Amalfiküste - Die Küste, an der die Zitronen blühen

Die Amalfiküste ist das irdische Paradies: In fruchtbaren, grünen Zitronenhainen duften die weißen Blüten schon aus der Ferne. In den tiefen Grotten längs der steilen Felsküste leuchtet das Meer azurblau und smaragdgrün. Rosa-, creme- und aprikotfarbene Häuser, an denen sich leuchtend pinkene Bougainvillea hochranken, kleben wie Vogelnester an den Steilhängen bis hinunter zum Meer. Sehenswürdigkeiten, wohin man auch blickt!
Amalfi-Küste, Atranti

Verstecktes Kleinod: Das Dorf Atrani an der Amalfiküste

Die Amalfiküste im Überblick

Wo liegt die Amalfiküste?
Etwa 40 Kilometer südlich von Neapel, am Golf von Salerno, erstreckt sich die Costiera amalfitana, auf deutsch Amalfiküste. Sie ist ein Teil der Südküste der Sorrentinischen Halbinsel und heute eine beliebte Urlaubsregion.

Wie lang ist die Amalfiküste?
Eine Fahrt auf der Amalfitana entlang der 40 Kilometer langen Amalfiküste ist ein Abenteuer. Streckenweise ist die berühmte Küstenstraße Kampaniens so eng, dass Autos nur haarscharf aneinander vorbei passen, und sie liegt so hoch, dass Menschen mit Höhenangst von der Fahrt abgeraten wird. Gerade wegen ihrer Höhe jedoch bieten sich ununterbrochen spektakuläre Ausblicke. Nicht umsonst gilt die Verbindungsstraße von Positano nach Vietri sul Mare als eine der herrlichsten Panoramastraßen der Welt!

Beste Reisezeit
In der Hochsaison von Mitte Juli bis Ende August verdoppeln sich die Unterkunftspreise und die schmalen Straßen sind verstopft. Mai, Juni und September sind deshalb für die Amalfiküste die perfekten Reisemonate. Während im Frühjahr leuchtende Wildblumenwiesen die Reisenden verzücken, sorgt der Herbst für angenehme Badetemperaturen. Das ist auch die Jahreszeit, die den Gaumen mit reichhaltigen saisonalen Produkten wie Pilzen, schwarzem Trüffel und Kastanien verwöhnt.

Positano, Ravello, Salerno: Wo ist die Amalfiküste am schönsten?

Entlang der Amalfiküste, die auf Italienisch Costiera Amalfitana heißt, liegen viele idyllische Ortschaften. Doch wo ist es am Schönsten? Hier eine unvollständige Auflistung der malerischen Sehenswürdigkeiten:

  • Amalfi - Ihr verdankt die Amalfiküste ihren Namen
    Amalfi selbst ist eine malerische Kleinstadt, die sich mittig an der Südseite der Sorrentinischen Halbinsel befindet. Sie wurde 1997 von der UNESCO zu einem der "Schätze der Welt" erklärt wurde. Ihre Geschichte, die Lage zwischen dem Meer und den Lattari-Bergen mit ihren Zitrushainen, die Strände und auch die weißen Häuser, die engen Gassen und die steilen Treppchen machen sie zu einem unvergesslichen Ort.
     
  • Salerno - das Tor zur Amalfiküste
    Ihre malerische Lage direkt an der Küste, die gut erhaltene mittelalterliche Altstadt und ihre zwei Kilometer lange Promenade machen die süditalienische Hafenstadt zu einem der schönsten Orte an der Amalfiküste. Durch ihre Lage am östlichen Ende der italienischen Küstenregion, gilt Salerno als Tor der Amalfiküste.
     
  • Die Kirche von Praiano
    Westlich der Stadt Amalfi liegt Praiano, ein idyllischer Ort, in dem die wohl schönste Kirche der Küstenregion steht. Die bunte Kuppel von San Gennaro erhebt sich majestätisch über den Dächern der Stadt.
     
