Je regelmäßiger diese kleinen Inseln der Ruhe im Alltag aufgesucht werden, desto natürlicher werden sie und desto eher bringen sie Körper und Geist wieder in Balance.

Eine Übung, die bereits der römische Philosoph Seneca empfohlen hat, ist etwa die abendliche Reflexion. Dabei lässt man den vergangenen Tag Revue passieren und fragt sich selbst: In welcher Situation wäre ich heute gern gelassener gewesen? Welche Emotionen kamen auf und was waren meine Ansprüche?

Wem es gelingt, diese Selbstreflexion über längere Zeit zu führen – ob in Gedanken oder in Form eines Tagebuchs –, wird sich unausweichlich verändern und allmählich auf Herausforderungen, in denen Gelassenheit hilfreich wäre, anders reagieren als zuvor.

Öfters mal Nein sagen

Vor allem jene Menschen, die alles selbst erledigen wollen, andere nicht um Hilfe bitten mögen und auch nicht Nein sagen können, wenn sie um Hilfe gebeten werden, riskieren Unsicherheit, Überlastung und Frustration. Doch wer erlebt, dass sich vieles auch ohne eigenes Zutun zum Guten wendet, kann allmählich Gelassenheit entwickeln.

Dankbarer sein

Dankbarkeit kann eine machtvolle Kraft sein, um mehr zu sich selbst zu finden. Doch wohl kaum ein Ratschlag mag schwieriger umzusetzen sein, oft will sich dieses Gefühl einfach nicht einstellen. Wem es aber gelingt, im Alltag die guten Dinge nicht immer für selbstverständlich zu nehmen, sondern öfters dankbar für sie zu sein, der handelt gelassener.

In vielen Religionen spielt Dankbarkeit eine wichtige Rolle, Gelehrte des Altertums haben das Gefühl gepriesen. Zu Recht, wie Studien gezeigt haben: Jene, die anderen danken oder Dankbarkeit in sich spüren, sind nachweislich zufriedener – mit sich selbst und mit anderen.


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