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Verlängertes Wochenende Reiseführer Zürich: Die kulinarischen Gipfel der Schweizer Metropole

Die kulinarische DNA ist selbst für geübte Tieftaucher kaum zu entschlüsseln. Sie liegt irgendwo zwischen Zürcher Geschnetzeltem und dem Besten aus aller Welt
Die kulinarische DNA ist selbst für geübte Tieftaucher kaum zu entschlüsseln. Sie liegt irgendwo zwischen Zürcher Geschnetzeltem und dem Besten aus aller Welt
© Iakov Kalinin / Shutterstock
Vorsicht, noch heiß! Unsere Podcaster haben aus dem Großangebot der Schweizer Metropole ganz frisch die kulinarischen Gipfel ausgewählt
Olaf Deharde

In Zürich hängt die Gastro-Latte hoch. Spätestens seit hier das laut Guinnessbuch erste vegetarische Restaurant der Welt 1898 eröffnete, das »Hiltl«, das heute Gründer-Urenkel Rolf als Veggie-Imperium betreibt, werden Trends nach allen Regeln der Kochkunst gesetzt und umgesetzt – natürlich ohne Perfektion bei den Klassikern zu vernachlässigen. Also, nichts wie Dispo erhöhen und auf der Ideallinie ab Hauptbahnhof genau in die richtigen Läden!

1. Taco-Trend

Auch in Zürich löst der Taco gerade den Burger-Hype ab. In diesem kleinen, mexikanischen Feinkostladen nahe Hauptbahnhof werden ab mittags sensationelle Tacos zum Mitnehmen verkauft. Da wollte man in die Schweiz und ist flugs erst mal in Mexiko! Echter Geheimtipp, nur Schritte von unserem »25hours«-Hotel entfernt.

Frida Kahlo, fridashop.ch

2. Bier nach vier

Direkt um die Ecke gibt es auch Bier, und zwar das wohl beste der Stadt. Oft von Mikrobrauereien, genauso oft mit Herzblut gebraut. Über 100 Sorten, davon viele lokale, schmücken das Sortiment. Von Bier-Enthusiasten für Bier-Enthusiasten. Exzellente Beratung.

The International Beer Bar, theinternational.ch

3. Wirtshaus 2.0

Eine neobayerische Küchenrevolution hat Markus Stöckle im »Rosi« angezettelt. Er, der in den besten Avantgarde-Küchen Europas gelernt hat, ist der Star der Gastroszene und kocht mit raffinierten Armen Rittern und Obatzda seinen Lebenslauf auf die Teller. Essbarer Seelen-Striptease vom Feinsten. Klingt verrückt, ist verrückt – und eine kulinarische Offenbarung.

Rosi, rosi.restaurant

Wissenshappen

Eine wie keine

Als Großstadt im Kleinstformat hält Zürich seit Jahren konstant Spitzenplätze, wenn es um höchste Lebensqualität weltweit geht. Auch sonst sieht man sich in der ersten Liga der Metropolen, auf Augenhöhe mit Hongkong, Paris, New York. Und ist es: bei den Preisen.

Standortvorteil

Zürcher und Zürcherin – nicht Züricher – heißen die rund 440 000 zumeist Glücklichen, die an Limmat und Zürichsee leben, eingebettet zwischen grünen Hügeln, mit Blick auf Gipfel der Alpen. Schon vor 5000 Jahren siedelten die ersten Menschen hier.

Saubere Sache

Diese Stadt ist so sauber, dass man eine auf der Straße ausgeschüttete Minestrone ohne Löffel wieder aufessen könnte, hat James Joyce, der Schriftsteller, mal gesagt. Nötig ist das nicht: Zürich gilt als Food-Mekka der Schweiz. Mehr Restaurants als hier gibt es nirgendwo im Land.

4. Morgenstund

Der neue Tag kann kaum schöner beginnen als am Zürichsee, dessen 88 Quadratkilometer bis unweit von Großmünster und Fraumünster schwappen. Oder gleich im Strandbad Tiefenbrunnen. Danach am besten zu Dani Sanchez und Bruder David, zwei Kaffee-Nerds, die mit ihrem Probatone- Röster die halbe Gastroszene der Stadt versorgen. Entspannter Spot für koffeinhaltige Heißgetränke und ultragute Gipfeli (Croissants).

Miro Coffee, mirocoffee.co

5. Höhepunkt

Noch etwas Frühsport ohne Sport? Dann rauf auf den Uetliberg, Zürichs Hausberg. Vom Hauptbahnhof fährt die S 10 bis fast zum Gipfel. Kulinarisch geht es im »Gertrudhof« weiter, der über die nicht mehr vorhandene Stadtmauer hinaus bekannt ist für beste Cordon bleus in unglaublichen 32 Varianten. Mit Bergkäse. Taleggio. Sambal Oelek. Begeisterung.

Gerdrudhof, gertrudhof.ch

6. Zwischengänge

Vor der nächsten Essenswürdigkeit ist Zeit für Sehenswürdigkeiten: Bahnhofstraße mit Confiserie Sprüngli, Lindenhof, Dolderbahn, Flohmarkt Kanzlei, Zürich West. Dank der kurzen Wege kommt man relativ weit. Am besten bis zur »Gamper Bar«. Dieser Ort ist eine Freude für jeden Apéro- Fan. Hier warten kleine Gerichte wie eingelegte Pilze, Ölsardinen, Charcuterie. Dazu noch ein Champagner, und der Abend kann losgehen.

Gamper Bar, gamper-bar.ch

7. Glück zum Essen

Die junge Elif Oskan kocht mit so viel Leidenschaft und Liebe, dass jede und jeder ihren Laden garantiert selig verlässt. Lahmaçun, Adana-Spieße und frisch gemachtes Baklava aus dem Holzofen gibt es. Die wohl beste türkische Küche außerhalb der Türkei. Und Topliga der angesagtesten Restaurants. Spirituosen-Fans sollten vor dem Bett noch einmal scharf abbiegen, und zwar in die formidable »Bar Sacchi« direkt am Hotel.

Gül, guel.ch, Bar Sacchi, sacchi.bar

8. Picasso zum Schluss

»DIE KRONENHALLE« ist eine Institution. Ein Sonntagsausflug zu gut situierten Schweizer Schwiegereltern würde sich wohl ganz ähnlich anfühlen. Automatisch speist man mit Manieren! Und zwar Geschnetzeltes oder Mistkratzerli (Stubenküken) unter einem Picasso. Der kulinarischen Seele Zürichs kann man kaum näher kommen. Ein würdiger Abschluss.

Kronenhalle, kronenhalle.com

GEO SAISON

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