  • Sorrent - die Grande Dame der Amalfi-Touristenorte
    Schon seit Jahrhunderten ist Sorrent der Inbegriff europäischer Italiensehnsucht. Zahlreiche Schriftsteller und Maler haben den Ort in Wort und Bild verewigt. Sorrent liegt malerisch auf einer Klippe mit spektakulärem Blick auf den Vesuv, zu den Füßen des Städtchens liegt ein verschlafenes Fischerdorf am Meer.
     
  • Maiori - ein eleganter Badeort an der Amalfiküste
    Wegen seines langen feinen Sandstrandes ist Mariori der wohl beliebteste Badeort an der gesamten Amalfiküste. Der pittoreske Touristenort liegt am Fuße eines Felshangs und besticht mit pastellfarbenen Häusern, einer langen Strandpromenade und duftenden Terrassen mit Zitronengärten. Wer mag, unternimmt von Maiori aus einen Tagesausflug nach Capri - am Hafen legen regelmäßig Fähren zur Urlaubsinsel ab.
Amalfiküste, Panoramastraße

Die Fahrt auf der Amalfitana ist ein wunderschönes Erlebnis. Entlang der 40 Kilometer langen Küstenstraße bieten sich unvergessliche Ausblicke

  • Dolce far niente - süßes Nichtstun in Positano
    Wie an den Berg geklebt wirkt das bunte Dörfchen Positano, das bis 1840 - als die Amalfitana gebaut wurde - nur über enge Bergpfade oder vom Meer aus erreichbar war. Heute locken schmucke Boutiquen, hübsche Trattorien und unzählige kleine Hotels die Besucher nach Positano.
     
  • Ravello – der schönste Belvedere der Amalfiküste
    Die Anmut Ravellos faszinierte in den letzten Jahrhunderten bereits ihre vielen Besucher. Heute ist der Ort zudem berühmt für das Ravello Festival, das 1953 zu Ehren Richard Wagners ins Leben gerufen wurde. Traumhafte Ausblicke gibt es von der Terrazza del l'infinito der Villa Cimbrone aus. Gleich nebenan finden Besucher den romantischen und weniger stark besuchten Ort Minori, der sich über eine schöne Wanderung zu Fuß erreichen lässt und als beliebter Badeort gleich zu einem Sprung ins kühle Nass einlädt.
     
  • Atrani - Geheimtipp an der Küste
    Obwohl nur ein Felsvorsprung Atrani von der Touristenhochburg Amalfi trennt, verirren sich nur wenige Touristen in das winzige Dorf am Meer. In Atrani scheint die Zeit langsamer zu gehen. Das Leben spielt sich hauptsächlich in den Cafés, Eisdielen und Restaurants rund um die zentrale Piazza ab. Von dort aus erstreckt sich ein weitverzweigtes Labyrinth aus Gassen, Bögen und Treppen. Wanderer schätzen das Dorf als Ausgangspunkt für eine Wanderung in das oberhalb gelegene Ravello, kreuz und quer verlaufende Treppenwege schlängeln sich vorbei an duftenden Zitronengärten bis hinauf in den bekannten Ort.
     
  • Vietri sul Mare
    Die Kleinstadt Vietri sul Mare markiert das östliche Ende der Amalfiküste. Sie ist bekannt für ihre bunten, handgefertigten Keramikwaren, die hier bereits seit dem Mittelalter hergestellt werden. Viele Häuser und Kirchen sind mit den traditionellen Vietri-Fliesen dekoriert.

Berühmte Nachbarn: Capri, Pompeji und Neapel

Eigentlich kann die Amalfiküste selbst schon mit reichlich Sehenswürdigkeiten für einen langen Urlaub aufwarten, aber der Golf von Neapel lockt mit weiteren hochkarätigen Ausflugszielen: Im Schatten des Vesuvs kann man in der Ruinenstadt Pompeji jahrhundertelang verschüttete Fresken und Villen bewundern. In Neapel stößt man nach engen Gassen auf üppige Märkte, schlendert über weite, elegante Plätze, oder steigt hinab in die unterirdischen Katakomben. Die schicke Insel Capri lockt mit High Society und der berühmten blauen Grotte.

