VG-Wort Pixel

Unterstützung Diagnose Krebs: Ratschläge für Angehörige und Betroffene

Zwei Frauen umarmen sich, die eine Frau hat Krebs
Aufrichtige Gespräche und klare Informationen über die Krankheit sind von großer Bedeutung
© motortion / Adobe Stock
Wie kann ich Krebspatienten und ihren Freunden und Familie beistehen? Wie kann ich mich auf ein Gespräch beim Arzt vorbereiten? Und wo finde ich Hilfe? Wir haben Ratschläge für Angehörige und Betroffene zusammengetragen

Wie kann ich Krebspatienten und ihren Freunden und Familie beistehen?

Einfach da sein

Dass Sie sich hilflos fühlen, ist normal. Halten Sie sich trotzdem mit Beschwichtigungen und Durchhalteparolen zurück, denn das kann auf den anderen wirken, als wollten Sie die Lage herunterspielen. Hören Sie aufmerksam zu, um herauszufinden, wie er oder sie die Situation empfindet. Zeigen Sie Mitgefühl und Interesse, aber versinken Sie nicht in Mitleid mit den Patienten.

Die Situation aushalten

Erwarten Sie von Ihrem Gegenüber nichts Bestimmtes und nehmen Sie es nicht persönlich, wenn es sich anders verhält als sonst, Ihre Hilfe zurückweist oder Ihnen gegenüber unfreundlich ist: Jede*r reagiert anders auf eine belastende Diagnose, und die Gefühle können von Tag zu Tag schwanken. 

Hilfe anbieten

Stülpen Sie dem/der anderen nichts über, weder Ratschläge noch Hilfe, sondern fragen Sie, was ihm/ihr helfen würde. Das können auch praktische Dinge sein, wie zum Beispiel den Hund auszuführen, auf die Kinder aufzupassen oder einkaufen zu gehen.

Wie kann ich mich auf ein Gespräch beim Arzt vorbereiten?

1. Bitten Sie jemanden, dem Sie vertrauen, Sie zu begleiten. Eventuell kann sich Ihre Begleitung während des Gesprächs auch Notizen machen, sodass Sie sich keine Sorgen machen müssen, ob sie auch alle Informationen erfassen. 

2. Sie müssen das Gespräch nicht passiv über sich ergehen lassen. Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen. Bitten Sie um eine Pause, wenn es Ihnen zu viel wird, und sagen Sie offen, wie Ihnen zumute ist. 

3. Konzentrieren Sie sich auf den Kern dessen, was die Ärztin oder der Arzt sagt, und bitten Sie am Ende um ein zusammenfassendes Fazit. Und fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. 

4. Überlegen Sie, was die nächsten praktischen Schritte sein könnten: Bei wem kann und möchte ich heute bleiben? Gibt es noch etwas zu organisieren oder zu erledigen, das mir jemand abnehmen kann? Wer kann mich in meiner Angst oder Trauer unterstützen? Rufen Sie sich in Erinnerung, was Ihnen im Leben bisher in schwierigen Situationen geholfen hat, und aktivieren Sie diese Ressourcen wieder für sich.

Diagnose Krebs: Wo finde ich Hilfe?

Im Internet

Auf diesem Portal für Betroffene und deren Angehörige finden Sie Tipps für den Umgang mit seelischen Belastungen, die eine Krebsdiagnose mit sich bringen kann, und Kontakt zu spezialisierten Psychologen, die Ihnen dabei helfen: psycho-onkologie.net 

Zum Weiterlesen

• Jalid Sehouli: »Von der Kunst, schlechte Nachrichten gut zu überbringen«, Kösel-Verlag, 192 Seiten, 20 Euro 

• Susanne Diehm, Jutta Michaud, Jalid Sehouli: »Mit Schreiben zu neuer Lebenskraft. Übungsbuch für Frauen mit Krebserkrankung und ihre Angehörigen«, Kösel-Verlag, 128 Seiten, 18 Euro 

Zum Weiterhören

KLAsicht – der Podcast von Sandra Klasing. Sie erzählt darin von ihrem Weg aus Angst und Mutlosigkeit und spricht mit Menschen, die es ebenfalls geschafft haben. Ein Podcast über und für das Leben: sandra-klasing.de/podcast

Dieser Text erschien zuerst in GEO Wissen Gesundheit Nr. 19. Die Ausgabe können Sie hier bestellen.


Mehr zum Thema