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Schmerzen Weshalb wir im Winter häufig Kopfschmerzen bekommen – und was dagegen hilft

Junge Frau mit Kopfschmerzen
Frauen trifft der Kopfschmerz häufiger als Männer - vor allem Migräne
© sebra - Shutterstock
Gerade in der kalten Winterzeit klagen viele Menschen über Kopfschmerzen. Schuld daran sind häufig niedrige Temperaturen und eisige Windböen, die zu körperlichen Verspannungen führen

Kopfschmerzen zählen neben Rückenschmerzen zu den häufigsten Leiden überhaupt – und zu den vielfältigsten. Spezialisten unterscheiden rund 200 verschiedene Kopfschmerzarten. Besonders verbreitet ist der Spannungskopfschmerz: Mehr als die Hälfte aller Kopfschmerzpatienten leidet darunter.

Gerade im Winter klagen Menschen vermehrt über Kopfschmerzen, die während besonders heftiger Kältewellen bis zu mehrere Tage anhalten können. Der Kopf fühlt sich schwer an und schmerzt, die Konzentration lässt nach, die Augen sind müde, man fühlt sich schlapp.

Ursachen für den Schmerz sind vor allem die ungewohnt kalten Temperaturen und eisiger Wind.

Abwehrmechanismen des Körpers können zu Kopfschmerz führen

Wer an Frosttagen ohne winddichte Mütze oder gar mit nassen Haaren aus dem Haus geht, sorgt dafür, dass eisige Außentemperaturen das Blut in der Kopfhaut abkühlen. In der Folge verkrampft sich die dünne Muskulatur unter der Kopfhaut und ein allgemeiner Kopfschmerz kann auftreten. Für den Körper sind solche schnellen Temperaturwechsel der pure Stress. Besonders Menschen, die generell mit einem niedrigen Blutdruck zu kämpfen haben, sind oft betroffen.

Ärzte und Wissenschaftler gehen davon aus, dass unser Körper in einem solchen Moment automatische Abwehrmechanismen ergreift, um das schnelle Abkühlen des Gehirns zu reduzieren. Dies führt zu sogenannten Sinusitis-Kopfschmerzen - starke, stechende Schmerzen in der Stirn, die auch mit Schwindel einhergehen können - und Schmerzen im Bereich der hinteren Augenpartie.

Auch eine allgemeine körperliche Anspannung, die uns beim Bibbern und Frieren im Freien ganz automatisch befällt, kann Kopfschmerz hervorrufen. "Bereits kurzzeitiges Kälteempfinden und Frieren kann dazu führen, dass betroffene Personen die Schultern hochziehen und sich ihre Muskeln in diesem Bereich verspannen. Mit der Zeit dehnen sich die Verspannungen dann über den Nacken und den Kopf aus und können zu Kopfschmerzen führen“, berichtet Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte.

Menschen, die im Winter auf die Kälte besonders empfindlich reagieren und zu Kopfschmerzen neigen, sollten starke Temperaturschwankungen möglichst meiden. Außerdem sollten sie besonders darauf Acht geben, die empfindliche Kopfpartie zu schützen und sich nicht länger als nötig in der Kälte aufhalten. Warme Bäder, leichte Massagen und Entspannungsübungen können ebenfalls helfen und für Erholung sorgen.

Auch Pfefferminzöl oder Tigerbalsam, das auf Stirn und Schläfen gestrichen wird, kann bei akuten Spannungskopfschmerzen Linderung schaffen. Treten die Kopfschmerzen öfter und über eine längere Dauer auf, sollten die Beschwerden ärztlich abgeklärt werden.


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