Kastelle, Katakomben und pralles Leben

Neapel fasziniert über und unter der Erde. Die Hauptstadt der Region ist die drittgrößte Stadt Italiens. Im dichten Geflecht verbergen sich allein 300 Kirchen, zahllose Paläste, Burgen und Klöster. Besonders sehenswert in Neapel ist die eindrucksvolle Piazza de Plebiscito mit ihrem klassizistischen Doppelsäulengang vor dem nicht minder eindrucksvollen Königspalast Palazzo Reale. Doch das Centro Storico, die am dichtesten besiedelte Altstadt Europas, gehört immer noch seinen Bewohnern und nicht nur Banken und Büros. Das heißt aber auch enge, heruntergekommene Straßenschluchten.

Im Schatten des Vesuv

Die Herrlichkeiten des antiken Roms haben in Pompeji ausgerechnet durch den verheerenden Vulkanausbruch überlebt. Er begrub die Stadt im Jahr 79 n. Chr. unter einer meterhohen Asche- und Bimsschicht und bewahrte sie daher auf wundersame Weise. Heute sind auf der weitläufigen archäologischen Stätte die freigelegten Ruinen samt eindrucksvoller Fresken zu bewundern.

Mondänes Leben auf Capri

Auf dieser schillernden, vielbesungenen Insel wandelt der Besucher auf den Spuren der Weltstars, von Jackie O bis Clark Gable. Der weiß getünchte Stadtkern ist eine Augenweide. Eine der bekanntesten natürlichen Sehenswürdigkeiten ist die Blaue Grotte, in der sich das Sonnenlicht spektakulär im Meerwasser bricht.

Zitronenfelder an der Amalfiküste

Irgendwie erinnert es an Asien: Blick auf die Terrassen-Zitronenfelder vom Pfad der Götter, einem rund 9 Kilometer langen Wanderweg an der Amalfiksüte

Zitronen, Zitronenernte und Limoncello

Das milde Klima macht es möglich: Die Blüten sind im Grunde fast das ganze Jahr überall an der Amalfiküste zu sehen. Je nach Sorte beginnt die Ernte der Zitronen im März und dauert bis in den Juli. Andere Sorten werden später, erst ab Oktober, geerntet. Orte wie Sorrent sind bekannt für die Zitronenernte, die sich kein Gast entgehen lassen sollte. Sie bietet eine traumhafte Optik und regionale Zitronen-Kulinarik. Dabei müssen die Bauern schwere Körbe mit Zitronen die Stufen der Hänge hinauf- und hinuntertragen.

Ganzjährige Zitronenblüte

Von der warmen Sonne verwöhnt und in kühlen Nächten vom Wind abgekühlt, entwickeln die Früchte ein intensives Aroma und eine spektakuläre Größe. Gäste, die ihren Urlaub an der Amalfiküste verbringen, werden also zu fast jeder Zeit in irgendeiner Form Zitronenblüten oder die leuchtend gelben Früchte an den Bäumen hängen sehen. Auf dem Markt sind sie deshalb günstig im Angebot.

In Massa Lubrense findet jeden Sommer das Zitronenfest statt, bei dem man zahlreiche Köstlichkeiten der Amalfiküste verköstigen kann.

Limoncello - Weltberühmter Zitronenlikör

Bei der Herstellung des beliebten Limoncello setzen die Einheimischen auf die Sorte Limone Costa d´Amalfi, verwenden aber vor allem auch die Sorte Limone di Sorrento. Durch das Aufweichen von Zitronenschalen erhält man ein authentisches Elixier: den ‚Limoncello‘. Sowohl Italiener als auch Touristen genießen gerne ein Gläschen Limoncello nach dem Essen, denn er ist für seine verdauungsfördernden Eigenschaften bekannt. In schönen Flaschen abgefüllt ist er das perfekte Souvenir aus dem Paradies.

Video: Fünf Natur-Highlights in Italien

Wo also ist es am Schönsten? Schwer zu sagen, denn die Amalfiküste bietet für jeden Geschmack und jedes Alter etwas und bezaubert ihre Besucher. Da hilft nur: Hinfahren und selbst herausfinden!

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