Urlaub an der Schlei Fischerdorf Maasholm: Idylle am Ostseefjord

Wo Ostsee und Schlei sich treffen, liegt ein Fischerdorf: Maasholm. Seinem Charme geht man besonders gern ins Netz
Maasholm an der Schlei

Früher lebte Maasholm vom Fischfang. Heute ködert es auf nette Art Touristen

Schmal sind sie, die historischen Kahnstellen, an denen einst die Schleifischer ihre Boote festmachten. Heute legen dort nur Freizeitkapitäne an, ausschließlich Einheimische, denn die grasbewachsenen Holzstege stehen unter Denkmalschutz. Auf dem Spazierweg am Schleiufer ziehen Ausflügler an ihnen vorbei: Gleich rechts hinterm Ortseingang geht es »de Maas rund«, außen um Maasholm herum und an so ziemlich allem vorbei, was den Charakter eines Fischerdorfes ausmacht: von der Bootswerft über den Schiffsanleger bis zum Hafen.

Weiß leuchtet die Petrikirche mit ihrem winzigen Glockentürmchen auf dem Ziegeldach. Alle paar Meter steht ein halbes Boot aufrecht, umfunktioniert zum Bänkchen. Weit geht der Blick hinaus aufs Wasser. Da draußen, hinter dem Leuchtturm auf der Lotseninsel Schleimünde, die nur per Schiff zu erreichen ist, beginnt das offene Meer.

42 Kilometer weit schneidet Deutschlands einziger echter Fjord nahe Kappeln ins Land, bis nach Schleswig. Hier, wo die Schlei auf die Ostsee trifft, ragt Maasholm auf einem Landzipfel mitten in ihre Mündung.

Maasholm pflegt seine Tradition mit Liebe zum Detail

Früher lebte das Dorf vom Fischfang. Heute ködert es auf nette Art Touristen. Eigens dafür pflegt Maasholm seine Tradition mit Liebe zum Detail. Das Rathaus in der Hauptstraße ist eine Reetdachkate. Dicht an dicht stehen niedrige Häuser mit Sprossenfenstern und Spitzengardinchen. Fast keines, vor dem nicht Rosenstöcke blühen.

Besucher lassen sich so gern verzaubern. Sie flanieren durch die Gassen und wandern über schier endlose Deiche ins Naturschutzgebiet. Im »Café Sand am Meer« bestellen sie Trümmertorte und stehen an »Udos Imbiss« geduldig für Udos legendäre Currywurst Schlange.

Fischerdorf Maasholm: Idylle am Ostseefjord

Hübsch restauriert sind die Fischerunterkünfte in Maasholm

Im alten Fischereihafen stapeln sich Kisten, häufen sich Netze. Was für unsereins zur Urlaubskulisse gehört, ist für Fischer Jörg Detlefsen harte Arbeit. Den Beruf hat er beim Vater gelernt. Vor Sonnenaufgang sticht er in See, bei Tages­anbruch wirft er die Netze aus – an 250 Tagen im Jahr, wenn es das Wetter erlaubt – und die Fangquoten, die ihm das Leben schwer machen. Seine Ausbeute: Dorsch, Scholle, Hering und Sprotten. Jörg Detlefsen selbst müsste man unter Schutz stellen. Er ist einer der Letzten seiner Art. Von vier verbliebenen Berufsfischern in Maasholm gehören drei zu seiner Familie.

Dann holt er sein Smartphone aus der Tasche: Auf seinen Fotos schillert die Ostsee in allen Wasserfarben, ballt sich der Himmel über der Leuchtturminsel, verwandelt die untergehende Sonne die Schlei in pures Gold. Und über dem Fischkutter seines Bruders Jan spannt sich ein Regenbogen. Momentaufnahmen zwischen Schlei und Ostsee, aus professioneller Perspektive. Kein Wunder, dass sich zumindest einer seiner vier Söhne nicht hat ausreden lassen, die Familientradition fortzusetzen: Er ist Fischer wie sein Vater.

Fischerdorf Maasholm: Idylle am Ostseefjord

Das Naturschutzgebiet Oehe-Schleimünde zwischen Schlei und Ostsee

Unterkünfte und Restaurants in Maasholm

Gut Oehe

Gästehäuser aus rotem Backstein in einem Landschaftsidyll mit Direktzugang zur Ostsee. Im »Café & Bistro Landhaus« überzeugen süße Waffeln.

Ostseeferien am Barfußpark

Ferienwohnungen im Schwedenstil am Barfußpark und im alten Schulhaus im nahen Schwackendorf.

Café Sand am Meer

Gemütlich wie ein Wohnzimmer: Hanne Frahm serviert seit mehr als 20 Jahren Trümmertorte, Mohnstrudel, Käsekirsch­kuchen, am Wochenende auch Frühstück.

Restaurant Raub

Köstliches aus dem Meer und vom Lande: Arne Raub steht selbst am Herd.

Fischräucherei Petersen

Von Aal bis Zwiebelmakrele: Laden und Räucherei mit Außenstelle am Hafen. Aushängeschild: »Udos Imbiss«.

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